Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1937-01-15 · 1 (15.1.1937) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
1 (15.1.1937)
Date
1937-01-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/4891256-6725285-5445087--1327-4892436
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions (1 not found in this text)

Srile- 6 $ Ormriinlclilall der Deutsch Israelitischen Gemeinde Nummer l den J ü <l i •* c h ein K u'l t u r l> Ulli tl sein» der I Ia11-I1.1lt~pl.1u ' nochmals einen Zuschuß vor. den de-r Kulturbund l>is /um Summen I9>7 voll he-noligen werde. Dieser müsse Maßnahmen (reffeni »on da an ohne eine Beihilfe «'er CH»mcinilc auszukommen, da diese ihre In-soiulcren Aufgaben lial>e und ihre Mitlei 111r deren Lrfiilliing benötige. Die" Krage des Be-Inndes der iüdistjkejn, Kulturbünde sei aber eine Angelegenheit, die zentral »Iiireh die Reichsvortretnhg gcregclfWeriSen müsse und hoffentlich im I .nil>' des neuen Reehnn«g-jabres amb ihre endgültige Regelung linden werde. — Die Kürsorgeverwulrunz der Gemeinde .habedurch die Sammlung Jüdische \\ inter- ■h i I f e Hne wesentliche I nter-tütz'iing erfahren: iler Vorstand der Gemeinde eni|?limle es als seine Ehrenpflicht, allen, die am Gelingen dieses sozialen Werks beteiligt seien. Spendern und Mitarbeitern, in eigenem und im \anie-n der ganzen Gemeinde iiuT das herzlichste /u danken. Mit den von der Jüdischen W intjerbilfc -aufgebrachten Mitteln sei unendlicher Segen gestiftel wurden. Der Kiirs'orgever»altung »erde im Laufe des neuen Re<linuugsjalires infolge der Auflösung vieler W <> h I f .1 Ii i t s \ c r e i n e eiue neue A-trfgabe er» achsen. Kr Kitte auch von dieser Stelle aus. .did bisherigen Vorstandsmitglieder der zui Auflösung kiiDimendcjn \ereine. ihre Erfahrung und ihre Arbeitskraft auf sozialem Gebiete nunmehr der Gemeinde zuzuwenden. Es sei selbstverständlich, dal! die Verbnögen der zur Auflösung kommenden Vereine ihren bisherigen /weiken erhallen bleiben und ratio (teil verwaltet nnd-liew irtitcjjaftct werden müßten. — Beim Abschnitt Begriilinisw e nein Verwies der Rcilne-r iinf die Verhandlungen über di-e Räumung des Grinilclf riedliofes. die nunmehr in absehbarer' Frist »erde erfolgen müssen: die I r.igung der Kosten für die j Räumung sei muh Gegenstand yon Beratungen und Verhandlungen mit behördlichen Stellen. — /um Schild! gab der Redner*» Iler Erwartung Ausdruck, daß che .nunmehr einsetzende Beratung de» Haushaltsplanes und auch die gesamte Arbeit des bevorstehenden Jahres von denn gleichen Geiste iler \ erant - . «ortung getragen sein werde. der bisher das harmonische /u-ammt-na rbeiten beider Geineinilebehörden ausgezeichnet habe: dann sei auch die Erwartung berechtigt, dar? der gelinge für Sonderticdarj eingesetzte Betrag von "Vhhhi UM. im Jahre 1957 nicht ül>ersiliritten zu werden brauihe. In der Kinzclerörierung gelangte ein Autrag B a c h r a c Ii und Gen. zur Annahme, in welchem der Vorstand der Gemeinde gebeten wird, in Verhandlungen mit .der Leitung der Mädchenschule und dem Vorstande der Talmud Tora Schule darüber einzutreten, wie diese den religiösen Befangen der seit ilem I mbruch auden Staats- und l'rivatsi'hiile-n in die genannten Schulen eingetretenen Kinder von Litern liberalindischer Kreise gerecht werden konnten, nachdem bi<- herige Bemühungen in dieser Richtung Erfolglos verlaufen s.• 11■ n. — In einem feineren Anfrage crsuclite das' Kollegium .