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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1926-06-28 · 2 (28.6.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
2 (28.6.1926)
Date
1926-06-28
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 2 ffi Die Mischehen u DaS Statistische Jährbu meindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden Seite 9 tter den deutschen Inden i) des Deutschen Reiches veröffentlicht vom Jahre 1901 an rcgclme ßig eine konfessionelle Statistik der ein gegangenen Ehen. Von 100 jüdischen ÜWiiiti cru, von 100 jüdischen Frauen, gingen eine Mischehe ein: 1901 8 Dozent 8 Prozent 1902 8 . 7 1903 9 , 7 190# 9 « 8 1905. 10 » . 9 190« 10 'r 9 1907 11 10 . 1903 12 / s 10 . 1909 12 . 10 1910 13 <■ 10 - 1911 14 - 11' 1912 15 -- 11 - 1913 - 15 . 12 - 1914 23 18 - 1915 40 . 27 - . 191« 32 . 22 . 1917 32 - 22 . 1913 27 . 17 . 1919 15 12 1920 15 . 11 . 1921 17 .. 12 , 1922 20 13 . - 1923 21 . 13 Aus dieser Aufstellung geht hervor, das; bei den Männern die Anteile an Mischehen von 8 im Jahre 1923 gestiegen ist Jahre 1901 auf 13 Prozeu hebliche Anteil der Mischehe Kriegstrauungcn im Zusam Die erhebliche Steigung grundsätzlich alle Ehen zu den jüdischen Ehegatte» und ci11 getaufte» Ehegatten geschlof sondern lveit mehr nur ein Prozent im Jahre 1901 auf 21 Prozent Bei den Frauen von 3 Prozent im im Jahre 1923., Der besondere ern im Kriege steht wohl mit den vielen ne »Hang. »er Mischehen.nach dem Kriege gegen die Vorkriegszeit ist zum Tc l aus der stärkeren Konzentration djer jüdischen Bevölkerung in den Großstädten zu erklären, in denen der Anteil von Mischehen an de > jüdischen Ehen ein erheblich höherer ist. Nähere Schlus;folgeru»l en können erst dann gezogen werde», wenn die endgültigen Ergebnisse der Volkszählung vom Juni 1925 vorliegcn. Zu dieser Frage schreibt F^au Tr. Tora Edinger: Ta dsi'S Thema i besonderer Bedeutung geworden ist, sei cs mir gestattet, von einer besonderen Seite aus dazu Stellung zu nehmen. Vor allem wäre darauf hinzuweisen, daß die Statistiken Mischehen zählen, die zwischen einem icm von Juden abstamnienden, aber i en tveriden. Diese Fälle sind außer ordentlich häufig, aber in ihrer Besonderheit stqtistisch nicht faßbar. Vermutlich würde die Kurve der Mischehen wesentlich günstiger vcrlairfcn, wenn die hier g> kennzeichneten Fälle nicht mitgezählt toürdcn. Dabei hamdclt es sch aber nicht nur um ein statistisches 'cligiüseS und crzieherisckieS Problem. Tic Menschen, die solche E^cn entgehen, stehen in, den mcisten Fällen weder zu ihrer äugestammten. noch zu ihrer »neuen" Religiou in einem inireren Verhältnis; zumeist wohl tvaren rein äußerliche Gründe für fie maßgebend, im besten Fast solche, wie sie MoseS Mendelssohn in dein bekannten Brief an seiire Tochter aufzählt. getoissermatzen ein Jasagen zur allgemein-christlich deutschcn Kultur. Die Eheschließung mit einem Angehörigen der alten Glaubensgenteiuschast zeigt ja deutlich, daß diese Assimilation nur eine scheinbare war. Aber auch auf der andern Seite handelt es sich tvohl stets um religiös Gleichgültige. Die Kinder aus sol.be u, Ehen nun. der Abstammung nach reine Juden, tverdcn auch von ihrer Un'gwbnng als solch« ungesehen. Formell mögen sie zivar Ehristc», in seltenen Fällen' sogar Jude», in den meisten Fälle» konfessionslos fciif, — gcineiirsam ist i»; allen Fällen ein irreligiöses Milieu, in dem sie heramvachsen. Aus Berichten über de» Passeiiautiscmitismus unter den Schülern höherer Lehranstalten »nd seine Wirkung auf die jüngeren und scliivächeren Kinder iveiß man übrigens, daß die Kinder aus! solchen „Mischehe,," Lei» Angriff ii; gleichem Blaß wie ihre irbrßzen jüdischen Mitschüler aufgesetzt sind. . Im Gegensatz zu den .Ki,»dern aus einem jüdische» Elt>r»hauö fehlt es ihnen ater an jedem Rückhalt, au jede», Argument des Wissens oder des GlanbeiiS; sie sind al»solut ivehrloS den sdstveren und verbiternden Erlebnissen preisgegebcn, vor denen sie kein noch so ge reckst denkender Lehrer, keine »och so liebevollen Eltern schützen können. i Ich glaube, Liqs; man hier viel Vintes iu,m, viel Leid mit ei» ivenig Liebe und Verständnis lindern könnte, und dxrß man keine dxiut» bareren Gäste haben loird als el>en solcl-e .Kinder, die doch auch von Natur aus eine getoisse Eurpfäitglichkeit für jüdisclies Erleben mitbrin,zen. Sind alter die Kiirder gotvonnen, so geht üÄr sie der Weg zu de» Herzen der entfremdeten Elfern, um „zurückzuführen das Herz der Väter zu den Kinder» uird,dgs Herz der Kindel zu ihren Vätern", denn auch diese Väter, dist fremd geivordsue», sind »Kinder Israels" gedlictren. Zur gefl. Beachtung! Wir bitten unsere Leser, die Veröffentlichungen in dem jGemeinde - Blatt“ mit Aufmerksamkeit zu verfolgen Verschiedene Mitteilungen geben der Zeitung den Wert eines Nachschlageblattes. Vor-Deckung irgendwelchen Bedarfes empfehlen wir die Durchsicht des Anzeigenteils. Jeder Hinweis auf das .Blatt dient dem Ausbau der Zeitung. Wünsche zwecks Anzeigenannahme, Zustellung usw. sind an das Gemeindeamt zu leiten. iilllHIIItfllltllHHIIIlillliillil! 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