Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- 7 (28.11.1926)
- Date
- 1926-11-28
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 7 »r ineiiiiaet 1 a11 der Israelitische n ReligionSgemeinde Dresden Seite 5 9li Nt CfoaeinNtatd tzo»g vo» 24. November 1926 Unter dem Vorsitz des- Herrn Rechtsanwalt» Paul Salinger waren vier Vorsteher und neun Gemeindeverordnete anwesend. Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung kurz nach 8 Uhr. Das Proto» koll der vorigen Sitzung wir) verlesen und genehmigt. 1. Eingänge und Mitteilungen. Der Vorsitzende berichtet ») über den Stand der Finanzen und »er Steuereingänge und legt h) die vom Kollegium verlangte Uebersiö >t über die Eingänge an Spenden für Wohlfahrtszwecke seit dem 1. Januar 1926 vor. Kollegium nimmt Kenntnis von dem Dankschreiben des Jüdischen Jugendvereins zu Dresden für den bewilligten Seitrag von 200 M„ von dem Beschluß deS Vorstandes, wodurch bei Wahltag für die Gemeinderatswahl auf Sonntag den 16. Januc r 1927 festgesetzt worden ist, von der Einladung des Rabbiners z »r Cbqnukah-Schulfeier am Mittwoch dem 1. Dezember, im Künstl:rhauS, Grunaer Straße. Sodann wird über Punkt 3 der Tagesordnung verhandelt: Besprechung -es Antrags der Israelitischen ReligionSgemeinde zu Plauen i. B., „je einen von der Sächsischen Israelitischen Lehrervereinigung zu denen wnden Vertreter einen Sitz im Vorstand de» Sächsischen Jsrac itischen Gemeindeverbandes mit bc. ratender Stimme und einen Sitz in desien Ausschuß mit beschließen. der Stimme einzuräumen" Rach dem Vortrag des Vorsitzenden kowski und Herr Dr. Levy z ir Sache gesprochen haben, witd festgestellt, daß e» der Wunsch >es Gemeinderats ist, einem von der Sächsischen Israelitische^ Lek rervereinigung zu benennenden Vertreter Sitz und Stimme, im Ausschuß des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbande« zu gewäl ren, dagegen den Antrag der Israelitischen Religionsgemeinde zu Plauen i. B., einem Vertreter dieser Bereinigung einen Sitz im Vorstand d«S Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes einzurär 2. Aussprache über den E bandes der Deutschen Juden 24. Oktober 1926, mit diesen schildert die historische Entw ReichSverbandeS und erklärt. der Sitzung v»n Vertretern dep BvrsiaudeS der Israelitischen kammission am 11. Rovembef st Anwesend: Herr Rechtsair Herr Siegfried Pionkowski, Der Preußische Landes«! seinem zweiten Berbandstage Berlin die vorliegende Verfass! scheu Juden abgelehnt. Da bände« der Deutschen Juden verbände in Preußen und Basic Wortlaut zustimmten, nach d: wichtigste BeratungSgegenstanp wegsiel, ist diese Sitzung vert> und nachdem Herr Pionmen, abzulehnen. ntwurf der Verfasiung des Reichsver- Der Vorsitzende weist darauf hin, daß den Mitgliedern des Kollegiums der Entwurf der Verfassung deS ReichSverbandeS der De ltschen Juden, aufgestellt unter Zugrundelegung der Beschlüsse her Vertreter der Landesverbände vom Beschlüssen zugestellt worden ist. Er cklung der geplanten Gründung deS daß der VerfassungSentwurf in der für Sonntag den 28. November -1926 nach Leipzig einberuf, nen AuSschußfitzung des Sächsisäen Israelitischen Gemeindeverbande» zur Annahme vorgelegt werd:n soll. Nur wenn die Verfassung nach dem jetzigen Wortlaut cngenommen wird, ist das Werk vollendet und der Reichsverband i »er Deutschen Juden gegründet- Herr Dr. John Levy verbreitet sich ausführlich über die Bedenken, die vom zionistischen Standpunkt! gegen die vorliegende Verfassung de» Reichsverbandes, zu erheben sind>. ES folgt eine geheime Sitzung. In dieser wird beschlossen, den Anstellungsvertrag mit der ifti irsorgerin Fräulein Thea Waitzfelder um drei Jahre zu verlängern. Schluß der Sitzung 9K U jr. Bericht Wshltätigkeitsvereine Dresden, des ReligionSgemeinde und der Fürsorge- 1926 in der Lesehalle, Zeughaustahe 2, 1. tzxrlt Paul Salinger als Vorsitzender, rr Rabbiner Professor Dr. Winter. Le rband Jüdischer Gemeinden hat auf am 21. bis 28. November 1926 in ung des ReichSverbandeS der Deut- >as Zustandekommen des Reichsver» >»avon abhängig war, daß die Landes» rn der Verfassung nach dem jetzigen r Ablehnung in Preußen somit der für die Ausschußsitzung in Leipzig worden. ->gt Herr Rabbiner Tr. Wolf, Herr Arno Schenker, Herr Gehesmrat Dr. Felix Bondi, Herr Max Lesser. Frau Therese Prister, .Frau Ellj Lesser, Herr David Meyer, Herr Fritz Pick, Herr Walde». Herr Estreicher, Herr Dr. Schornstein. Frau Elise Hirsch, Frau Therese Ballin, Frau Charlotte Salinger, Frau Ella Estreicher, Herr Dr. L. Winter, Herr Anschel, Frau Hede Fischl, Fräulein Thea Waitzfelder. Entschuldigt fehlten: Frau Langermann, Herr Paul Lehmann.. Der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Salinger, eröffnet die Sitzung und begrüßt die Anwesenden. Er weist auf die Wichtigkeit der Tatsache hin. daß den Vertretern der einzelnen Wohltgligkeits. vereine Gelegenheit gegeben ist, mit der Wohlfahrtsstelle eine Aus. spräche führen zu können. