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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-07-17 · 7 (17.7.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
7 (17.7.1936)
Date
1936-07-17
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Seile 1 G c m <■ i 11 cl c b '; latt der D< i ,H- .: > . . -! . .; ■ [ft sc b -1 s r a c 1 i t i s <• Ii e n Gomrinil e- Nummer 7 ■ Keine Auswanderung ohne Sprachkenntnisse Du verstärllte Auswanderüng'nach l'ßcrser. die im 11«■ rl>-t l«rS» Eingesetzt hat. so schreibt der Hilfst crcin der Juden in Deuts Iii.iinl. Ii.ill unvermindert an und richtet sieb vor allem Ii.ic Ii Südafrika, den "Vereinigten Staaten iiimI einigen , süduuif rt ilan.ischea Landern. Bei der fortgesej ritten.cn wirtschiaftlielien. Erholung der meisten dieser l.ämt>r konnte mau die Austritten der Vuswanderer trotz, der ]chwferigkeitcn des K.i|)it»ll i an^Ters und trotz der ungesumhijn Berufsgliederung ttden in. Deutschland als wenn nicht unsere I len Iehler du rch m , r n u n g' d e r künftig IVr Kill» anderer kann der zeichnen Ii i >\ o Krle gelier der der I kg, eimil von Anfand an wenigstens einigertiuißen beherrscht'lind la komnpuet Auge die in ei hüufi ein k steil verhältnismäßig günstig be- Auswa »derer [selbst <len verhänga ji ir <■ I n d e ii Eifer i n de r I a ij|d essprach e be- »irtsttiaftlicheu Erfolg in e ii auf nur .rechnen, wenn er die Sprache seiner im Lande selbst möglichst rakch in ihr vertoll- Dies gilt natürlich in l>e>oiu(erem Malle für die innren der kaufmännischen und aUademischen Berufe, ojhne Beherrschung der Lniidcsspraclie als Arbeitskräfte ns;;erade/ii unbrauchbar sind. Trotzdem wird immer er aus den ülierseeischen Ländern berichtet, «lall kaum einer Teil der Kinwandere'r truch nur über die bescheideu- 4>rai hkennlnisse verfugt, uifd <lall v ele. wenn nicht die im lau».indemngslande innerhalb <ler letzten T rika. Columbien, ArsenÜHik'n iirilen die Sprache «zusagend von selbst lernen, ige sind/ len HilfsVereW aus " rulruay und Brasilien beillt es in einem l ht zngeganucn. Si meisten, -ieli einfach darauf verlassen, sie selioi Allel i Su.Ii Klagen in dieser Mi Brie! aus Südafrika: Auf di .i.i Schilfe sind fast nur jüdische Auswanderer. Direkt schreckend ist die Tatsache, daß vtin ihnen all :n höchstens 10 (von über B00| die englische Sprache beherrschen. Wenig i (etwa 201 lernen auf dem Schiff. Der Rest ist uninteressiert und verlaB sich darauf, in Südafrika zu lernen. gleicher Zeit klagt das Hilfskomitee in Bogota ((. olumliieiq) es müsse immer-w ieder feststellen, lall die" Einwanderer fast f ausnahmslos sprachlich, physisch und beruflich völlig "unvorbereitet hinkämen und sielf so ..selbst die allergrößten •rni-se für ihr Vorwärtskommen" l^Tcitctcn. Aehnliche Ihnd Klagten über die unerträgliche Erschwerung ihrer Arbeit kamen uinl kommen fast jeden Tag von den ausländischen Komitee«; so heiBt es in einem Briete aus La Plata (Prolin! Buenos Aires, Argentinien) vom 4.'Mai: Ich habe hier sehr viel Einzelschicksale be.ihachlet und mit vielen Herren des Vorstandes des argentinischen Hilfsvereins gesprochen, die sich ziemlich deutlich ausgesprochen haben, und dabei festgestellt, daß eigentlich alle ,dieie Unterhaltungen mehr oder minder eine Beschwerde über die ankommenden Emigranten waren. Die Leute (d. h. die Einwanderer) »teilen immer wieder Vergleiche mit ihrem früheren Leben an und wollen sich in