Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- 6 (28.10.1926)
- Date
- 1926-10-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Gemein-eblatt der IfraelitifcHen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ des Gemeindevorstandes <A>»!»»»»»»i»»»»»»i>ili»iMi»»li»»i»i»»»»K> <£Huimifliiii]iiiiiiiimiiiiiuniiiiiHiiiiiiii]iiiiii]iiiiHiKS> Verantwor«. Echriftleltuna: Bürobi cttor L. Bloemacbri, Dresden - Verla-: Israelitislbr Religionsgemeind« Dresden - Druck: Kaden D Eomj>.. Dresdrn-A. 2. Jahrgang Dresden, den 28. Oktober 1926 ES Nummer 6 Ssear Lester Tu fernem 75. Geburtstage am r). Sklober Wir grüßen ihn mit E>rfurcht und Herzlichkeit. Wir beglückwünschen ihn und ms daß wir mit ihm diesen und danken der Vorsehung, tag erleben durften. Danken ihm von ganzem Herzen fiir das, was er uns gewesen ist, was er uns auch jetzt, da er seine Aemter niedergelegt hat. gilt, und was er uns immer b identen wird: ein Vorbild, ein Führer, ein Mann. \ ' Oscar Lesser war der Vorstand schlechthin, er war die Gemeinde- Repräsentanz. Denn er beherrs hte den ganzen Apparat, er übersah alles, wußte'alles und befehligte a les. Ein Mann von erstaunlicher Schaffenskraft. Man muß es selbst erlebt, man muß selbst die Freude gehabt haben, mit ihm zu abeiten, um das beurteilen zu könne». Ganz seinem aufreibenden Beruf hing egebpn, mitten im Treiben des Wirlschaftslebens, nahm er sich mit einem Eifer, den man. wenn je. so hier m t Recht einen heiligen nennen darf, die Zeit, sich .um das Wohl und Wehe iier Gemeinde zu kümmern. E: na jm sich die Zeit, das heißt: er ei tzog sie sich selbst, seiner Erholung, leim r Zerstreuung. Man muß es selbst gesehen haben, wie er in de» schwere» llriegs- und Nachkriegszeiten Tag fü: Tag nach aufreibender Berufsarbeit, ohne sich eine Atempc use zu gönnen, nach den dicke» Aktenmappen der Gemeinde griff und Blatt für Blatt durchsah. überall Bescheid wußte, Anordnungen traf, Briefe diktierte. Rechnungen Prüfte, Zahlungcn signierte. Unterstützungen bewilligte. Personalangelegenheilen entschied. Mochte er noch so abgespannt sein — den Ai gelegenheiten der Gemeinde hat er sich niemals entzogen. Man vergegenwärtige sich eininäl, wie vielfach sich der Geschäftsgang der Gemeinde ve wird die umfassende Arbeit dieses Mannes bestaunen. Er bcgnügte sich niemals daniit, b selbst überall mit. war stets oß zu repräsentieren, er arbeitete aufs beste informiert rmd leitete zweigt und verästelt, und man und lenkte seine Amtsgenossen und Mitarbeiter. Sic alle fügten sich gern seinem Willen, denn was Lscär Leiser sagte und bestimnite, hatte Hand und Fuß. Das kam ans einer Erfahrung, wie sie pur der erwirbt, der selbst alles sich zu erarbeiten gelernt hat; das kam ans einem Wissen um jüdische Tinge, wie »nr der es besitzt, der sein Jndentum liebt. Es gab nichts, watz ihn nicht interessierte. Nichts war ihm gering oder unwichtig.' Die Ausgestaltung des Gottesdienstes lag ihm ebenso am Herzen wie die Verwaltung der Stiftungen, das Schulwesen ebenso wie Schächtangclegcnheitem die Beerdignngsbrüderschaft wie das llntcrslützungswesen. Es ist belanglos, hier anzuführen, welche Aemter er im einzelnen verwaltete, wann er Gemeindeverordneter, wann Vorsteher wurde: für unsere Generation war er von Anbeginn der Mann, der alle Fäden in der Hand hatte, der Vater der Gemeinde. Väterlich, das ist das rechte Wort für Oscar Lcssers Art. Er sorgte wie ein Vater für die Gemeinde und für alle, die an ihrem Gedeihen arbeitete». Wie ein jüdischer Vater; das heißt: mit Liebe und Strenge. Wer als Gemeindebeamter mit ihm wirken konnte, hat es erfahren. Er ver-- langte viel von seinen Helfer», dürste <s auch, weil er selbst ein Muster der Pflichterfüllung war. Rechtlich und stets gerecht., wußte er Leistungen voll zu würdigen. Die Beamtenschaft respektierte ihn nicht nur. sic fühlte sich ihm auch iirnerlich verbunden. Denil aus seiner Strenge sprach gütiges Verstehe». Seit zwei Jahren ist Oscar Lesser von allen Aemter» zurückgetreten. Aber auch ohne Amt ist er die ehrfurchtgebietende Persönlichkeit: der Ehrenvorstand der Gemeinde, dem sie viel, sehr viel zu danken hat. und den zu ehren und zu verehren ihr Stolz und ihre Freude ist. Dr. Leo FantL xjcxkxxxx irninni ■ esse: Die Le sehalle ist täglich von 7 bis 10 Uhr abends lu und Sonntags von 11 bis 1 Uhr mittags geöffnet 8 8 8 8 8 »»888 xkxxxxkxxxkxmxxxx Exkxxxxxxxxxkxxxx