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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-12-18 · 12 (18.12.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
12 (18.12.1936)
Date
1936-12-18
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Sritr 2 Gemeindeblatt de*'Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 12 Am p. d M. jährt sich der Geburtstag Franz Rosenzweigs zum fünfzigsten Male. Wir gedenken des Mannes und seines Werkes durch Veranstaltung eines FRANZ-ROSENZWEIG-ABENDS Montag, 21. Dezember, 20.15 Uhr, Logenheim, Oberstraße 140 — Es spricht Herr Dr. Eduard S t r a u 6 - Frankfurt a. M , welcher Rosenzweigs engstem Freundeskreise angehört hat. Für die musikalische Ausgestaltung haben sich Fräulein Luise M nden und Herr Dr. Jakob Sakom gütigst zur Verfugung gestellt. Eint ittskarten, für Nichtmitglieder in beschränkter Anzahl, im Sekretariat G. Engel, Rothenbaumchaussee 77. Franz - Rosenzweig - Gedächtnis - Stiftung . Dr. U i.mittnlitt :j Franz Rosenzweig und Hermann Cohen Zum 50. Geburtstage von Franz Rosenzweig Kj-in \< sehen Juden im PrilZeli Vell Jlld Völkern gelindert — Da .Ii.. Vssimi rgang kennzeichnet so sehr «lie Luge der curopui- I». Jahrhundert: wie die Assimilation, jener n gewünschter. Ion den ubendlündisdten •r hinurdniing in uns Leben ihrer Nationen, itimi mit der Preisgabe bestimmter Eigenarten verbunden i-t. an denen die Juden seit Generationen festgehalten hatten. und die Lösung von jüdisch-Völkischen Bind düngen die stillschweigende \ oraiis-tet/ung ihres Kinsatz.es für l«"ti nationalen Stut darstellt, so wird die Gleichberechtigung ihriT FraditlbnscehniHlenhejt ständig beselltst im Judentum. ile»»en.- überwiegende inli des I'*. Jahrhunderts Stack ässimilationsu-n Strömungen, «ebne die Möglichkeit des ri hi-iis der Juden in die nationalen Staaten Iit in ihnen entweder eine Nation, der es fel|lt (wie der Zionismus-), oder betrachtet sie besondere refiricise Autgabe hat iiikI sich ndiing der \ssihiilatiofi än «las christliche muR. um .ils Judentum seine Mission für en. Nicht <ler Besitz .eines Landes für die nehr die Erfüllung religiöser Geltote, ohne eh ristder Jude U u egen kämpft. VI« r uml Mehrheit?u B willig u.ir. entstc vollkommenen Auf bezweilr-lii: man si an einem Staat als ein \ Olk das "d«>i taufe /ur Vnl AI»mir.hiiI entzieh alle \ ütker /u e11 iii! eigene Sation, viel '.ii ii in •i le taatsbii rjrerllihen Pflichten liehen Natinnulsta; Diö zionistische haben Mir .illem in halten: .iiier Wahn Iiii-<-r<• r Zeit, die i Betrachtungstellt Charakter Her sehw erer erfüllbar. 1 I*ige nicht minder wiegendim Lager Zionismus. <lie nicht niessianischcii lloffn mpen sehen niiber dem /u vernachlässigen, ist das Ziel. * wie die religiöse" Kritik der Assimilation. ler"(«egenwart besondere Bedeutung ernd die Ziele der zionistischen Politik in, lie .Vitien in den Mittelpunkt historischer unmittelbar einsichtig sind, .ist der fUgiöscu Mdcp Illing der Assimilation eiin aneh für die Erkenntnis der jüdischen ledcutu ngsv oll: > befinden sich dodi vorlieser religiösen Juden, die Gegner des m Nationalstaat die Verwirklichung ihrer« I rot/ der' religio« iiitlen Zieh? lies Ziiu isiniis. <ter lioiidicwcgong verstanden wird. begrüiMlele.n Opposition treten die na'lioihretwegen auifi als Assimilawaren es eline Zweifel kosmopolitische I eiiden/eni<lie sieb in der Kritik an der Assimilation getreu .ill/u starke Nationalisierung der Juden ausspraihen. Al'i r. ewar nicht d e kosmopolitische Gesinnung allein, sonmch die Keaklion auf die christlich-nationale Haltung ii einer religiösen Ablehnung des jüdirn Nationalismus führte, ohne darum in Staat auszuarten, religiöse Kritik der Assimilation im in IV. und 20. Jahrhundert g-egangen ist, liesten zwei l'ersönlietikciteu. die binde nis des deutschen GcisteslelK'UN besaiten, tische Kultur erfüllt waren illtd auch das r k.Hinten: I lerm um ( o h e n jjnd I ran/, rns \\ iikimkeit als Kautloisdier gehört dem zum Judentum, sdien u ie jedes amli I'< md-di dt gegen di Dell Weg. dc-'ll < denfsehr* Judentuiu Veraiisthaiilielien am eine £ rund liehe Kenn Villi Liebe für die I Judentum niihl nu.i RllM'DIKI'if. ( i den letzten Jahr/ -hnti'H des l'l. Jahrhunderts Winde TiJd beim deutschen 1'uhlikiim als bekannt , » I lel lll.ilin ( Ii Ii , tu rel lein < iebiete .i - ganzen |Uilis,|iell K nehmen will, weil ( k-gensutA. siindei n Ideale <|er Mumanitüt. «■r Mensdi'neit; der ander in dir deutsc Messranismu> vertieti'b- Ilten