Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1937-02-09 · 2 (9.2.1937) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
2 (9.2.1937)
Date
1937-02-09
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/4891256-6725285-5445089--1341-4892449
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

0 entity mentions (1 not found in this text)

Nummer 2 G e m c i n d »• b I a 11 de p Deutsch-Israeli tischen (ii-meinde Seile 3 lluudwcrkliche Lehrstellen werden, i . Hi bei <l in grüßten Anstrengungen jüdisdierseits. nur vereinzelt iii besetzen sein, tla hier schon seit Jahren nur eine beschrankte I ntdibrihgungsniüglithkeit besteht. Si konnte fIie Jüdische Beruft Jierutungsstelle für <las J.<Iir 1934.35 mir 4b (inüiinl. 34. wei'd. U) iiikI für das Jahr 1935?36 nur-30 li.induerkliche Meiste'rlehrcii vermitteln, dagegen im Jahre l'J34 33 ''J kaulinanni-cbe'liii.uinl. "»M. wc;ihl. 53) und im Jahre 1935;36 IIb kaufmännische (in.und. 74, weihl. 4JI. Die Prognose für <lie Unterbringung <les jüdischen Nachwuchset als Lehrlinge in der privaten \\ irtsicbuft erscheint demnach nicht günstig. Dies sollten insbesondere d i e'jugendlichen zur Kenntnis nehmen, welche <lie Schule ohne' Vbschliiß'verlassen wollen.' \ielc jüdische Jugendlich^ drängten n den letzten Jahren aus den Schulen heraus, du* Schulwissen war bei ihnen in Milikredi4 geraten und au seine Stelle der W unsch getreten, schnell in die Berufsausbildung zu kommen, Abbruch des Besuches <ler höheren Schule, Abgang von der Volksschule nach Erreichung <b|s yolksschiilüreien Alters waren ganz alltägliche Er.sdieinuiigcn. Solange die Jugendlichen von der Schule aus in die reguläre' Lelirje von 3- bis 4j.ihriger Dauer kamen und die Sehlde de» Lebens fiir sie tatsachlich an Stelle der Lern-chule trat, konnte man sich Vielleicht mit dieser ''-rscheinung noch einigermallen abfinden. Man muff, zwar tief bedauern. daß die Berufsausbildung sich nicht auf einer abgeschlossenen Schulbildung, die gewissermaßen;ein abgeschlossenes Weltbild garantierte,[aufbaute, konnte aber anderseits mit den erzieherischen Werten der Arbeit als solcher innerhalb einer festen Arbeitsordnung als Glied einer Ivette in einer Gemeinschaft von schaffenden .Menschen rechnen. Wenn aber die reguläre Lehrstelle nur noch für einige wenige Jugendliche; in Krage kommt, dann mull man zu dem Ausgangspunkt zurückkehren, der sonst für die Abgrenzung von Schule und Beruf gilt, dal! nämlich Schule und Beruf zwei sich ergänzende Kategorien bedeuten und daß die; Berufsausbildung sich auf eine abgeschlossene Schulbildung, -ei-es dieder Volks-* Mittel- oder höheren Schule, stützt, Kine .Reihe der.Jüdischetseits Jneu ins Leben gerufenen Ein« riihtungen. wie dasj neunte Schuljahr, die Grumllehre und die Lehrwerkstätte -Betzen alle eine abgeschlossene Schulbildung voraus, die noch weiter ausgebaut und verlieft,werden soll. Keineswegs aber bedeuten sie finen Ersatz-für-die nicht zu linde besuchte Schule: Seit Jahren hai die Jüdische Berufsberutijigsstelle die Jugendlichen vor. übereilten Entschlüssen gewannt und die Eltern d.ivon zurückgehalten, die