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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1937-03-19 · 3 (19.3.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
3 (19.3.1937)
Date
1937-03-19
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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S.itr 2 G c m e i n il «• b 1 a t t der D e u t s r h - I s r n e 1 i t i s c h e n Gerne in d e Nummer 3 Obvrrablunrr Dr. J. Carl b u c h ZUM PI Peßach ist das Fest der unverlierbaren Mensche n,w ü r d e. Denn das ist der Sinn von ijrnin pt'), daß wir als ]»"iin,J3*)< als Menschen von Adehund Wert uns fühlen gelernt. Alle pharaonische Bedruckung und Knechtung vermochte den Glauben in Israel nicht zu zerstören, daß unsere Seele unser bleibt und zur Gottesebenbildlichkeit berufen ist Sklavenketten können uns drucken, aber nicht erniedrigen und uns von unserer Menschenwu'de nichts nehmen. Diese Adelsprägung der Seele bewiesenjüe Geknechteten durch ihre T r e u e S;e bewahrten in unzerstörbarer Anhänglichkeit cjie Sprache ihrer Väter als die geistige Verkörperung ihres Volkstums, sie änderten nie ihrerv jüdischen Namen, den Ausdruck ihrer persönlichen Eigenwürde; sie lehnten bei all der Fron ihres Alltags Verräterdienste bei ihren Vögten ab, um die bruderliche Verbundenheit vom Juden zum Juden nicht preiszugeoen Diese dreifache Treue: gegen das Volk, gegen die eigne Persönlichkeit und.gegen den Leidensbruder ist das Ciegel der Wurde und Freiheit jedes Menschen, und war er in Ketten cerooren. .■ - i IFESTI So ward die Erlösung aus dem Sklavenhause Aegyptens nur .die Bestätigung der in äußerer Abhängigkeit bewiesenen inneren Freiheit, des nnay "pro fTHIV)- Und geschichtlich ist meist die Versklavung des Menschen nur eine Folge davon, daß er trotzäußerer FreiKeit in seelischer Untertanenschaft und Würdelosigkeit gelebt. Peßach ist daher das Fest der Freiheit der Seele. Zwar sind nach Lessings herrlichem Wort nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten, aber frei sind alle, die wohl ihre-Ketten bejahen, die Gebundenheit durch Zeit und Schicksal in Ruhe und Dienstbereitschaft tragen, aber die Domäne der Seele, des Edlen und Großen in der. Brust, nicht verkaufen, sondern durch Treue erhalten und pflegen. Seid eine Gemeinschaft der Treue! — so klingt es uns aus den düsteren Blättern der Vorzeit in Mizrajim entgegen. Habt den Mut der Treue gegen Volk, Eigenpersönlichkeit und den Mitbruder. Dann wandelt sich die Matzo, das ungesäuerte, ungewürzte Brot des Elends, in das beglückende Brot der Freiheit. P aJ Fnihctl 4nmitU'n der Knechtschaft. Amtseinführung des neuen Oberrabiners in Altona I n-ere N.iilib.i i -ri'iiH'iihl.' in Altona be^inj: letzten SiuiIh.il'. .«Ici, 14. .1 Mi. in feierlicher_ Weise die Vmtseiufiihriiil.:« ihre* ncii- . gewählten OlM-rrabbinCrs«les Herrn Dr. The«wlor »tri«/. Das ein» mdu«» Gotleshuuiwar bis unl (Jen htfzten Platz gefüllt. Vertreter jlei Vorstände .lt i Vu^b ir^enn mdeir und der Il.im- •-hui ji-<)hn kultn»\erblinde, fii~t jtlfe in den Geiiieiinleii GroH- [luiiihiiri;* .mit iereuderi Itabbiuer >ow ie Herr Itahh! DK V\ intfr- 1 ubeik nahmen .in .1 ■ de* \ lli»n.ri-i Sc na stände» ilr-r Gemein«! Her± I)i. I UntL, i tnli r ii ii < 1 Rnhlrineii. meinde und ihr neu"-; seien", ni-be-undere Iii er rli i unauslöschliche Alton.er Gejmeiwh fii r Vlll'l dem el -einen seinen linl»huchlolirer r-.iiiiiilmiii^-leier teil, die \on Gesängen ochors umrahmt war. Sil mens de» \»r- Altonfr Ifegrütttc Jessen .'Vorsitzen ler. ic \ersuInnleiten, unter ihnen .In- \crwclth« derdi ill*re Anwe-enlieit die G«;- sc-istises <jM>erhaiipl /n einen ersdiieneii 11 n ()hcj-i abbiner Dr..C,"u r I e b .i ih . den i Dankbarkeit niiil der steten Liehe <ter W irten in ihrer-Mitte'versicherte, »uruleren Dank dafür aussprach, «lall er , in «ler bisherigen St.itte seines Wirkens bc ji ul'en wolle. Lndlilh hielt der Kedner Nenn Dr. U eis/als den in-«t u < M>err,ibbiijer der altebrw ürdi-en.;ui Geschichte und l|i i litüii.en reichen [\ltoii.u-r Gemeinde