Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 3 (28.7.1927)
- Date
- 1927-07-28
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ne. 8 TT’i ■*■■■ Temeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 21 . «*rchfft«ch- Herr Reiseleiter Han» Wauerj bittet un» unter Bezugnahme auf sc», Inserat in dieser Rummcrl um Aufnahme folgender Zeilen: Der einmal in da» Land der sseen und Alpen gereist ist. wird e» nie bereuen! Bon der unendlichen Spiegelfläche de» Bodensee» führt un» der schönst«, bilderreichste Reiscweg mitten hinein in das Her» von Der.tsch.Nool. Bcrgbäupter in ewigem Schnee, wildzerklüftete Gebirge. saftige, voll von Blumen prangende Bergwiesen' in allen Farben strahlende Beigscen. romantische Schluchten und auSAedehnte GedirgSwaldungen wechseln einander ab. -suchen Sie »virNich guten uffd netten Anschluß an eine Vorbildlich geleitete Reisegesellschaft, sodann ich Ihnen nur die Teilnahme an einer meiner Reisen empfehlen. Wirtliche Erholung finden Sie bei dieser Reise, da in jedem Lrte ein längerer Aufenthalt vorgc» sehen ist. Sie können während Dieser Tage tun und lassen, wa» sie i.'allen. Ich hoffe auf da» Bcstimmttste auch Sie restlos zufriedenstcllcn 'u können und Ihren Tank zu erringen. Grüß Go Hans Wauer. Der heutigen Nummer Jlicji stoss-Pertrieb, Inhaber Siegs t ein Prospekt der Firma Brenn« sricd Pionkotvski, bei. Lhoatae und Kino Tie «»«»die. Mon.ag den 26. Juli, 7,45 .Liebe", PB. »401 bis »500. DienStag den 26. »600. Mittwoch den 27. Juli Juli. 7 45. .Liebe". BB. 3501 bis 7,46, .Liebe", BB. 3601 bis 3700. Donnerstag den 28. Juli, 7,4öl .Liebe", PB. 3701 bis 3K0C. Freilag den 29. Juli, 7 45. .Lieb ", PB. 3801 bis 3000. Sonnabend den 30. Juli. 7.45. .Liebe". PW. 3901 bis 4000. Sonntag den 3l. Juli. 7,45, .Liebe", PB. 4001 bi« 4100. Montag den 1. August. 7.45. .Eine glückliche Ehe", PW: 4101 bis 4200. Literarisch« Umschau Tie ersten Binde de« Heinebundes -Tie beiden ersten Bände liegen jetzt vor und übertrefscn die Erwartungen, die man haben kon itc: ein au» dem Russischen (sehr gut) übersetzter Roman »Sabbatai Zewi" von Poljakoff und ein ziveiter Band: .Gestalten undMomeite". den Prof. Elbogen herausgegcben hat . Die Aufmachung ist schlechtweg hervorragend zu nennen: ein solider, schöner Ganzlemeneinlxind, gutes Papier und großer, klarer Truck. j Ter rührige Sdjöpfer de«!,Hei»c^Bu»des", Tr. Ahron Eliasberg, bat es richtig erfaßt, daß gescrichtliche Themen i„ erster Linie einem breiten jüdischen Publikum sgenehm sein würden. Der Roma» Paljakoffs behandelt einen kurzen Ausichnitt aus der jüdischen Geschichte, die Zeit de» falschen Messias Sabbatai Zavi. Vielleicht ist der Abgang dieses. Mannes, der das Leben der Judenheit kurze Zeit vollkommen aufgewühlt hat, nicht sehr glücklich motiviert und auch nicht sehr ergreifend dargestollt. Aber es scheint, daß da» noch niemandem recht geglückt ist. Tw Seele diese» falschen Erlöser« ist sehr fein zergliedert, wir erleben seine Anfänge und seine Höhe in äußerster Spannung mit, aber zum Schuß verstehen wir ihn nicht wehr, wie er sich selbst wahrscheinlich nicht verstanden hat. Großartig diese Umwelt, Juden aus allen Ländern, bedeutende und »icke, deutende, Realisten und Träumer, und voran die .MessiaSchaut" Sarah, deren Schicksal uns zeitweise mehr gefangen nimmt als da» deS sabbatai selbst. Ein prachtvolles Gemälde, selbst im Ausgang noch mit der Absicht, di: vcrlorenc'Situation zu retten, und in lüdischem Sinne: .Du strafst und wirst lieben, ruft Pinheiso derzückt zu Gott. Tu lAivst schalen und wählen! Ja. Tu wirst uns zu Deinem heiligen Berge sichren, in Deine heilige Stadt . . ." — Literarisch gesprochen handc lt es .sich um einen Roma», der künstlerisch recht gut ist. e« mit viele,, modernen Romanen aufnimmt, aber am Thema etwas scheitern mußte, «veil die hiswrisch« Wahrheit nicht zu sehr-abgewogen w:rden sollte. Als Unterhaltungslektür» und als Bildungswert für üc jüdische Jugend kann man ihn auf» beste empfehlen. Da» gilt iwch mehr vo!