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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-07-28 · 3 (28.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
3 (28.7.1927)
Date
1927-07-28
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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v «r-'—**rnn&* Seite 14 Gemeindebla»t der Israelitischen ReligionSgemesnde Dresden Nr. 3 Die Juden in China Mit großer Aufmerksamkeit werden zur Zeit die Ereignisse. die sich im fernen Osten vollziehen, von der ganzen Welt verfolgt, pfür uns Juden ist es nun! von besonderem Interesse. wenn wir Kenntnis.von dem Leben der in China ansässigen Juden erhalten. Was wir bis heute über die dortigen Juden wissen, verdanken wir zum großen Teil den lückenlmsten und mit großer Vorsicht aurzu nehmen den Berichten der Missionare und anderen Reisenden, denen es gelungen .ist. über die .Hafenstädte und KüstenUriche hinaus vorzudringen. Zuverlässige Angaben und Nachrichten werden jedoch erst möglich sein, wenn die augenblicklichen Wirren beendet und geordnete Verhältnisse in China! wieder eingetreten sind. Cs unterliegt keinem Zweifel, daß Juden seit uralten Zeiten in China ansässig sind. Eine historische Quelle für die Anwesenheit von Juden in China vor bereits mehr als tausend Jabren ist ein Bericht des Jbn Said! über eine große Niedermctzelung, die im Jahre 878 in Kyanfu stattgefunden hat und wobei 120000 Mohammedaner, Juden, Nestorianer um ihr Leben kamen. Von dem Zitz e ner alten jüdischen Gemeinde in Kaiföngiu wurde zuerst m Jahre 1617 berichtet. Auch aus den Berichten der Missiorare geht hervor, daß in China eine beträchtliche Anzahl Jud m wohnten, die niemals etinas vom Stister der christlichen Religion hörten und nach ihrer Ansicht Abkömmlinge der zwilf Stämme seien. Dagegen weist James Fian nach, daß iite Juden in China dem stamme Juda angehören. Rabbi Moses de Pareyra Pavia vertritt dieselbe Ansicht, indem er in seinen portugiesischen Nachrichten über die nach seiner Meinung in Ostindien weilenden zehn Stämme schreibt, ,ldaß unter Kaiser Titus Vcspasianus Juden aus Persien an jdie malaberischen Küsten gewandert seien, von dort aus China erreicht und in der .Hauptstadt der Provinz Honan. d^e jetzt Kaiföngsu heißt, sich niedergelassen hätten.! Die Juden in Kaisöngsu haben unter den größten Widerwärtigkeiten ibre Nationalität verhiättnismäßig am reinsten erhalten. Sie und jetzt Allerdings asts ein sehr kleines -Häuflein ßusammengeschrumpst, aber sie haben sich doch behauptet. In ihrem äußeren Auftreten, in ihren Sitten und Lebensgeivohnbeiten von den Chinesen kaum zu unterscheiden, sind nur ihre Gesichtszüge und ihre Sprache, ein Jargon von Chinesisch-Persisch und Hebräisch, ihre jüdischen E rkennungszeichen. Von den Chinesen werden sie wie Mokammedaner Holiholi genannt: sie selbst aber nennen sich. Tiaokinkiao, weil siedem jüdischen Gesetze gemäß die Verie i aus dem Fleische herausziehen. Ihre Synagoge (Lipaisei, die leider in Verfall geraten ist, kain dem Modell des früheren Tempels in Jerusalem näher als andere Synagogen. 3 ieselbe war 300 bis 400 Fuß lang, 150 Fuß breit und in vier Abteilungen gesondert. In der ersten östlichen stand, von schattigen Bäumen umgeben, ein Triumphbogen mit der chinesischen Ausschritt Kimtien („der Gottheit heilig"). Eine große Flügeltür mit zwei kleinen öffnete den Eingang in. das zweite Gemach: nördlich lagen zwei Zimmer für He Kustoden. Ein zweites Flügeltor führte in die dritte Abte lung. Hier befand sich ebenfalls ein von prächtigen Bäumen umringter Triumphbogen, auf welchem zwei Marmortafel r mit chinesischer Schrift prangten, die teils Begebnisse dir Juden in der Provinz und die Zurückführung ihrer Religion auf Adam, AbAlham und Moses, teils die Geschicht! der Synagoge enthielten. Südlich befand sich ein Zimmw zu Ehren des jüdischen Mandarins Tchao, der das abgebrannte Gotteshaus restaurieren ließ. Hier wurde alljährlich sür die Seele dieses Tchao eine Gedächtnisfeier, veranstaltet. Nördlich lag ein ferneres Zimmer, zu Ehren eines anderen jüdischen Mandarin, Kriminalrichters in Tcheou, erbaut, dl r das Lipaise (Gotteshaus) errichtete, lieber diesen Zellen icfanden sich Fremden- und Versammlungsräume. Hinter 1 er zur Entaderung des Fleisches eingerichteten Küche, welche nördlich lag, befanden sich an der Nord- und Südseite d e Ahnensäle, wo alljährlich rm Frühling und im Herbst eir e Totenfeier abgehalten wurde. In der Mitte erhob sich die eigentliche Gebetstätte, ungefähr 40 Fuß breit, 60 Fuß larg, mit vierfachem Aufsatz, unten von einer Balustrade ur d einer doppelten. viersäuligen Kolonnade umgeben. Aul dem freien Platze' vor dem Gotteshause wurde am Laubhiittenfeste ein großes Zelt errichtet. Katheder mit In der Mitte stand ein Kathed einem Kuppeldach, an welchem zwei Tafeln angebracht waren. Die eine enthielt in goldenen chinesischen Chisfern den Namen des Kaisers, die andere in hebräischer Quadro tschrift, ebenfalls mit goldenen Lettern, die Worte: „Hör,!, Israel, der Ewige, unser Gott, der Einige ist einzig. Gelobt sxi der Name BAUMEISTER WALTER STEINHÄUSER ARCHITEKT ENTWURF, BAULEITUNG FÜR IN¬ DUSTRIE USD WOHNHAUSBAU, GE¬ WISSENHAFTE. FACHMÄNNISCHE BERATUNG IN AUEN BAU- UND W0HNUN6$SACHEN, GUTACHTEN, FINANZIERUNGEN DRESDEN‘A.1, VIKT0RIAITR.3. TEL18396 Pansdorfs Garten am Hauptbahuhof Ecke Neitbahastratze Große und kleine Zimmer zur »m» krafttrafti ««» ätfUi^ tuHm kMlwrtntlefK Ruf 14400 Dienstag — Donnerstag — Gönnte g?«tinu C»«s«he»öe ] Inserieren bringt Gewinn!! uiniiBiiiuniiiiiiifliiiimHimffiiifnittiiiifBmiiHmmraRiiiHflnitfimimmmmimnRraimiimcN UMMIfllRGk Richter u. Reichart Baumeister Dresden- A. 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