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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1937-01-15 · 1 (15.1.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
1 (15.1.1937)
Date
1937-01-15
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seile 4 G e m e i n <1 c b 1 a i 4 der D e u t s r h -1 s r a e I i t i s c h e n Ccmcindo Nummer 1 l)ii> lüdisdie Winterhilfe in Hamburg betreut zur Zeit 3600 dürftige, milliiii J> Prozent <lrr jiidischen I lanunw -- Die 1hl rang iiml aul Grund Bevölkerung I-Ih'iIüi fligep erhallen iii.jedemi'Wintennonai Feiie- Leben-miltel. Die Xerteilung der Feuerung erfolgt \(in kohlengHtscheiiien. Alte, kranke und gebrechluhe-Pci sonen erhalten eine erllühlte Menge von Kohlen. Die I eliensmittel werden in Packungen ausgegeben. Sie enthalten Mehl. Zucker,. *irieft. Reis. Nudeln. Oel. Butter, Pflanzenfett, M|Ith. Kier. Kaffee. Tee. Kakao; Gemüse- und FisthkOnserven. Puddingpulver, Backobst. Sehnkolade und (lebätk. Jede Person erhalt Lebciismitte-Ipakefe ..im gleichen Werte. Die Pakete sind jedoih In ihrer Zusammensetzung verschieden, je nach der Grüfte nnu den Bedürfnissen des Haushalte?, kranke erhalten entweder zusätzliche Lebensmittel oder Diät-Pakete. Neben den genannten Lebensmittelu erhalten die Hilfsbedürftigen auch, Kartaffeln. Werden -statt Kartoffeln andere .Lebensmittel gemanscht, so wird dem W mische entsprochen. 7ium C hanukk ifest hat eine $o«dervertelluiig von Lebens. . miltein stattgefunden. Bis Ende Dtyembcr 19>6 sind insgesamt 600(1 I^ben»mittel|vikete gepackt und verteilt worden. . Die Jüdische Winterhilfe in Hamburg hat es sich zur Aufgabe gestellt, den Hilfsbedürftigen neben den Lebensmitteln weitestgehend auch Kleidung und \\ a-che zuzuteilen. I'OO Parteien haben beantragt, ihnen Kleidung und Wüsche zu gc— w.rhren. Die Nachprüfung hat ergeben, dal! fast alle Anträge begründet sind und noch eine, grufte Menge Anzüge'. Mäntel. Kleider, Wäschestücke. Wolljacken. Bettwiäsche. Wulldeeken und Schilhzeug von der Jüdischen Winterhilfe verteilt werden muß, wem auch nur die dringendste Not gelindert werden soll. Die Jüdi>chc Winterhilfe hat, lerner dafür zu sorgen, dal! in der .-Jüdischen \ olk-kü'hc. de( Jüdischen Mittclstandsküche. im Daniel-Worm-er-l lause, in den jüdischem Schulen und Kinderhorten warmes und ausreichendes Kssen an alle Hillsbedürftigen verteilt werden kaiui \iis Mitteln der Jüdischen Winterhilfe müssen schwache Kinder in ihr I enennoimc verschickt werden und bedürltige Kranke Pflege erhalten Alle diese Äufgalien kann sdje Jüdische Winterhilfe in Ilambiirg nur erfüllten, wenn ihr noch mehr Mittel zuHicBen, als es bisher geschehen <~l. Die Not ist in diesem Jahre trotz der \bwanderung noch grofterfals: im vergangenen Jahre. Während im vergangenen Jjlire 3>*M) 1 lilrfhedürftige zu unterstritzeu waren, müssen in dfesem Jahre — wie bereits erwähnt — V>00 'Personen un.terstiit/t werden. I.s muft daher immer wieder an a e Juden in Hamburg die dringende Bitte gerichtet werden, nitht m erlahmen und der Jüdischen Winterhilfe in Hamburg reithlich zu gedenken. Ks kann nicht — wie ein falsches Gerütht besagt — davon die Rede sein, dal! die Jüdische W interliille in Hamburg ztixiel Mittel erhalten und an andere, insbesondere nichtjüdisdie Steflen. Mittel abzuführen hätte. Nur ein _anz. kleiner Teil des in Hamburg Gesammelten geht an.die Keiehsvertretung der Juden in Deutschland /um Aussieich für ,.iie kleinen indischen Gemeindet! im Reiche, in denen besonders .große Not herrscht. Dieser Artsgleichsbetrag ist wesentlich niedriger als im vergangenen Jahre. Da die Zahl der zu Betreuenden iin«l dir Not der Juden in Hamburg grüfter ist als im vergangenen Jahre, wird die Jüdjsthe W interhilfe ihre \ufgaheinicht durchführen können, wenn ihr nur ebensoviel Mitt-1 zufließen snljten w ie im vergangenen Jahre. Daher ergeht die dringende lütte an'diejenigen, die zur Notstandshilfe oder /u anderen Sammlungen beitragen, ihre Heiträge für die Notstandshilfe und die anderen Sammlungen nicht auf ihren 1?eitrag'für die Jüdische Winterhilfe'anzurechnen. Frieda /' o .