> dem zlveiten Baude der Blichgemei». schaft: .Gestalten uikd Mimente". Hier hat Elbogen eine Reibe von Abschnitten zusammcngtstcllt, ausgewählte Kapitel aus berühmten Büchern. Tokument«. Denkschriften. Br efe, die einen Gang durch die jüdischt Geschich e darjtellen. Man hört leider immer wieder Klagen, durch den „Grätz" oder .Dubnow" könne man sich nicht durcharbeiten. Menschen, di« interessiert sind, aber nicht die Zeit zum Lesen großer Geschichtitwerkc haben, werden in der Zu» sammeimellung von Elbogen eine flüssige, spannende Lektüre finden, die ihnen einen Ueberblick über die jüdische Geschichte gibt, einen Ucberblick, dessen Lücken Elbogen selbst in einer Schlußbetrachtung uberbruckt hat, und, ivaS wichtiger scheint, in einer Darstellung der Lage der Judenheit in unsrer Jetztzeit ausklingen läßt, deren elegante Kürze und objektive Form ebenso aufschlußreich wie erfreulich sind. Der Leser wird aber.durch dieses Buch angeregt werden, eine» tieferen Einblick in die Geschichte zu tun, und r-iftd doch aus freiem Antrieb zu andern Luellen greifen, die ihm das Judentum und die Juden vergangener Zeiten iiäherbringeu. Die Auswahl befriedigt, toenn man auch dies oder jenes vermißt, oder ein andres lieber nicht vorfinden »vürde. Warum setzt man den Abschnitt von GregoroviuS hinein, der im Gegensatz zur hcllenisch-römischen Kultur den beschränkten semitische» Fanatismus und die religiöse Unduldsamkeit der Juden hervorhobt? Das, und überhaupt die verschicdenen Standpunkte der Autoren, hätte vielleicht im Jude», lohne Permehrung des NmfangeS) in wenige» Zeilen erklärt werde,, müssen. - Anderseits ist di« Pielfältigkeit der Urteile, die hier auf 300 Seiten vereint sind, gerade ein sehr interegantes Moment. Besonders schön inder Auswahl ist die Schilderung des Propheten Jeremias )von Elias Auerbach) und die Trauerrede auf Herzl voi> Max Rordau. Außer diesen beiden Pslichtbänden stellt der .Heinebund" vier Bände als Auswahlbände zur Perfügung: zivei Bücher, die fick mir Heine befassen i.Gespräche" und .Confessio judaica"), einen Sammclband von Krojanker .Juden in derdeutschen Literatur" und die Schrift von Fritz Kahn .Die Juden als Raffe und Kulturvolk". Die beiden Bücher über Heine kenne ich nicht. Krojanker» Buch und Kahns »Juden" habe ich mit großem, Vorteil und Genuß gelesen. Besonder« das letztere ist ein sehr ausgezeichnetes Werk, ein Buch, das wie wenige verdient, .im jüdischen Hause Beachtung zu finden. Kahn schreibt in einem wundervollen Stil, -bietet, obgleich cs leicht zu lesen ist, eine Fülle von Wissensnx-r ein und Anregendem und gibt^cinc Würdigung jüdischer Leistung und jüdischen Wesens,, die die Scheinbeweise der Antisemiten, vor ailcm H. «t. Chamberlains, endgültig erledigt: ein Gefchenkbuch für jeden Bamizi-.eih-Knabc», ein Nachschlagewerk für )eden, der jüi isckc Interessen hat oder solche nach außen hin vertreten will; ei io Schrift, die geeignet ist, lässige und säumige Gemüter, Zweifler und Unnnssende zu Jude» und Judentum zurückzufübrc». Das Buch kostet nur 3,00-M. und ist deshalb leicht anzuschaffc»; seine Aufnahme in die Astswablbände ehrt den ..Heinebund" und sollt« v ele anspornen, die Mitgliedschaft zu erwerben iHeinebunch Berlin V 9, Linkstraße 30). ES bleibt mir zu hoffen, daß die weit:ren Veröffeiitlichungen dus derselben Höhe bleiben, dann wird sich der .Heinebund" das Per» dienst erwerben, dem jüdischen Lesepubokum in Deutschland einen Redaktionsschluß, beten, davon Kenntnis zu nehmen, keiten uns zwingen Monats zu schließen. errine usw. werden gr- >aß technische Notwendig Redaktion 22. eines jeden Ecke RlagatraAe hao«, gegenüber der Synagoge ( | Kateeretr . Ecke Aatoaetr Dresden-N.t siedi Meis Zigarren Zigaretten Tabake , J BerikkncMM unsrreTimrenfefi