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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1937-12-10 · 12 (10.12.1937) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
12 (10.12.1937)
Date
1937-12-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Jüdisches Gemeindeblatt Nummer 12 Seite 4 An die Juden in Deutschland Der Bei rat der Jewish Agency in Deutschland veröffentlicht den nachsiehenden Aufruf: Zwanzig Jahre nach Verkündung der Balfour-Deklaration er* leben wir,-wie die Nationale Heimstätte des Jüdischen Volkes in Palästina in eine neue Epoche ihrer Entwicklung übergeht. Das Jüdische Volk in Erez Jisrael lebt in dieser Zeit des Ueberganges, die schwerste Opfer von ihm fordert, mutig, voll starken Willens und in der Zuversicht, daß sein Werk des Aufbaus unerschüttert, ja befestigt, einer größeren Zukunft entgegengeht Die Erweiterung dftr landwirtschaftlichen Siedlung, die Begründung von neunzehn Neuen Punkten jenseits der Grenzen der bisherigen Kolonisation ist das sichtbarste Zeugnis dieser Kraft und Gewißheit. Die Bereitschaft der Judenheit außerhalb Palästinas, für Erez Jisrael einzustehen, war auch im letzten Jahre der treue Bundesgenosse des Jischuw. Die Leistung des Keren hajessod in den Ländern der Diaspora war der Ausdruck dieses Bundes. Das neue Jahr muß ihn neu und wirksam bekräftigen. Unsere Leistung für, den Keren hajessod, unsere kolonisatorische Arbeit im Personalien u. Kleine Mitteilungen .Mitgliederversammlung der Beerdigungsbrüdersehaft der Gemeinde Die .Beerdigungsbrüderschaft der Gemeinde hielt wie üblich während der Chanukkatage im Gemeindehause ihre alljährliche Mitgliederversammlung ab, in der der Vorsitzende Herr Ludwig Joshua den Jahresbericht erstattete. Die Versammlung ehrte bei dieser Gelegenheit das Andenken ihrer im Berichtsjahre heimgegangenen Mitglieder, der Herren Rabbiner Dr. L i c h t i g, Samuel B ehrend. Julius David und Isidor Levy sowie das der verstorbenen Frau Lilly Engel geb. Feiber durch Erheben von den Sitzen. — Im Anschluß an die Mitgliederversammlung wählte die Vertrauenskommission Herrn Ludwig P c 1 s, dessen Amtszeit abgelaufen war, zum Mitgliede des Vorstandes der Brüderschaft wieder. i * - , Berufung an die Londoner Universität Der Astronom Dr. Arthur Beer wurde anläßlich der Errichtung einer neuen großen Sternwarte in. London-Millhill an die Universität London berufen. Seit mehr als drei Jahren arbeitete Ejr. Beer am Solar, Pfiysics Observatory in Cambridge. Herr Dr. Beer, der im Jahre 1927 an der Universität Berlin promoviert) wurde, war in den Jahren 1929 bis 1930 an der Deutschen ISeewarte in Hamburg und an der .Universitätssternwarte in Breslau tätig.! ★ 25jährigek Amtsjubiläum des Herrn Kalmann Rothschild. Herr Kalmann Rothschild konnte am 1. v. M. auf eine 25jährige Tätigkeit als Zeichen- und Handfeftigkeitslehrer an der Talmud Tara Schule zurück,Blicken. Es ist nicht nötig zu sagen, wer Herr Rothschild, der neherwmtlich auch ^n der Mädchenschule der Gemeinde tätig ist und früher auch an der Israelitischen höheren Mädchenschule unterrichtete, ist und was er für die jüdischen Schulen und damit für die jüdische Jugend Hamburgs bedeutet. Künstlerisch vielseitig begabt und interessiert, hat er der) Sinn und das Verständnis für Handfertigkeit und Kunst in' der ihm anvertrauten Jugend geweckt, rege gemacht und dauernd gelenkt und so auf die Schüler und Schülerinnen unserer Schulen einen bestimmenden Einfluß ausgeübt, der insbesondere seinen Segen in der jetzigen Zeit erweist. In vielfachen Ausstellungen von Schülerarbeiten, sowie mehrfach auch in richtunggebenden Aufsätzen, die z. 1*. auch im Gemeindeblatt erschienen sind hat Herr Rothschild vor der Oeffentlichkeit Rechenschaft über sein Wirken abgelegt. Die Lande kann die Entscheidung, an deren Schwelle