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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-08-14 · 8 (14.8.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
8 (14.8.1936)
Date
1936-08-14
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Seile 12 Gemein clcblait der D e u f s c Ii -1 s r a e 1 i t i s r Ii e n G e m,e i n cl c Nummer 8 1 li-i-ti« Xarftrictiten stimmen völlig /u den berichten über den Njeilerjjn^ der Si-f.ir.lim in II;ml>nrir im IS. Jahrhundert, wo gokvob/l Mio (.i li 'ii i ti-ii w ie die Politiker, deren sie sich früher, /ilr Zeit i-im-* SusiMirtas und de C'a-tn», lühnien konnten, fclileii. Wenn aber die Frcunclsdinft zwischen Mendelssohn und der HlimbniWrin in diesen Jahren. da inner jüdische Aufhüben im Leben des IMiiliisii|»hen in den \ordefgriind treten, sich ein weui^ uls-'e->cb«-iebt zu haben scheint, so binden wir beide w ieder vereint in der I raner lim den toten Freund — Lessiusf, der wohl in beider Lebenden menschlichen Höhepunkt bedeutet halte, lud es i-t die gemeinsame.Trauer um diesen treund ■lind die eemeinsnme Sorire für sein Vndcnken. die dann endlich in dieser lreund-.ch.ift jene tragische Verwicklung hervorruft, von der wir ollen sprachen Kltse Reimalrus war es ja, die Mendelssohn jene ihm zuerst iinbecrreilIich erscfieinenclc VeirBeriuig Jacobis mitteilte, dal{ l.e^-iiiir .in seinen letzten Jalfttsn ein Spino/i-t gewesen". Das alier "liieH in der Sprache der Zeit nicht mehr und ilicht weniger als: ein Atheist — ein Gottesleugner. Diese Kntclecknng niuHie Menclelssohn a|ifs höchste befremden — nicht, nur. weil sie bedeutete, «laß der l.ebensfrennd ihn selbst üIkt'wichtige Grundsätze -eines Denkens tm Unklaren gelassen hätte —. sondern w< il er meinte, diesen unbegreiflichen Klecken von dem makellosen Schilde-aes Kampfers für die- Religion, der Vernunft auf jeden l all wicjder entfernen' zu. niiissen. Heute liegt dieser berühmte „Pantheismus-Streit", besonders null den \ t-röffetii Iiciiuiu'cii \on II. Scholz"), klar vor aller Augen. Damals aber führte dieser Streit, wie wir noch in Gurt he» Lehenserinnerungen verfolgen können, zur tiefsten Aufw iihlung aller Gemüter und zu einer Krregung, die uns nach Goethes Worten ..einen un»rrr trefflichsten Männer" geraubt Hat. Mise- »ucfijt zuerst friedlich zwischen den beiden Kämpfern Mendelssohn und Jacobi. mit <le'ien beiden sie Freund»chcift verbindet, zii vermitteln. Da w ird sie durch einen uuvornehmeu Sihritt Jacobis. — er hatte ohne Vorwissen seines Partners die? Besamte ..Privatkorre-poiiden/" (K. «.?.) in seiner Schrift „Leber '*) Vgl H S c h o ' z , Die Hauptschriften zum Pantheismusstreit zwischen Jacofci und Mendelssohn. Berlin 1916 die Lehredeji Spinoza in Briefen an Herrn Mc»ses Mendelssohn" drucken lassen — ganz, und gar auf die Seile Moses Mendelssohns getrieben Ja — sie mal! sieh selb»! anklagen.....dalt siezu freigebig mit Auszügen aus Ihren Briefen