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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-07-28 · 3 (28.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
3 (28.7.1927)
Date
1927-07-28
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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Seite 20 Nr. 8 ®emeinbeblatt bet Israelitischen ReligionSgemeinbe DreSbett RÄebtrger Pilsner I [tian jg^f SoibtbftQtt I vfin ferner (Exportbirrbraumi I unübertroffenen Rlüteberg /E& Qualität Aus dem DereinSleden Ein neues Altersheim Tie Zemralwohlfahrtsstellc der deutschen Juden teilt mit, daß in Landsberg a. d. Warthe noch in ditfem Jahre ein neues und nach modernen Grundsätzen eingerichtetes, rituell geführtes jüdisches Altersheim eröffnet ttzird. Als Insassen tommen Personen aus den Provinzen Branbechburg und Grenzmark, den abgetretenen Gebieten, aber auch aus Derlin in Frage. Auch aus andern Bezirken ist der Vorstand bemüht, soweit. der Platz reicht, Aufnahmen z»t ermöglichen. Es ist! aber für Anmeldungen . dringende Eil« geboten, da ine zunächst zur Verfügung stehenden 42 Einzelzimmer aller Voraussicht nach schnell besetzt sein werden. Hingewiesen sei nur noch darauf, daß hi« gesamte Unterbringlrng, Verpflegung und Lebenshaltung allen Ansprüchen gerecht werden will, und dass das Heim eine überaus behagliche Ruhestätte bietet. Anmeldungsgesuche find sofort zu lichten' an Herrn Rabbiner Tr. Martin Salomonfki, Berlin W 10,; Bendlerstrafie 18, der alsdann die näheren Aufnahmebedingungen mitteilt. . * „ _ Slternt«, der, Teutsch-Jüdischeu Ju,ea»,emei»fchaf« Auf der Wiese des Heims der FraiernitaSloge zu Oberrochwitz hielt die Ortsgruppe Dresden ihren Elterntag ab, zu dem auch diesmal wieder recht zahlreiche Besucher erschienen waren. Rach den Bcgrützungsworten durch den! Vorsitzenden Friedrich B o r ch a r d t schilderte die Mädchennihrerin Alice A p t in kurzen Zügen den Werdegang der Jugendbewegung und den Sinn der Elterntage. Die Darbietungen wurden in ungezwungener Weife auf dem grünen Rasen gezeigt! Und boten in Volkstänzen, Sprech- und Gefangschören, Rezitationen, Liedern zur Laute und munteren spielen reichliche Abwechslung. Reben den Darbietungen, an denen die ganze Gruppe mitwirkte, waren die rezitatoreschen Einzelleiftungen von Klärchen Feuerstein und Herbert Zucker recht beachtlich, Der reichlich gesendete Beifall konnte beweisen, daß sich die! Art der Deutsch-Jüdischen Jugendgemeinschaft, an der die Elternschaft regen Anteil nimmt, einer grotzen Beliebtheit erfteut. Eine Kundgebung de» Pro-PaIae»kst^»»K»»iteeim Herrenhaus Aus Anlatz der Anwesenheit Dr. Ch. Weizmanns, des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, in Berlin veranstaltete das Deutsche Komitee pro Palaertina im Sitzungssaal des früheren Herrenhauses eine Kundgebrmg, die einen auherordentlichen Verlauf nahm. Unter den Erschienenen bemerkte man u. a. die Herren Kultusminister Prof. Tr. Becker, Staatssekretär von Schubert, Direktor OSkar Wassermann, Albert Einstein, Regie», rungspräsidcnt Hausmann, Dirigent des Auswärtigen Amtes Frei» Herrn v. Rich.hofcn, Lcgationsrat Prof. Dr. M. sodcrnheim. Rad» biner Dr. Bacck, Dr. Bernhard Kahn und Staatssekretär Dr. Weis» mann. Der Präsident des Pro-psIsestins-Komitec^ Botschafter z. T? Graf Bernstorff. M. .d. R., bcgrützte die Vertreter des Reiches und des prcutziscücn Staates. Er wandte sich sodann der Persönlichkeit Dr. Weizmanns zu. besten eiftiger. nie ermüdender Tätigkeit cs zu verdanken sei, datz Palästina zu neuem Leben er» wache. — Rach einem Rückblick auf die politische Entwicklung der zionistischen Bewegung seil der Balfour-Dcklaration gab Graf Bernstorff der Versammlung von einem Begrützungsschreibcn dcS Reichskanzlers Tr. Marx Kenntnis und