Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 1 (14.1.1938)
- Date
- 1938-01-14
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 1 Jüdisches G e m e i n d e b 1 a 11 Seite 11 Schaft Uber die Judenheit im Jerusalmer Bezirk und das Regiment über den Tempel lagen bei einer Gemeinde griechischer Prägung, welche durch die seleukidische Politik auf der Akra geschaffen worden war. Dabei hatte der Kreis um das Gymnasium den Kern für die neue Bürgerkaste geliefert. Die Beherrschung eines Stammes durch eine hellenisierte „Polis" war ein wichtiges Mittel der Reichsbildung in jener Epoche. Die Maßnahmen zur Auslöschung der Sonderstellung und der religiösen Eigenart des jüdischen Gemeinwesens von Jerusalem erreichten ihren Höhepunkt mit dem Verbot der Ausübung der Toravorschriften und dem Gebot heidnischen Brauchtums. Bickermdnn sucht aus dem Kultrecht der Zeit naher zu bestimmen, was man sich unter dem Zeus Olympios, in dessen Dienst der Tempel gestent wurde, gedacht hat. Er kommt mit nuten Gründen zu der Annahme, .daß es sich dabei nicht eigentlich um eine Uebertragung des griechischen Gottes gehandelt hat, sondern um einen Versuch, den angestammten Kult des ..Himmelgottes" durch Benennung und Zeremonien so umzugestalten, daß er sich ohne weiteres in die Reihe der mehr oder weniger hellenisierten Lokalgottheiten' einfügt?, die in den Städten ringsherum verehrt wurden. Das Buch von Bickermann beruht methodisch gesehen auf einer Deutung der Tradition aus dem neuen Wissen über Staat und Kultur der hellenistischen Zeit. Dabei ergibt sich das Bild aus der sorgfaltigen Zusammenfügung vieler Einzelinterpretationen. Daß manche Thesen bei diesem Verfahren zunächst noch strittig bleiben, liegt in der Natur der Sache. Wir können an dieser Stelle die Diskussion, welche das Buch eröffnen wird, nur an einem Punkt andeuten, bei dem es nicht in erstei Linie um Quelleninterpretation aus der Zeitgeschichte geht, sondern um die Benutzung der Welterfahrung des Geschichtschreibers für die Deutung seines Stoffes. Dieses Verfahren hat letztlich darin seine allgemeine Begründung, daß wir den handelnden Menschen der Vergangenheit, vor allem aber den ratselreichen Zusammenhang zwischen Wollen und Erreichen, zwischen Tat und Wirkung schließlich aus dem immer wieder neu sich gestaltenden Leben zu verstehen suchen, das wir selber führen n>ckermann nun hat das jüdische 19. Jahrhundert, auf dessen Ucberw,. -ung er sich in seiner eigenen geistigen Haltung gegründet fühlt, dazu benutzt, um den Ausrottungskampf gegen das Jerusalemer Judentum zu deuten. Er sieht als Subjekt der Bedrängung nicht den syrischen König an, sondern die aufgeklärten Juden der hellenisierten Polis, welche den jüdischen Partikularismus vernichten wollten und deren, innere Bildungen durch die griechische Religionswissenschaft gelöst worden waren, welche das Offenbarungsschrifttum als Menschenwerk erscheine!} ließ. In* der fast einzigartigen Religionsverfolgung des Jahres 167 glaubt er das Werk der Reformisten zu sehen, die wie alle Religionsreformatoren an Intoleranz die. Altgläubigen übertrafen und so zu blutiger Verfolgung der .,Rückständigen" fähig waren. Er gewinnt auf diese Weise der altjüdischen These, daß die Makkabäerverfolgung ein Ergebnis der Sünden des Volkes gewesen sei, einen heuen Sinn ab. Aber die Begründung dieser Deutung beruht auf der Tatsache, daß Bickermann unter dem Begriff ,,religiöse Reform" geschichtliche Erscheinungen zusammenfaßt, die in ihrem Wesen ganz verschiedenartig sind. Gewiß haben Bewegungen prophetischer und/ sektiererischer Art hinreichend elementarische Kräfte entfesselt, um auch ihrerseits zur Gewaltanwendung für ihre Ideen zu kommen. Aber die religiöse Aufklärung sowohl des Hellenismus wie die des 18. und 19. Jahrhunderts hat nichts von dieser Leidenschaft und von dieser Art von Gestaltungswillen gehabt. Anderseits ist die Verfolgung von 187 als ein politisches Mittel des syrischen Königs, eine: ihm im Äugenblick unbequeme Völkerschaft 1 im Grenzgebiet unschädlich zu machen, durchaus zu verstehen. Die Einzigartigkeit der Erscheinung im hellenistischen Kulturbereich erlciS'-« sich aus dem ganz besonderen Charakter der jüdischen Gemeinschalt, in der das Gebot religiöser Ausschließlichkeit als das stärkste gesellschaftliche Bindungsmittel Waltete. Hebräische Scbrifttalcln, Methode Kohn-AisUy. Der Verfasser wa«t — wie ir