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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1926-12-28 · 8 (28.12.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
8 (28.12.1926)
Date
1926-12-28
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Erde, die zielbewußt bodenreformerische Politik betreibt. Dabei stößt sie sogar auf gewisse Gegensätze innerhalb der Juden selbst. Tie alte mosaische Gesetzgebung kannte ein private? Bodenbesitzrecht noch nicht. Erst das römische Recht Kat den verhängnisvollen Gedanken, den Boden zur Sache zu machen. über die Erde verbreitet. Bon diesem Gedanken sind in der vielhundertjährigen Diasporal natürlich auch manche Juden ergriffen worden. t v'sii der Bodenpolitik des Keren Kajemeth muß inan zwei (Gesichtspunkte voneinander trennen:.den nationalen und den sozialen. Der nationale fiihrt ihn dazu, möglichst viel Boden aus nichtjüdischcn in jüdische.Hände überzuführen. Um dabei jede Schädigung der alteingesessenen Araber zu vermeiden, wird, soweit wie möglich, solches Land gekauft, das die großen Paschas unbeackert liegen ließen. Kleinem arabische Pächter werden nur ausgesiedelt, wenn man ihnen mindestens gleichwertiges Land an anderer Stelle überlassen kann. Der soziale Gesichtspunkt äußert üch vor allem darin, daß der Boden für ewige Zeiten Eigentum der jüdischen Volksgemeinschaft bleiben soll. Tie Einzelpersonen oder Gemeinschaften bekommen ihn nur zur Nutznießung aus beschränkte Zeit zu Erbbau oder Erbpacht überlassen. . Sozial ist ferner der Gesichtspunkt, daß die ganze Landwirtschaft auf Selbstarbeit gestellt, Lohnarbeit also ausgeschlossen ist. 1 -Hinsichtlich der Abgaben bat der Keren Kajemeth leider nur insofern eine gewisse Souveränität, als er Verzinsung und Amortisation des von ihm aufgewendeten Kapitals innerhalb der wirtschaftlich tragbaren Grenzen chält. Steuerlich kann er seine sozialen Grundsätze nur in die Tat Umsätzen. wo in den Gemeindeverwaltungen seine Freunde die Mehrheit haben. Im übrigen bleibt ihm nur die mittelbare Beeinflussung der englischen Mandatsregierung. In den ersten neunzehn Jahren seines Bestehens trug der Keren Kajemeth die ganze Last der jüdischen Neusiedlung allein. Seit Schaffung des Aufbaufonds (Keren Hajeßod» hat er die Last mit diesem geteilt. Ihm selbst fcjllt in der -Hauptsache jetzt nur der Landkmif nnd die Vorbereitung bis zur Siedlungsmöglichkeit zu, die Finanzierung der Siedlung selbst ist Sache des Aufbaufonds. . Seitdem kann er feine ganze Kraft auf die Durchführung der bodenrefoirmerischen Arbeit verwenden. Nr. 8 Der schwierigste Teil dieser Arbeit ist die Bekämpfung der Gegner der Bodenreform innerhalb der Juden selbst. Dabei sind die Juden, die landwirtschaftlichen Boden kaufen; um ihre, nicht grundsätzlich bodenrefo cmerisch eingestellten Freunde dort anzusiedeln, die ungefährlicheren. Gefährlich sind nur die reinen Spekulanten, die Boden nur wegen der zu erwartenden Preissteigerung kaufen, - Tie soziale Schädlichkeit dieser Bode ispekulation ist jedem Bodenreformer genau bekannt. Daß sie dort in einem Lande, wo eine neue menschliche Lebensgeneinschaft aufgebaut werden soll, geradezu verhängnisvoll werden kann, das zeigt sich in der so überstürzt angewachsenen Tel Aviv. Wenn dort nicht schnell eingegriffen wird, danst werden wir die bekannten üblen Wirkungen der Bodenspekulation bald in Reinkultur sehen: zu dichte Bebauung, zu hohe Mieten. Erst reichlich spät hat der Lberkomiiissar seine Genehmi gung erteilt zu scharfer steuerlicher Erfc ssung der auf Ipeku lation gekauften unbebauten Grundstücke. Besonders wichtig ist, daß in Hai schiebt, was in Tel Aviv anfangs Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird werden, wenn Syrien erst einmal wie wenn England die Röhrenleitung für bei -Haifa zum Meere führt. 1920 wurde in London beschlossen, mcth landwirtschaftliche und städtische Grundstücke kaufen solle. Tie Erfüllung dieser Forderur g scheiterte leider an der Unzulänglichkeit der Mittel. Da ,unächst eine möglichst große Zahl der zur Mutter Erde - s redenden Juden der Diaspora angesiedelt werden sollte, mu ste das Schwergewicht auf den Ankauf landwirtschaftlichen Ladens gelegt werden, kam es, - daß die Bodenspekulation in den städtischen a das rechtzeitig gezersäumt worden ist. Haifa ein Welthafen )er befriedet ist, und das Mossulpetroleum Zentren sich übermäßig breit machte. Wer, wie der Schreiber dieser Zeilen, zu der Heberzeugung gekommen ist, daß' in keinen Lande der Welt sa eifrig an der Erfüllung pazifistischer Grundtorderuugen ge-/ arbeitet wird wie im neuen Palästina der muß dem Keren Kajemeth ein kräftiges Weiterblllhen wünschen. Ich meine die Grundforderungen: Ueberwindmig häßlicher Klassen- und Rassenhetze und Brückenschlag »wischen Völkern, die durch nationalistische Politik widersinnsg zusammengeschweißt oder auseinandergerissen sind. daß der Keren Kaje- Vf T T A'RRNDT »DRESdEN-A X J v / Breite Str. IO / RujriöOlö u. 20376 en Rros Lebende und frische Fische Versand frei ins Hans 'Hummer^ en detail Krebse Tlordftern-Konmn Wetsicheruagr-Akriengesellschafi «emeindemttglie-er! Der <D«rsicherungLabschlutz ist VerttauenSsache! 9B«nn Cf« Ihre eigcnm Qntertfn beim Abschluß tinct Ce&cntoerfiAtrung •MfenufHiun wollen, bann bitte ich Sie, unverbindlich von mir erst eine Offerte einjuholen. «iei< ichzritig empfehle ich mich zum Abschluß von Feuer-, Unfall-. Haftpflichtunb Autinnobllverficherunaen. Jur fachmännischen Beratung bezgl. der Aufwertung der alten LebenSverficherungen bin ich jederzeit gern bereit. M. Rosengarten, BezirkSbirektor Vregden-Sr. «, St^peival-Piag 1, Tel. 14108 Lehrstfellengesucbe KOHLEN -5 Inh.i Si< nnStoff - Vortrieb gfried Pionka Tel.1 81*47 O Wir suchen geeignete kaufmännische Lehrstellen zur Ausbildung für Kontor, Lager und (Verkauf für Knaben und Mädchen zum 1. April 1927, eKtl. früher. Gefl. Anfragen erbittet: Die Berufsberatung nnd Lehrstelfenvermittlang der Wohlfahrtsstelle der Israelitischen Religionsgemeinde, Zeughausstr. 2,1., Telephon 14051. ,v FürTee und Gesellschaft Gebäck und Eisspeisen für den verwöhntesten Geschmack Baumkuchen*Dresdner Christstollen Konditorei Kreutzkamm Altmarkt14.Tel. 21409,19235»Versand n.auswärts

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