Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 7 (17.7.1936)
- Date
- 1936-07-17
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 2 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 7 Die Finanzen der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg Ein Vortrag von Dr. Leo Lippmann kui/liili hielt in einem relativ kleinen krci.se Gcmciiidc- Mirstche-r Dr. Leo I i p \> in a u n. «11?r h inanzref ereilt iler I). J. G., eunen Vortrag, der eine kl.irr I ehersicht ülier die lebensrwichlig-te Ader mNerer Gemciiicle, ihre K i n a,n / e u, gab. Da de-r Inhalt-gerade eines solchen V ortrajges. für elie gesamte Mitglicdsch.it t unser er Gemeinde von höchstem Interesse sein ninli, gebe n tili einen Ted ik'f lusführilllgcn wieder: .' / Da- Thema meine» Vortrages lautet: „Die Finanzen der Deul-eli-l-rae rili-iin n Gemeinde in Hamburg". Ks ist ein reetrt trockenes. Wellig; [inreiteIldes. 'und beule weniger'denn je erfreuliches I In nu. Ich muH cersuehejr. eineji grol'cn Stoff in dem recht' kni/i'ii Zeitraum, der mir fiir den Vortrag beincssen i-t,: knapp zitsamiuciiz-ihi--cn und zu behandeln,, und ich kann daher nur einen l eherhlich geben. Ich muH manches'unerwähnt lassen, waich <<"ll>-t gern vortragen möchte. \ iele von Ihnen weiden feststejlleji. daß ich Eragcir: und Gebiete' nicht behandelt haheri etcren Bioland In'Kjr Sic erwartet Italien. Nach dein Veirtrag «•II riile Ausspruche stattfinden. Kh bin gern bereit, wahrend dieser ttKisprnche mich auch zii Punkten /n iiiiKernJ die ich in dem Vortrage nicht berührt lia1>e. und die Einzelnen Min Ihnen 'vielleicht dpi Besprechtins vcerl cr**hcim4i. ' Bevor ich mich lleni eigentlichen Inhalt de- Vortrages: „Die Finanz» der Dieutsch-Israclilischi-H (.einbinde -in ihrem jetzigen Zustand" zuwende« möchte ich einige alte ratsaciteu .and! Zahlen ermahnen, die trotz oder wegen ihres Alter» )n,|iuhi-m c'imi Innen vielleicht neu erscheinen und -iinhekanrtt sind null zunächst'mit dem eigentlichen Thema nidits gemein /u halicn scheinen. Aber sie sind deich nicht ohne Bedeutung für die |- nlgeru ngen, die ans meinem \n»trag zu ziehen sind.-denn sie. zeigen, daß die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Hamburg eine sank andere war und sicher mich für die f olge — allen ohne Eingjriffe des Staates — sein wird, wie die Entw ick I ang ♦ \ e>n Staat und Kommunen in Deiif-diland. Daher werden zur l'eberu iudung von Schwierigkeiten auch andere Vriltel crtnideihch und vor allem möglich sein wje in Krisenzeiien-bei Stn.il uinl Kommunen. Die Zahlen, die ich im ersten le l -relie. stammen aus iler Zeit iler Verleihung der politischen KCrNtc .in die Juden in Deutschland -je sind in eler jetzigen Zeit vielleicht be-ondi-rs interessant.. H |s-,n War Hamburg die grollte deutsche Genn-imle: Hamborg Berlin Krankfurt Breslau lf!*!kl Tiiimi (Bei'ölk. iJfiucnu W») 441X1 . 4"»tn> Juden is-.ii; 'mi ncm iHcn.dk. IIIMNKI) T.IKI IJtH» 74IHI |sihi ij->oii (Bcvölk. JJintmi > I De'! Apteil an c)ei (fi's.iintlveMdkei ung w.n viel grüßer (6%) ■ tl- H-tzt Nach dem Juli ßew.lkel s»ii,i(t. de .dl ijem l^+^er < .e1,.urten \\ ie »e .i r ii.e-m ge«. e |S4S g mg. Dan r in.in fr -|icb zur j li.