Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 4 (8.4.1938)
- Date
- 1938-04-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I i Berhn Jüdisches Gemeindebhtt für das Gebier der Hansestadt Hamburg Das Gemeindeblatt erscheint Mitte jeden Monats <• Bezugspreis 0.45 RM. viertelj&hrl.einschl.Bestellgeld / Anzeigenpreis 8 Pf.die 8gesp. mm-Zeile. Geschäftsstelle: Hamburg 36. ABC Str. 57. Fernspr. 3407 71 Angemeldet beim Sonderbeauftragten des Reichsministers IOi Volk» aulklarung und Propaganda betr. Überwachung der geistig und kulturell tatigen Juden im deutschen Reithsgebiet ' Nummer 4 Hamburg, 8. April 1938 14. lahrgang Durch das Reichsgesetz über die Rechtsverhaltnisse der jüdischen Ku.ltusvereinigüngen vom die jüdischen Synagogengemeinden und ihre Verbände die Stellung als Körperschaften des offfent! tragen fortan den Charakter rechtsfähiger Vereine des bürgerlichen Rechts. Durch diese Maf! nähme Cemeindemitglieder zu der Gemeinde, der sie angehören, nicht berührt Ihre Verpflichtung unverändert fort. Im Rahmen der neuen Form verbindet das gleiche rechtliche und sittliche , . \^ ' ' v * .<%••• Mitglieder. Unverändert werden die jüdischen Kultüsj/ereinigungen und ihre Verbände als privatrechtlich<■ ihrer Aufgabe der kulturellen und sozialen Betreuung ihrer Mitglieder widmen Unverändert bestpht Pflicht jedes Gemeindemitgliedes, durch finsnzielle Leistungen und durch Teilnahme am moralisch der Gemeinde und den Einrichtungen der judischen Gemeinschaft zu dienen Di« 28 Marz 1938 ist bestimmt, daß ichen Rechts verlieren Sie wird die Stellung der en ihr gegenüber bestehen Band die Gemeinde jnd ihre Reichsvertretung der Juden in Deutschland Dr. flncfit > ' ' Körperschatten sich weiterhin die rechtliche.und sittljche wirtschaftlich . und Gerreindeleben Ein unfesttäglicher Festtagsbrief 1 den Kindern Israels Eine Nacht des Wachseins ist es den Ii ' Liebe judische Freunde in Deutschland! Ihr erwartet von' mir ein Wort der Freüde und der Auf richturg, des Stolzes und des Vertrauens 'ür die Tage des Peßachfestes. Aber es wäre kein ljij/a "laT kein Wort zur rechten Zeit. Ich muß ernst zu euch sprechen, euc(h aufwecken, damit ihr nicht im Halbschlummer ins Unglück rennt. Der Peßach ist ja auch nicht eigentlich, eine Zeil der Freude. Seine negative Seite ist vorherrschend. Schafft 'den Sauerteig weg! ist die vordringlichere Pflicht. Und dieses Gebot ist radikal; aus den letzten Winkeln, in seinen minimalsten Spuren soll er fortgeräumt sein Aller Glänzt des Sederabends, alle Schönheit des Festgottesdienstes sühnt für ein vernachlässigtes Körnchen Sauerteiges nicht. Seit dem Umbruch des Jahres 1933 befindet sich unsere Gemeinschaft in einer neuen Situation. Mit ungeheurer Deutlichkeit und Eindeutigkeit hat der Staat seina Richtlinien, seine Forderung an uns proklamiert. Auf das Rassengesetz, aufdieabsoluteTrennungimGeschlechtlichen zwischen Aiktn und 'Juden is( sein Grundprinzip aulgebaut Mit den härtesten Strafen hat er die Uebertretung [dieses Gesetzes Jbedroht. Dennoch ist es allzuvielen nicht zum Bewußtsein gekommen, ■ ti was es geht. Dennoch glaubten viele, i sie brauchten den ■ ->'teig der geschlechtlichen Leidenschaft nicht wegzur n Sie müssen itv träumerisches Hindärpmern, ihren naiven ->.' >stbetrug mit unendlichen Tränen und Leiden büßen L ar'jm wende ich mich an euch mit einem eindringlichen > n Weckruf. Bannet den Sauerteig de* verbotenen Liebe euren Herzen! Aus allen Winkeln und Ritzen der Verborgenheit muß er heraus! Es geht nicht ah, daß du in Cafes und Kinos, auf