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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1926-02-28 · 10 (28.2.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
1 (1925-1926)
Issue
10 (28.2.1926)
Date
1926-02-28
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seile 10 (Aemeindeblattder Israelitische» Religionsgeineinde Dresden_R r. 10 gipfelten darin, daß der Talmud von großen liberalen Ideen getragen ist und führte-unzählige Zitate aus dem Talmud als Beispiel an. Judentum ohne Talmud sei undenkbar. Es folgte darauf eine große und lebhafte Debatte, an der u. a. Herr Lberrabbiner Tr. Schornstein, Herr Rabbiner Horwitz, Herr Kornblüth, Herr schöner sich beteiligten. Fast alle Redner haben trotz kleinen Meinungsverschiedenheiten dem Referenten für feine geistreichen Ausführungen Dank gezollt. Am 13. Februar hielt Frau Julie salinger sehemalige Landtagsabgeordnete) einen Bortrag über »Innere und äußere Probleme einer jüdischen Frau und Mutter". Dicher Vortrag fand ebenfalls großen Beifall und nach der interi efianten Aussprache, an der u. a. Frau Tr. Stein, Herr Obcrrabbiner Tr. Schornstein teilnahmen, dankte man der Referentin für ihre belehrenden Ausführungen auf das herzlichste. Wir hoffen, ähnliche Vorträge über jüdische Fragen folgen lasten zu können. Sportverein Bar Kschba r. B. Nach sechsjährigem Ringen und Kämpfen ist es Bar Kochba gelungen, vom Rate der Stadt Dresden einen eigenen Platz zu erhalten. Tie Verhandlungeit sind so weit fortgeschritten, daß lediglich noch die Geldfrage zu erörtern ist. Tie Platzanlage, die uns komplett übergeben wird, also einschließlich Umzäunung, Umkleidelokalen und allem Zubehör, -- würde etwa 12000 M. kosten. Es Hängt nunmehr von der jüdischen Bevölkerung Dresdens ab, ob ihre Jugend einen eigenen Platz haben soll oder nicht. Wir haben getan, was in unseren Kräften steht, nun ist es Sache der Dresdner Judenschaft/ zu beweisen, daß sie dse heutige Zeit richtig einschätzt und den Wert der körperlichen Ertüchtigung gerade der jüdischen Jugend erkennt. Wir richten daher an alle Juden die herzliche Bitte, uns pekuniär zu unterstützen, damit diese Gelegenheit, der jüdischen Jugend rin sportliches Heim zu gründen, nicht verpaßt wird. Wir selbst sind natürlich nicht in der Läge, den Betrag aufzubringen, glauben aber, daß selbst bei der heutigen wirtschaftlichen Krisis die 12 000 Mark keine große Rolle spielen können, wenn alle Juden Dresdens erkennen. Um was es hier geht! Rascher Entschluß ist notwendig, da wir erstens nicht der einzige Verein sind, der einen Platz beansprucht, anderseits aber die Verhandlungen, wie erwähnt, vor der Entscheidung stehen und wir daher genötigt sind, innerhalb weniger Wochen bestimmt dem Rat zu-, bzw. abzusagen. Lediglich an dem Lpserwillen der jüdischen Bevölkerung liegt es nun, allen Tresdner Juden, die körperliche Ertüchtigung suchen, eine eigene Stätte zur Austragung von Wettkämpfen und Abhaltung von Uebungsftunden zu verschaffen. Erwähnen möchten wir.noch, daß Dresden die einzige Großstadt Sachsens ist, in der der jüdische Sportverein keinen eigenen Play hat. Sowohl Leipzig als auch Ehemnitz sind uns in dieser Beziehung weit voraus. Der Tportperein Bar Kochba beschließt mit dem Mont! Februar sein 7. Geschäftsfghr, und mit vollem' Stolz kann der Verein auf den Erfolg im letzten Jahre zurückblicken. Die erste Mannschaft der Fußballabteilung hat sich bis zur Spitzengruppe ihrer Klasse durch Siege dnrchgerungen, und wenn es ihr auch nicht gelingen sollte, die Meisterschaft in dieser Klasse zu machen, so belegt die Mannschaft den ziveiten Platz, imb ist dies um so mehr anzuerkennen, wenn berücksichtigt wir), daß acht Vereine in dieser Klasse tätig sind. Auch die Jugendnnd Knabenmannschaft hat im vergangenen Jahre schöne Erfolge erzielt, und ebenso hat sich die Abteilung für Leichtathletik, an der- bis 30 Knaben, und Mädchen sowie Damen und Herren an dcn Turnabenden teilnehmen, zn einer schönen Einrichtung herausgebildet. Im Monat März wird die Leichtathletik hoffentlich schon ihren Turnbetrieb auf der Jlgenkampsbahn ausnehmen können, und neues Leben wird auch mit der eintretenden Frühjahrszeit einziehen. Zu wünschen wäre nur noch, daß die Beteiligung an den Turnabenden noch eine weit größere werden möge.. 'Mitteilungen Das rituelle Tauchbad btsindet sich Ziegelstraße 54: es ist Montags, Dienstags. Mittwochs und Donnerstags regelmäßig von 4 bis 7 Uhr geöffnet. Ta« Märzpragramm Sarrasanj« fesselt zunächst durch eine Reihe autzgewählter sportlicher Darbietungen. Dazu zählen die seit längerer Zeit vermißten Vorführungen des hervorragenden Pferdedresteurs Eschberger. Reitkünste, wie sie von den reizvoll anzuschauenden Geschwistern Schwarz mit Sascha Gerard und Otto Schumann, fraglos einem der besten Schulreiter der Gegenwart, gezeigt werden, begeistern Kenner und Laien. Den zirzensischen. Teil ergänzen einige ausgezeichnete artistische Nummern, doppelt bemerkenswert in Dresden, wo es schon jahrelang kein Varietä mehr gibt. Inmitten des Publikums wird zur allgemeinen Belustigung ein Ball-Ballett ausgeführt. Da« Neue Theater überbo.t mit der Faschingsveranstallung »Tohu-Wa-Bohu" die darauf gesetzten Erwartungen. Lustigs und Mitschkö'von Collandes Dekorationen trugen wesentlich dazu bei. Die Nachfeier findet am 6. März statt. EntwicKeln Kopieren Vergrößern lif MIIZ Photohaus GOffßljß Stephanienstr. 29 zwiüsrriatz ta, Aufnahmen Jeder Art in bester Ausführung! Paßbilder schnellstens sämtliche Bedarfsartikel In PHOTO - KINO - OPTIK Verl. Sie kostenlos uss. Preisliste I Heimu. 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