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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1925-12-29 · 8 (29.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
1 (1925-1926)
Issue
8 (29.12.1925)
Date
1925-12-29
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Seite 8 Nr. 8 Eiemeindeblatt der Israelitischen Religionsgent rinde Dresden nationale Heinistätte in Palästina voit der cnglischet» Regierung anerkannt. Gleich; Erklärungen Frc:nkreick^, Italiens, Amerikas folgten. Jütische Vertreter konnten ini Februar 1919 vor der Friedenskonferenz ihre auf Palästina gerichteten Wünsche persönlich vortio April 1920 entschied der Balsour-Teklaration in aufgenominen und das nien übertragen werden ijagen und mit Erfolg durchsetze». Im Oberste Rat in San Remo, das; die den Friedensvertraa.mit der Türkei Mandat über Palästma Großbritanjollte. Tie Aufsicht über die Mandate selbst hat der Völkerbund auszuüben. Wichtiger als alle Bestimmungen der Verträge ist aberder Geist: trotz Völkerb ind und auch den vielsachen Bestimmungen, die dem jüdist^en Leben gewisse Nechtsgrundlagen geben, dürfen wir nichi vergessen, daß noch viel Arbeit zu tun ist, um den wahrer Völkerbundgeist zu erwecken. Gerade wir Juden mit unsrer, ausgeprägten Ethik sind berufen dazu, daran mitzuarbeiten. daß der Geist, der sich in den Friedensverträgen ausprägeir tollte, wirklich Allgemeingut der Menschheit «wird. Unsre alten Propheten haben schon für das Lebe» der -Völker miteinander die Ideale ausgestellt, die man heute als die Leitmotive der V ilkerbundidee propagiert. Tie Bestimmungen des Versailler Vertrages in puncto Iudaica sind der erste wichtige Sck>ritt, um den Truck zur... Stillung der persönlichen und nationalen Notdurst nicht mehr jo zermal- -nend wie bisher auf uns Juden lasten z» lassen. Tann, wenn wir wieder freie, atmen können, wird man auch die ethischen und sittlichen ungeheuren Kräfte wieder gewahi werden, die teils heute unerkannt und ungenützt auf dem Grund unsrer jüdischer Seele ruhen und aus ihren Tag warten, der auch der Tag dhr Menschheit sein wird. Wenn die das Iuder tum betreffenden Bestimmungen des Versailler Vertrages di, Möglichkeit bieten, d.ß dieser Tag früher eintritt, so ist cuch die gerade für uns Juden io fchlvere und schmerzlickje Zeit des Weltkrieges und der daraujsolgenden Jahre nicht ganz umsonst gewesen. W Ausverkauf wegen Liquidation. tifinsttgstc EtnkaafsgelegenJteit „Gesolei Große Ausstellung Düfftldorf 1926 für Gesundheitspflege, Soziale Kürsorge und Leibesübungen, Gesolei» Mai Oktober 1926 in Düffeldors Beteiligung de« deutschen Judentums an der Ausstellung Gesolei Wie schon aus dem Namen hervorgeht, gliedert sich die geplante große AuSstellun > in Düsseldorf in drei Haliptgebiete. /vi'ir die Hauptabtciluilg „<iVc" (Gesundheit s p ilcg e> sind folgende, große Gruppen vorgesehen: Eugenik und Vererbung. die übertragbar e Krankheiten, Ernährung,' Luft und Klima, Siedlung und Wohnung. Arbeits- und Gewerbehygiene, Krankenversorgung und Krankcnbehandlung. Der Mensch in seinen gesundheitlichen Beziehungen zu Tieren und Pflanzen. Fernerhin sind innerha b dieser Abteilung „Ge" noch einige Sonderausstellung in Nussicht genommen. Das Programm der zweiten Hauptabteil mg: „So" (Soziale Fürsorge) umfaßt folgende große Gebiete: Familienfürsorge, Volksunsitten, Volkskrankheite r und Volksgebrcchen, Bildung«, und Erziehungsfürsorge, > Wi tschastliche Fürsorge, Fürsorge durch Versicherung und verschiedene Sondergruppen. Die dritte Hauptabteilung: „Lei" L e kb e s ü b u n g e n) wird eine Anschauung von dem modernen Sport und den moderne» Leibesübungen geben und nan entlich deren große Bedeutung für die Gesundung des Volkes zügen, Innerhalb dieser großen Ausstellung ist' ein besonderer Pavillon für die freie Wohlfahrtspflege vorgesehen. in welchem die fünf großen Verbände, bst in der „Liga der freien Wohlfahrtspflege" zusammtngeschlossen sind, solvie auch noch einige außerhalb der Liga stehende Organisationen der freien Wohlfahrtspflege ausstellen werden. In dieser Sonderausstellung sollen die bedeutenden Leistungen und Ausgaben der freien Liebestätigkeit auf' den verschiedenen Gebieten in die Erschein ling treten. An dem Liga-Pavillon ist die Zentralwohlfa > r t s st e l l e beteiligt, und zwar ist sie