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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-12-18 · 12 (18.12.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
12 (18.12.1936)
Date
1936-12-18
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Stftr n Gcmeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 12 I sp, ri^U für Wohlfahrt*-wecke woi Herrn und Frau Max Moritz zur Ab-, bfl der, Danksagungen für die Aufmerksamkeiten; zur Barmizwo ihre-. Söftve* Jilrat. - : - < iru >r, msc!ur das Madcbenwaiscnhaus der GVmcindc Paulinen^tift von Herrn und i ru Dr. Helmuth jlhm, die sich auf diesem Weg«: von allc'n Freunden k"kannten \ er abschieden. *.lru >r»nu.. von Herrn N \ tm da* Jüdische, Gemeinschaftsheim anläßlich eines V- - « •-. FrSule-n R.isalte N a t hin für die Notstandshille der Gemeinde » \- tu,n£ de: Dank.*agurigen für die Glückwünsche zu ihrem 80. Ge-" e.-. Npeirce *■ n Farn '. Mberl P e i * a k zur Ablösung der Danksagungen lur die 1 T«i lnuhme be-.m ruimgangc ihres Curt U l 1 e n d o r_ f t (Tel Aviv). * itn« Spenu* \>>n Herrn B. J. P c r 1 m n.1n für die Notstandshilfe der Gemeinde" *.-ur jtfttlosuftg der 'Danksagungen für die ihm anläßlich, seines %0. Geburtstages erwiesenen Autnw rksamkeilen; tinv Spende tur Wo hlfahrtsx wecke von Herrn Fritz Redlich und Frau. geh. Harth, zur Ablösung der Danksagungen für die Aufmerksamkeiten zur (UrMirwö ihre* Sohnes Günther; ■ - eme Upende von Hk-rrn James "R »«der und Frau Alice, geb. Lef l, zur Ab- I sting der Danksagunicn für die ihnen anläßlich der Geburt ihrer Tochter er- \uifncn Aufmerksamkeiten; ..in. Spende (ür WfhHahrtszweckc von Frau Alice Rosenbaum anläßlich de* ' "i« Geburtstage* von Frau Cacilie K a 1 1 m e. s; itne KpetM« vuji Frau Srlma Koscnbaum zur Ablösung von Geburtstags- ■^lh(.k wünschen, » * - S;v -nde von Frau Cacilie Saturn o n . geb. Buer. u. z. je zur Hälfte für das Hamburgische Deutsch-Israelitische Waisen-lnslitirt und das Madchen- \<.aisenhaus der Gemeinde Paolsnenstift, zur Ablösung der Danksagungen für dije IteiKidsbez-eugungen anläßlich de> Hinscheidens ihres Mannes Herrn Ma\ S a 1 »> ni o n; eine Spende für das Krankenhaus der Gemeinde von Krau Cacilie Salomon, geb. Bauer, anlaßlich des Ablebens ihres Gatten, des Herrn Max Silomon, «»wie des bald darauf erfolgten Hinscheiden« seiner Schwester Frl. Recha Salumui; > eine Spende von Geschwister Salomon für Wohlfahrtszwecke zur Ablösung der Danksagungen für die Beileidsbezeugungen beim Hinscheiden ihres Kruden . rrv Max Salomon; ■eine Spende von Geschwister Salomon lür das Krankenhaus der Gemeinde zur Ablöstrng der Danksagungen für die Beileidsbezeugungen beim Hinscheiden ihrer Schwester Frl. Recha Salomon;' eine Spende für die Jüdische Winterhilfe zur Ablösung der Danksagungen für die Beileidsbezeugungen anläßlich'des Heimganges des Herrn Hugo van Sun von ' den Familien van Son, Levy und P e r I m a n n; eine Spende vijn Frau Nanni Seligmann an Stelle von Danksagungen für die Teilnahme beim Hinscheiden ihres sei. Mannes des Herrn Leopold Seligmann; eine Spender und zwar je zur Hälfte lür die Jüdische Winterhilfe Altona und Hamburg, gesammelt von den Herren Paul S_j> i e g e I und G I e i w i c k i - Altona anlaßlich der, Verlobung von Fraulein Regina F i n k e 1 s t e i n und Herrn Willi Konintku verschiedene Spenden von dem Vorstände und der Vertrauenskommission der Beer digungsbruderschaft der Gemeinde. sowie von den Eheleuten Henry C h a s s e 1 , R.