Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 7 (17.7.1936)
- Date
- 1936-07-17
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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S il. 8 ^7 Gemein de bißt* der Deutsrh-Israelitischen Gemein de Nammcr 7. AUS REICHE DER KUNST Rückblick und Ausblick des Hamburger Jüdischen Kulturbundes I». r Jüdische Kulturbund in Jlamhurc lial dif Reihtseiner Darbietungen für dat-rhaft-jahr I93(ä/3u gc-M-bloden. Seine leitenden Mann, i ■rltrn ijt den folgenden \uf-älzeu, die hur .einem Hrm hteil der Mitglieder (furch die Auf nähme in da- Programmheft einer Vit« aii-la!lunp schon bekannt sind, ein« l H»cr>n-hl iiher organisatorische I Kfapt u int'I «In kün-tleri-rhrn Krgcbni—c ilie-rr Spielzeit. „ * Organisation l ou Or. />r. Fvrdtntitul G*»ua} Dem K ult urliuntl ist es in dieser Spielzeit gelungen, -ich in ^u111-n Schichten der Hamburger jüdi-chen Bcwilkemiig durchzu-etzeii. tScine, M H«1. r/.ihl beträft annähernd ~>KI>0. Kirr Durchsicht der Mifpftvderkartei ergibt, datt nichtnur'sozial gesicherte Personen ihren /um K n Ii im I.li 11*1 rrklärl halten. MMitlern. daß gerade auch bedrohten Schichten regen Anteil an il« r Kultiirhundarheil p-nriiiiunn ■ haben. Daruber hinani-t mit I r^inl-n fe-tge-t«Hll worden, daß die Jugendlichen all(*r H i« hl u ngen M 11 c I i< ■ I« r des Kulturbündegeworden sind.l * * I potz de«, großen Mitgliederbestandes i-l es I.; -in r norli uii Iii gelungen, hrj allen nn-rn n Veranstaltungen eine -o große Be-uchcrzahl zu erreichen, daß ihn- Kosten - ii Ii finanziell zum minderten angleichen, (»eradr hei ih n Veranstaltungen, die hohen kulturellen \X rrl hahrii. wie .Jaakoh- Traum'' um! ..Hamlet", die, Aufführung der er«ten Synifdupnie ton *.11~ta\ Muhler und ..\wodath Hakodcsch" von Bim h eit ligftritt die -o/ial ■rade die besseren der ßiaV Utting der ■ Meinung \ertreteil. w rrti olle \r heit /u uhlikuin-pc-i liniack. ühreii konnte, nachgegebene l ebei-icht it -o unduldsam pe- Knn/erl eine» Kihu- ■ haben wir in dt r niUtt-n «ir zu opfere in Beiiauem feststellen, daß. Platze nirhl so ierkauft Maren, nie wir es naefa W i■rlfe erwarten durften. U ir-. haheii allerdiitgvon \nfanp au streng di daß iUr Kulturbund in « r-ter Linie kün-tleri-ch lei-leit hafte. <laL> er alter m« Iii einem -ehleehten I ih r ullerdiui:- /u einer Be-»erunp der Ka--enla^e gelten idÜrfe. Muhei i-| die Leilunp. v% ie die nuten üher tin-ere \ erun-tal(uu=en erpiht. diirehaunie m -rn. daU *ie Iwitere Stürke. ttiinte Altende, ilauml Radio»lar- -rhlei hthin ah-zelelnit hätte. Nu fc-nt-i heidemli'ii Linie immer'\er«ueht. ejne hohe kjün-tleri-ehe (Qualität kij en^'jt heii um) nii ht den I onlerunpen einer kltiim n Opposition, die llie Kin»tellunp de? Kulturhundeauf »len Ma>M>B)Ee<>r|iiiiark forderte, li.u hueyehtn. l>.iL In i die-er Kin-Iellunp nirht allen-Künstlern, die -ozial.in Not uaren Und -ind. dun h ihn Kulturliuml geholfen \|erden konnte.* «eben ir »ind aher naeh nir vor der fehlen M ei nun fr. daü diesen in durrb soziale Organisationen und niehit dtirrh den Kiilturrha>lfen werden kann. _ ' \i hi it der Spielzeit ist -eine -ehr ^rttfie pmtesen. Mohei darauf *i-t*|i i-t. il.il* alt^e-eheii von den 57 \ eran-t^llunpeii in Mamhuri: Ja L||, aier\or-ttnlun^en. In Konzerte. 