«len Vor-t.nul zu prüfen, ob es zu reckt fertigen sei. für den Religionsunterricht einer verhältnismäßig geringen Anzahl von Kindern, dieteilweise liereSts in jüdische Schulen umgeschult seien, den in Ans. 52 des Haushaltsplanes eingestellten Betrag zu verausgaben. \oa der Erörterung dieser \ntrage sah eins Kollegium auf Grund einer Mitteilung des Vor^tandsknmmiss <rs. ilaR <ler Vorstand-'von sich aus an! die hu r behandelten Kragen zurückkommen werde»- ab. — - Im übrigen machte sich Herr Dr. I rias zum Dolmetsch der Aufl.is-ung des Kollegiums, we nn er dem Verstände der Gemeinde seinen Dank dafür aussprach, dal! dieser die Lösung der in Verbindung mit der Kruuz-Rosi-mzweig-Gedächtiiis-Stiltung stehencleu fragen sich zur \ u Igabe . geni.uht habe: er uiuj' elic-nso lleir Michaelis sprachen den Wun-ch aus. (|,iß die Gemeinde auch auf die Leitung des Kulturbundes einen größeren Einfloß gewinne, namentlich in Hinsicht auf dessen finanzielle Entwicklung und eine wirksamer« Werbearbeit. — Reim Kapitel Begriibniswc-sen verwies Herr Dr. Lrias auf die dankenswerte Fürsorge, die der Vorstand der Gemeinde dem K i iegereln e-nf rie Ihof auf dem Begiabi.ispl.itz der" Gemehid-! 1 zuteil werden lasse Im gleiche! /ii-.imiuenli nige ermäclitirte das Kid le:: mm den \ nr-taud auf A nregung de- \ Hr-taiid-kun-missarzur Veransgabillig <|er MittcL <lie für die I li-rriehtung eines! leils «les Eriettliofsgela.ndes in Ohlsdorf erfonlcrlich sind, auf welchem die bei Viifhebung de- Griudelfriedhofs zur L\humieiiiii-' kommenden 'Loten wieder bcst.iilct werden sollen. — .'Auf rfue Vnfr^gc -von Herrn .V - I.'e v t. welche* auf die Bedeutung de r Icittgkcit dc-s V«»r») -.Ildes der Gemein I -n Schle--- (w4g-H|olsteins und der Hansestädte und die Not der innerlrdb <le- Wfhundes verein/e-ll in kleihe-n Orten leben len Juden hiuw ,i--. te dicder Torstaiiciski»mmi-*siir muh mit. «I ii! iler Vorstand der Gemeinde über die- )4imk) RM. we'clicim 'Haushaltsplan für eine F»e/u-cllll--uug d.-s \ erb Midi - iler jü li-cllell Gemein lc-ll S»hf«tsUig-llolsti'iu- und der I l.in-e -t.i He. sowie iler Viehbargemeindeu Vltona..W.ind-bek uinl Ilarbiurrr-WilhelinsBur-r vorgeseh*n sind, nach hühliingiialinie mit Vertretern des Vitbsndcs im I iler genannten Gentföiden iK-sililießen we r le daß dugeeoi üU-r die Aufteilung de-r lur die Talmud-Tor i-liistitute be willigten Mitte l noch eine Ifiitkspr.-uM im Haushaltin—cfiuH liloglidi sei. .- I Die Erörterung schleiß mit <ler einstimmigen Annahme des rtatishaftsplans und iler hrmädltigutig des Vorst.indes durch da- Kolleg nun. die im voraus nicht zu berechnenden Kosten lür 11ic» \ ervvaltiing,dc-r Gemeiiidesteiiern zu verausgaben, worauf der Vorsitzende, mit einem herzlichen Dank an alle, die an dem Zustandekommen des Haushaltsplan!! mitgewirkt hätten, inlsbe-einderiaber an den Konuiii—ir des Vorstandes, Herrn Dr. I. i p p m a n u . die Sitzung schloß. ■ J! Der Haushaltsplan «ler Gemeinde für das Jahr 19" Ab-chnitt Kapited Liiiiiahinen _Aüsgulien I Verwaltung........ ''"XK) lH5V»t) II Krnan/verwaltuhc......flrflBOO l-r'4iHi III Schulwesen . '. . . .i . '. 7f)"iK) 2"»<i-'">» l\ Kultus.......... 117 :ik» \ Bildunusvveseii n. |.eibe«äbungen 700 42 IKK) VI 1-iirsorl'everwaltung ..... 2iS7 7tHI ' 4«l4o>(» - VII Begräbnis«esen....... -*•>''*'*» 31'»->(» \ III S„:,.lerbe.larf........ . — ' 3tl01K» I 2")S.'