Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- 4 (28.8.1926)
- Date
- 1926-08-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4892693-5447354-5769684--0207-4892855- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
G^mem-eb> der Israelitischen Religionsgemeinde ^^sden <»mui[iuiiitiimiiiiuimmimimiiii!iiiiMiiirat ihik3> Amtliches Organ des Gemeindevorstandes -Al!liii!i!ui>ssiW!W!Wiili!lM!Wi!iiliiii!!ii-r> Vrrantvockl. Echästlkilung: Bürodlrcktor L. Plormacher. Dresden - Brrlag: Israelitische ReligionsAemeindc Dresden - Druck: Kaden D Lomh.. Dresben-A. 2. Jahrgang Dresden, den 26. August 1926 Rümmer 4 GERTRUD MATTERSDORFF Eine Frau ging dahin, einzig in ihrer Art, still und des Heiden, doch von schlichter Größe. We: das Glück hatte, ihr nahesteheN zu bürf r wer den Vorzug hatte, in ihrem :r>aufe Zutritt zu finden, mußte in Ver« hrung zu ihr aufblicken, mußte sie liebe >. Sie gab ihrem Hause die Prägung, s e war eine Frau, die alte Kultur besaß und um sich verbreitete. Mittelpunkt i >rer Familie, von hingebungsvollster Lie >e für ihre Nächsten, hat sie sich nier ials der Pflicht entzogen, auch den Armen tatkräftige Schützerin zu sein. Ihr Tod hat nicht nur die Ihrigen wie Verwaisung getroffen. Eine Gemein! >e trauert um sie Eine Gemeinde, der stet« betonte. Wenn fi: anzugehören sie auch ihr Judentum nicht auf den Lippen trug, tat sie doch mehr für ihre Glaubensgemeinschaft als manche Eiferer. Ihre Persönlichkeit, ihre Wahrhaftigkeit, ihre unbegrenzte Menschenliebe, ihr Frohsinn uiid in ' i zum wenigsten ihre stete Hilfsbereitschaft /erwarben ihr hohes Ansehen und tiefe Verehrung auch in Kreisen, die von vornherein dem Judentum mit Vorurteilen entgegenzutreten gewohnt waren. So wurde diese Frau zur Verkörperung der schönsten Ideale, so wirkte sie für das Judentum in einer Vornehmheit, die kaum zu erreichen ist. Schlicht in ihrer Größe, gütig bis zuletzt, so bleibt sie in der Erinnerung. . Glücklich der, der ihres Geistes einen Hauch verspüren durfte. 3um neuen Jahre; '•Ni)» :Xal>l>iiu’r Tr. VIliiert W o l f an vor Wir stehen an der 2 Renjahrstag ist uns ein an dem wir, rückwärts überblicken, an dem wir Wünsche in das Land der dem Woher und Wohin einem Wanderer, der, seine» Weg nochmals ziehen tagt, iv. jiniurm) rnng erwägt. Tie -Heilige Schrift e derer aus den Tagen der seiner Rast. Jakob, der Elternhaus und ivandert an einen Lrt und übersi die trägt er zusammen, sich nieder und schläst Traum: Eine Leiter bis in den Himmel, nieder. Oben aber ans zu Jakcb: „Ich bin der der (sott Isaaks." Und daß seine Rachkommen e chwelle eines neuen Jahres. Ter der Besinnung und der Einkehr, chauend, unser vergangenes Leben zugleich voller Hoffnungen und Zukunst schauen. Wir fragen nach Wir gleichen am Renjahrstage der Stätte der Xinft angelangt, seinem geistigen Auge voriiber-;i und Mittel der Iveiteren Wanderstählt uns von einem solchen Wan- Urzeit, von seinem Weg- und von Stammvater Israels, verläßt das rach Haran. Unterwegs kommt er laichtet da. Steine liegen am Wege, bereitet daraus sein 'Rachtlagcr, legt Ta träumt er einen seltsame» auf der Erde, ihre Spitze reicht l steigen ans der Leiter auf und Leiter steht Gott, und er spricht Gott deines Vaters Abraham »nd ^r segnet Jakob und verheißt ihm. das Laiid besitzen werden. Ta cn. steht E»l e dir ii ft nun Jakob erwacht, nimmt er den Stein, auf dem sein .Haupt geruht hat, gießt Lel darauf und iveibt ihn;»»> Tentsteku. lind er betet, das; Gott mit ihm fein möge, daß er ihm Brot und .(tleid gewähre, und daß er ilm i» Jriede» heimführe i» das .Haus seines Vaters. Tann fetzt er feine Böauderung fort. Unsere Weisen haben diese Erzählung noch durch sinnvolle Teutnngen. ansgefchmückt, »nd in Verbindung jirit diesen Ergänzuugeu der Weisen mag die Erzählung geig». dir (Gedanken zu wecken, die am Renjahrstage in uns lebendig sein sollen, nnd die uns in das neue Jabr geleiten mögen. Auf einer Leiter sah Jakob Engel aufuiid niefiersteigen. Unsere Weisen bemerke» dazu: Tic Engel, die ihm ans seiner bisherigen Wanderung im Lande begleitet batten, die stiegen nunmehr znm Himmel empört nnd die Engel, die ihm von jetzt an weiter zur Seite stehen sollten, kamen vom Himmel herunter. ■ t Rückblickend auf unser Lebe» denken wir an Rot nnd Leid, an Jrende und ('Jliicf. Sehen wir auch die Engel, die uns im Leben geleitet haben, die (Genien der Liebe, die uns zur Seih gestanden habe»'/ Wohl ist Pietät nicht identisch mit Religiosität. Aber sie ist doch eine starke Stütze für die Erhaltung unsrer Religion und unsrer Gemeinsctiast. Mit Die Lesehalle st in der Jeit vom 17. Mai bis 3. Oktober dieses Jahres Sonntags von 11 bis 12'/, U )r mittags und Mittwochs von 7 bis 9 Uhr abends geöffnet.