Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 12 (10.12.1937)
- Date
- 1937-12-10
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 ■ < — Jüdisches Gemeindeblatt Nummer 12 Märchen braucht nun einmal ein happy end. Und so gewinnt Schimeies Bcjlke einen braven Mann, einen von den beiden Gesellen, die gleicherart in sie verhebt sind und von denen natürlich nur. einer sie heimführefi kann. Die Szene, in der ihr bewußt wird, daß sie den andern unglücklich ftnacht. hat ein wirklicher Dichter geschrieben. " Es ist also Scholem Alejchem nicht um eine weit ausholende dramatische: Aktion zu tun. ..Amcha“ ist ein Volksstück, ein Stück aus dem Volk fürs Volk, nicht unwert, einem berühmteren an die Seite gestellt zu werden, das der Hamburger Jude Adolf I/Arronße geschrieben und an dem Künstler wie Alexander Girardi und Emil Jannings ihre Kraft erprobt haben: Mein Leopold. Hier wie dort bevölkern kleine Leute die Bühne mit ihren bescheidenen Freuden und mehr rührenden als erschütternden Leiden, hier Wie dort sieht dich Menschliches an. das, um sich mitzuteilen, nicht viele und vor allem keine großen Worte braucht. Der Aufführung liest die Bearbeitung des Berliner Kulturbundes zucrunde. Tm Szenenbild ist sehr hübsch das Spieleri$ehe und Träumerische* «mgedeutet, das der aus der heimischen Erd£ gerissene ..Amcha" bV?uicht. um aucf* in der Fremde seinen Reiz zu wahren. Leider sind die Dprsteller nicht immer imstande, den Absichten d«?r Regie Hans R u x p a u m s zu folgen. Der vom Verfasser mit so viel Liebe gezeichnete Schimeie verlangt nach einem feinen, stillen Schauspieler, der bei aller Komik immer rührend, bei aller Geschäftigkeit niemals lärmend ist. Der sonst sehr verwendbare Herr Koninski bemüht sich nach bestefl Kräfter?. mit der Rolle fertig zu werden. Eine Prachtleistunc ist der jüdische Kezal Koblers. breitspurig und vollsaftig, eine Figur aus eibem' Gusse. Sehr sicher in Haltung und Sprache auch die Mehlhand'^nn der Frau Erna Cohn-Lorenz, eine der alten Frauen des Ghettos, die mit Schürze und Kopftuch die Wände entlang huschen und in dunklen Torbogen wie Schatten verschwinden. D*e übrigen Rollert lagen in den Händen der Damen Herßlik und' Wolf? und'der Herren Fnedeberg. Petdheim. Schindler. Kruszynski, Benscher und Wächtjer. Der Beifall war sehr warm und herzlich. Alois Munk, i Sabine Kalter im Kulturbund Dcjr Liederabend von Sabine Kalter am 6. d. M. wurde zu einem ganz großen musikalischen Ereignis. Wieviel unauslöschliche Erinnerung knüpft steh gerade bei uns in Hamburg an den Namen Sabine Kalter^ Jetzt, da wir diese große Sänggrin nur noch in Abständen hören können, stellen wir mit staunender Bewunderung fest, daß sie mit ihn;r Kunst wächst, daß sie jede Spezies der Gesangsliteratur meisterhaft beherrscht und die breite Heerstraße der sogenannten Z u gntimmirrn weit hinter sich läßt, Xm Programm standen ..nur“ drei Arion -16 [riedern gegenüber. Ihr ist also nicht Hauptsache, den Klang ihrer schönen gepflegten Stimme, ihre wirkungssichere dramatische Gestaltungsfähigkeit zu zeigen: nein, in ihrem Liedervortrag feiert die Wahrheit des musikalischen Ausdrucks den hÖchsfl?n Triumph. Nicht genug