Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1926-09-28 · 5 (28.9.1926) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
5 (28.9.1926)
Date
1926-09-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4892693-5447354-5769685--0220-4892867
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

G^meintzeblat» der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden «»iimnuHiuiiiiatiBHmniBnnunnnMRiraufii i«> Amtliches Organ des Gemeindevorstandes <N»»i»»»»»i»ili»»MM»iiiinili>»M»»»ix»> Brrantwortl. bkbrtstleiNing: Bl irofcireftot L. Bloemachrr. Dresden - Verlag: Israelitische Rcligionsgemcinde Dresden - Druck: Kaden D Coach.. Dresben-A. Dresden, dm 28. September 1926 Nummer 5 2. Jahrgang Merstg Jahre Dresdner Nabbmer L ptofcffot Dr. Jakob Winter Am 28. September sind es vierzig Jahre, daß Prosesjor Dr. Jakob Winter Rabbi rer in Dresden ist. Am Saböath des Hüttenfestes wird die Gemeinde in der Synagoge dieses Ereignis festlich begehen. Sie wird dem Lehrer und den: Menschen Jakob Winter tanken. Sie wird ihm danken: nicht nur dafür, daß er sie mehr als ein Menschenalter vor der Kanzel herab belehrt, daß er die Jugend unterwiese» ha . sie wird ihm auch danken, daß er ihr durcti seine Persönlichkeit ein V.orbild jüdischer Art gewesen ist und »leibt. Jakob Winter ist durch md durch der „Row". Das Juden! um kennt keine „Geistlichen". Der Rabbiner braucht keine besonderen We hen, denn wir sind alle ein Reich von Priestern, ein heiliges Volk. „Row" d. h. ein „Großer", ist der. der durch s In Wissen groß ist. Durch jüdisches Wl ssen. Und das ist mehr als bloßes B ichwisseii. Jüdisches Wissen ist wahres Wissen in des Wortes letzter, höchst:r Bedeutung. Es ist das Wissen um den Text der Heiligen Schrift und ihrer Kommentare, es ist aber nicht bloß die Kenntnis von Versen und Traktaten, es ist Erkenntnis ihres letzte! i. tiefsten Sinnes. Erkenntnis des Menschlichen und Göttlichen. Wenn je. so ist im jüdischen Wissen das letzte nicht das Wort, sor dern der Geist. Erkenntnis des Mens» hen. Die jüdische Religion ist keine Religion deS Glaubens im einfältigen Sinn. Die jüdische Religion ist die Religion der Sittlichkeit, ist Bindung durch ethisches Gesetz. Und der Rabbiner ist Verkünder sittlicher Lebie, erster Lehrer und erster Schüler zugleich. . Unablässig ist er bemüht, Inner Gemeinde das „Heilig sollt ihr fein!" zu predigen, unaplässig bemüht. durch sein Vorbild die Gebote des Judentums dem zu erforschen und zu erfüllen. zu wirken, unablässig selbst Worte und dem Geiste nach MllMlllllllllllllWIlllllllllllMlMWIllllll! Z Am Sonnabend, de 1 anläßlich des 40jalji: 1 Dr. Winter statt. Vierzig Jahre hat Jakob Winter mit eiserner Konsequent den Weg innegchalten, den er sich selbst vcrgezeichnct. Vierzig Jahre hat er an Sabbath nnd Jesttag, bei religiösen feiern, lvo auch immer, auf der Kanzel, am Traualtar, an der Bahre eines gefordert: Lernen! Lernen, wie nur ein Jude cs versteht! Lernen, den Sinn unsers Daseins zu erfassen, bei! allen menschlichen Handlungen sich der großen Mission des Juoeubewußtzu>eiu:dcrAuSerwähltheit inne zu werden, die zu eitlem immer geweihte» Leben verpflichiet. Ein Philosoph ans der Kanzel'wie im Leben, hal Jakob Winter seine Gemeinde in all seinen Reden stets zum Mitdenken.gezwungen. Seine Predigten und Ansprachen sind ihrem Inhalt * wie ihrer Form nach nicht alltäglich. Dies ist in jeder Hinsicht wörtlich zu nehmen. Winters Reden erheben sich stets über den Alltag. Er führ! aus dein Treiben dieser Welt, aus den Gedanken an die wirtschastlichen Nöte, übef Politik und Parteikram hinaus, hinauf in die Bezirke des Unirdiscken, des Göttlichen. das doch im letzten Sinne des Menschen letzte Sehnsucht ist. Winter verschmäht es, aus der Kanzel die Sprache des Alllags zu sprechen. Worte, mit denen man „Konversation" macht. Worte, die man imKampf der Tagesmeimingen gebraucht, die lächerlichen, nichtsiagende» Schlagworle, Modewörter, billige und seichte - Mittel, „populär" zu predigen, wixd inan aus seinem Miiiide . nehmen. Winter ist, um reden, makijr mekuumau. einer, der weiß, wo er steht, der weiß, was er dem Prcdigeramt schuldet. Ein Lehrer auf der Kanzel wie in der Schule.. Wer an. seinen Unterrichtsstunden teilgenommen hat, weiß, wie eindringlich und einprägsam seine Worte sind. Generationen von Schülern danken ihm, daß er ihnen den Sinn für die igen, wird nicht" verjüdisch ^u im Hin!iiiinniiminniinniniiniiiiiHiiiaHUHimmnitmitMiitiyii(i!MiimiiimtiHmiimiiiiii!mMiiniiiiHiimiiiR!iii!mRKiniHiii)iiiiinnuiuuiiiiHiHimmiiiHWimiimiiiiiiiuiiiiiiiitiiiiiuiiiniitiuitii^ m 23. September 1926, findet um 9 Uhr morgens in der Synagoge ein 1 F esl^olt escüensl rigen Amtsjubil&ums unseres Gemeinderabbiners Herrn Professor] lf\7ir halten es für eine selbstverständliche Pflicht eines jeden Gemeindemil« ] gliedes, an diesem Festgottesdienst teilzunehmen. Vorstand und G^melndezai der Israelitischen ßeligionsgemeinde zu Dresden 1 utfliuiMuituiiiitn)nuiuiiuuwHiiuQuiuH«u«niuiuiWHiuiintiuii!iHiiimuii«KuuiiuiiiMHiiiH)iiiHiiniiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiituiiinniui4iiiiiiiiiiiitutiiMiu(iuitnttiniininBtim(rH

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.