Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 9 (15.9.1936)
- Date
- 1936-09-15
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/4891256-5444745-5445079--1246-4892359- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Niger 1× ep/1824046
OCR text
Gemein deblajt der D e u t % th |.I s r a e Ii t is c h e n Gemeinde ^Vummrr 9 nrnm B'pl Tt ..Gott, ler in Unseren (".ehrten der w e» <lie-er / NN i i halfen gel u an die W nrte eiiies, Dichters, eines jüdischen |>ivhters.[angeknüpft, der, um sein lief-ktes Kühlen uuszudriuken, sich llmbtet in «las, Ib-idi «ler l'noic. Denn. was i-t beli'u, w .1J11 h.ili 1 n-1«-n arider* als ein Llüdite.ii aus dieser iiüdilcrncii 11 Ii■ I kalten und pru-.ii-dicn W"elt i<les'Alltags in eine andere, reinen-, besl uikendc! c \\ i \\T in «Lilieiih der Poesie. Mit dein einen siul'en l nter-ihicd«- freiliih.' «lal? da», »iimiii die Diihter reden, oft «: r d a V Ii i nur ist. leichtes J raiiml>il<r ihrer Phantasie, während der. von dem das Gebet' kunde gibt, /u dem unsere Seele in .stammelnden Worten sehnsiiditsviiH dräust, absolute, lebendis-tc W i r k I i di k e i t i-t: lebendig e*ig «lauernd". rmm«r genannt.' Ks um dem he-nnderen p-\di«dogis«heti l'eiiihlük Iiii-it«'r I eil i ei. esjzcugl aber auch von der W eile ili rer re|igiö-en r\ n-dm u iii.i?. weiihl'sie «laruuf v er'weis«ru, «lall «lie Heil ige Schrift niilit vvt'niger als zehn terschiedjenu \u-drü«ke für „beten" Ii.die. Me meinen, egibl gar viele Wege und Formen der Au.Lull. cnl-pre dieiit der versdiiedenartijsen Beschaffenheit, li-eln!en Stimmung einer Men-dien-eele. Line l ofm. /u \ n l.idit «Tilgelausen, und sicherlich eine «ler eindnukvoll-teii, i-t die unmittelbare Begegnung mit demselben Buch, «las die ll.md eines retfeliten Menschen berührt, auf «lern sein , Ause ii frommem Sinnen seriiht hat. Darum bedeutet die I i ln-r-i lirift ..De- \ iter- (M-luMbudi" viel mehr, als es auf den ersten Bli(k -cht'inf. viel mehr niuh. als die kriiiueruilg an <I«"U . Icibliditbi Vater nur. eS schwingt in.(diesem Worte,etwas mit wiiu Geiste der 1 ei saugenheit>, vom \teni «ler Jahrtausende, etu.ivuii dem. <l.iwir empliinlen. wenn wir andächtig sprechen TTrnit Vt^Kt UM^X „I User Gott und Gott unserer Väter". Durum i-t e- Midi allemal etwa- Besonderes, wenn wir alte Geiietliudicr inhainilienbe-it/ zur Hund nehmen und die Kintragtrngen beträchten, m denen «Ii«- Menschen, die vor uns Waren, «lie .w ichtjg-ten Kreignis-el ihre- Lebens festgehalten hiibcli. Hier steht «ler Name deines l rgrollvaters — sein Geburtstag, hier schreibt einer deine! Ahnen seinen Ilodizeit-fag ein - hier beklagen Litern» «len Verlud eines kiudes. So/teilen sh" vorüber, die freudigen, die leidv ollen läse deiner Väter und Mütter: Geburt. IL ir.it. f/id. jede- Geschehnis für •sich, und doch alte vereint, alle verbunden zu einer unsichtbaren Gemein-thaft durch den \ i!b'„k /n «hm Linen.'dem sie .vertraut. di-mijVvir veitrnuejn -ullen in guten und in -diwereii l asen. Das i-l die Geuicin-chult der Seelen. .