geweseti sei..." Und sie versinkt in einen wehmütigen Kummer, wenn sie denkt: r- ..didl aus einem II tflttreit umi M uhrlieil, bei dem »sei der edelsten II ahrheitsjorsi her, znei der genauesten freunde Lesung* — und die weinen — sich traulich i or aller II <•// die Hund boten, nun ein l'rinitstreit werden könnte, bei dem nur du- Feinde Lessings und der Wahrheit siegen könnten, und zu dem ich vielleicht unschuldigcfceise ein Fünkcken beigetragen habe . . . Mi n iederhole, dieser Gedanke schlug mich uuj eine II eile ganz nieder..."') Der tragische Ausgang diese« Gelehrten-Streites ..um den Leichnam Mosis" i-t bekannt Moses Mendelssohn, durch den' unüberlegten Schritt Jacobis im Innersten aufgewühlt und, wie ihm selbst dünkte, als Verteidiger seines toten Freundes aufs Schlachtfeld gerufen, hplte sich die tödliche Krankheit; als er in fiebernder Kile seine Gegenschrift zum Verleger trug. Und wenn auch die klar blickende Klise Reimarns nicht zu den vielen gehörte, die seinen Tod unmittelbar mit Jacobis Angriff in Verbindung brachten, so hat doch dieser verhängnisvolle' SchluII ihrer Freundschaft mit Moses Mendelssohn ihr eignes Leben von Grund auf verändert. Lange Zeit hat sie sich nun — nicht nur von dem früheren Freunde Jacobi — sondern von aller Philosophie und allen gelehrten Freunden zurückgezogen. Sic schweigt — und als sie wic-der spricht, da... ist sie eine Verwandelte. Sie hat im L'eberdrusse am rein denkerisch theoretischen Leben ein elternloses Kind zu sich genommen, „um durch das Hantieren mit einem lebendigen Ge-chopfj selbst lebendig zu'bleiben und Interesse am Leben zu behalten." So hat das erschütternde Filde dieser Freundschaft im Lehen der Flise Keimarus jene typische Wandlung hervorgebracht, die sich im Lehen so vieler Gestalten der Aufklärungszeit findet und die auch Moses Mendelssohns Leben und \\ irken für seine jüdische Gemeinschaft nicht fremd blieb — sie schritt vom Denken weiter zum Tun. 1 . ' :) Elise Reimarus an F. H. Jacobi am 24 Oktober 1785 Vgl Z o e p p r i t z , aus Jacobis Nachlaß I 66 ff. sJÜDISCHER KULTURBUND HAMBURG E.V. Ein Aufruf des jüdischen Kulturbundes zur Förderung seiner Arbeit Di r J tuli-t Ii«- kullurltuml HaQitiurg ltul >rin«* Spirlzril 193.>/36 In nulrl. M it «-Oankliarkrit uml » imm p wi»*-n (rt-fülil der Grnujctntlltf! dürfm v»ir -aprn. daß un^-r Aufruf zu Ii« jmn d« vi-rpanprnrn \\intnjvon drn Hanilmrpi*r"^u<lfh prlmri wunlr. daß virle hm Ii /u fjun-rrrr < »rnirin-«liaf t ln-kannli u und daß r» uns prlan<£, l.ilii lmn^ uml r r«*ud«% ZfT^ttruuiM uml KntSpannung zu vrrmiltrln. Map dvr riij&rlnr KinHrnilungrn in dir .»er oilrr jener »Richtung »« -i n. ila-, wai wir in <Ii• -> r /r?t an Veran^taltun^m auf de«ii Ur|Hrtc Are Thradr-. der Mu-ik uml dvr Bildenden Run-t prl»ra«"Iit IkiIm h. erheben* in «li«»tm «»drr ■j«*nctu 'Sinn* \\ ün-clir für dir /ukuuft auiiit-lilrri — im 'alljtemr itijrn plaubrn wir -aj:i n /u dürfrn: in dir-1 in s r Ii u i »• r i » »■ n #1 r -1 »* »• J ah r e d t» s A u f I» a u a i-t il i »*! k ii n - 1 1 *• r i .