-A» David, Julius Freundlich, Gustav Heinemann, Dr. N. M. Nathan. Ludwig P c I i , den Damen der Chewra Kadischa und den Herren und Damen Julie Levy, Flfriede Pick, FJse Nathan, Suse M e s e r i t z , John F" r a e n k e 1 . Max O p p e n h e i m e r zur Hochzeit .1 n t i a ( II o r w i I z; I Mit verbindlichem Dank Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Buchbesprechungen — Literarische Mitteilungen Zu einer Erzichungpnovelle In der Nummer 10 des Gemeindeblattes, S. 15. haben wir die , Novelle Puzzi von Walther Victor, die das Schicksal des Hamburgers Hermann Cohen iura Gegenstand hat. ausführlich angezeigt. Unsere! "Besprechung war bereits gesetzt, als uns eine weitere zuging, die wir hier mit einer unwesentlichen Kürzung um des Gegenstandes u illen noch zum Abdruck bringen. Dieser Hermann Cohen, von dem hier die Rede ist, gibt Walther Victor, einem Schrritsleller, dem wir gute Bücher_ um Heinrich Heine verdanken und der sich um das Problem des Jüdischen in |enem problematischen Juden redlich muht, den Stoff zur Darstellung eines Lebens, das mehr ist als ein Leben, das auch eine Lehre, aber ei«« unausgesprochene und deshalb eine sehr deutlich gefühlte ist. Die Lehre, die vtor 129 Jahren ebenso vernachlässigt wurde wie in vielen Kreisen hierzulande noch vor tunU-n und heute eine Binsenwahrheit ist für alle, die die Lebendigkeit jüdischen Schicksals erfaßt haben und bereit sind, die Stimme der Notwendigkeit des Lebens aus der Praxis heraus zu vernehmen und für die es keiner weiter /u h wanden Formel bedarf: daß nämlich der Mensch einen Ort braucht, um ,;ein! i ,m h zu regulieren, daß wir uns verwurzeln müssen im Bewußtsein unseres V imnies und unserer Religion, um junge Menschen nicht ohne die feste Bindung. du1 religiöse* Fühlen und Leben vermittelt, aufwachsen zu lassen. Das, steht indiese* programmatischen Form, bei V i c t o r nirgends. Aber wir fühlen es heraus. -bald er die Wondung vom Wun'derknaben zum Klosterbruder bei seinem Helden überschritten hat und den Schlußstrich unter du* Schilderung ■ dieses Lebens setzt, - dem n jiir^chi inlich Enttäuschungen und Leid erspart geblieben wären, wenn ihr* seine Litern den Guiern unseres Stammes zugeführt hätten. Dort liegt der Fehler. d-.r (an/ gegen Ende in der Schilderung'der ergreifenden Szene zwischen Vater und piohn /um Ausdruck kommt 11er Vater ist der unbewußte Jude, dem außer -der fasjtach« .ludentum nichts bedeutet, der aber von dieser Tatsache nicht lassen wrll.J sie s ielmehr als eine unausgesprochene V crpflichtung der Ehre empfindet. Der > In Hatte nach einem abenteuerlichen Leben in einem anderen Bezirk den B< .ritt Religion ertailt: statt seinem Leben ein Finde zu setzen — wird er Katholik unu « irkt im Vollbesitz einer neugetundenen >X ahrheit. Man spürt den Heinef or «eher durch. Ifeizie war Jude nach, innen geblieben, er war protestantisch gelauftj *r harre sich katholisch trauen lassen und wußte, daß er aus seiner H.ml, ..diefaUs Palastina stammte", nicht heraus konnte. Cohen, alias Puzzi. alias Pater A utin Maria! vom AUcrfaeiligsten Sakrament, eines der hervorragendsten Mitglivdjer des Ordens d.-r unbeschuhten Carmeltter. hatte keine Haut, die aus Palasl i%:« stammte, er hatte nichts als eine verpfuschte Jugend^ iPas Büchlein wird als eine bczaVibcrnde Franz L ■ s t t - Anekdote bezeichnet und . •rjsehien /um 50. Todestage des Meisters, den die musikalische Welt am 31. Muli beging. Mehr als der Meister — der noch der beste Stern in dieser vir- 11 rte> Jugend war — interessiert uns der Zögling, dex Sohn eines Hamburger Bankier*, ein Junge, der'ohne Gesinnung apfwachst und daher ganz dem Ihteress'e vxrlallt. zum Wunderkind wird, da ihm das Schicksal zu früh lächelt. Dieses frühe Li. ii