können wlr’s ihr danken, daß sie auf den virtuosen Effekt verzichtet und sich ganz der Gestaltung dessen hingibt, was die Meister in Ton und Wort eingeschlossen. Weit steckte sich die Künstlerin das Maß im Reiche der Lyrik mit den Liedern, die sie. die dramatische Säng^hn. sang: Liebe ‘und Sehnsucht. Leid und Glück. Wanderlust,* ziccuracrhafte Naturverbundenhejt und Geheimnis des Märchens. Mörtkcs ..Verborgenheit“ und ..Elfenlied“ in Hugo Wolfs Vertonung und dann ..Als die alte Mutter mich noch lehrte singen" aus .Dvoifaks Zigeunermelodien, das waren die Höhepunkte des Abends, die auch nicht durch'die beliebten Arien der Mignon und der Carmen üherctfhattctt werden konnten. Ara Flügel saß ..unsere’- Edith W o i'ß - M a n n . der großen Sängerin ebenbürtig. Mit ihrem in allen Teilen ausgeglichenen Spiele breitete sie g!eich$aip den kostbaren Teppich aus. auf dem sich die Stimme der SäneeffrT bewegte. Welchen Farbenreichtum wußte sie aus dem Flügel hcrvonuizaubern* Tn Gustav Mahlers ..Lieder eines fahrenden Gesellen“ wie in den innerlich bewegten und doch so schattig-gedämpft klingenden Rispetto-Liedern von Ermanno Wolf-Ferrari, vor allem aber in den'drei berfthmten Liedern von Hugo Wolf waren ihror zeifen Kunst hohe Aufgaben gestellt, die gar nicht schöner hätten gelobt werden können. So teilte die gefeierte Sängerin mit. ihr den brausenden Beifall; sie beide waren Deuter und Mittler großer Kunst. _*_ . Dr. Jos J-a c o b sc n. ■Beerdigungen auf dem Begräbnisplatz der Gemeinde Nbvcmlicr 1037 * ’ 2. Krebs. Clara- Geh. ßacr. BursU-lraann* weg 115: 55 .1. 4. Suswnann, Albert.' Schlachter, i.mdcnslr. 15 17: 60 J. 5. Stoindler. Rosa Geb. Horwitz. Innoccntiastr. 51: 81 J. 7. Jaffc. Reinette. L‘*»gc*tieg 13: 88 J. 9. Simmann. Moses. Kaufmann. R!iicher\»r. 5: 45 .1. Mc?cr. Franziska Geb. Meyer, Wwe., Krohnskamp 76; 66 J 10. Cohn. Martha. Lenharlstr. 6: 70 J. 16. Marx. Hilda Geb. Goldcnberg. Wwe.. Faaßwcg 3: 66 J 17 Scklcr. Emil. Kaufmann Loogcstieg 4: 48 J. Frankel, Gustav, Rentner. Rutschbahn 41;. 78 J. 18. Joscphj. Juliane geh Meyer. Gnetsenatistr. 8; 54 J. 19. Pinner. Martin. Student, Schürbeckferstr. 3: 26 J. 22. Robinsohn. Jacob, Kaufmann. Gorch-Fock-Str. 3: 42 J. 23. Salomon. Paula Johanna Karoline geh. Semmlcr, Wwe.. Donrmanntweg 5; 53 J. 24 Hausner. Samuel. Geschäftsreisender.. Köln. Horst-Wesscl-Plalz 17; 36 J. 26. Salbmon. Gerda, fscstr. 67 : 25 J. Ueberfährong 3. Hcimann, Salomon, Hegestieg 14. nach Frankfurt a. M. Di« Bestimmungen für den Begrübnisplatz der Gemeinde in Ohlsdorf ugerden durch die nachstehende Bestimmung, die dem § 15 der Bestimmungen als Absatz 4 angefugt wird, ergänzt: Die Erben des Bestatteten -sowie derjenige, welcher die Anweisung des Grabes beantragt hat, sind verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren nach dem Beerdigungstage einen Grabstein, aufzustellen. Wird die Verpflichtung nicht erfüllt, so ist die Gemeinde nach einer ergebnislosen Aufforderung, den Stein zu setzen, berechtigt, auf Kosten der ‘Erben bzw. desjenigen, der das Grab hat anweisen lassen, einen einfachem Grabstein aus Sandstein mit Namen, Geburtstag und Sterbetag des Toten auf dem Grabe