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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1937-02-09 · 2 (9.2.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
2 (9.2.1937)
Date
1937-02-09
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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tummrr 1 ('• e in c i n <l c Ii I a 1 I 11 r D e u t s »• Ii - I s r a <■ I i t i s <• h e n G * in i n <l e Seil.- 3 \S \i oft ii.uli.e nun. all Hausarzt befrugt, aus der Kenntnis <Iit v .-neri-ihen oder tuberkulösen Vergangenheit-juiiies thekund-nitcn heraus pnithtgcmiiß von einer Ehe temporär oder Uberhaupt abraten. W ie oll sah man<aper audi allen wuhlgemeinten ll.it in den \\ iml geschlagen und hinterher, als traurige Folge Zerrüttung, Trennung der leichtsinnig geschlossenen Ehe und noch Khliiuuicrcs' Unheil, um vieles schwerer empfunden und zu ertrügen als das Herzeleid derer, die .ml die Verbindung, die sie aust reiner Neigung schließenwollten, reiht zeit ig aus besserer Fiiisieht verzichtet halten, liier zwingt d.is r^~egesun<|heitHge«etz die \V iden-strebenden zu ihrem eigenen Kesten. '• Das deicheist <ler Fall heim A e-rboj 'der Ehe. u'emi einer der Verlohten entmündigt i»l oiler unter vorläufiger Vormundschaft stellt. Die Finw illigung <h's VormOndcs hat hierbei, im Gegens&tz zu früher, keine ausschlaggebende Bedeufjing mehr. Entmündigt kann mich dem Bürgerlichen Geselzbllin .«erden, wer infolge von Geisteskrankheit o<ler <',ei<-te—•ihwfiihe eide-r infolge von Trunksucht seine Angelegenheiten niiht zu be-sorge-n vermag oder siih o<ler seine Familie der Gefahr des Xotsti indes aussetzt ode-r <lie Sicherheit anderer gefährdet: weiter wer dunh Verschwendung seine lidcr seiner Familiew irisch.iftliehe Existenz untergräbt. . Ks ist so einleuchtend, klingt -o se-lbstyerstündlich. »laß in.in jemandem, der nicht einmal seine eigenen Angelegenleiten besorgen kann und 'aus diesem I nverniiigeil heraus;<ir sihou anilere schwer geschädigt hat. nicht dun« einen Iteeht-akt, M le <ler Fheschlufl es i^t. die Sorge und Verantwortung! für eine Familie übertragen darf, dal! man sich! wundert, clnft dieses geset/liche Verbot nicht R(1|«HI line.ingesdirünkt bestanden hat. Jedenfalls ist es in vollem Einklang mit eleu Forderungen Unseres Sitfengesetz.es. Das trifft ueuh Zufür andere' Paragraphen ele-s Gesetzes, deren Inhalt »traf- oder staatsrechtlicher Natur ist. Zu dem dritten der einschlägigen (iese-fze-. dein kurzweg RassengesetiC genannten, mochte ich nur eines bemerken. Se-it langem schon .standen weite Kreise des Judentums, nicht Idol! die sogenannten Gesetzes!reuen und die Natlohalgesinnten, aus verschied- Uber. Mies iM neu H eweggriiiieh-it der Mischehe' abbdiiiend gegenalb in besteht nach unserem Ermessen zwisthe den enge nisihc n Ii nd bei igionsgesetxen nur eine schniiiingsuiiilügt Dissonanz, die Sterilisiorung. Vernunftgemäß haben wir keil minderwertigen glücklich, d schädigt und sei fortpflanzt. Auchlnteres.se au einem geistig und körperlich