In des Schicksals isi keine Gnade, es ist Verführung, der ein junger Mensch nicht widerstehen kann, wenn nicht entgegenwirkende Kräfte von größerer Gewalt v rHunden sind. Su smd nicht da — und wieder stehen wir im pädagogischen L'.:.o\ dieser Novelle. Der wilde Sicgcszttg durch die musikalische und die gesellschaftliche Welt, das Professorat de« Fünfzehnjährigen am Konservatorium in Ccir der rettende FinfluB von L i * z t — ein allerdings übertriebener Ausdruck' — werden dargestellt, bis die Umkehr folgt, die aus unserem Kreise herausfuhrt, aber dennoch versöhnt, weil Puzzi doch noch ein Mensch werden konnte. Der Inhalt des- Novelle ist lesens-, ihr Stil beachtenswert. Aber die schriftstellerische Kunst, die nns einen Unbekannten in einer Form nahebringt, die neben dem rein Erzählerische* uns lehrt, daß es ohne eine religiöse Erziehung der Jugend kaum eine menschliche Sicherheit nnd Beständigkeit inmitten der Anstürme auf Mann Gemeinschaft gibt, rechtfertigt das längere Verweilen bei dieser Neuerscheinung, die die Möglichkeit birgt, in weitere uad andere Kreise zu dringen als dte theoretische Erörterung einer immer wieder zu betonenden Notwendigkeit. Lro. Rabb. Dr. E Münk. Die Welt der Gebete. 2. Band. 357 Seiten. 56<*>/l<>36. Hermon-Verlag. Frankluit/Main. Geb. 5 XX. V,tt dem vorliegenden zweiten Bande hat ein Werk seine Vollendung gefunden, dem ganz besondere Bedeutung beizumessen ist. sie wird erhöht durch die Form, in welcher sein Inhalt dargestellt wird. Frei von philosophischen und kabbalistischen Begriffen führt Münk seinen Leser ein in die Gedankengänge 'der Sabbat- * und Festgebete, ihre Entstehung und ihre Zusammenhänge mit den festlichen / < rv Fast möchte man sagen, daß der vorliegende Teil seinem Ziele und Zwecke noch näher kommt als der erste Teil, denn in ihm finden sich Darstellungen über i rattjmla welche in der gegenwärtigen Zeit mehr denn je den Laien beschäftigen. Ein Hmwis mag> z. B. auf den ftT^Vj 3"!t> QV* gegeben sein. In klarer Form versucht der Verfasser seine- Beibehaltung in der Diaspora zu begründen. Sein reiches halachisches Wissen ermöglicht es ihm. die Argumente zu widerlegen, dte da£cjte)ri ms Treffen gefuhrt werden. — Für die Darstellung der Minhagim. der Sitten und Gebrauche der festlichen Zeiten, is( die jüdische Literatur bis in die neueste Zeil hinein benutzt. Wir vermissen allerdings eine Erwähnung des gerade für Bayer*, .besonders wertvollen Werkes des verstorbenen Wurzburger Rabbiners * Nathan Bamberg er -n^n TSlp?» dem Münk viel Wertvolles und Brauchbares hatte entnehmen und mit dessen Hille er manche .Irrtümer hätte vermeiden können |S. 3lB hinsichtlich TVT ifllt; S. 160 über : S. 57 über die Voranstellung des Tagespsalms vor T^rPH T"3T : S. 3UÜ über die Öffnung der Lade am- Sabbat des Sukkausfestes wahrend der Umzüge u. a.). Besonders wertvoll ersehe .nt die Darstellung über die Gebete an den c'K""; D-V Mit ganz besonderem Flciße ist hier alles zusammengetragen, was Tradition und Sitte künden. "Kuch der .Laie lernt hier die Festtagsgebete verstehen. Für die Neuauflage möchten wir empfehlen, gerade diese Gebeisstücke, die Vorstellungen und Empfindungen verschiedenster Art auslosen, eingehender zu behandeln Daß im polnischen Ritus auch imt|g^sdcs Vcrsühnungstagcs das Gebet des Rabbi Amnon aus Mainz gesprochen wird rpiji niTal |S 278). Bedarf eines Hinweises. ■— In der Benutzung der Midraschliteratur zeigt sich Münk als weiser Erklärer der Agada; S. 75 wäre bei Besprechung der n>73n Juf 0*t n"K V~V ur,d n"3 * St. zu verweisen gewesen. Daß der \ er fasser auf kabbalistischem Gebiete nicht unbe