1T Hunte ^Vliemle. * hauukkahnu --e. eine \\ erlirxerau-taltunp. zahlreiehe (»ästspiele un-ere» rhealeren-t inl le- (29lL -ov^ie' \ eran-taltun^en un-erer AMeip-telle in Liiheek <'• > zu hetn neu Maren. DmpesehäftlirheI I.eitunp de- KulturhiinoV«! hat in jrd» r Beziehung v* r-in ht. ihren ijiifpaheii der Organisation ipid Propaganda pertrhl zu Merden. OaU |lal|rlKehlrrvorpeko|iiiiien -ind. Mird nicht peleupncet. Uiese Kehler -ind aher nirht übersehen worden. Mindern werden alh.rfahrunj!en für die naeh-te Spielzeit nulzhar s«tliaehl werden. Die pe-rhäfllirlie Leitung i r- *Kullnrltundrhat M*hon h l/1 in \<|rlrefl1ieher und harmonisrher Zu?1 ammenarl»eit mit der ktin-llijri-< heu Leitung heponm u. alJe \ orlterritu Upen für die närh-le Spielzeit zu treffen. ir hoffen. da(J unin die-er un-ere Mitglieder n«M'h treuere t ,efol'j-« haft Iri-ten werden alin «ler beiden xerpanpenen. wir e i r . Kun-ll Inind ■ Die hlfl/IIM I Theater ffr. Hirn* lUtximum Oa-j Theater i-t dajüiip-^e Kind de- Ilaut I im* in i-t /.u-^h ieh die jüiip-le t.ründunp unter Mlll \ll ur^er Kulturbundes, allen Kult iirhumlen : und Bre-Iau hjihen -amtlirh früher Male der t>rdauke uu die Kulturbund« w »-f ih n -ol Ite. hatte Iii Ki|-# iuld< - M'ii Kerlin. Köln lo-tan^lrn. Im kü«us| l'>.{> tauchte zum er-ler rine* JrJI>ständik^n llamhurper Knsemhles auf. idee fir Kmpl aWende und >r halfen de frurhihar Handiaxrc. der hi-th-ul-am-te Bund närh-t Kerlin. dazu -ein Srherflein h< i/ulffapeii. Oi«- -zetii-ehr Kun-t. dem Hörer am näehsten. im Ki-per* luire am iimfanpreirh-lni. in ihrer Beziebunp am allpemein-ten. -ehieii dayrri^nele I iM. Di r lUanunp folgte in ra-eher Kolpe »ler Versuch, die \ii-diln im-: im S pteml»rr pah der tu iipe-ehafferir Kun-torpani-iuu- -eiin \ i-iii nkarte ah: ..da- Sehauspielensemble fclrs Hamburger Jüdim In n Kiilturlnmih - wurde /um I. Mai angekündigt und imiBle >ieli in .Jaakoh- I räum' vor einem aufpe-rhlo—enni Kreibewähren. Dit^em prandio-en kla—izi-ti-rhen I *ramä jtidi-ehrr Bühnenkuu-t folgten naeh; intrrranlrr peplin klein Start nun in V. erke. Mit >haw- J)i« monatli Häll-er rolpe eine, Keilie Herrn >artorii^'- folpte der Schrittin da- Grhiet der pehobnieii Kiiuver-atioii-komodie. ..I.ukanli-". Jakoh \\ a--ermamieinzipeaheiidfüllende- Slüek erweiterte den Radius zum IVohleiu-tüek hin. Nun -rhien eine Br> w i--r Etappc in der Ku-emhlchildiiup ern irlit zu -ein. -o daU die Aufführung einekla--i-rhen \\ erkei In Krwäpunp pezopeii wenh n konnte: Shake-|n an- ■ ..Koniinlii der IrlUIlgen" w ar ein panz. proljer, am Ii hrreit-, auv^a>tam ikannter Krfidp der junpeii Bühne. \U Stilles an die zarti -teil nien-rhli-ehen Bi-ziehunpen rührende- Stück . folpt -odann ..Liehelei", pleirhzeitip in dem Be-trthe«. dem pro Ben jüdisehfn Dichter Arthur Sehnilzler Hi-pekt und Verehrung au l»e> /«-Upen. Um. den Spielplan möglichst hunt uml ahwech>lunp-r« ich zu pe-talten, w in! ein neuet^ehiet in \npriff peiiommeiv: Benatzkys mii-ikali-che- Lu>t-piel „Meine Sihwe-ter und ich", dain -ehnelhr Kwlge die proüte \uzahl von Auff ülirunpen erreicht, hin w eitere« heitere« \\ trk hrinpt Knt>pannunp und Kreuile: Molnar> ...spiel im >chloü" piht pleirhzeitip (Gelegenheit, Max Khrlich in einer Paraderolle dem Publikum zu zeipen. (»leii lizeitip werden maf alle Kräfte für den festlichen Ah-chluU der Spielzeit konzentriert. In einer letzten proßen \rheit auf dem \^clnjrt des Stildrama- -oll Kechen* -«hilft üher Können uml Möglichkeiten unserer Bühne gegeben w erden. \ Mein >ki pti/i-uiuzum TrotK ■ w ird ..Hamlet"' pewählt — allem Skeptiaif»mnn zum Ii otz. setzt er -ich glücklich und nachhaltig durch. Mit (»eiiiiptuunp kann konstatiert werden: zwar i-t kein /ie| erreicht, aher rin W eg /um Ziel aufpezeTpl worden. Mit ..Hamlet" wird-auch die nett« Spielzeil ihr Kuhtrrhundhühne einpeleitet w erden (um dann die Rrjse in andere Städte anzutreten). Wie -ich ihr Spielplan weiter gestalten -oll. darüber Mehl rndgöltig noch nichtfe-t. Immerhin können schon heute einzelne Hichtpunkte aufgezeigt werden. An Stildramen denken wir an i'ablcronä liezanbermle Komödie „Dame Kobold' in der "Nifilidichtung von Hupo v. Hofmann-thal. au den Mofier-cheu .. TartulTe ' in der Verdeutschung von Ludwip Fulda, an Shakespeare* ^Konten uml Julia'' oder, falldie mu-ikali-che I rape zu lö-eii i-t. aiv den ..."vmimcnaT hi-iraum' . an ,.