aufzustellen. Hamburg, Oezember 1937. Oer Vorstand dar Deetsch-Israelitischen Gemeinde. (/om* sfucUscUeu Sfpocb M* UcuM&ucy, Die letzten Wochen standen schon sportl nenden Winters; Die Vereine sorgen in der bildung ihrer Mitglieder, und zwar in derart Hallen kaum ausreichen. Ein Schauturnen dos Schild zeigte gute Fort- Jamenabteilung. auch, die schritte, besonders in der Mädchen- und Herrenturnabteilung konnte sich sehen lassbn. Der Rasensport kann sich hier leider infolge des Mangels an Gcjgnern nicht so ausbreiten wie anderwärts. Man sah zwar mancherlei Erfolge im Fußball zwischen Schild. Bla Alto n a . aber andere Gegner sind sehr sei sich für ein Winterhilfsspiel in Hanno kämpfte ehrenvoll gegen eine Städtemannsetiaf*; S q,h i 1 <1 unternahm aber konnte man in der sehen. — Aehnlich liegen eine Reise nach Rostock; in Hamburg Berichtszeit keine auswärtigen Mannschaften die Verhältnisse im Hockey. Bar Koch )>a und Schild sind in geeenseitigett Trainingsspielen sehr eifrig, aber mit einer Ausnahme hatten sie keine Gelegenheit, sich mit andern zu messen, weilte einmal in Berlin und kam mit einem viel beachteten Siege gegen ISQ. zurück, ln Hamburg selbst langte es nur zu einem Unentschieden gegen die gleiche Mannschaft. .1 Jugendmannschaften behielt Schild . Hamburg gegen JSG. Berfin die Oberhand. Die Tischtennis-Abteilungen ch im Zeichen. des begin- Turnhallen für die Ausstarkem Maße, daß unsere spiele mit abwechselndem i - W e i ß und M a k k a b i en. Blau-Weiß stellte i'er zur Verfügung und einem Pokalkampf der on Schild und Bar Kochba kämpften mehrere Male; von ein^r ausgesprochenen Ueberlegenheit des einen über den andern läßt s ch nicht sprechen. Der Beginn der Wintersaison wurde natürlich von allen Vereinen zu gesellschaftlichen Veranstaltungen benutkt, die ihrer starken Anhängerschaft die Möglichkeit einer Ausspannung boten. Viel Leben herrscht in den regelmäßigen Spielabenden des B 1 a u - W e i ß; zu erwähnen ist auch eine großangelegte Chanjuk kafeier der Jugendabteilung des Schild, die den Gabriel-Riekser-Saal zweimal bis zum letzten Platze füllte. v | Bei alledem darf man nicht übersehen, daß die jüdischen Sportvereine in Hamburg cs schwerer haben, als die in anderen Städten. Der Raum in.den Turnhallen ist knapp, so daß sie meist übersetzt sind, die Lehrkräfte sind zwar eben ganz vorzüglich, könnten aber weit mehr ausgenutzt .werden, große Schwierigkeiten bereiten die populären und von der Jugend bevorzugten Rasensportartefa. da jeder Kampf gegen einen auswärtigen Gegner, ob hier oder aufwärts, mit hohen Kosten verknüpft ist. Und ohne diese Kämpfe muß der Sport stagnieren! Es Ist erfreulich, daß eine Arbeitsgemeinschaft der Großsportvereine Schild-und Bar Kochba diese Frage hj die Hand genommen hat, um eine Belebung herbeizuführen. Die Gemeinde wird sich diesen Bestrebungen zur körperlichen Ausbildung ihrer Jugend um so weniger entziehen können, als durch die neueren Lenrpläne den Leibesübungen ein ganz anderer Platz in den Unterrichts^länen eingeräumt Ist als bisher. Und hier, auf einem für unsere Jugpnd so wichtigen Gebiets, muß ganze Arbeit getan werden. i / L. Öffentliche Quittung Wir erhielten an Spenden: 