Wünsche ihrer Kinder in V.r. gebenheit gutzuheißen. Ge-wiß wissen heute viele Eltern nicht, wie sich die Zukunft ihrer Kinder gestalten wird. I| m so stärker I ihren Erziehungs- und FühnudgsahspruCh junge Menschen in die . Welt hinauseejst'iger, tharakterlidter und Franz - Rosenzweig - Gedächtnis - Stiftung Montag, 22. Februar 1937, im Logenheim, Öberstraße 140. Herr Prof. Dr. J. Markon: Zur 500. Wiederkehr des Geburtstages des Staatsmannes und Gelehrten Isaak Abravanel (1437—1508). Die Jüdische Bern I-bei .il :i n^-telle in Hamburg wurde l'ijh begründet in der ausdrücklichen .^bsiclit, die Ber)il»uinschichtungjder jüdischen Jugend rechtzeitig vorzubereiten Seil l'*33 »vml Im engsten Zusammenwirken mit cfe.r Beratungsstelle; für jüdische Wirtschaftshilfe wertvolle Einrichtiingen lur drj berufliche Ertüchtigung lyid J rackuilsbiMüjüg der Hamburger judi-chen Jugend c nlst.indHn." u z. für Knaben die- .Fachschule: für Schlosse-rel, Tischlerei und (..ntnerei, für Mädchen' die Haushalt ujigssihule als Vorbereitung für die haiisw irtschaf tlichen Berufe. , einegewerbliche Abteilung für Spezialausbildung in Dameusch ncidi-rei' und VVüskhenähen und die Gärtnerschule lür die Vusbilduug afs Gärtnerin. . Die luudwirtschid^tlich-gärtiienschen Hernie und von den handwerklichen insbesondere die Holz- und 'Metallbearbeituugs. berufe. dib Bekleiduiiu'-'lrei nie. da. Kernte in der .Nah ni nIi - mittelindustrie, die naüswirtschufllichen und hrziehungsbertTf« gehören zii deinjeuigen.Berufen,deren gründliche Beherhichung nach menschlichem Ermessen überall eine Existenz bieten wir>l. Die Berufe dienen der Befriedigung der priDi.iren ihenschlkhen IVedü rf nisS;C I' rage w m als Schlüsse uii'i kommen in Eämlern alter Kultur genau so m ii Argentinien. Brasilien und Südafrika. M in kann.- i rnle lie/eiilmeii. von denen l ehergühge in zahlreiche verwandte Hernie I v lel-eiti eine glitt Beispiels« -s c Ii I Schlosser usw. ns« I .1 s-.y h müssen sie darum gellend machen, u zuschicken, die in jüdischer Beziehiin stellt, entsprechen örperlicher, den Anspriieheu, on neu. Dr. H. linhmt die. die f remde »n -ie Ausbildung Begabti (lg ■ise: - r.' Maschinen-, W Monteur, Maschinist; stehen, sofern nur eine gute und vorangegangen und dem Jugendlichen und I rnstellungsfihigkeil eigen \*iä B en-. VI Ii.icker. .Konditor, ('.iteticr. G - v\ . - macher. Böttcher, Bo<>t'sb< K o ch llutelier ii Die II können -o sehen. Si Mellen al siehe rz us V( ginn ii-w hilf«-, Ben. z.u erf.ili ilKdr. Vb uer us*. i>rkzeug Heize ilelltiscfa •it.i nk nii'il-. nnot-i v 11 Ii in - hri-r inilnit^-r ■ jiui-clie Jitgcrncl und ihre EJterns« hi ii deni Schnlentbissiiu^stermin mit liulie 'enJ.c kiiiiuen irewiß -ein. dal! die hier verantwortlich! es verbuchen werden, ihre liernfliche Vnsbi(clui l-len.' Einzelheiten über Aiifnahpelieifingiingeh.' B ind von der Berat unv — teile lur | it.l i-.lu- U it t-eli.iit ckestraße 2'. 