*(K» I 2">S 'ttMl Personalien u. Kleine Mitteilungen Wahl eines Oberrabbiners in Altona Die rlodjrJeutsdie Israeliten-Gemeinde in Altona wählte zum NachfoliSer des- Herrn OberraWliners Dr. ("ailebaih den am IV '). I'X)S geborenen Herrn Rabbinc-r Dr. Theodor Weiß, Schüler des lbibbi:.eiseminais in Berlin und der Jesehiwa in Mir. W ir beglückwünschen unsere Nuchbargemeitnle Ulifs herzlichste zu ihrer \\ ahl. * ' Der Erinnerung an Franz. - Rosenzweig Die Mitglieder und Kreunde der Franz-Roseh/.vveig-Ge;- dächtiiis-Stiitung ehrten das Andenken Kranz. Rosenzweigs. der am 23. v. M. sein >».- Lebensjahr hätte vollendet können, in einer schlichte-n Erinnerungsfeier, die um 21. v. M. in den Raunien der Logen lOBB. stattfand. Die Gedächtnisrede hielt Herr Dr. •Kiluard St ra ■ II-Krankfurt a. M., ein MitgTh'd des vertrautc-sten l-reuiuleskreises Kranz Rosenzweigs. So waren auch seine Ausführungen von stärksten persönlichen Impulsengetragen: immer und immer wieder brachen in ihnen die pertönlichen Erinnerungen an den großen Menschen, dem die Gedachtnisstunde galt, in und aus den Darlegungen des Redners he rvor. Sie charakterisierten Kr::nz Rosenzwcig als den prov ideiitiellen Menschen uüel K'ünder. der in seinem ganzc-ii Wirken im Sinne eines Guethcschen Wortes das Reihtezur reihten Zeit getan habe-, so'in seiner ErstlingssdirifJ ../i-it ist's", so in seiner Streitschrift ..Bildung und kein Ende", so in seinem „Stern der Erlösung",-so auch in seiner Schrill über lle-ircl und den Staat und so endlich auch in seinem beispielhaften W irki-n als I etaersetzet Jehwla llalevys und später — im Verein mit Marlin Baber — als I ebersetzer der Heiligen Schrift. Bei dieser I eberset/ungstatigkeft Rosenzw/eigs verweilie di-r Reilner in längeren Aii-luhrungen. um ilarziilegen. welche Rc-- rJeuttmg Ro-enz«e-ig diesem Ten seines Wirkens beigelegt habe und wie er gerade hier als L)ir»in»r am Worte siih immer und immer wieder bewährt habe. ..I m meines Sternes willen", so habe auch Rosenzweig einmal geäußert. ..bin ich auf die We-lt gekommen, um meiner Ueberfetznngstutigkeil willen werde ich in den Himmel kommi-n." — So ward iler Vortrag dos Redners in iler Fülle seiner, Gedanken und in der Fülle dessen, was er aus seinem reichen persönlichen Wissen und söine-ni reichen persönlichen Umgang mit Rosenzweig vortrug, auch ein ergreifen«les Erlebnis. Das tat sieh kuiul in dem Schweigen der Versammlung, als «ler Redner endete, und wurde muh verlieft -durchlas Z-usammenspiel von Dr. Jacob Sakom und Luise Mi nele ii. Bachs unsterblichen Tönen lauschewL dankte die» Versamatlang dem Schöpfer lür das. was er iler JVdenhe.il mit Franz Rosenzweig gegeben bat, und klagtein ihnen um seinen Ti üben I h-imgang. ' Dt« w«>e>Mlliahllk■ Gi-dünk»-ni;jni!e.- der hier nur kur* »ki//ii-rU-n (i< il.icbtnisrcedc nmi«-n sich auch in di-m Auf.al/: Da» Ltlrk'aii', d»n Eduard S t r a u Ü b.n in ^»r Dm-mhir■ Nummer Je« /»iKchiilt ..Der Me>rjl»n" Vt-röffi-nllicht hat. Auf «taecra .-Vil»-'t/ «ei hiermit IrW^ewicvn. * Oberrabbiner Dr. Garlebach über die- Agudas Jisroel In der Agudas Ji-roe l Oil-gruppe Hamburg-Altona erörte ile am Ifi. \. M He rr < )berrabbine-r Dr. Curiebach die h rairc. ob die- Jtulenheit Agudas Jisroi-I nötig halM». In te-mperatni;ntvollea und gi-datikenreiihe-n Ausführungen, die häufig durch Worte aus dem jüdischen Schrifttum erläutert und vertieft wurden, bejahte iler Re dner dit-se Krage. Die Aguda sei nötig zunächst, weil sie elas östliche Judentum aus seiner Isolierung heraiishelM'. seine innefm Werte- «lugegeit lür die ge- - mite Judenlieit gewonnen habe-, leiner. we-il -j,. ein einigendes Band bilde lür die Joelen heiter) de-r verschieile-nen Länder, die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.