Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 1 (28.5.1927)
- Date
- 1927-05-28
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4892693-5447358-5769779--0405-4893044- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Żnin 1× ep/1048185
OCR text
Nr. 1 Gemeind eblatl der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresd en Seite 11 ich dann in der Lage sem.werdr, mit mehr Verständnis mitzuarbeiten an der großen, schn ierigen Aufgabe des Wiederaufbau^s. Heute also nur einer kurze-, Ueberblick: Palästina ist ohne Frage eines der schönsten Länder auf Gottes schöner Erde. Tas Klima ist herrlich. Man kann herbe Bergluft atmen, oder nah einer Autofahrt von einer Stunde das subtropische iUimci der Riviera genießen, und inan kann nach einer Antofahrt in westlicher Richtung ans Tote Meer in tropischem Klima sein. Fast alles, was neu und gut im Lande ist — Pflai zungen.- Häuser, Straßen —, ivurde von Juden geschaffen. Reu und vollkominen jüdisch ist Tel Aviv. Unten an, Meere liegt das alte, schmutzige Jaffa, und weiter nördlich das ebenso veraltete Haifa. Aber am l)errlichen Karmel hinauf bis znin Gipfel sind tausend neue .Häuser, Straßen und (Wirten von. Juden erbaut ivorden. Innerhalb der alten Stadtmauern Jerusaleins wohnen die 40 (XXI alten Einwohner. -Halb jüdisch, luilb arabisch. In engen, krummen Passen. Außerhalb der Stadtmauern und in Porstadtkolonie» wohnen 30<XX> Inden in neuen Häusern, die in den letztet, Jahren entstanden sind. Reue Kolonien mit neuest Orangcnpflanznngeii. mit schmucken -Häusern überall iin Lande. Teilweise von Baron R othschi ld gegründet, teilweise ans Kcrcu Kajei» eth- Boden. Nene Straßen, neue Ebausseen von jüdischen Arbeitern in den lebten sechs Jahren gebaut.. Elektrisches Licht schon hier und da im Lande - bald das ganze Land bespannend. Vom Jude, R u t h e » b c r g geschissen, .uinderpflegeanstaltcn und Hospitale, von der .Haddassa unterbalten. Schulen überall. Meis ens jüdische Schulen. Es ist viel Geld nach Palästina geschickt worden in den letzten Jahren, und man kann berechtigte Kritik üben über vieles, >ms damit gemacht wurde. Abe? es sind materielle Werte gesch»affen worden, die dem Wer c des ausgcgcbeucn Geldes voll entsprechen. Und ideelle Werte sind geschaffen worden, die kein Geld bezahlen kann. Hebräisch ist wieder Volkssprache geworden. Man hört fast irur hebräisch. Tas ist eine Leistung, deren Tragweite man kaum ermesst n kann. Tie gemeinsame Sprache'bringt die Splitter unseres Volkes wieder,zusammen. Roch eine Generation und noch 'ine. und. es wird ein einiges Volk sein. Raum ist für viele ker Armen und Unterdrückten uiiseres Volkes hier, aber der Aufbau wird natürlich langsam vor sich gehen müssen. Auf sih selbst angewiesen — oder schnell—, je nach der Unterstüining des Galuth. Orangen bau nimmt 'inen großen Ansschwung. Reue Bäume werden überall sbpflanzt und neue Bcwässerungsbrunnen ,verden gebaut. In der letzten Woche sind drei neue Gesellschaften für Lmngenba« gegründet worden. Eine amerikanische Gesellschaft bat ir>00 Tnnam gekauft und Vorkaufsrecht für 3500 Tunam erworben. Tr. Brünn hat etlpa 1000 Tunam des allerbesten.Orangenbodens für seine (Gesellschaft gekauft, ein -Herr Muthner aus Budapest (Großagrarier dort) l)at für sich 2000 Tunam gekauft und hat fXXX) Tunam für seine ungarischen Freunde reserviert. Orangen haben bis zu 3 5 Prozent Rei » gewi n N pro -Jahr in den letzten drest Jahren gebracht, Groß sind die Aussichten für Frühgqmüse. Tas ist ein Gebiet, das sich in den nächsten Jahren entwickeln wird. Jetzt fehlen gute -Häsen, Frachtbedingungen, Kühlanlagen. Konservenfabriken. Tas Land, das Klima, die Bewässerung, die arbeitenden intelligenten Bauern sind da, und jüdische Fachleute aus aller Welt sind bereit, zu Helsen. "-Innerhalb fünf Jabren werden wir in | Zentral- und ^Westeuropa einen große» Teil unseres Wistter- und Frühgemüses von Palästina beziehe». Blumenkohl, Spargel und Tomaten, Gurken, Erbse», Artischoke», Eierfrüchte usw. Tie .Hühnerzuchtmacht große Fortschritte im Lande, und ich habe selten ein erfreulicheres Bild gesehen, als die kräftigen, jungen jüdischen Mädchen, die stolz die hundert jungen Kücken zeigten. . ' Wundervolle Weintraube» wachsen im Lande. Auch hier fehlen gute Frachtb^dingungen. Tie schönsten Tafeltrauben werden zu Weist gekeltert, anstatt zu viel höheren Preisen frisch verkauft zu^ werden. O l i v e n v e r w e r t st n g kann ganz bedeutend verbessert werden. Bananen und Baumwolle ] gedeihen im Lande. -Hundert Tunaist sind dieses Jahr in der -Kolonie Benjamin mit Blumen büpslanzt, deren Blüten in der Rothschildschen Fabrik gepreßt werden. T>e Essenz dieser Blumen wird an die P a r s ü m f a b r i k e n Frankreichs verkauft. Es jst ein altes Land und doch das neueste der neuen Länder. Es nürd viel, gearbeitet, und es werden viele Fehler gemacht-, aber es geht Vorwärts und aufwärts. Und das Schöne ist, daß der gan.zle jüdische Aufbau nicht auf Kosten anderer gemacht wird. Nirgend,vo hat sich das ganze Leben der Araber in den letztest Jahren so. sehr gehoben und ent, wickelt, als hier in dieseist Ländchen. -Hier steht der Araber schon auf einer ganz anderen Lebensstufe als in Arabien oder in Aegypten. > Schön ist dieses Ländche» besonders in dieser Jahreszeit. Ter Himmel blau und die Lust klar und durchsichtig. Schön sind die Berge und schöst die Täler. Bunt das orientalische Leben auf den Straßen, und wenn man bei hellem Mondschein um die alten Stabtmauern. Jerusalems gebt und all die alten (yestalten nnsstrer Geschichte wieder lebendig zu werden scheinen, dann fühlt man den ganzen Zauber unserer Vergangenheit. i . . Edelobst Sü Konser idfrüchte *ven / Weine Liköre erstklassig und preiswert tm Fruchthaus Sambach Inh.: Sambach & Ree z / Amaltenstraße?T/ Ruf 17521 Kennen » Eine Spitzenleistung der MM, |H|^ bernhARD/@ES 7U[K5nwK”Ji SehloBstraBe Ecke groBe Brüdergasse Die bewährte Bezugsquelle des anspruchsyollen Rauchers die Klein-Kamera Bobette 1:2? 18 oder luchsen mich I P hoto-Technik. ♦ Verlangen Sie Ul Walter Höhne, Prager Straffe 43