wir stehen, aufs-stärkste mitbestimmen. Uns Juden in Deutschland ist heute der Weg nach einer neuen Heimat zu eirifem Gesetz unseres Lebens geworden. Vierzigtausend unserer Brüder und Schwestefn haben sie in -Erez Jisrael gefunden. Tausende wollen iund werden ihnen folgen. Noch wird nicht für alle die Zeit der Sehnsucht ihr Ende finden können; aber die Gesamtheit muÖ begreifen, daß in Palästina in unseren Tagen die große Geschichte unseres alten Volkes sich erneuert. Sie muß dieser Wiedergeburt ein starker Helfer sein. j Die Arbeit des Keren hajessod für das Jahr 5698 beginnt! Wir rufen von unserer Tagung, an der die Reichsvertretung, die Landesverbände, die Gemeinden und die grpßen Organisationen der Judenheit in Deutschland. teilnahmeh, alle Juden und Jüdinnen zu einer neuen, großen Anstrengung auf. Der Keren hajessod muß den Grundstein legen: für den neuen Bau des. j ü d i s c h e n Lebens in P a I ä s tj n a , für. Einwanderung und Siedlung, für uns und alle, die in Sehnsucht und Not den jüdischen Namen im Lande seines Ursprungs zu neuem Glanze führen wollen! j herzlichen Wünsche aller derjenigen, die Herrn Rothschild und seine verdienstlichs Wirksamkeit kennen, begleiten ihn in die Zukunft. . i Winterhilfsaktion des Frontbundes Am 21. v. M veranstaltete wie im Vorjahre ein Eintopfessen zugunsten der Jüdischen Winterhilfe der Vaterländische Bund jüdischer Frontsoldaten. Dank der Zuvorkommenheit der zuständigen Instanzen konnte an drei Stellen eine kräftige Bohnensuppe mit Fleischeinlage geboten werden. Im Gabriel- Riesser-Saale, in der Mittelstandsküche des Israelitischen Humanitären Frauenvereins, sowie in der Volksküche der Gemeinde waren viele hundert Teilnehmer erschienen, die durch ihre Teilnahme an dem Essen der Jüdischen Winterhilfe einen ansehnlichen Betrag zuführten und dadurch ein gerade heute besonders wohltuend empfundenes Gefühl der Zusammengehörigkeit bekundeten. An allen Stellen Waren Rabbiner und Mitglieder des Vorstandes der Gemeinde erschienen und sprachen zifden Teilnehmern der Veranstaltung. In der Volksküche ergriffew-Oberrabbiner Dr. Carlebach und die Herren Offenburg und R.-A. David das Wort, im Gabriel-Riesser- Saale Oberrabbiner Dr. Italiener, sowie die Herren Dr. V e i s und der Vorsitzende des Frontbunde:: Dr. Urias, in der Mittelstandsküche die Herren Rabbiner E. jDuckesz- Altona, Bamberger - Wandsbek und S. Loewy: Ueberall wurde das Benschen zugunsten, des guten Zweckes Versteigert, und der Gesang von Schir hämaalaus und anderer Semiraus verlieh der allgemeinen Stimmung ihren Höhepunkt, j Verein zur Förderung ritueller Spei^ehäuser e. V. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser hat soeben sein 206. Heft herausgegeben, das von seiner Geschäftsstelle Beneckest'raße. 2, 44 28 82, zu beziehen ist. Der Verein beantwortet auch schriftliche Anfragen, deren Rückporto beizulegen ist Abs dem Verein selbständiger jüdischer Handwerker und Gewerbetreibender In der Mitgliederversammlung vom 10. v. M. wurde über die soziale Arbeit der Frauengruppe berichtet, der nach dem Wunsch der Vereinsleitung die Frauen der Mitglieder ohne Ausnahme angehören sollen. Der Verein erwartet von seinen Mitgliedern, daß sie dem JüdischenKulturbund beitreten, zumal seine Mitglieder die Mitgliedschaft zu einem ermäßigten Beitrage erwerben können. -— Wiederholt macht der Verein auf die Notwendigkeit aufmerksam, daß die jüdische«) Gewerbetreibenden Haus- und Hypothekenmakler / Grundstücksverwaltungen Dr. H. Braunschweiger Gr. Burstah 23 (11-1, 5-6 UNri 313176 Paul Möller & Co. Gegründet 1913 * Glockengießerwall t( Ruf: 32 68 70, 32 74 33 Moritz Mündheim Inh.; Dr. A. Mündheim Gegründet 1908 Neuerwall 70-74 Sammelnummer: 34 73 24 Verlangen Sie unsere Anzeigen - Preis liste

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