\ olpone" von Ben Jon-o'n in der Neu- -i hopfuup \*m Stefan Zweip. imdlich an Zweipeipeiieproüejüdi- -che- - Drama .Jereniia- . wenn * m die proüe Auf pahe lohnender Bi -in In rkrei- -ich dazu findet, hu Problehistuek -ollen neben bewährten \\ erkeii älterer l'räpunp (.wie \mln-j» w- ..Der. der d"ie M.ml-( lu llen bekommt'* und Lenormands ..I eiplinpe" und Ibsent ..Nora") baoptsaehlirh ganz nene Stocke zur Darstellong kommen: das lerzteoVama ^Menschen in Weiß" von KingVley, »Hoffnung*4, daletzte Werk Henri Bernsteins, „t.roße Liehe", die neue Komödie von Molnar. Dam-ht u Mird auf dabewahrte. Konversationsstück he- -oiidere BVaehtong pelept werden: An >haw- „l'vpmalion oder Candida" w ird gedarhl, an \\ ilde- ..Bunhurv" . an Seriln - »las 9 as»rr". Damusikalische Cenre -oll durch einen t >ffenhach. efw a ...Orpheus in der l nterwelt' oder Ktlumenlhalf neu hi-arheitelte- Lii-t-piel ..\ iohe" reprä-eiitjert Merden. Im Lustspiel selbst w ird ..Kleine Komödie'' \ou Siegfried <-e\cr und -.Hertha-ylloch/eil" von Max Bi-rn-tein (mit Max Khrlicht in Aussicht peiiomnieii. Dazu werden alle IMäuc gefordert, die darauf abzielen, wertvoller jüdi-cher Diebinng die Bühne zu erohem. * Da- I.n-einhie -elh-t w ird auch in der nächsten Spielseil die bewährt ep dar-telleiiih-n KräfI«- aufweisen. Sie werden erpäu/t werden durch nein- -cliau-pi« leri-clie l'er-onlichkeiten. die bisher zur \hruiulunp der >pieltruppe fehlten. Schon bei #ler Gründung war «•- fe-t-tehrud. daß die Tätigkeit , der neuen Bühne -ich nicht auf Hamburg allein he-chränkeu konnte: aumateriellen (»runden, um die finanzielle Ba-izu erweitern, aus ideellen, um einmal dem Kün-th-r größeres Kehn zu \ersehalfeil. \or allem aher dem jungen Kullurhiindpuhlikum. dabisher den I heaterpeniiU enthehren niiil.lt* . -/eni-che Dichtünp zu vermitteln. Da- Kcho. dadie <»a-l-pieltäti^keit de- Hamhurper" hn-emldein kurzem au-wärtfand, war ermutiprml. Schon in die-er ersten .Spielzeit hält die Zahl der knffuhrungen in llaiuhiirp derjeiiipen außerhalb Hamburgs die W aage: Bii -lau. IDresden, Dü--rldorf. I rankf nrl am Main. Leipzip. die wichtip-leu t *rtt* Oher-i lile-im-. endlich Berlin -iml die Mädte. die da- Kn-enihle mehrfach zu <»a-t sahen. Die-e < ra-t-pie!täiipkeii -oll in ih r neuen Saii-on kräftip aufpehaut Merden: Li ip/ip und Dre-den Merden repelmäUip he-pielt werden, mit Bre-Lau i-t eine enge. Intere--*-npe im-in-chafl peplant. au--ii hl — reiche ~\:erhamllunpi n mit anderen Kulturbünden schwelten h/w■ -tehen \or dein Vh-chluÜ Dai-t schon uml piht (»rund zu freudiger \ < -i nupluiinp. \ her dadarf nicht darüber täu-i In n. daU da- W Seh> tip-ti das Hamhurper PuMuVUM i-t. In Hamhurp -pielt da- Kn-emble, für Hamhurp i-t es pe-chaffen. Mope die Sape von dem Propheten, der nichts im eigenen Lande pili. an uns zusefamnoVn werden. Im UeeenteiL'um einen kla—i-chen Theaterilirektor zu zitieren: I »erin frei lieh map ich pern die Meng« -eilen. V* . im -ich der Strom naeh un-rer Bude drängt I nd mit gewaltig WicdVrholleni Wehen. sich durch die cnpe (»nadi npforle zwangt. An uns soll edann nicht fehlen: ..zu schreiten in dem engen BreitetJmnm neu ganien Kreiihr Schöpfung aus".