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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1937-06-18 · 6 (18.6.1937) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
6 (18.6.1937)
Date
1937-06-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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I Seite 2 Jüdisches Gemeindeblatt IS'uniiniT 6 Entschließung des Vorstandes der Gemeinde in Sachen der Reichsvertretung der Juden in Deutschland Der Vorstand der tleutsch-lsraelitischen Gemeinde in Ham- 1 bürg hat in seiner Sitzung vom 10. Juni. 1937 mit größter Besorgnis Kenntnis genotnmen von dem Inhalt des Briefwechsels zwischen der Reichsv^rtretung und dem Vorstand der Berliner Gemeinde, — Der \lorstand der DeutschMsraelitiSchen Gemeinde in Hamburg wetndet sich mit aller Entschiedenheit gegen jeden Versuch, die Reichsvertretung in ihren Grundlagen zu 1 erschüttern. Er weiß sfch einig mit der überwiegenden Mehrzahl der-jüdischen Gemeinden und Verbände in der Auffassung, daß die Judenheit in Deutschland kein Verständnis dafür haben würde, wenn die in der Not der 2eit entstandene autorisierte Vertretung der Gesamtjudenheit in Deutschland in der Erfüllung ihrer Aufgaben gestört werden sollte. — Der Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg spricht der Reichsver{retung sein uneingeschränktes Vertrauen aus. I Ih. l-.rn't /. #* v ii #- n b r if g : f Die Stimme spricht Gedichte von Karl Wolfskehl ll.i' s«huk«.iL d;»" [die Juden »n dieMHi Jahren getroffen ii.il. iiiiln ii mc mit "tilhji \\ iirde i’etrn.treii. \ ielen w urde der iStulf \i#m ii /in l.inkeht iKith iniKMi. Je "t.i rker <h*r-ehizelne in m immi liilden -mkI \\ ii km im Dent-sthen u*rw iir/clt war, um -t* -n»Ii.*i war die luf^aBe. «Ii«* die Zeit ihm stellte. Im In n ii!■'k n*i'> "Mt-lan (f'-ur Lrf' dichtete Kurl W idDkehl. formte < t nltdeut-dw l ieder j»ud Sauen neu. Sechzitr Jahre h »tte er f ii t «liHl'dim Gri"t irj*kam[di. Stets hatte er "i<h stolz als Jude Wrk.imif. „^»e" umnelten Duhtunuen*' (Berlin 1‘DH z<■ i.iit*11. \ iH.ni Im ir dem jm\*hi"dit#n ( >n 1 der Antike und Indiens ln JiidUdie eine M»n fielen Onellrn 'eine" Lehens nmi "einer ii. I rifj liuti klingt e" mi" sdion ahmimi"\o!l Bd<lutr i 111 u t eil: \iin .ilier ’ w ,i n N* eine \\ n II I t Mt Ich hifi f« rnc ‘i%n!V-r 'juttvkm. ’Vkk? nnt ich dx.\:‘n. n .•n mir (sic hörnt ich i die [ Welt, im der , .i .* V.i- _ .. \JH w ir j>r mi". . uelel>t. zrrtrixmmert. Nene Gi-ichtj die NX\ it und Breite, H» uf v :n Alk Triftn. «Hange. Schroffen sind verteilt. NX o >hr nur fifndrungt. stüht als schwarze Wand •-. r :*rd* Sta^ilgi-w» id "ijürmt cum Himmel. I /eit Hrudi üuer :;i deiit-dn in ni'iimtndern i"te 1 ml ueleht als AH* r in kefer. atemk Aik.n im Hef/cn, v<>r m. Alle me;ne hinten •Bilk- Alle meine U ciehcit u; rd Dunst und Spreu. .Ich bm arm. Gott! Neu N.H. Dich her wie den Vktcrn. «it hatte tiefer Wolfskehl? ii ix I e^er .Luft, selber scheu, sind verpufft. \ll" d. < Mitte "O: mm«* in dem * eint?njt B :td im d i<!i11Midi : h-ri in I I :jf. nl d i - -* (! ü r e•! 11 •!I W kelil liitt loi-k 'i I. . knaiiti.«". i Leitet. I i':‘-:rn. ~f (.it -1II» Ml. J.diie. II ■I I iefe d< " Stm/e< rnÄt rin Verlassener muh seinem Herr, ich will zu nick I“ Antwort wird ihm. ..I>ie "|iinkl." >if dieiltt eira "ctiin.de" SdiMckeiit>iindihcn, lie neuen (tedidite \\ (ülf"kehls jresammelt sind. Ls dem l>ieiit«-r cjie Jodenl in I)eut"ihlaml, wenn dieser ’/ehnteii l.uiMfiid er>«li|('nen i"t. Da> i"t Inr ein Geeine er"t.mrdidi hol^e; Anfluge — wie vielmehr in leinen kiei"e. I s i"t ktijrleit^i die A'ntwort auf die ► eim es dem Dichter jrelinirt, i u s c h a f t y. u gestalten, 'las uii"er Leid deutet. Wolfsl«*r l elHintr im GiMirjre-Kreise ri. -«lie \er"ieihe störenden »he ^e"«'t/.t. Lr hat weiter ire- *den. ln «leti kleinen Aendetlimi"du> B«""«'ninir /u "ein wir (•cdidtTo!;•" i i k "a I der (• r midi ."rim ni \\ :» dei iiriini \ ii"^ eil. m < •rke. «d»e. j«"I .i11 dr > mi ruhige1 l«Mt Lunkt-m h,dl»«*r^l I " i"t mehr dl" ein f .ur»*r nur eine rh jmi -•h « •n w i friili« r: I i" L(>M"diteiten anl fleill \\ e^t‘ dir f» un v.