<kisfis/l -die K«-Ite «ler 'Genei-u' 'iniiiii. von .ler wir immer-w ieder in nn-eren Gebeten sprechen, wenn wir sagen 4n "IHS -von Geschlecht zu (.e-ildedil", diese Keile, der w ir unnullt ent/iehen dürfen, nicht entziehen M> ii ii e n. nidit entziehen w o I I e n. D.n um w ar es irnt/ äußeren \\ iibl-tundekeine gute /eil. ■als im Vorigelf Jahrhundert und noch /u Auf.ins dieses Jahrhunderts ju.n-die Menschen hiiigiujgciii und um jeden 'Preis die Kelle /u /i i reillen versuchten, die. -le unt «ler \ e rgangenheit \ ei knüpfte, mich -ulibe —i v\ ir reden ja von einer - «■ e I i s'r Ii e u Verbundenheit — die äußcrlidi - «fem Judentum angidiürig blfebiSfr. Jtein. evvar, keine gute /eil. als -n inamfie nidit bastig geling ihre Wohnungen frei midien koiuiten von dem verhiejittlidien tSull.i-t .ler Dinge."«li«f den V.ilern' und Müllern (h-reinsl heilig gifweSen. Sie hüten niifit. «lall -ie damit liudir ver-tbeitMeii i1- .die. iiumiHlerii yev»ordene Sdimuikgesen- Miillde, rru lir ,iu«h ilviT-taiibli]. unver-täudtiifi gewijr«lene Kiulier, «|;iH «ie «Limit \ersdieukti*;i "ein ~-t(i<k Seele, iiiilisdier etwas mim «lein geheimnisvoll l»;wahremlen Geist «ler [e.ihiTt. elw i- \oi: dem. diis frühere Ge-dilediter~ tief- T3X ,1'3I -'Ii- Verdi«Mis| ler Viiter"" genaunt und von dem sie mit seherischem Bliike gekündet halten, dal! es dein immer J>e«lruhten, immer gelnhrdeten Juden sdiirt/enkl l>eistebe eben. .Nein, sie ahnten nidit, eine Zeit kiimineu würde, in «h-r sie dic-es Kinder, il re Knkelkinder gar dringend beidit. «lall so bald eine /eil kommen insender Sehnsucht liudi ilensellien sie vetsdienkt, verworten hatten, Gebete wieVler spredu-n würden, bissen waren — kurz — «lal! «len eder b'uditen wünlcn. die ihnen «kul -einer Wanderung da Ii gar bald w iei' Stbul/es lür ihre «liu len v% ürden. sie ahnten u Würde, da ihre l'nkel in ver Büchern greifen würden, du ja. «lall die I nkel dieselben für die i h re Lippen verse Liikeln «lieselbeti Steine v\ , M'iber untei gegangen. [ Welche kraft dus C;. bv|budi spenden vermag — keine ■pa Ii ■ s c Ii e u Juden. Aull). Iheken in ()\for<1. London, I Von Bibel handsdiritten ■rdentlidl arm sind au Si< die «lie Gebete der -pani in gefahrvoller Stunde /u Kesseren Zeugen vicdleidit bis die illeud i-t. iluU «lie.srol'en Biblilliris. die eine belrüchtljene Anzuhl l])anisdier Herkunft lu -ilzen. außeir " ii r handsdiriften. d. h. an SchrifU-nj, dien JikI.ti enthalten. I ml Hie ich wenigen, die uiiüberkommen, sind im Gegensat/ zu den ausgestatteten Kibelhandschr flen g.mz ärmlich, klein, enthalten t das zu erklären? .Nun, neuerp .dl sidi in dieotef Lr-du-inung ilie •ii) «leuilidi