« n e r fierlii Gesundheitsfürsorge für unsere Kinder und Jugendlichen Wi i voll irgendeinem" Punkte her Gelegenheit hat.die ge- Mtiidheil'ithe Entwicklung unserer Jugend zu beobachten, wird t... ~r.t irt in die Zoknult sehen, wenn er von Tag zu Tug'einei Kibkgaii: in den et-siindheit-fürsorgeristhei'. Maßnahmen aller gemeiiHllichen und karitativen Einrichtungen erkennt. Dieser Hinkgang s,||(.jIlt r(1„t unaufhiilfsum begründet in den immer kleiner .weidenden Kinnahmen, denen auf anderer Seile geiade; bei diesen Stellen erhöhte Inanspruchnahme gestenüber* sieht - I nil in ..Her Wohlfahrtsarbeit wird nun einmal bei Kinan/- sch Gierigkeiten der große Strich des Sjoarkommissars zuerst s'e's iwinli ilie „\ oi beugende J ugeud w oh IIa hrtsurheit gemacht. Di an \ in beugende Maftnahmen kann niän in ihrem. Ertrage nicht zahlenmäßig vorausberedinen.. Deshalb werden bei Mitt*lknappheit zuerst und schließlich allein Mittel für den akuten Kall Iwrt-i'gcstellt. Am Beispiel ausgedrückt: Man bewilligt keine Mittel für das konstitutionell besonders schwächliche Kin I. man führt z.B. nicht rechtzeitig ein laitkrüppluiigsverfahren durch, obwohl — von der entscheidenden menschlichen Hilfe abgesehen — mit sofort aufgewandten JIM) 'J})1 viel größere Summen späterer Jahre erspart werden könnten. W i r aber dürfen nicht versäumen, immer w ieder zu unterstreichen, daß gerade heute audi das Lnmöglidie noch möglich gemacht werden sollte, mit noch zäherem Versuch, als es manchmal geschient, mit noch sinnvollerer Planung, mit noch weiteren Gesichtspunkten — gerade weil wir überblicken, daß heute die gesundheitliche Förderung unserer Jugend noch wichtiger ist als je zuvor: das Höchstmaß von Leistung, das künftig von el^u jetzigen Kindern verlangt wird, verlangt auch ein Höchstmaß von gesundheitlicher Reserve. Ohne ausreichende gesundheijs- Fürsorgerische Maftnahmen wird die Jugend nicht stark genug für ihren Beruf, der dodi allermeist körperliche Arbeit t rfordern wird. Sehr viele werden auswandern müssen: für die Aiiswandeiung aber werden erst recht bei der schwindend rn Aufüahmebereitschaft anderer Länder die gesundheitlichen Anforderungen immer höher werden! Der Jüdi-die Frauenbund, der in W''\k a. Führ ein ganzjährig geöffnetes ■ Kinderheim unterhält, hat ausgiebig Gelegenheit, Auf einer Hallig Privataufnutinie Ich i-S II, diese Tatsachen und Notwendigkeiten bestätigt zu sehen. Die Belegung des Heims durah die Gemeinden verschiedener Stadle gibt oft ein erschütternd« Bild im Sinne dieser Aiislührungciii. Durch die Aufnahme von Kindern aller Kreise sitdit er manchmal nebeneinander die Spitzentypen nach dieser und jener Richtung der prophylaktischen und der nicht mehr uufschiefrbaren Kürsorge. Hier etwa erhält ein kleines zartes Kind, das für den Schulbeginn gekräftigt werden soll, «inen längeren vorbeugenden Aufenthalt, dort etwa hat'ein älteres Mädchen 'mit schwerem Bronchialasthma spät einen sechswöchigen Kur- Bufentbalt bewilligt erhalten, der dann einer Verlängerung um weitere sechs Wochen bedarf! - D.df die T\pen der let/teu Gmp|>e. soweit es sj(fi uin ..W ohlfahrtskinder" handelt, in allen Formen körperlicher Minderwertigkeit überwiegen, bedarf keiner Erwähnung. Der lleimarzt stellt immeri wieder eleu schlechten GesUndheilszuMand gerade der von den Gemeinden entsandten Kimler fest. Vielleicht wäre eine- Aenderung der gegenwärtigen Gepflogenheiten, möglich — in tler Krkenntn) daß \ or sorge nicht nur die beste .Kür sorge, sondern au die beste S p a r maftn ihme ist. daft also die Interessen d Kindes mit den finanziellen letztlich auf einer Linie liege wenn rechtzeitig voisorgende Verschickungen erfplgen! I),um sollten aber auch die von den Kachärzlen imnn'r wieder aachgewieseben erhöhten Heilerfolge bei Winlerk u r e ii mehr benutzt tuwl in cleh nächsten Monaten mehr als bisher Kinder ins Gebirge oder an die Nordse>e gesthickt werden. Das ist auch aus anderen Gründen wünschenswert: Als /.. B der Jüdische Frauenbund sein Heim in Wyk nicht nur als Krholqngshcjm schl« chtbinj soiwleri inspesomlere itir Kinder, zarter Koustitiition. erhöhter' Anfälligkeit, mit Erkrankungen der Atmiingsprgane. Broiithialasthma usw. vor nahe/u zehn Jahren einrichtete, ging man bereits von der Erkenntnis aus. wie günstig für unsere, heranwachsende Generation ein solches jüdisch gefühltes Heim in der geschützten W'attenmetirlage sidi auswirken konnte. Man rithtete damals ein kleines Heim für >0 bis 40 Kinder ein und muftte dann die Anlage alljnählith für die doppelte Kinderznhl vergrößern. Nun gibt es während der Sommerzeit viele Wochen, in denen auch dies,- Bettenzahl längst nicht mehr ausreicht Nach der Entwicklung der letzten Jahre, bei der geringen Zahl solcher Henne, dunoch zur Verfügung stehen, und angesichts des allgemeinen schlechten Gesundheitsstendes unserer Kinder und Jugendlichen sollte eigentlich das ganze Jahr über kein Btfft in einem solchen Kinheim leer bleiben!

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