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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-03-28 · 11 (28.3.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
11 (28.3.1927)
Date
1927-03-28
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr.1l Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 8 wir daher wahrnehmen, daß uns irgendein Ding Lust oder Unlust erregt, nenn >n wir es gut oder schlecht. Also die Idee des Guten un!> Schichten nichts andres, als die Idee der Lust oder Unlust, kurz dei; Gemütsbewegung (Affekt). Aus Tugend Handel! ist nichts anderes, als nach der Leitung der Vernunft handele, d. h. leben, sein Sein erhalten. Nur von dem, was in Wahrheit zur Erkenntnis führt, oder uns daran hindert, wisser wir gewiß, daß es gut oder schlecht ist. Das höchste Gut des Geistes ist die Erkenntnis Gottes (im obigen Sinne). Reue ist keine Tugend und entspringt nicht der Vernunft; denn iver eine Tat bereut, leidet döppelt, indem er sich einmal von verwerflicher Begierde und dann durch die Unlust darüber besiegen läßt. Die Glückseligkeit ist nicht der Lohn der Tugend, sondern die Tugend selbst, und wir erfreuen uns chrer nicht, weil wir die Lüste einschränken, sondern umgekehrt, weil wir uns ihrer erfreuen, können wir die Lüste einschränken. Natürlich läßt sich gegen die Sittenlehre vieles einwenden, und sie erweist sich rllativ, wie alle diese ..Moralfysteme". Erwähnt sei in diesim Zusammenhang Schopenhauer, der seiner Ethik das „Mitleid" als allein selbstloses Motiv zugründe legt. Bei Sp noza dagegen ist „Mitleid" ein egoistisches Motiv. Man „leidet mit" und erstrebt daher eine Beseitigung dieses eigen m Leidens. Kants „kategorischer Imperativ" hingegen windet sich wiederum an die Vernunft, ohne aber letzten End?s unangreifbar und absolut zu sein. Man hat eben, wie Schopenhauer einmal ironisch sagte, zu allen Zeiten viele und gute Moral gepredigt und sie weniger gut begründet. - | Dr. Paul Nathan I Am 15. März 1927 hat die Judenheit aller Richtungen einen schweren Verlust erlitten: Dr. Paul Nathan ist nach kurzer Krankheit verstorben. Im April hätten ihn weite Kreise zu seinem 70. Geburtstag gefeiert. Jetzt haben seine Freunde und Verehrer die Verdienste des Weitgereisten vor seiner letzten Fahrt gerühmt, und auch in diesen Blättern sei des glänzenden Bekenners reinen Menschentums in Dankbarkeit gedacht. Die größte Tat seines Lebens, die noch in späten Tagen von ihm zeugen wird, ist die Schaffung des Hilfsvereins der deutschen Juden. Zusammen mit James Simon sorgte er durch den Hilfsverein für die Schulausbildung im Osten und in Palästina. Tort begann er mit der Schaffung von Kindergärten und Volksschulen und sah sein Werk im Technikum gekrönt. Durch den Hilfsverein war es ihpi vor allem möglich, den notleidenden Juden Rußlands tatkräftig zu helfen. Er scheute hierbei weder persönliche Gefahren noch anstrengende Reisen. Wo persönliches Eingreifen nötig »var, ivgr er zur Stelle, so nach dem Kischinewer Pogrom, dem in Sudrußland im Jahre 1905 und dem in Bialystok, und immer liat er mit den damaligen Machthabern persönlich verhandelt und durch seine Persönlichkeit das erreicht, was irgend möglich >var. EMI V en gros Versand frei L ARENDT / DRESDEN-A. A / Breite Str. IO /'Ruf 10016 u. 20376 Lebende und frische Fische en detail Hummern / Krebse ins Haus Helfen Sie nacfa dem Süden? IDir empfehlen aparte. TCeaeiaQäape für Trühjahr und. Sommer in unübertroffener CLusuxM UKlsdruffer =ßixasse 6-8-10

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