spiegelt. Im 14. und (5. '-iKinisduTi Halbinsel Hundert* genannten Marannen. «lie zwangsrei zu benutzen^ war ihnen uulie- 'ici Seele.. < Versau nur wenige Blatter. Wie i Kdrsdtung hat festgestellt, Tragödie «ler spanischen Ji.u Jah rhu ndert lebten auf cb tau-ende von Juden, die so getauft waren. Ihre Bibel liiimmen. ileui: «lie Bilx den Christen in hohem Ansi beten zum alten Gotte «ler ■einen l'n-is durften sie fcersti-ckt, ganz heimlich.'in t Gefahren bedroht, konnten ■ufsdllagen, um von ihren s lassen. Darum dakleine I' «ikiriim «lie SdiMditbeit. ja Ift's? Die Menschen, die in »ammeiigeilrangt. Imtiu Sdie den II.inden hielten, sie sah Gewand; etwas ganz ander vernahmen sie. -ie sulwn tröstend ausgeht von jeder ■piid sie'vernahmen einen gar Melodie: das Lied de- Glal bell «lurdi unsere Gesihiiht«" hall|t lag. begb'iti'le auf ihrer ker»dii«'denen l.iimb-r. und v Hohen Leiertagen, zumal am hall spürbar wird, wenn wir tten jen«"r Ylenschen singenl [lamliurg eingewantlert — (gehören. — I' nimmt- Sitte will es. dal ia-diih den Psalm bei« .11.iSen vun lllli i-«tiiilti anderer fallt er «las, wa trefflicher Weise zusammen Winten — und welcher Jude ohne Krgriffrtiheil hören - und mein Heil, vor wem meines Leben- Sdw^wehr. -«tiliellt mit den W orten. «Ii« „dap Budi der Büdier". stand auch en. Aber beten durften -ie nidit, iiter — das sollten sie nicht. t<-m l.ir|uin ihre Gebetbücher zeigi-n. Nur efster Verborgenheit, von tausend ie sie hervorholen, voller Bangen;nenden Kräften sidi erfüllen zu inat. «Li r ii in «lie wenigen Blätter, rmlichkeit der Ausstattung. Was lunklen Kellergewölben, «-ng z.iiue, einer Kerze, «lie-e püchtein in nidit «las dürftige, unsiheinliaio sahen sie. etwas ganz anderes elften geheimnisvollen Glanz, wie er ''eile, jedem Worte «lieser Bücher, eltsamen Klang, eine gar eigene wie es maditvoll brausend wie es sie lu*gleitete in den AIL rzfvunsenen Wanderschaft durch «lie on dem hier im Tempel an «len VeTSÖhniingstage. ein letzter Nadidije fremdartig anmutenden Mclo- «lic — sephawitsche Ju«I«ti, nu«tr zu «len Gründern des leinpels <lie-er Feierlugszeit i'i ..lli,IT< a u f auf den I' w igen, «• ii f. w -i s e n." w i r Juden in 41 Wie kaum «'in anderer i-t er ge-' in Gottverlrauen. wie kaum ein iT^si'r Gebetbuth enthüll, in iinüber- Dieser Psalm beginnt mit den in Deut-dilaiid könnte -ie heute ,11X 'n ..Gott i-t mein l iitit sollte idi midi fürchten. Gott ist nrwem sollte idi bansiTi?" I ml er unins neue Jahr seleili n möseli: -ei -lurk. dein Herz -ei le-t. Ii ii II Das neue Jahrbuch für die jüdischen Gemeinden Schi« Ohl« den V OIJ (i, Ii Iva . Ines!•»-*! rei.l 'lÖti, HMnlnirs i n l «Ii - li'esic-runs-!)eZii:k< Stade i-l -oeben ^ilei bisherigiTi -ie|..