lestamVnt. also s« kann es keinen wet au: Iii Rosenzw eig cefhistoriker \erknr|M*rt in hohem M ifie d.is aul kullilationswillig<| Judentum^ das mit seinen len an dem ■eutscfien (Ieistc*s|cdK"n t<-ilin Deutschtiim und Judentum keinen \f|.iihle sieht, die die gleichen Ideale, die verwirklichen wollen. Ist dodi d'e Idee. Verbundenheit aller Menschen mjtei'nicn Klassik reb-hrt und im jüdischen I inl_ da uach .das Christentum vom \oni lixlenttim. seinen Ausgang nimmt, ■entliitien Gekensaty: zwischen Deutschten] und Judentum geben. Im Gegenteil ÜSt das Judentum für das Deutschtum noch ein Aktiv um. da das Christentum von dem Stifter des Christentum-; als dein Krlöser des einzelnen M e n s e h e n , das Judentum von seinem Messias als dein Erlöser der Mensch hart und damit erst des Individuums priebt. Aber nicht nur. weil er den Wert des Judentums dem Christentums überlegen empfindet, sondern auch aus freue, einer der menfjdllichen Kardinalttigenden. fordert ( ohen von den Juden ihr Verbleiben bei ihrer angestammten Religion, die für alle Cirundforderiingen sittlieheii leben«, Gerechtigkeit Mitleid mit den Armen und Reinheit'der Seele eintritl. I - Wenn sohm auch, für Cuheu wesentlich moralisdie Gründe für seine Korcjerting des Festhaltens am Judentum pnaRgeliend sind, ja das Judentum wie die Religion überhaupt nur durdi die Moral gerechtfertigt wird, so fehlen doch s|„./i| jstti religiöse Motive keineswegs. (,ott ist ihm nicht nur das l rgesetz der Sittlichkeit, der Iteinheit. nuht nur eine ' Idee, sondern W irklidikeit. deren der Mensch wegen seiner t nvollkomtnenheit bedarf und die er anls stärkste am l Ilde 'der Welt, zur Zeit des Messj.is. der brüderlichen Verbundenheit, erführt. — Ist so für Cohens '| reue zum Judentum letztliifi der Glaulte an den Messias, "?i»i ein Reich höchster Sittlichkeit^ dessen \ ervv ii klidiung von den I bimaiiitatsphilosophen «ler deutschen Klassik als notwendig empfunden wird, eittscheidendj so ist ainh für Kranz. Rpsen/wcig, der l*>J4 «lie Sammlung der jifdiKihen Schriften von Hermann Cohen eingeleitet hat^der Mcssiiintsnuis, die l'«-l>eTzeugung vom Kommen <les Messias, die efrnt Judentum eigentümliche Keligiunsülec. Aber wenn auch voji Hosen/weig wie von Cohen die Religion unter dem Gesichtspunkt der V'erw irklidlüng des (iiiti-n lietrachtet wird., so ist Hochfür Hosen/W'eig weniger das allgemeine1, Sittengesetz, als die spezielle re I)eiiise L r f a hf ll n g <l e r W i r k I i c h k!e i t Gottes das Cruud|>rol>lcm seiner \usejnandeiset/ungeii. Denn wiihtiger-als allgemeine Gesetze und Begriffe, auf llie es Cohen ankommt, ist das Besondere jeder einzelnen TattfrJie ihren Wert erst du tili den Augenblick ihres Vollzugs erhält; ohne den geschichtlichen Zusammenhang lallt .sie süfi in keiner Weise deuten. Nicht von formalen I ebereinstimmungen zw is.ben 1 )eulsditum und Judentum etwa, wie Cohen, will'sich Hosenz.weig bestimmen lassen: im Gegenteil suibt er sowohl das B e s o u d e r e des deutschen wie des jü<lisifien Geistes.! Wenn Cohen das Deutschtum der Aufklärung*- zeit, die euiopiiisdien Weile der deutschen Nation und seine eigenen auf ijiiirn Imtiiheiklen Werke mit dem Deutschtum s«hleibthiii ^gldidiset/t und die Differenz von Deutschtum und Judentum niiht bemerken vvlll. s1( erscheint das Kosen/widg Rediglich als Zeilben der Befangenheit eines grollen Mannes. (Ihne damit Heimdschaft gegen die deutsche Kultur, in der er Mifi beimisch fühlt, zu bewundern; sieht Koscnzweig fim. Messiani-jiiiis den (friind für den (Gegensatz von Deutschtum und Judentum, und es erscheint ihm als besondere Schwierigkeit der jüdischen Situation, beides. Deutschtum .....I Judentum gleich, zu bewahren. Inder ..Auser'wühltheit"der Juden sieht Grumt (des Judenhasses und erkennt durum die Berech« lägung -assimilatioirsfeindlicber Tendenzen'' der christlichen I rfiwelt an. Kr vcrzicWrt, wedl er Jude ist. auf eine Üniversifätf* Uufbahn in DeuLschland; zum DeutsHisein gehört nicht nur die Hejahung übernationaler tteiltschec KuIturvverle, sondern auch das Leiden an der deutschen Alltäglichkeit das unmittelbare Hetroffensein über jede Schwächung des Staates, die Ablehnung lifdtglilb der Pfbvire deutscher KuHu rvv eite. der Maditw ille, diu Bestund der Nation'/ii festigen und zu erweitern. Aber nicht nur. weil die.se Haltung dem Juden fehlt — eine g-e der jüdischen Lage —, sondern wegen des jüdischen r.jigleid er den

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