Nachwuchs, der. selbst lehcnstintüchtig und un- Glück der Familie stört, diel Volkswirtschaft, le Erbkrankheiten /um Fluch-des Volksgnnzen , unsere Zukunft kann nur gewährleistet werden von einem kerngesunden, starken Geschlecht, das den \n- Daseiiiskampfes mit seinen zahllosen Fährnissen körperlich und geistig gewachsen/ ist. Nur eine solche Na 0 h k ei m m e lisch a if 1 i < t der' S e g e u der F h e. LEHRHAUS DES TEMPELS Im. Rahmen der im Laufe des Winterhalbjahres stattfindenden Religiösen Feierstunden spricht im Zyklus ' ' „Rückblick des Juden auf das 19. Jahrhundert" als dritter Retiner Herr Rabbiner Dr. M. W i e n e r - Berlin über / r\'J Jüdische Philosophie und Weltanschauung im 19. Jahrhundert .. Sonntag, 2 8. Februar, 17 50 Uhr, V im Großen Tempel, Oberstraße 120.. Die Veranstaltung wird von Chorgesang eingeleitet und abgeschlossen, beginnt punktlich und ist unentgeltlich jedem Mitgliede der Gemeinde zugänglich ■ * Im Rahmen des gleichen Zyklus spricht als vierter. Redner Herr R.-A -Dr Max E i C h Ko I z übir Emanzipationskämpfe im 19. Jahrhundert (Gabriel Riesser) Montag, 15. März, 20 U h r, im Gabriel-Ries^er-Saale, Obersträße 120. Der Vortrag beginnt' punktlich und ist unentgeltlichjedem Mitgliede der Gemeinde zugänglich * Sonnabend, 27. Februar, 20 Uhr, findet unter Leitung des Hernn Rabbiners Dr W i e n er im Heinrich-Levy- Saale des Tempels eine Arbeitsgemeinschaft statt. Die Teilnahme ist unentgeltlich. des Herrn Rabbiners Dr Die Arbeltsgemeinschaft Italiener: Ein Gang durch die Geschichte der Juden (Das geistige und' kulturelle Leben der luden in Deutschland während des Mittelalters) wird Montag, 22. Februar, 20.15 Uhr, im Heinrich-Levy-Saale fortgesetzt Der Vorstand J 4 Öhrrrtihhint r Itr. Cur/ r h u r h : Der Tätigkeitsbericht des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden 1935 1936 V v ' -." Einigkeil macht stark. Dieses Losungswort charakterisiert die Bedeutung des grollten eler jüdischen I acnlc-sverhuiid»- Deutschlands. <h-r in dieser Zeit schwerer I irschütt er ringen »les jüdischen Ceiite iiiclclchciis ab lle-lferund Förderer der Jttdcil*' heil auch weit über die Grenzen Preußens hinaus sich bewahrt hat. Früher galt einmal der Saiz des Talmuds: Eine Gemeinde ist nie arm. Aber heute, da Abwanderung und Verarmung vor allem die kle-ingc-me imlen aufs schwerste treffen, können <lie meisten »oh ihnen ihre religiösen Aufgaben nicht mehr ueili-ibin erfüllen. Da wurde ihnen de-r Preußische Verband der Retter in der Not. Sein \ornehnisles Ziel ist es. die Gemeinden durch Beihilfen zu erhalten oder durch geeignete' Zusnriimenleguugcii 'wenigstens die Erhaltung der lelienswichtigitteii Institutionen elurch die gemeinsame Betreitling von Bc/irksb.