keiner Weise umstellen. Wenn es hier Firmen gibt, wie mir ein Herr versicherte, wo er 9 iunge Leute untergebracht hat. so muß er noch dazu einen Dolmetscher haben. Ich gebe ohne weiteres zu. daß die Landessprache auch mir sehr schwer fallt, aber ich kann mich doch schon notdürftig, verständigen. . Anderseits erhält der Hilfsverein aber auch immer wieder Briefe von Auswanderern, {die zufrieden berichten, wie schnell sie dank ihrer früheren Sprachstudien Stellung gefunden haben, und welch unschätzbaren Vorteil es für «len Einwanderer bildet, wenn er Sie Landessprache und möglichst noch eine Sprache beherrscht Ks verdient nachdrücklichste Betonung, daß die Kenntnis der englischen Sprache a u c Ii f ii r A ii s.w anderer nach Südamerika, iiisbesondere natürlich für Kau freute, eine außerordentliche Hilfe bedeutet; noch ' «richtiger ist allerdings die Kenntnis der dortigen Landessprache*, d. h. im allgemeinen des Spanischen und für Brasilien des Portugiesischen. Ks ist deshalb unbedingt notwendig. daH Jeder Auswanderer,-ganz besonders, wenn er Öffentliche Mittel in Anspruch' n imnlt, schon in Deutschland die Sprache -einer voraussichtlichen Heimat studiert. Dali alle öffentlichen jüdischen Institutionen, insbesondere die Gemeinden und die vielerorts bestehenden jüdischen Lehrhausrr. der sprat blichen Schulung der Auswanderer — nötigenfalls in Zusammenarbeit mit dem 11ilfsvejrein selbst — ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden, d.irf mit Bestimmtheit erwartet werden. Vor allem aber muH jedem einzelnen Auswanderer das Gew issen geschärft werden für s e i n e Pflicht. S p'r a c h e n zu lernen, s c h o n b e v o r er auswandert. Nicht nur er selbst, sondern die jüdische Öffentlichkeit wird sonst für sein Versäumnis zehnfach hüllen müssen!; Personalien u. Kleine Mitteilungen Herrn Gemeindevorsteher N. H. Offenburg wurde aus Anlaß seines 7o. Geburtstages -von den« Gemeinldevorstund einl sog. „P ort u g a läse r*", d. i. eine Kbfenmüiize. wie sie nach historischem dlambiir-r Brauch nur von offizielleu-Körperschltflen an l«p>on<lers verdiente PersönliclJkeiten verliehen wcrdenldarf. überreicht. Der Vorstami der D.I.G. haltte dazu von Herrn Kallinan H o t h s c h i I d eine künmleriscli ausgestattete Vclres^e anfertigen lassen, die folgenden «OrtlautIhatlc: j j .. Im 7 aue..da Sie da\ -iehzimte lebentjahr cotlendeti, Hill I ih-r I nrsland ihr Iteulsch-lsrafliti-'ichenlGemeindc Ihnen] herzlich danken für all </«•.. hus\ Sie in tunurn Jahrenfür </«> GemeimmbhL geleistet haben. Jede Aufhabe, die Ihnen o-slellt u urdf. habrn Sir «/.s atifret hter uraderl Kampfer in Gen i\** tthmflinkeji und Pflichttreue erfüllt. Iminer an andere, nie an \tt h s.-//»,; ilrnki'nd, ist Ihr Tan und Säfrehen Hahrhaft gfaßer Itn ti't am Gemeinwohl. V rtm uir Ihnen heute ah Steinet /ei* hen unserer Dankbarkeit einen l*i>rtut£<>ln*i>r überreichen, .w» i erhindeh u ir damit den H untch einer luniirn freundtchnftlit hen Zttsamtnenarhiat für imo-rr aliehruürdittc Gemeinde." Au Stelle de- Herrn Dr. I'nididf M ö I V; r. der wegen ^'iner ehe •siedlung nach Palästina seinen Sit/, im llepräsentanten- K<>lIt-tfilfm niedergelegt hat. ist auf (irund Kug Word D /•«. v. K ra II » ege Ilerrn \ ITH wä Ven .'Stift! . Hern lalle i il i Mith a e I das Repri Jtepräseutanlen-Kollegiti m M. an Stelle der verstorben .ent.iut* hat iii seiner Sitzung vom ii FraU Lina Alexander l.lsa P|a schlier