w andc rt ist, hat er schon früher bewiesen. Es ist zu begrüßen, daß er aucJi hier manches aus dieser Literatur dem Jlgemeinen Verständnis nahezubringen versucht. — S. 107, Zeile 12. ist das Wort: plot/hch zu streichen, S. 146 wäre notwendig zu sagen, daß bei Abwesenheit von LeVitcn und Erstgeborenen die Kohantm sich selbst die Hände begießen. — In einem Anhange behandelt Münk die Gebete, welche an den Fasttagen m das Alltagsgebet eingefugt werden. r * Zusammenfassend mochte ich sagen, daß Münks *Buch für Schule und Haus von unendlichem Segjen sein kann. Eltern und Lehrern ist es eine Fundgrube von Gedanken, die die jüdische F.rziehung und Lehensgestaltung aufs stärkste zu beeinflussen vermögen. Dem. Gebete, das vielfach zur rTO^B Ü"U1K J"1*X?3 geworden, w ird durch Münks Buch wieder die lebendige Seele eingehaucht. hur die 'Ausstattung und die gründliche Korrektur des Buches sei dem Verlage ein besonderes Wort der Anerkennung ausgesprochen. —r. Hans Joachim Schocps, G. stalten an d#r Zeitenwende. Jakob B,u rckhardt oder Auf den 'Spuren der verlorenen Zeit — Friedrich Niclzsche oder Da* Ringen um eine! neue Welt — Franz K aik a oder Der Glaube in der tragischen Posii,on. Vortrupp Verlag. Berlin SW 29. 77 S. IM £Mt geb. 2.60 j.tt. Max Samter, Vortrupp Verlag Das Erdbeben. Abenteuer einer Liebe. Eilte Erzählung. 40 S. Camilla Spira. Kennen Sie Peter? Berlin. Vortrupp Verlag, 8°. 54 S. Der Vortrupp-Verlag hat sich offenbar zum Ziele gesetzt, die schrtftstellcri- { sehe Produktion deutschschrcibendor jüdischer Autoren zu fördern. Seme Veröffentlichungen. tragen daher nicht notwendig jüdischen. Charakter. .— Von diesem Gesichtspunkte aus ist die vörliegende Plauderei Camilla S p i'r a s tu werten, dte wir jüngst auf der ersten \ eranstaltung des Kulturbundes auch personlich kennen lernten. Sie plaudert in dieser Schrift recht nett von ihrem Sohnchen Peter: die Lekftüre der Schrift bereitet eine . unterhaltsame Stunde. — Auf ganz anderem und höherem Niveau steht die Schilderung des Schicksals zweier befreundeter Kiadcr durch Man Sinter, die allerdings einen etwas mystischea Einschlag hat. 1 ★ Ein zionistisches Lexikon von Dr. Alfred Kupferbertf Der früher in Hamburg ansässige Hauptschnftleiter des Israelitischen Familicnblattes. Herr Dr. Alfred Kupferberg, der bekanntlich jetzt in Palastina lebt, hat soeben ein Zionistisches Lexikon in einem Umfange von etwa 50 Bogen fertiggestellt, das alle« behandelt, was auf. Zionismus und Palästina Bezug hat. Es wird in dem Berliner Verlag Kedem demnächst erscheinen. J H. Weiss. Meine Lehrjahre. Aus den hebräischen Erinnerungen des Verfassers. Deutsch von M. Zobel. 1936> Bücherei des Schockcn-Verlags/65. Jizchak Zewi (Eisik Hirsen) Weiß, der von 1815 bis 1905 lebte, war der Verfasser einer fünf bändigen Geschichte der jüdischen Tradition. Anläßlich der Vollendung seines 80- Lebensjahres schrieb er einen Abriß seiner Lebensgeschichte in hebräischer Sprache, den er unter dem Titel 'WITW 18°5 veröffentlichte. In dieser Schrift schildert er die typischen Erlebnisse seiner Studienjahre und seiner wissenschaftlichen Werdegangs. Das vorliegende Bändchen enthält den ersten Abschnitt dieser Erinnerungen, der die Kindheits- und Jünglingsjahre behandelt und einen hochinteressanten-Beitrag zur jüdischen Kultur- und Geistesgeschichte aus der Zeit darstellt, die für die gegenwärtige Lage der Judenheit so bestimmend geworden ist, in einer trefflichen von M. Zobel besorgten Uebersctzung, die von einer ebenso trefflichen Einleitung von Zobels Hand begleitet ist.

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