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Referat des Herrn Rabbiners Dr. Wolf über das Thema „Praktische Forderungen der Wohlfahrtspflege". Seine Ausführungen gipfeln in den Forderun. gen, daß, um wirklich durchgreifend zu helfen, man einmal an die Wurzeln, an die Ursachen der Notlage Herangehen müsse, die sich jetzt insbesondere in einer ungenügenden Berufsausbildung zeige, j Eine große Zahl von Arbeitslosen sei bis zu einem gewissen Grade I auch dadurch zum Feiern gezwungen, weil sie nicht genügend in 1 ihrer Jugend in einem Berufe durchgebildet wurden. Von großer Wichtigkeit sei also das Gebiet der Berufsberatung und der Lehrstellenvermittlung. dessen segensreiche Wirkung erst nach Ablauf einiger Jahre zu erkennen sein wird. DaS Gebiet an sich habe viele Schwierigkeiten zu überwinden, insbesondere solche, die zum Teil vom Elternhaus gemacht werden. Es wird darauf ankonimen, die Jugendlichen in solche Berufe überzuführen, die ihrer Veranlagung, ihrem Interesse und der allgemeinen - Wirtschaftslage dienlich sind; o. h. also Berufsumschichtung vornehmen, insbesondere auch die handwerklichen und landwirtschaftlichen Berufe auch unter den Juden mehr zu fördern, dadurch wird daS ganze Juoentum einen Vorteil haben. Die Berufsberatung und auch die Lehrstellenvermittlung lagen bisher in den Händen einzelner Damen und Herren. ES soll nunmehr die Berufsberatung und die Lehrstellen. Vermittlung auch in das Aufgabengebiet der WohlsahrlSsielle der Gemeinde mit einbezogen werden. Im weiteren Verlaufe des Referats schildert der Referent die Tragik derjenigen älteren Personen, die durch die Ungunst der wirtschaftlichen Lage arbeitslos geworden sind, und da zur Zeit die bestehenden Gesetze cS - erbieten, von gemeindlicher Seite offiziell Arbeit zu vermitteln, so bleibt nur der Weg offen, durch, die Bemühung einzelner Privatpersonen solchen aus der Arbeitsbahn geworfenen Menschen Arbeit zu »erschaffen. ES kann jeder einzelne einem Arbeitslosen Arbeit verschaffen. eine Zentralisation dieser Art Tätigkeit wäre unmöglich. Bezüglich der Wandersürsorge betont der Referent die große Schwierigkeit, den Wandernden überhaupt durch Arbeitsbeschaffung zu helfen. Er ueist darauf hin, daß man in Berlin kürzlich darangegangen sei, ein Fensterreinigungsinstitut zu eröffnen, das Leuten, die nirgends unterzuhringen waren, einen ausreichenden Verdienst gewährt. Er regt an, in Dresden eventuell ähnliche Einrichtungen zu schaffen und denkt an die Errichtung einer Nähstube, um auf diese Weise auch nur aufbauende Hilfe zu leisten. Der Vorsitzende dankt Herrn Dr. Wolf für das Referat. Es schließt sich daran eine sehr eingehende Diskussion; in bezug aus die Berufsberatung und die Lehrstellenvermittlung stimmen alle mit dem Referenten überein u>,rd sind bereit, diese Bestrebungen weitestgehend zu unterstützen. Was den Punkt .Hilfe durch Arbeit für Erwachsene" betrifft, einigt man sich nach längerer Aussprache dahin, daß von einer kleinen Kommission, bestehend aus den Herren Pionkowski, Meyer, Anschel, Dr. Schornstein, Fräulein Waitzfelder und einigen Damen aus dem Frauenverein, die Frage der Gründung einer Nähstube oder sonstiger auf Erwerb zielenden Einrich. tungen eingehend erörtert werden soll, (ii sollen die nötigen Unterlagen durch statistische Materialien, bezüglich der Arbeitslosen und ihrer Ausbildung herbeigeschafft werden. Wad) Beendigung der Diskussion referiert Fräulein Thea Waitz» selber, die Fürsorgerin der Gemeinde, über die Tätigkeit der Wohlfahrtsstell« in dem abgelaufenea Vierteljahr Juli bis Oktober. Der Vorsitzende dankt allen Erschienenen für die rege Mitarbeit und wird die Vereine zu gegebener Zeit wieder zusammenberufen.!? Herrenhüte Herrenwäsche / Herrenartikel Nur erste Qualitäten / größte Auswahl / preiswert! ERMANN HAUGK NACHF. ä el.: 17854 Prager Str.37 DRESDEN"Ae Europahof Tel.: 17854 rlklagar dar btkannUn „ ■ ko “ - H r r n wB sc h