-n jabrgäiigeul iji j J.dirbiuheim \erl.i \ i keim ,i ii a & W ii I I i N ,i c h f. erschienen: Kim -I irk MC. dt sgemeimle i-l satoeheu gleich in f eile r v ii n Herrin 1< >bei i ubbi io-i F)r. Cn rlc- in (9n:ebeii<lftr Beruh) iitn-r die Tätigkeit die /ei' Vinn l. Juli |«|>» Lizum fl. Juni viid-eitise -esen-- itv«nrt in- .!«■» h liilsl /uer-: N erbande-' f irr der «inen Irefflidien I inlilick 1 In ■ rätigkeil de- Nerbandes verniilteh. Wir lieben an-«Ii.....i keil hervor. «Iii' \ eran-Ialtiiug von kuftiirf.ihrten in die Zwerggeniein len de- I uiuli-Hie/irks. ilie Veriin-taltuns «ler K inderlerieuk ii i-e «leren jüns-tor im "versangenen Munal wiederum in dem k inden i IiiiIii us-lo'im W ilheliiliiienhuhe stiittpeflinden hat. lind (lie Organisation der J"üdi-itu n W ijilerhilfe! in dem \ erbandsbezirk. Seine su nz be-on lere \ufnierksamkeit widmet «ler verband «len ihm obliegiiitden WOhlfahrtsanfsäbelt. I);. Arbeit «1er WnhUahrts' ..mmKsinn" — h,!6l c« in dem Bericht — ..hat <ich wiecti-rum .tjrk vermthrt. Die Zahl der zu bcl.r.u.r.dtn Faile ist ^tandii; an£ewac|s«n und bei ihrer BcarbeituAfi ergeben sich h.inlii KRvorherschbare Schu ii nckeiten. E* fiibt. kein t tQcbicl aocialer Fur^nrilt-. ans d«-«««rn Bereich ..nicht Fragen an up» | herangetragen »erden, die auf- »rir$*)ti£stc fjeprutt und geklärt »erden N i c»h I mu^-in. u e r d . Familien tu Verb dak Cerinfiste unterhle - dienen k.'mnte. i .1 Jui i r/ieheriiiche Fraijen. d. vnn ^rundleilender Bed Berul-umschichtun|i unte «lellach allein" /urtickble \ . rhand nicht in jedem alter dieter bed 'ulumui Fall die UredMitfc Aufga in linanzi.ller Itinsicht Kt ich<verlretunß danken Llllat In Fallen, dem heH.-n arar, haben sich lier Kreditgcfeahruni! ■ Beitragsmarke lür Hilfe bandee. standit! in allt dafür, daß Gemeins bunden sind." •Diesem Bericht folgt ein füllte Auseinandersetyang v über «lie taglidie l nterha itnierhullr de! Ull i; -dilidli'll beachtenswert ist uml man« ie J cha t n uns u n .v. ersucht belasse a ch«*ierit!e Lage der indischen s s'e r n. Weniger denn je darf auch nur 1. Wfia zur iTleichterung ihres Schicksals epdliche sind in erster Linie gesundheits^ und anschließend die eiste Berufsausbildung elutung. . Wanderungsplane müssen gefordert, r.tutit werden. Die besondere Sorge gilt der benden alteren Generation. Wenn auch der l-all der berulene Trager zur Durchluhrung Mallnahmen ist. su obliegt ihm doch in jedem der Mitlelstelle. Um den Anforderungen gentigen, werden dejn Verband durch die erter Weise taufend Mittel zur Verlugunf* nur durch eine grnOere Unterstützung zu üarlehnskasse und sonstige Möglichkeiten er bewahrt. .Die Sammlung durch die blauend Aulhau wird dnrrh Vermittlung de« Ver¬ Gemeinden durchgeführt und ist ein Beweis ilie und Sozialarbeit untrennbar vervoll hohem ndisiösein Linst er- (Hierrabbiner Dr. Ca r 1 e b a c Ii um : un I das täglidie Gespräch iesellschaft, die eben-o le-enswie lern inundicrlci zu «lenken gellen