9—41\ •( hr werktäglich-fiaßcfr Mittwi. •i •* Die Bedeutung der eugenischen Gesetzgebung für die jüdische Familie In den letzten Jahrzehnte^ von Aerzten und Volkswirtschaftleru viel titul-heiß umstrittene Eraget! haben in der Ge-etzesforin ouge und I. tiwlucns dJs de utschen der <ler irischen Gesetz felwng der Jahre 1935—1933 Gesetzeskraft chrhalten. Es .entstanden:- das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchset, das Gesetz zum Schutz der Krbsesundhcit Volkes oder kiirzer |-.hegcsuiiilheits;:es'etz, das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und deutschen Ehre, hier belangvoll, soweit es sich mit Mischehe befallt. lind nicht in allen Kreisen der Jüdischen wie der dicht» jüdischen Bevölkerung mit rückhaltloser 'Freude begrüßt worden, meist aus religiösen oder ethischen Gesichtspunkten, und darum wurde ihre große hygienische und etigemsche Bedeutung auch für die jüdische Familie nicht in ihrem vollen Maße gewertet. Sinu Und /wc<k dieser Gesetze ist die Ivrzielung eines köriH-rlich und gei-ti; gesunden, ruSsereinco Nachwuchses, Und die-es Ziel -oll erreicht werden auf zwei Wegen: alle vorhandenen Erbkranken sollen CortpOanzungstinfahig gemacht werdc-n. wenn mich den Erfahrungen der Sie ärztlichen Wissenschaft erwarten ist, daß ihre mit etwaia rolle r Wahrscheinlichkeit zu Nachkommen an schweren körperlichen oder geistigen Krbsihaden leiden werden; neuer -Nachwuchs soll erzeugt werden mir diedie größtmögliche Gewahr für) ein gei sundes Geschlecht bieten. n solchen Ehepartnern, tig und körperlich ge- Jcsler Einsichtige; der sich gedanjjidi in Ii. -r (.es,-i/o »,-rtitsfu «ler in FachZ&tschrHteil die iu fast jeclier Nuiuiner neu lüt« gewo.rfenen, ansie ahkilifpfeiKlen I ragen toedizinisjher, juristi-. scher. so/ialwjsseiiscb.dtliilier Art verfolgt, null!_ zu ,1er I cber«" zi-iigung kommen, daß in ihnen »ler Weisheit letzter >ctiluß noch nicht niedergelegt ist. Auch liier ist uodi allc-s im Fluß, und es ist zweifellos, daß aus der praktischen Erfahrung und weiterer wissenschaftlicher Forschuilg heraus im l aufe der Zeit die Notwendigkeit sich ergeben wird, diese Gesetze neu zu fassen. Daß eine Neuaiiflage die'in ihnen obwaltenden Tendenzen verschärft zum Alisdruck bringen wird, kann man wrthl als'ebenso sicher annehmen. So werden die innerlich V\ iderstrebenden;ut daran tun, sich mit dem Neuen und Ungewohnten vertraut zu machen und deni ihnen auferlegten gesetzlichen' tw^rnge <lie* lies teil .Seilen, abzugewinnen. ■ j Als erbkrank im Sinne der Gesetze gedten \orerst alle; die mit einer der folgenden Krankheiten behaftet sind: angeborenem Schwachsinn, Schizophrenie, zirkulärem Irresein, erblicher 1'allsiicht, erblichem Veitstanz, erblicher Blindheit, erblicher Taubheit, . schwerer erblicher körperlicher Vlillbihlutig. Ks handelt sich also liier durch»eg um geistig ixler körperlich oder in doppelter Hinsicht minderwertige Menschen:, minderen Wertes im Gehen wie im Nehmen, d. h. unfähig die wahren, reinen Genüsse dieses Daseins zu werten, uufähjig für sich selbst Ai sorgen oder gar dem höchsten Sinn dieses. Lebens gerecht zu werden,«der Mitwelt nützliche Werte durch ihre Arbeit ( zu schallen. Es sind durchweg bemitleidenswerte Menschen, '

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.