beauftragt, die charc ktcristischen Einrichtungen. Arbeitsgebiete und Arbeitsmethoden der Inden in der Gesundheitsfürsorge. in der Erziehung und (iefährdctenfürsorge, in der Altersfüriorge. und der Fürsorge füi besondere Berufe und Notstände recht anschaulich zur Darstell mg zu bringen. Es liegt im größten Interesse unsrer jüdischen Wohlfahrtspflege, die sich ihr kielende einzigartige Gelegenheit wahrzunehmen gnd neben t en andern großen konfessionellen Organisationen, der Karitas i nd der Inneren Mission, ihre Leistungen hier wirksam zu zeigm. Aber nicht nur i:i dem Pavillon der „Freien Wohlfahrtspflege" (Liga) ist die j ü di s ch e Wohlfahrtspflege beteiligt, sondern auch an eine andern Sonderausstellung, die unter dem Titel: „H y g i e n e d e r I u d e n" auf der großen Düsseldorfer Ausstellung errichtet werden wird. Das Programm dieses jüdischen Pavillons u nsaßt folgende große Gebiete: t. Das jüdische! leligionsgesctz in seiner biologischen Auswirkung. 2. Der jüdi schc Stamm. 3. Die jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen in D titschland. 4. Ein- und Auswanderung. 5. Siedlungen. Die Zentralwohls rhrtsstelle der deutschen Juden steht vor der großen Aufgabe, soivohl das Ausstelltmgsma'terial für den Pavillon der freien t Lohlfahrtspflege (Liga), als auch für den jüdischen Pavillon, ind zwar hier für bi.c Abteilung: „Die jüdischen Wohlfahrt teinrichtungcn in Deutschland", zu beschaffen. Für beide Ausstel ungen werden benötigt: 1. Vielseitiges ch lraktcristisches B i l d e r matanal ^»on den geschlossenen und hal «offenen jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen. 2. Von eigenen A tstalten: Modelle. 3. Statt st isch;s Material über die verschiedensten Gebiete sz. B. ehrenan tliche Mitarbeit in der jüdischen Wohlfahrtspflege, Zusamt! ensetzung der Pfleglinge in den jüdischen Anstalten und die gründe für deren Einweisung. Beteiligung der Juden an den interkonfessionellen Einrichtungen, Verpflegung von Nichts: den in jüdischen Krankenhäusern, Tätigkeit der iüdischdn Ei> rickuungen iür Gesnttdhciis'ürsorgc in der offenen Fürsorge u. ■ t. nt. Um dieses photogt aphische undvor allem statistische Material zu erlangen, ist die Zentralivohlfahrtsstelle gezwungen, .immer wieder Rundschreiben und Fragebogen an die verschiedenen jüdischen Wohlfahrt-- :inricht»ngen lerane-ztuchicken. und sie ee wartet, daß alle Ein ichtnngen, an die sie sich mit Ersuchen um Mitarbeit und Materiallieferung wendet, sie bereitwilligst unterstützen. Es liegt im grüßen Interesse des Gesamtjudentums'— vor allem der deutschen S udenbeit —, daß auf dieser Ausstellung der Beweis erbracht wirk, was das Judentum auf dem Gebiete der Hygiene und der soz alcn Fiirsorge geleistet hat und jetzt noch -hervorbringt, und wie seine uralten Erkenntnisse die Grundlage für' viele sozi, lpolitische und svzialhhgienische GesetzeSvorschriftcn der gcsa nten Kulturwclt bilden. Bekaimtmach mgen der Gemeindeverwaltung I mdner Raianltunst Viktoriastraße 5/7 » Fernruf 15214 * tij Von verschiedene münder und Pflege bstten Herren und oder eine Vormun nehmen, sich schriftli zu melden. Zentralisation Bei einer gemei Wohlfahrtsministeriit sationen der freien beschlossen worden, die sich nicht an chrt Zukunft nicht mehr in Frage kommend!' deshalb ihren Anschsl tischez, Religionsge pitzenorganisation c üdische Vormundschaft i Seiten sind wir gebeten worden, Vor- E t Eine Besprechung des Karitasverband Sächsischen Roten der Christlichnatio aus unseren Kreisen zu benennen. Wir Damen, die bereit sind, eine Pflegschaft t schast für ein jüdisches- Kind zu überliph oder mündlich bei der Wöhlfahrtsstelle der jüdischen Wohlfahrtspflege tssamen Sitzung, zu der das Arbeits- und m die Vertreter der Spitzenorgani- Wohlfahrtspflege eingeladen hatte, ist daß Gesuche von Einzelorganisaftonen, n Spitzenverband angtzschlosfen haben, in mit Spenden bedacht werden sollen. Die n jüdischen Wohltäftgkeitsvereine haben uß an die Wohlfahrtsstelle der Israelinjtrinde zu Dresden, als der anerkannten für jüdische Wohlfahrtspflege,, erklärt. rafentlassenenfürsorge von Vertretern der Inneren Mission, der Jüdischen Wohlfahrtspflege, deS euzes, des 8. Wohlfahrtsverbandes und 'en Arbeiterschaft mit dem staatlichen

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