-ri. ~>'< und Ii«- l.ntw ruckten Beruht des Gi iiie-inil. \ e.i-tanelc- .ins ■s damals ke ine genaue Zahlung der als w.ir die Gemeiitejte iimh keine horper- •iw iiiig angehören konnte, -.indem iimfalhe idi-chi Ii Beligionsgemc-iu-ih.ilt zahlten. Aus lt gelit hiTMir. ilaH von den Hamburger Win lodesfalleii i% auf elie Juden entlalle u. iklung nacfi |s(iiiy .- T rank t iirt TtilKI "I ..Ml Breslai 1!(KKI 2? H»i J> .'itNt Jude in fler (■esiilllll>e\i>lkei iiug .NJll Al.er-J .-tu Ii. teil den Jude \.on cjje'f BVwelis c| nültnisri) laenaüi et I irg 13%), iltollic-rb.iiim und Hurcestehiide . —«' ■ » . 4.i /v. . . . . Mischlinge und Jude n im Sinne der!asse'j»cU-ii im Ge-gepsatz. zu Keligiousiiiht. Jk'artothe-kvn, sind iji Bearlieitung. abe r ll noch recht fe-hlerreich.' KliinmberechIigleii GenieiiidV.engelHirigen lietra^gt liee te uii-ef. hr HMHHi. mit Kiinlern UlKKi bis |">inm. •ine riftd) iterung d.r, < e- Ii i e Ii in Hamb n _Mi.i. I t.eimtb ■r I ebei lüg g.-r Mati-tik e >(.iti»tik i~t son Bedeutung für die Trage!«"» de- Meli.invon Ge-meihileeinrichfiingc-n: -.imtbeceilkeriing wesentlich \c-rschiedenct ii ii g eler Jude n. Im Alter von 0*—Jf) Jahren irjr Mm dc-r Ge -.imlbe volkc-rung J3.IJ%.-von ■be i »iii Jahre alt waren dagegen in Hamburg rÖlkerung II von des Juden IS.4'c, ein. lltertlns eler Hamburger Juden und eh-r \er- ■ge« Zahl de r jüelischen Geburten, keine besteht ulier Juden, welche die deutsdie Staatsangeliorisker it besitzen oeler im Besitz einer anderen btuatsan relivi igkjul sind. In Hamburg i-t die Zahl der letztere n y verhaltuisinaliig gering. Sdilüssc darüber lalit die Statistik der juili-dien Schulen zu: M ii «I c h e n s i h u le : 7 1 7 S e h ii I e r i n n e ■ Keiehseli-iits.he ..... 549 -- 7<t% Ausländer •. .•.....149 11'/' Stallten leise .!«=_»% Kinder »ton Kroutkämpfcra . 4ltt T a I in u d I o r a S » b U Ie: ' 5 Ii S r li ii I e r ' K«Mchsdeut-che L . . . 5«? — 7">' Ausländer u. Staatenlose . . 184 —!">'< kindei Von I ronlkani|)lern .__446 In Leipzig dagegen sinel z. B. Weiler Kinde r in der /jüdi-chen Volkssdiule und ist»'« der Kinder in der jüdischen hciliereui, Schule keine Deutschen. Interessant ist es. wie früher der Vorstand <Ict Gemeinde über die .Jremcieii Juden" -r damals wohl hauptsächlich deuts;he Juden—dachte. In dem Bericht von IMs. heillt es: „Einer (ienieincle, die aucilfeiitlicfieu wie aus privaten jüdischen Mitte-Iii so \ic-l für freinek- .Vrme tut, wie die unsrige. gebührt mit Recht die- Befugnis.' de-n Zuelrang in angemessenen Schranki-n zu twlten. Die Gemeinde unterstützt, iiliwohl sie nicht verpflichte! ist. fremde Juden. Diese haben aber keinerlei Rechte in der Gemeinde. Sie haben für die Zulassung des Gewerbebetriebes Abgaben zu zahlen, ohnein der Gemeinde mitsprechen zu dürfen." I Mil aus einem Bericht1 aus dem Jahre IH60: ..Nachdem jetzt die neue Verfassung den Krwerb <ler bürgerlichen und politischen Rechte unabhängig von dem Glaiilie-nsbekeniitnis ge-tellt hat, sollte jeder Juele Hamburger Wehden; 'Ks ist gewili kenn Grund vorhanden, einen grollen Teil »1er Genossen unseret Gemeinde aus bloReh .israelitischen Einwohnern' bestehen zu la—en'."