- r Ii r dr u n d I a p f iiii-itit Arhril p«- M^kaffi-n wnrilri. ■ Hit« w i r l s r Ii a f 11 r r Ii r B aki i> un-rrer Arln-il fi lih ilaprprn \o1IUoimiM-ii. I i k | >rlunt narh kurzer ArlM*il?/t*ii niußtt* drr Kuliurliuml ein.M*Jirn, ilaIVt-r «»lim- ZnM liü--r nirhl aii-k*>ium«-n'kann. It<--(iml*'r- .-t-it ilt iu llijli-t l''i'>. aldrr ftrtrirli »rpanl-atori^i'h uml kün-llrri-ih imnirr nnif.m^riirhtr Kurdr. hat -irh dir Nvlwrjidi^kril p«-/rit:t. /uvmiidanptrfl für die Anlauf— uml Kntv* i< kluii£*z«-it zu rrhallrn. I'i- Tlii*at» r- und Mu»ik.wr»rn t*rfor«lrii ülirrall /u-« hü--r. I in wirvirl im fir um l itt- «lir-r F>faliriin^^lat-arliiauf dir l-r-<»n<I« rrn Vrrliältni--r « im - jüdi-i hf n Kjilmrlnitj.l. - zutrrffrn. dt—rn in drr Natur im Sar.li«- Hrfrndrn >rliw in i^kt-it«-n jrtjeni klar win KrrdrnJ Unser ausführl "lamburg 11 Wir veranstalten in der Spielzeit 1936-37 Theateraufführungen * Konzerte * Kunstausstellungen Vorträge * Rezitationsabende * Tanzabende Kleinkunstabende * Filmvorführungen Winterproßramm wird in der zweiten Hälfte August unseren Mitgliedern u. darüber hinaus allen Juden Grok-Hamburgs zugehen Geschäftsstelle des Kulturbundes: Börsenbrücke 81 Fernsprecher: Nr. 313210 / Bankkonto. M. M. Warburg a Co. / Postscheckkonto: Hamburg Nr. 44067 ■ ^^^^^^^■^■■™™ ■ ' i - »XI ' Darüber hinaus, um nur eioigea berauKZuaTeifen: wir haben in Haaabarft keinen ei^eiitlielien Tin ali rrauin. wir be-itzeh keinen FondiMsfär Dekorationen und Ko.iüme. sind nolaedniniten mit Indien Reisekosten belastet. Vob allem aber: uns fehlte von Anfang.an danötige Betriebskapital, l m einen betriff vorn L'mfan^e unserer Tätigkeit' zu geben: der 'Betrag, «l, r von uns .während des letzten Wintert an Gebaltcrn und lloiifiraren für jüdisrhe Künstler. Ange- -lillle und llilf-krälte SOH'ie au jüdische (.ewerhetreihende und Lieferanten gezählt Hurdel belauft sieh auf etwa (>') lim KM. Trutz des cn»ßen Mitgliederbestände* und trotz umfangr^irneT wirdernoltef Werbung gelang es nirfat, die Besueherzaltl unserer Veranstaltangrn ) so steig|rrnv daU sieh die Koslrn zum nindeslen ') Der Hamburger Kulturbund hm jetzt annähernd "iHtlll Mitglivdjr, vcoraus ersichtlich i>t. d>i(i alle Schichten 'der groß-katnbnrgisck^n Judenheil regen Anteil an der KulturlntJuhirbeit genommen hoben. Insbesondere sind die Jugendlichen*\nller Richtungen Milzlieder Unseres Kulturbundes. Insgesamt ■ uurden unsere 56 Hamburger l'eranslaltiingen 'ton 2$8M Vertonen besucht, i Hei einer durchschnittlichen Mitgliederzahl von J""fl bedeutet dies, dal! jeder Ii12 l e.riinslulHingen besuchte. I nsere Mindestforderung ..Jeder einmal im Monat in einer Kulturbund! rrunstmltunff i-t hei xeknmonatiger Spielzeit also leider nur zu zu ei Dritteln erfüllt norden. .

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