verlas schlictzlich einen bedeutungsvollen Brief von Justin Godard, dem Präsidenten des Komitees frsnce-Palestine. Rach einer Erinncrungsansprache, in der Prof. Sellin des verstorbenen berühmten AlttestamcntlerS Prof. Hugo Grctzmann, Direktors des lnsiitukum judsicum an der Berliner Universität, gedachte, entwickelte Prof. Tr. Becker, der preutzifche Unterrichtsminister, feine Auftastung von der Kulturbedcutung des Palästinaaufbaues. Im Anschluss hieran gelangten Rabbiner Dr. Baeck und die Schriftführerin des Pro-polaestina-Komitees, Frau Katharina v. Kardorff-Lhcilnb, die die deutschen Frauen zu gesteigerter Sympathie für den Palästinaaufbau aufrief, zu Wort, schlietzlich betrat Prof. Tr. Weizmann die Tribüne und begann, von starkem Beifall begrützt, feine grotz angelegte Rede über die Ziele des Zionismus. Tr.' Weizmann erinnerte eingangs daran, datz es dcutschsprechsnde Männer waren, die die moderne zionistische Bewegung schufen. Aus Deuftchland sei eine auserlesene Jugend nach Palästina gekommen. — Zur Darstellung der augenblickliehen schwierigen Verhältnisse in Palästina übergehend, erklärte Dr. Weizmann, die Ursache der »Krise" sei die plötzliche überstarke Einwanderung aus dem Osten gewesen — eine Immigration, die durch die unerträglich schwere Lage in den Ländern Osteuropas veranlatzt worden sei. Es beständen aber die Möglichkeiten, in absehbarer Zeit die Wirtschaftslage in Palästina zu verbessern: RuthenbergS Elektrifizierungswerk, die Anleihe der Palästinaregierung, die zu einem grotzen Teil für Bauten, besonders für Hafenanlagen, verwendet werden soll«, werd« viele Arbeitslose beschäftigen. Aufgabe der leitenden zionistischen Kreise sei es, Privatkapital heranzuziehen. Es werde notwendig sein, auS den Erfahrungen zu profitieren: .Wir werden in den nächsten drei, vier, fünf Jahren langsamer gehen müffen als bisher. Die Grundlagen des Rationalheims sind unerschüttert. Das 'jüdische Volk ist auf seine Kosten gekommen." Der Redner wandte sich dann den politischen Verhältnissen zu. Wenn das Mandat auch'nicht in allen Stücken von der Mandatarmacht erfüllt fer. so bleibe es doch weiter die Grundlage des Auf. baueS. DaS jüdische Heim müsse so erbaut werden, datz keinem Araber ein Haar gekrümmt werde. Die Interessen der Juden und der Araber seien konform. Da» Werk gehe gewiss nicht mit der Schnelligkeit vorwärts, wie die jüdische Ungeduld es fordere. Aber .die Engländer werden von uns Ungeduld lernen müffen. wie wir von ihnen Geduld lernen". Eines stehe fest: e» bestehe auf seiten Englands der ehrliche Wille, das Mandat durchzuführen. Jeder Zionist müsse dies Vertrauen besitzen.' .Eine grosse Nation wird ihr gegebenes Wort halten." Zum Schluss setzte sich der Redner mit den Gegnern des Zionismus auseinander. Er sprach von den grotzen kulturellen Perspektiven des Jüdischen Rationalheims für den gesamten Osten. In Palästina — so erklärte Dr. Weizmann — machen die Juden zum erstenmal den Versuch, Verhältnisse zu schaffen, die sich ihnen anpaffen, und denen sie sich nicht anpaffen müffen. Wenn man einmal ftagen werde: Was kann der Jude? so werde man auf Palästina zeigen, wy er ohne Machtmittel, ja ohne Geld, den Faden weiterzuspinnen suche, der vor 2000 Jahren abgerissen wurde. Der Vorsitzende, Graf Bernstorff, schlotz die Kundgebung mit den Worten: .Wir werden Weiterarbeiten und kämpfen, niemand zuleide, der Sache zur Freude." il Unvergängliche Erinnerungen verschaffen [Ihnen selbstgemachte Photographien. / Deshalb sollte eine Kamera Ihr steter Begleiter sein. / Bei Anschaffung und Handhabung einer solchen bedienen Sie sich vdrteilhaft meines Rates. / Photographiereh stellt sich dann nicht teuer Photo-Kino-Radiohaus Wünsche

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