-rvtrich». n v« il jetz*: a iie iu >*:#*r *e> h•? ” j.» lll(. kt kr I a I ‘ cji i T ti. ^iun vervlrjchen. —- In-k:irt111:—fi*ii ( .i^h^itr: ..I>ii■ Stimmi- '•pri.lit .1 in „ Svndet -Boten durchs! Hev ter * . SchruHt — Bot*.n 4durch; Revier fjn«iimli-n. .m- <l< r M.ilintuijr /utji Huf ilii- Aiiffitrili’riinrr zur I •■* IJ.1" «.«-rtw-lil: l ml .Irnmi.h Llu-illt jrlzt!>tiirki-r mul In-- ■ wtilfter: I ml ili‘iim>.fi >imi wir .la. - * Kin Hilf ward iI.-iii Diibtor. er liüiti* ilm. er ist ihm ^efol^t, i-r hat sitli enifrereilif in :lio Kette der (iesihle.hl.-r, in die lleilie <ler h> iiinir-.lien Sanier. Der;:rid'.e Steinsdinu|>|H'nr.dl. diT am •>. (jklnber 1933 il In - r DenN.fdand nieder^in^. wird /um Syndiol lies Anlhrndis. Wie weit der er-te Sihm.-rz iilierw linden i-;t. /ei^efi zwei l a-Miniren der voi letztTn .Strophe <les zweiten (iedidite-: Anflirildi, AullMnih. K rste F ,i < s ii ii « : Grollt nicht zurück! NX inkt mit der fland. Nfc’aä %sar — verzeiht! Holt au« und freit, Wie Kerne* freit! Grollt nicht zurück* NVas uar — verzeihtf Holt aus befreit. Winkt mit der Hand Gen Abend weit! Das ist nicht nur spra.hlithe Aiisaijieitnnyr. Hier spüren wir Versöhnung mit .rineni (ies.helien, .las tiefe Wunden rill, dessen Similiaftiykeit aber so in uns eiiijlinjr. <lalf wir \er- Can^euheit und Gegenwart bejalven kiinnen. Spüret» wir nicht, wie mit weitem Ausholen unsere Seele dankt Mir all .las, was dies Dind uns gab? . , ' - No.h stärker spüren wir diese innere Kntw UKhmg des Di.hters, weit» wir .las Krweiterte Werk betra.hten. In einem groljen, blauen Leinenband auf edlem Papier in ornamentaler Antiqua gesetzt, legt der S cliockc n V.rläg .lie (je.li.-hte „Die Stimme, spricht* als hrweiterles Werk voy. liier erleben wir nun. wie der Di.hter unser.-r läge .zum religiösen Sänger gewor.h'ii ist. Kilke sang: () sage, Di.hter, was. du tust? I.h rühme... Werfel, krönt seinen letzten Cedidithand ,,S.hlaf und I’rwa.hen“_mit einem iKmnaiiuin: J.sle Wesenheit selinf si.h muh PreisTtng. In glekher Cesinnuiig s.höptt Wolfskehl aus den Quellen .lös jii.lisdien Licle.s. 'Im Sdiuckenalmanadi >997 finden wir fünf gcistlidie hebräisdie Diditiingeii von Wolfskelil übertragen. In dem neuen Bande erinnern mandte Gedidite au Piiitim. Vor allem in den Gedichten: -..Die Stimme spricht zu Israel am Jom I lakipptirim“ und ,.Jom I lakippurim“ erneuert sich in der stilistisch ungewohnt uiimiitenden Wiederholung gleidter Stroplieiiiliiliinge mittelalterli.he l.iedkraft. I)er Di.hter hat zuriichgefiinden zum Kwigen. I.r ist zum Boten der Stinjme geworden. So vprtch zu der Schar. So künd rbr den Sinn. * Die Rede kt wahr. Denn ICH BIN DKR ICH BIN. Bald verstatt Ich. gewähr Ich Glauben. So "clirn Guiliiktr uns ^iiumi "turlCcn Halt. Wie je<!os jr ro(itfc KmiMu im k w irktui jsit* immer ntkU atij> uns — wir könntm si*- l( "cn iti kurzen Minuten <Iur Kulu*. tlie <las Grliotz Allta^s-iins Lilft — w i^ in Stiimlcn <!«*" Bt‘siiiut*ns, «la wir vriza^iui. I ih! wir danken dem Diditcr, «ler unser I.eUl mul unser Hoffen snn^. Traure nicht, traue, meine Seele! Der dich aus Rast und Reigen reißt. Der alle auf dich losläßt. Seele. Dct selbst dir nachgcstcllt, o Seele:, Er ist es. Des Sich dir verheißt.

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