selbst schreibt — den Versuch, eine 'Vereinheitlichung der hebräischen Schreibschnftfiirmcn iu schallen. Die vorliegenden Tafeln enthalten manches, was wir Lehrer uns merken ssiillcn. Aber es ist immer bedenklich, einen Kanon der Schriltformrn zu schaffen, denn, das individuelle Kiirrncmpfinden sträubt sich Segen jeden Zwang, ein gana natürlicher Vorgang, den wir bis iu einem gewissen Grade auch gut bedien müssen. Dieser Gefahr . kann man entgehen, wenn man auf dem Wege von den Drucktypen den ganz natürlichen Vorgang der Schriftkürzung und Schriftvereinfachung. aufzeigend, zur Prägung eines Normaltyps zu gelangen sacht. Denn die Kenntnis der Entwickliingsreihen würde zu dem lebendigen Gefühl lur die Möglichkeit einer (Schreibschrift lühren und VC" Erstarrung der Formen bewahren. Diese Bindung'der Schreibschrift an die Druckformen unserer (Juadratschrift gibt zugleich die stetige K..n- . trolle über die Richtigkeit und Brauchbarkeit der Schrill Inrmcn an die Hand. Die Methode 'Kohn-Asulay laBt diesen Weg gänzlich unberücksichtigt; so muten die Kursiv-Schriftfdrmcn w'ie eine neue Schriftart des Hebräischen an. Eine Tabelle, die .'den oben erwähnten Weg der Entwick|ungsreihcn geht, könnte dagegen gleichzeitig eine Einführung in die Raschischrift enthalten, die ja nur eine Zwtsehcnform von der Druckschrift zur Schreibschrift darstellt. . In den Augen unserer Jugend' aberv wurden unsere gesamten Schnitzeichcn, als ein großes Ganzes, das sich organisch entwickelt hat. erscheinen, und das wäre ein Gewinn von hohem ideellen und pädagogischen Wert/ _.|z jj ReihensOiafttbciicht der Jüdischen Winterhilie tvli 17. Erstattet von der. Zentratwohlfabrtsstcllc bei der Kelchsvertretung der Juden in Deutschland 8". 14 S. Dieser Bericht über eines der wichtigsten Gebiete sozialer Betätigung der Juden in Deutschland enthalt zurri erstep Male auch Material aus der grollen statistischen Erhebung, die1 in Verbindung mit der Jüdischen Winterhrlfe durchgeführt wurde und eine genaue Uebersicht über die Lage dir hilisbedurfIlgen jüdischen Bevölkerung in Deutschland vermittelt hat. — Die Zahl der jüdischen Bevölkerung de» Hansestädte wird in dem Bericht mit 16 461 angegeben; 1869 Parteien mit 4060 Seelen wurden unterstützt. Mit 24.66 Prozsnt der jüdischer!* Bevölkerung liegt dieser Hundertsatz wesentlich über dem Reichsdurchschnitt. der nur 21.40 Proient beträgt. , Im Jahres.SchluBhell (Jahrg. 7 Heft 61 des Organs der A*ntuU..hllahrls~i. He und der Abteilung Wirtschaftshilfe bei der Keichsvertretving: Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik veröffentlicht G. Lubiniki unter derh Titel: Erfüllt die jüdische Sozialarbeit noch heute ihre Aufgabe? die Grundgedanken des Vorträges, mit dem er die Sozialarbeitcrtagung vom 29. bis 31. Oktober v. J. abschloß und der für die jüdische Suzialarbeit der nächsten Zeit wesentliche Bedeutung behalten' wird. Enge Berührung mit dem Thema hat eine Untersuchung von Dr. L. Batzncr -.'Kostengestaltung fti Anstaltsbetrieben. Hilde M e y e r o sV i c £ schildert die Gestaltung und Bedeutung der judischen Bezirksschule Bad Nauheim. Wichtige sozialrcchtliche Fragen behandeln F. W i t t c I s h ö I e r (Das Ausländerkind im Jugend- und Wohlfahrtsrecht). Dr. F. Aron. der die auch für die jüdischen Aerzte wesentlichen Fragen der neuen Arztberufsordnung behandelt, Gertrud Israel, die .einige lür Auswanderer wesentliche Bestimmungen der Sozialversicherung darlegt. Von Interesse ist ein Versuch, die ..Gestältung der jLdischcn Gegenwartskunde" zu diskutieren, zunächst durch einführende Bemerkungen von Dr. Paul E p* p s t e i n und Beiträge von Prof a. D Billigb e i m e r und Betty Rothschild. Der Bedeutung von Felis M. W a rli u r g für die judische Wohlfahrtsarheit widmet L. Baeck 'Worte des (^edenksns. KORSETTHAUS GAZELLE FILIALEN IN ALLEN STADTTEILEN Eheglück 'Margarete Bornstein Berlin W1S Kurf Drntendamm St »I 17 81 Vertretung: Paris . IX«, « Cit* B«rger«^ Zigarren-Haas GRINDELALLEE 167 RUI 557837 l ROBINSOHN ^SS^S p^^mämMJAM 18 92 ank u Kinderbekleidung Hamburger S'r SS ffmrlügoi _55 91 85_ Ainowermietung Freundlich für alle Fahrten Stoffe. Modewaren. Wäsche, Strümpfe /(ndoü DER OUALITÄTSSTRUMPF ZU NIEDRIGEM PREIS Biete auch heute leitgemärjen gesellschaftlichen Anschluß /werks Ehe! Edith ( Goetscnel-Enqelmann Barlin, Innslirmker Strafe 33. 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