willkommen. versicherte ihn de» Vertrauen» der;resamten Gemeinde und inshes<tlMlerc hu r Jugend, die -einem Wirken vidier Krwartuu-r; eiitjrejren-elie. An ein P* Otterrabbiner Dr. Carl rubtiinischen \m1es. des iimI dein liechtc zu diene 'linuort anknüpfend..pries dann Herr ■ b ,i < Ii die Heiligkeit und Würde des ■en Trüget1 bcriden sei. der Wahrheit i,d.i- Gute in den, Menschen zu wecken und sie -zu* verdienstliche n Wirken im Sinne de-' Gattesgesetxes zu fähren. In herzlichen Worten sprach er den W un-<h aus, duft i^in ~A.mtsiiüchf<>lger:|durdidrungen von solcher Auffassung seine- Amtes, ninuu»gehexi möge in seine Gemeinde, umsie I ii r die Gotteslelric zu gewinnen: die Gemeinde wiedeium rief er zur Treue ihrem erwählten I iihrer gegenüber auf. Dann hielt l lei r (>bei i abbiner I )r. W e i > / -eine \lltrittspredipt. Ausgeheiul [von einem Verse des Torn.ih-ihn'ttdes komuien<leii SubbatS, sprach er von dem W under der physischen und geistigen \nlkwerduiiir Israels dorch <leir Anruf Gottes und Moses' Wirken. I)ii- \erpfKchtacig eines neuen Anfangs, zu der er die Gemeinde aufrufe. Hege auch auf ihm: ein gemeinsames Wirken -<m nur mt'ifrjidi duufi ein /ii-,immeuw atli-en von-Gemeindet II bei j-'cisligem I iihrer. Kr gelobte! t.rn-t zu machen mit der Verbreitung und der Erkenntnis: der I eine, mit dem Dienste Gottes und der ßetütiguni* der Nächstenliebe unter den Menschen] damit die Welt durch da» Tun «ler Menschen emporgetragen werde und gesunde. Mit dem vor geöffneter Lade gesprochenen Geltet fiir die Gemeinde und dem Gesang'iles o^y ]nx endejlcdie, Fciei". Zur Berufsausbildung der jüdischen, besonders der weibl. Jugend I* n/fi r R o f e m ku u m-U dhi tnuni nhohr: Die Krau als Berufs«iirtnerin. /nr KrlujijriHij: deberufe» einer (»arthefin kann man mit gittern Gewissen all den jungen Madiheii raten, die au \nsw.iiuli-i iiiil'. sei es nach Palästina, -ei es nach I eber-ee denken. Im wild fähige, jun^e Menschen, immer ernähren, und auih Hadi ihrer \erheiratniikann die (.iirtnerirj diirifl ihrer Hände Arbeit wesentlich mit zu den Karsten de» Haii-halleiK-itra-en. Die Voraussetzung lur die Erlernung diese*'edlen und -ilulnen Berufes i»t allerdings phv-isifie und psydiisihe-Gesmidheit. Pill M.eliben i-t ei um -i> empfehlenswerter. n|s fremde sie. ertahriings^eniiilf'diirch llamlgesthichlichkeit bevorzugt, berufen ' iu hr in (cartnerisciien Betrieben hü uferen Kein.irbeit Gutes zu lei-len. währrml die I inilw irt-<fiaft pehroiler weniger s<h\M ieie um'f grilliere Arbi-it (-ilonlert. ' I m du- Gärtnerei gründlich zu erlernen, be I irl es vieler Jahre: mehr ,il» alliiere, i-t «lieser beruf zu vielseitig, als dall hierzu eine zwei- oder^rfreijüliri?e Kehrzeit afisrei«hen könnte, ts gibt, um. nur efnige Spe/ialzweige des gairtnerischeii Berufes aufzuführen: Gemüseniebst F'rühgemiisekiütuiren, Baumschulen, K.ind-diaft-.uailnerei. (nicht zu verwechseln mit Land- Wirtschaft) .Topfpflanzen- und (■'reilamlkulturen. Alle «liese Fächer grumllicn zu ej lernen, bedarf es getliegcnej: und laiif;- iühfiger Ausbildung: Anch lür Mäildien besteht djurchuus die Möglichkeit, -ich in einem von ihnen zu spezialrsiercn. Aulfer- «lem la-seii sich mit \orteil verwandte Berufszwcigo mit gärtnerischen Berufen verbinden, z. B. Blunienbiiulerei. Imkerei, Geflügel/ncht. In GritKrtlambur? be-teht im JCärtnerisch'cB* Aiisbibbrjgslehrgunü in Wilfaelmineiiliöhe** die Möglichkeit, in zweijähiigt*! Kein.lauer, unter fachmäliuischei Leitung,A14—isjährige Mad- -«lien intensiv praktisch und theoretisch auszubilden] Neben der praktischen Arbeit (Krüfagemüsc nnd fehlmäBige Gemiisekuitnren. lopfpflanzen und Gewächshauskulturen) £v\\\ Hand in [bind ein um mehreren Lehrkräften erteilter theoretischer I iit'eiruht. und für die. Sihulerinnen. die auswandern wollen, weiden Sprächkurse erteilt. Veber die erfolgreiche Ab-olvierun^ der zweijährigen Lehrzeit und das Ergebnis «ler abschlie- Henden llausprütMng erhalten «lie Lehrhngel Aheangs-Lehrieugntese. i \

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