3 von Herrn Oscar S. Polack zugunsten f c-dürftiger Kinder; 4 von Frau S. Schicklcr für das HDIWI. anl. Blich der Jahr/eit nach ihrem . verewigten Gdttcn Herrn Samuel S c h i c k 1 c; s. A. am 3. Tewcs; 5 QM vom Klub Hcinrich-Barth-Straßc 21 für die Jüdische Winterhilfe; 7 ’K von N. N. für die Jüdische Winterhilfe aT?aßlich eine* Spiclabcnds; 7.50 >?A vom Kegelklub Schild fl für die Jüdische Winterhilfe; 7.90 AM vom Kegelklub f)ick-Fcst von 1923 für die Jüdische Winterhilfe; 8 AM vom Sonntagsklub zur Bescherung von Kinrcrn zu Chanukka; 10 AM von Herrn M. Frank für die N’otstandshi fe der Gemeinde; 10 von Herrn Paul Goldschmidt - Bram eld für die Jüd. Winterhilfe; 10?A von N. N. für die Notslandshilfc der Gern ind«?; - 10 AM von Herrn Max Plaut und Frau f.üli geh. B r a n n anläßlich der Geburt ihrer Tochter für das Hamburgischc Deutsch-Is actitische Waiscn-Institut; 10 von Herrn und Frau Arthur Stern für ohlfahrtszwecke zur Ablösung der Dankvagungen für die Aufmerksamkeiten und Glückwünsche zur Barmizwo ihres Sohnes Günther-Si cg mund; 10.50 AM vom Kegelklub ,,Wohin rollst du?" für Wohlfahrtszwcckc: 18 AM für* die Volksküche der Gemeinde von Herrn Jizchak Sion im und Frau Esther geb. I. ederberger - Tel A1 iv zur Ablösung der Danksagungen für die Aufmerksamkeiten und Glücl Wünsche anläßlich ihrer Vermählung: 20 AM von Herrn und Frau M. Frank zur Ablösung der Danksagungen für die Aufmerksamkeiten und Glückwünsche zur“ Vcr iciratung ihrer Tochter Ilse mit Herrn Herbert G o 1 b 1 u m; 20 AM von der 'Kegler - Vereinigung von 1909 für die Jüdische Winterhilfe: 20 von Herrn Heinz Lippstadt (Buenos, Aires für die Jüdische Winterhilfe; 20 AM von N. N. für das Jüdische Gemeinschaft1 heim anläßlich eines Gcdcnk- — tages; 20 AM und zwar je zur Hälfte für das HDIWI. und das Mädchenwaisenhaus der Gemeinde Paulinenstift von Frau Frieda S e k 1 c r geb. Goldeoberg zur Ablösung der Danksagungen für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Heimgange ihres lieben Mannes; 20 ^4 von Frau C. Smerka anläßlich einer Jahrzeit je zur Hälfte für das HDIWI. und die NotstandshiHe; 30 AM. von Herrn Günter Lehmann und Frau Hilde geb. Reck, und zwar je zur Hälfte für das HDIWI. und die Lehrli igsbetreuung des Vereins der Handwerker zur Ablösung der Danksagungen fiiir die Glückwünsche zur Geburt ihres Sohnes Rolf; 35 AM von Herrn A. F. für die Notstandshilfe:! 36 AM und zwar je zur Hälfte für KindervcrscHickung und für den Verband Polnischer Juden in Hamburg von Herrn und frau Simon Lederberger zur Ablösung der Danksagungen für die Aufmerksamkeiten und Glückwünsche anläßlich der Vermählung ihrer Tochter Elsthcr mit Herrn Jizchak Sloilinlei Aviv;! 50 AM u. z. 25 AM für den Keren Kajemct,- 15 für den Verband polnischer Juden und 10 AM für das HDIWf. von Herrn dnd Frau David Bornsteia anläßlich der Geburt ihrer Tochter Ruth; [ ■ f 200 AM für Wohlfahrtszwecke .von Frau Jafchen tessnim anläßlich ihre« 70. Geburtstages; \ , eine Spende von Herr« und Frau Oberlehrer i. Rj E. ßadriio für die Notstandshilfe der Gemeinde anläßlich des 80. Geburtstages von Herrn Adolph- Wjrisch; Besdifilfläf jüdische Handwerker and Gewerbetreibende!