geb. Mathiason und an Stelle des präsentantender PrSatzliste Herr n.Kollegiuui beirufeii im seiner l ebcrsiedliing natfi Palästina ausgesdiiedeneii Dr. Hans Levien Herrn iltiing des Pflegeheims iler Itepräsentaiiten-Kollejgium i| s zur I nterstiilzung kurbediirftiger jr e V gleichfalls an Siellcj des II Itiidolf B r ad y. )r. I lerdert S a m s n n Gemen de gewählt den Vors sraeliten .,Tber^sicn' rrn Dr. Hans ■r Dr. L i c h t i g und J o f f e. die I Dcjr Deutsdi-Israelitisific Sv nagngen-l erband . wählte zu und fe--ten Beisilzern seines [tfc-tIi Diu.die Herren isher schon währe ml uitsgeschäJ'te .ausgeübt Herrn Oberrabbiner niburg übergesiedelt ic itischen Synagbgen- Daja Kubb der \ Iii!..: Dr. ( ist, d \erl>itn<les bilden. ak.inz des Oberr.ibbiuafs ditssen \ Sic werden in Gemciiisth.ift mit a r I e b a c Ii , der am I. Juli nach 11 <>!"■!! i DeuHch-lsr ju die Ferner ind des Ljc-vicn 9U. Geburlstag In voller körperlicher und geistiger Frische beging Krau Julie Mark. geb. Jeretzki, ihren neunzigsten Geburtstag. Selbst aus einer Kantoren- und Lehrerfumilie stammend, wurde sie die Gattin des hier hochgeschätzten Kcligionslchrcrs I.oiiis Mark und setzte die Tradition ihres HauseSjo jüdischer und künstlerisch-musiki Iisther Beziehung fort. *? 60. Geburtstag Am J\ Juli begeht Herr Hermann, Bach räch seinen to. (rebu i tstag. Herr Bach räch ist als Synugogcnvorsichcr des Deutjsch-fsraelitischen Sraapogen-Vierbundes in der Gemeinde' syttagogr Bornplatz einer derjeuigen Männer, die biubstäbliib \om fiüh<-n Morgen bis Mm späten Abend täglich für die Allge- ■icinheil sich betätigen. Weiterhin gilt sein Wirken dem „Verein zur Förderung ritujeUer Speiseliäuser"'. und er ist auch noch in anderen, gemeiiinützigcii Organisationen tätig. r5. Ciebiirtstag I'rau Paula (• o I d s c Ii m i d t , eine in früheren Jahren unter'dem Decknamen P. Faber sehr bekannte' Hamburger jüdische Schriftstellerin, beging ihren 75. Geburtstag. In der großen Tagespresse erschienen vor «lein kriege regelmäßig zahlreiche Aufsätze und Essays aus ihrer Feder. Frau Edith Buchholz gestorben In Tel-Awiw starb nach längerer Krankheit Krau Edith Buchholz, geb. Simon, die Witwe von Dr. Kridi Bucbholz, des uinergeßlitheii früheren Leiters der Hamburger Zionistischen Vereinigung. Auch Krau Buchhnlz bemühte sich aullerordentliifi um Angelegenheiten der Allgemeinheit Ihre HauptsOrgo galt dem Jüdischen Volksheiiii Hamburg-Altona, aber auch um die Ausbildung junger .Mädchen im hnuswirtschaftlichcii. Beruf in.utile sie sich außerordentlich verdient. Schon vor mehreren Jahren verlegte sie ihren Wohnsitz nach Palästina und konnte daher in letzter Zeit vielen dorthin eingewanderten Hamburgern mit Bat und Tat zur Seite stehen. Ihr frühes Hinscheiden löste allgemeines Mitgefühl aus. Die Vereinigten Zionistischen Büros Hamburgs, die Hamburger Zionistische .Vereinigung e. V., Nordwestdeutscher GrUptaenverbaad der ZVfl).. Palästina-Amt, Zweigstelle Hamburg. Keren tlajessod — Jüdisches Palästinawerk e. V., Keren kajemeth" Lejisrael —'Jüdischer Nation,ilfonds e. V., Hebräische Sprachschule „Ivriah", N'ationaljüdischer Jugendring. Zionistisch- Akadcmischcr Club, Verband jüdischer Krauen für Palüslinaarbeil „W IZO", halten mit dem I. J u I i I " J 6 ihre Biiroräume nach Hamburg 20, K p p e u d o r f e r b u u in 6, hoebpart. r. (tclcphon: 53.Zi jr) verlc-gt.

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