Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- 1 (25.5.1925)
- Date
- 1925-05-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden uiiNN«i<3> Amtliches Organ des Gemektidevorstandes Schriftleituag: Büro-trcttor L. Ploemacher, Dresden / Brr pg: Jsrarlittschr Ncligisnsgcmcindc Dresden / Druck: KaüenÄ Comp , Drei den-A 1925 Ore-iden, den 25. Mai m Nunin er 1 An unsere ßsemeindemitglieder! . In seiner Sitzung vom 4. März l925 besckloß de' Gemeinderat auf Anregung eines seiner Mitgtie »er ein stimmig die Schaffung eines Gemeindeblattes; {mit de vorliegenden ersten Nummer ist dieser Beschluß nack^- ihrer Mitglieder und 2lnhgngcr, sondern an die gesamte Ueberwindung großer, man kann wohl sagen, sübstver stündlicher Schwierigkeiten, zur Tat geworden. Woriä im besonderen diese! Schwierigkeiten bestanden, wird man verstehen, wenn man sich klar macht, daß das Blatt bciji verschiedensten Zwecken dienen und sämtlichen G< mcinde Mitgliedern kostenlos zugestcllt werden soll, den an sic!) schon mageren Gemeindesäckel aber keineswegs in An spruch nehmen darf. . { Zweck diesies Blattes ist, in erster Ruhe das Interesse der Genteindemitgliede^ an'den Arbi iten der Gemeindevertretung zu wecken. Die Sitzungen des Gemeinderates sindzwar öffentlich; v-n diesem Vorzug wird aber seitens der Gemeindemilztiedcr z, wenig gebrauch,gemacht.! Es soll ununtcrsucht bleibe,, welche Gründe für die > überaus gering- Anteilnah me vorhnden sind und auf welcher Seite die Schuld an dilem beklagenswerten Zustand liegt. Dev» e! wähnten ^Ue-lstand soll künftig dadurch abgehotsen werten, daß ^Zerpunkt und Tagesordnung der GenleinderatSitzungen in diesem Blatt regelmäßig veröffentlicht werde, um zunächst einmal die Voraussetzung« n für ein regere»Interesse zu schaffen. Außerdem werden die Leser über dl wichtigsten Beratungsgegenstände, wie Steuern, Kultus-und SrHulfragen usw., die jedes Gemeinde- Mitglied ierühren^ rechtzeitig und laufend i luformiert werden, amit sie auch vor der Beschlußfas ung die Möglichke haben, ihre Meinung, zu äußern l nd selbst Anregung-zu gehen. Auch über die Sitzungen } elbst und über die Äigkeitider verschiedenen Kommissionen wir), soweit sichle betreffenden Fragen zur Deröff« ntlichü» g eignen, vortzett zu Zeit das wesentlichste gesagt werden. Auf diese 'leise!wird sicher das Verständnis für die Arbeiten de Gemeindevertretung' gefördert und das Interesie deGeineindemitglieder für alle Zweige der Gemeindeversttung geweckt werden. Darübertztstäus wird unser Gemeindet latt zum ^Sprachrohrs die vielen jüdischen Vereine zur F - . v. Propagierung ihrer Ziele werden. ,Es soll gewisser näßen ein neutraler Mittelpunkt geschaffen werden, vo,dem aus sich die Vereine nicht nur an die begrenzte Zahl jüdische Bevölkerung Dresdens wenden Können. Dohltätigkeits- Und^ Sportvereine. Geselligkests- und wis^nschaftliche Vereine erhalten hierdurch Gelegenheit, die Gcmeindcmitglicder über ihre Bestrebungen aufzutlären. Mit den erwähnten, an sich sehr wichtigen i >iitgen wäre der Inhalt des Blattes vielleicht noch nicht interessant genug gestaltet, um sich dauernde Freur de zu crr'"s »' n: — wie cs seine Väter hoffen — zum unentbehrlichen Bestandteil jeder jüdischen häuslich! eit in Dres! cn zu werden. Deshalb sollen außer M tteil u n g n der Verwaltung (wie Gottesdienst, a ntliche Befa, ntmachungcn usw.) auch Aussähe^die für unsere- Gemeindemitglieder von besonderem lokalen. I, teresie sind,, veröffentlicht werden. ( Auch Fragen jüdischen Allgemeinwissens sowie die verschiedenen jüdischen Weltprobleme, oziale und kulturelle Erscheinungen sollen hier von berufenen Persönlichkeiten behandelt werden. Die Gemeindevertretung betrachtet es als eine ihrer vornehmsten Aufzaben, das in Dresden wie überall in Deutschland wiedererwachle Interesse für alle jüdischen Wissensgebi« te auf diese Weise zu '.fördern. Es ist dafür Sorge ge ragen, daß das Blatt nicht einseitig einer bestimmten 'Zartei, sondern der jüdischen Gesamtheit dienstbar sein w rd. Der Annoncenteil, der sich auch bes»nders für Vereins- Und Familiennachrichten eignet, w rd .in der Hauptsache der hiesigen Geschäftswelt gegen mäßige Gebühren zur Verfügung stehen und dürfte bei seiner ansehnlichen Auflage ein wirkungsvolles Insertionsorgan werden. So wird hoffentlich das Gemeindeblatt jedem etwas bringen. Doch nu^ durch einen dauernden Kontakt ' zwischen Leser und Schriftleitung ist eine günstige Entwicklung des Blattes verbürgt. Deshalb richten wir an alle Gemeindemitglleder diherzliche Bitte, an ' biesem Werk ..mitzuarbeiten und seine Bestrebungen'zu unterstützen'zum Wohle unserer Gemeinschaft.