Spazierfahrten und Unterhaltungen in harmloser Annäherung oder im brieflichen Gedankenaustausch noch immer die Freundschaft, den Umgang mit dem arischen Mädchen Jen Buchstaben des Gesetze;, es an. Dieser will die absolute pflegst Du kannst nicht auf pochen, auf seinen Sinn kommt Trennung, bis ins letzte durchgeführt. Auch ,der Versuch, die Anbahnung des geschlechtlicf en Verkeh's, jede Form der Liebesbeziehung ist untersagt Gesetzgebers ,Denn gerade in der 'Sexua fange verhängnisvoll. Auch d Keuschheit den Satz hinzu: und suche der Annäherung machen, (3. Mos. 18, 19) Hier gilt der strenges Entweder-Oder Jeder Händedruck ist verboten Es wird höchste Zeit, daß der Stunde, über das Verbot tat Sind die. leisen, zayen "An- Bibel fugt ihren Geboten der ihr sollt, nicht euch nahen, Verdie) zur Sunde führen können $atz vom Alles, oder Nichts, ein Blitk der Leidenschaft, jeder der es manchem nach einer jahrhu idertalten Gewöhnung wird notwendig ist es, mannhaft und zu vermeiden, was in den Bere und willig haben wir /lach alte Jude sich über die Pflicht s Tßges klar wird So schwer so stark sich aufzuraffen und allet ch des Unerlaubten fuhrt Loyal judischer Tradition das Gesetz auf uns zu nehmen und striktiist zu befolgen Die Hände weg von politisch, wirt verbotenen Handlunge fordert diese Selbstdisziplin. Ihr zeitlichem- Leichtsinn mit eurem eurer Freiheit, die ihr vielleicht Peßach ist das . Fest der Dr. .Hans C o-p e Ii - Bc 77 rliji: Wege jüdischer Selbsthilfe Der Grundgedanke der nationalen Bewejgung im Judentum ist die höchst einfache Idee, cfali einem Volke nur zu helfen i.>t. wenn es imstande ist, sich selbst zu helfen. Er erweckt, die schöpferischen Kräfte, die zu.einer neuen und großen Leistung drängen. ' [ Der Palästina-Aufbau ist vielleicht die schönste Krönung des Gedankens der jüdischen Selbsthilfe. Die politischen Bedingungen, unter denen sich die Arbeit in Erez Jjsrael vollzieht', sind gewiß wichtig. Entscheidend sind aber die Menschen und die Mittel; die das jüdische Volk selbst zur Verfügung stellt, um in i (:en 'Erez Jisrael seine Freiheit zu c im Judentum, hat sich eine R geschalten. Das bedeutungsvi liisiael, auf des.sen Boden 12jT worden sind, war nur mi>t>lich. die judischen Massen ergri Pfennige und Groschen zu opty auf dem Sie einmal selbst kleinen und kleinsten Anfängen Der erste Jahresbericht des daß 45 Prozent der Gesamteihn Marken stammt. Spater sind hinzugekommen. Die blaue Bi einer Million jüdischer-Familien t zerstößt gegen dgr- Willen de schaftlich oder sexuell, n! 'Die Wurde eures Judentumsspielt leichtsinnig, ja, in unver- Schrfksal, mit eurem Leben und., auf ewig euch verscherz: ttlicpen SelbstbefVeiung Den. Sauerteig der Sunde schaffet wfeg ads den Herzen und Häusern» Lest in den Haftauraus zum erst;n gnd z,weiten Tage des Feste; wie zu jeder Zeit das Peßacp grundlichen Selbstreinigung nießerischem, von Lüsternheit befreiung erst schafft euch echter Festtagsfreude. OhcrrolicHiicr 4».' Jast-ph C (I r I i unsrem Volke Anlaß war;ur von allem Heidnischen, Ge- und Befleckung. [Solche Selbs'ichkeit Jnd Gewißheit ie "Moglic Her hr: Jt, rinuep. Die nationale BewegunJ he Instrumente der. 'Selbsthilfe lle werk des Kt-re« kajemoi jüdische Siedlungen errichtet -eil der Gedanke der Selbsthilfe •n hat und veninlai;te.^ihre n. um den Boden zu'erwerben, angesiedelt 'werden sollten. Aus ist dieses Werk entstanden Heren kajemeT 1'jisruol . berichtet, ahmen aus dem -Verkauf von andere gewichtige Sammelmittel chse des KKL.. die heute in fast zu, findenist und täglich an