-,unten zi/ ermöglichen.' So kam es zur Schaffung neuer Bezirksrabbiirate oder zur Aiiglicderiiug eines kre-ises von Kh-i'ngemeineleii an ein größeres Ortsruhhinu). so wurde erreicht, dal! überall die jüdischen Kinder durch Wa'nderleh'rer einem Hei iu'ionsunterrivht zugeführt wurden. Weitsiditig und groll- Zügig bei i achtele sieh der I*ic'■ l!e■ 11 \ erb.iud etil keine Greil/*' pfähle gebunden, sonuetn scnljofi cKc; Gemeinden I hüriii-.'ens. Mm Oldenburg. Braunschweig, tippe. Lübeck und Mecklenburg Und die des snarlnrides in seine Fürsorge mit ein. jl'»•bei dl waren <lie Versorgung <ler Bi^nhil'en, die Itechts- und nie El ijsberatuiig »Ic-r (ie'nicinden <ler '\\e-g. Kleinmut und <las Gefühl eh r I usieherheit zu binne n und neuen Mut zur Religiösen Beliitigung eiii/uflössi-ii. (iui^ (lervorrugend war [die Kulturarbeit eh-s Verbandes. Für das/Schulwesen stellte er allgemeine Programme i:il Kiihtliiiieu auf, für die Lehrerbilelung .und vor allem die ' '. N ",' ' -;'•.'-''. Lehrerfortbihking schul er l»elelKiieie Me'iglilhk«"iten. 1 Ireeligten Hlirdeil versandt, die jeden Kultlisik'amten l"-l.ilu_'li-il. an den hohen V eiertage-u ein zu (lerzien R>be'ndes Wort an ein- (iemeillden zu riehteil, und in allen Kreisen aus Vnbifl <ler -jü- , discheii Feste I'estlagsaktionen eingeleitet mn dem Fosiings. Wort: kein Jude ohne jüdische Leier! I )e-r seelische- und sei>i de Gewinn-dieser Veninstnltungen ist höchst bedeutsam. Er hat - \ it'lealleinstehende Me-nsehe-ji wirtlcfr in die jüdische•Gemi*msehaft zurückgeführt ninl ihnen Gelegenheit-gtfl»ot»i(i, sieh über . ihre- Sorgeli und küiiiiui'riiissc auszusprechen und 'persöuliehe Bezieliuiigen anzuknüpfen. Den Huuptgewiriii idxrr •»■r/ieltiman für unse4*e Jugend. Für sieJwuTilen Eerieriuhd Festta^skurse veranstaltet, von <b>re-ii »v unilerb'are-m Einfluß wir uns selbst hei der Betreuung s»hles-wigdInl-temisiher Kinder im I undjiigendlieim Wifhelminen-hphe ül>erzeugen konnten. I in ferner den ejnzetJbeii Belehrung und iiiilisch-kiihsllerisihe Erhebung zu bieten, ver.in.-tallele der \erbiud Kulturfahrten, hei denen an SfMl .\hi\iiileii in |s>4.(.enf-inilen übe-r ■ marinigfadie Tliernc»« de-r JudentunjUkilndc berichtet u»<l 'jüdische Dichtung in künstlerischer Form cliirgeliaten in*neile. Endlich ve-rmillelten W anile-rl ililiolhi-keu. deren Bestäiuli' m' . Cieineindeii und ein/ebie vers null - w unle-n. jücfi>chcfn I r.i-- slolf. der in . sor.-'lnltiger Auswahl' mit den I I.Oiptgehie-leii liliserrr Fehlebe-kaiiutin idieii 'soll. Infolge <le-r "engi-ii \ e-rbin!unu nhsc'rcjr (•<-nii-i.udemit dem Verbände jiulisehi-T 'GeHieilldeil Sehlesvv ig-lbd-yleins ist »las Interesse für die. Arlierfl des Preußischen I aail»-sv .-i liaudes>au»h in ihre-r Milte lebcndijr. arich vvir »i>-i-n es duikbir zu schätzen, was er in _mirhjevedler \nWit | null ibird» sel|isllofce Hingabe für u'nsiire im «h-r Di ispm.i seelisch schwvr lledrohten Brndet ie-h-isi»-t Ii »j I ns(-re- Gemeinde- «tyrf s,i»h stol bewuttl sein. ■ tl.tfl si»-, in 'ii-in gesanrtt'1». N .nhbargebi»"'t /Or l.inderung derr. jüdischeit Not bi-ige->tc ue-rt un I sieh deuit Pre-uMe-inerbTinle zur Si-itegestillt hat. Sie wird daher •n«'vh/l itet'ii seinen kiterideil Mä'nrierri uiA-inui-sehi-ankle \nc-i ketinulig , und Dank zolbn. " .

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