- - S / . bh wende-mich jetzt de-r ¥ i n a n z I a g e zu und zitiere auch hie-r zunächst einiges aus den Bei achten Von |s4s und 1H60. , Im Jahre l>4s w ar'die'Schuldenlasl der Gemeinde Vehr greift: niiHMi M. Bko.. denen ilfifHK) M. Bko. an Aktiven gegenüberstanden. daMin ilJtMH» M. Bko. \ einlegen der Depositenkasse. Kntschuleiigencl meint der Vorstand: „Wir dürften eleu Vorfahren. wegen eler Schulden keine Vorwürfe maehi'U, sie nuiHten weit greiltVre Abgaben an den Staat zahlen als wir (Schutzgelder, ■Zahlungen nach Daneuraik, Folgender Va poleon i-chen k ric^gel". Interessant und überaus lesirreich ist «lie \titl")ilung: Alle \ n I ei Ii e n waren u u r b e i d e n e i g e n e n S t i f t u n g e n a u f g e n «i m m e n. '■ , . \us dem Bericht von |Hbo: „Die ungeileekte'Schuledpifläs.l hat sich seil Is.17 nicht verändert, trotz <les Baus^efer Synagoge Lohlhöfen (iriixxi M. Bko.) und trotz der Zahlung von "",<x) M. Bko. für elie A-ufnähme von "il Schneidern und 5<> Schuhmaehei meistern in «lie Aemter. ..Die- Herren Amtspatrone.'* heillt e^s dabei, „waren überauwnhlwidlencl. die* Kämmerei hat elie Bürgerreclitskiisteii erlassen]*, l ud der Etat! Welch.glückliche Ze ilen! De-r Bericht miii IsSW) führt ans; ..Der I tat von |S"i3 jst dem von 186ound ele-ni Etat pneterer Jahrefast gleich. Man kann daher die Ausgaben eines Jahres als Jen Voranschlag für elas ■ikhstfolgende Ktatsjahr annehmen.** In eleu langen Jahren sind eigentlich nur die Ausgaben für*den I nterricht gestiegen. IS4S: Iimkmi M. Bko, IsKK): Schuletat l">(KK) M. Bko. Istiii lief rüg" die Sdiülei zahl 764 Kinder. Heute iund die Auf Wendlingen der Gemeinde für Toi kind.r ■ le r lalmud Tora Schule tiltiMMi bis HOW»)JtH (Gesaiiifetat JI"i(M»o i!ik. für 717 Kinder de-r Mädchenschule 'MtiKKi XÜ (Gesamletat*, IdnisK» Di r Gesamteurt der Gemeinde IstiO: bei IJ ">IH> Seile ii — I >"> ihmi \|. Bko., dacon deiiHMI \% Bko. /ür A rmenwesen. (.e~.iin1cd.it lto%: I 14'Oiki. davon für liirsoigewc-sen 4os(mk) i/u-ifiiilf Jihmkmi Xrty. ist,n -ab e- IJ ">(hi GeMileiiieleitiitglicdeii Beate'etwa 14 i">n. kntscheidencl für die Strjigernng eh-r \u-gabeii war mithin nicht so s,.|ir diegrößere Zahl und eler l:nifung der Gemeimlei, «nclem das Anwachsen* eler .Vusprüche, der erweiterte Anff gabeiikreis uinl der l infang der Leistiliigen. Dain-lieii kommt se lli-tM i-inndlich auch elicgesunkene Kaufkraft des Gehles iü Bi'traefit. Mehr ab bc-i-Sia.it und Kommunen.' bei elenen die gie.l'eie Verinehrung der dem Staat oder ele-r kcimmuiie AngefcöreiMfen und von ihnen zu. Betreuenden lür elic Aufguliefivermehrung entsihe>idend ist. TiiüHte bei eler jüdi-chen Gemeinde ein \bbuii der Vusgulien nietglkh sein. \iufi ein kurzer Hinweis auf die Berichte von IS4S und lse>!l: Die- Gemeindesteuer lie-lnig lie.cfisten- V'r des Einkommens. Eingang e twa mumm M. Bko. Diehe utige Ste ue r:!■<• > eler staatlichen EiiiktjmWnsteoer,-älso bis an Uf% des Einkommens. Angenommenetr Ertrag (einsVhlicßlich Nuchzalibuig) Sem (mhi -JtH — l>(l(HHi :il>i mehr als |e)".. hin Wort zu ele-r kürzlich beschlossenen Steücrcrihcihung: Es wird oft «bersehen. dalf die ('emetinele ste iii-r von der Kinil.ge-zeigc-n wc.-r<le-n kann. Trotzdem habe ich mich komntenstetteri