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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-06-12 · 6 (12.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
6 (12.6.1936)
Date
1936-06-12
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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.Nu Iii Iii. r 6 G e m c i n d e b I a t t der Desire h -I s r a e.l i I i «c h e n O eme I n de Seife 9 ■ ... ' i 1 . da.'Wo jüdische-s Volksleben sich entwickelte, im Osten, eins' jüdische \olksM«.(| seihen Platz, erobert, das, imstande «ei, eine Krm-uf riiiifi in «len jüdischen Gesang in bringen. — Die Darbietungen <les Chores un<l seiner Solisten, die nun folgten, bewiesen «.ine straffe Ausbildung und gute Schulung, so tlafl mau seine Freude au dein ungezwungenen volkslicdmaliigcn \or- Irag hüben konnte. Klugerweise hatte der Dirigent es \«-rmieden. üII/ii schwere Kost zu bieten: die Hori-r, die manche* alte Hebe Bekannte wiederfanden, dankten dorn Chor «lurch let>halten Beifall. Von Herrn Kinkel, der auch am Hügel begleitete, für vielstimmigen ("hör bearbeitete reine Volks- .rieder wechselten mit charakteristischen chassidiseben rünzeu. gefühl vollen- Solo vortrügen und beiteren Volksweisen, so d.dl jeder auf seine Redinnng kam. Als Solisten rechneten sich aus die Herren Lieber, Himberg. Da w id* W i t s «• h . Sa I n i k , als Sprecher der vc-rhiii«lcii«leii Texte 'I a Mi o w s k i. ..Volkstümlichejüdische Musik'" hielt sejne Forderung, und das musikalische Programm des \bends \crhii-li. ihr gereibt /u •werden. Duft es anders wunde, ist Sehiihl vor allein der „Bearbeitungen". Ks ist ein, heikles Unternehmen, [Volkslieder durch einen (mehrstimmigen) Chor singen /u lassen! Und es gehört ein se-hr feines Abwägen, vofc allem ein seht schlichter, kliiger Satz dazu, den volkstümlichen Ton dabei zu erhalten. 'Ks gibt gute Beispiele, so die durch K. S lieber gesetzten deutschen Volkylicder. Die ..Bearbeitungen" <li.....«Bends Ktn/elenn platten Volksnur ein aber wollten durch'-geistreiche Liufiillc./dunh pikant« beitoü glänzen, veilfehlten jedoch 'muh dieses Begnttim sie ergingen sieh in abgebrauchtesten Harmonien, in Aller«eltswendungeu. Überdies I «ImNietensie da? lümliibe und — diewahre Aufgabe der Vliisik. I m Beispiel für viele an/uf iihreii: in dem wunderbaren I ied. ..I )es Milners I reren" sollten die Beglcltstimmen das;Drehen «h-s Mühlrades nachahmen. Wozu? Düs sagen .ja schon die Worlc di's Textes! ..Die Hedor «Indien sidi. iHe johren gehen sieh." Musik, die den Text ..illustrieren*] Will, wird zur Sklax in* und noch tieler hcinhgexx üidi:M. Ihre Aufgabe ist eine ganz andere: d.is auszusprechen, was zwischen <len Worten, was hinter ihnen Steht, die II in t e rg runde. In diesem lalle also nicht «las Drehen der Hader, .nah nicht den (üeiiblaul der Jahre, sondern die /ermürbtheil des Menschen und — im tiefsten Hintergrund — seine Coli Innigkeit und sein trotz allem unentwegtes und iinersehüttei te-s Gottverlrauen. Das ulleS ist schoj|j in der Melodie zu hören! KImmi darum ist es ein so Herrliche* Lied. f)er Begleilsalz muß hier in Bescheidenheit ■ ■ titT Demut verbleiben, er dar! die Melodie nur stützen. — Ähnlich könnte man alle Nummern des Abends ud absurdum führen. Die AI u s f ü h'jHo ng. liier muH man die schwärmerische Liebe rühmen, mit Wer Dirigent und,Sanger ihrem Werk ergeben'sind. Der Beifügen Prolfen.irbeit blieb der Lohn nidll aus: der Chor klang disziplinierter, die Intonation reiner« als bei früheren Anlässen: Die' schönen, Stimmen (die Ireilufi stilistischen Aufgaben nidit genügen) lassen die Klangfülle «les Chores gröller erlsd feinere dynamisch« lernen, als die Zahl der Säuger verspricht. Abstufungen wären sehr zu empfehlen. Der Vortrag Bell dudl hier «las .,\olkstümliche" schmerzlilh vermissen: rarvdetc'rnc («b'r Tcnöre nach oben, der Bässe nach nein disziplinierten Chor nichts zu suchen, Volksliedern. Der Dirigent sollte nicht s,, halten. MhUchtertM, treueres Dienen am — musikalischer wirken und dielte nicht immer schön aussiebt, alles sind Dinge. «Ii«' hier aus Herzen gesprochen sind. Si<» zu unten) haben Ite-i e am wenigsten bei viel ..Auffassungen Werk würde weit 1 i'^rr und übertriebene Zeich« hgebun ülterflüssig machen. — Dies einem an teil vollen jüdischen beherzigen, würde sich lohnen, denn der. Chor hat «las-/eng zur Höherentwicklung in sich. — KU Solist bell A. B inlherg in jüdischen Liedern seine schiine Stimm«* hören, ebenso Oberkantor Lieber in «lein sentimentalen Kitsib „Der alte Chasen". ilen nur des Sängers verständnisvoller Vortrag einigermaßen rettete. Die KKi\ierbegleitung besorgle bei allen Vorträgen L Kinkel mit Ge-waiidtheit und Ges(hniaek, sie Var allerdings lM-i eleu Chören oft störend. überflüssig und manchmal Das neuerstnnd 4. «I. M. im gVoßi hören. Die Leitui g iulvard M o ri tz manches frühere V Kanimeror«hesterk«mzert IUI«- jüdische Kammerorchester liei sich am i Saale 'des üonventgartens zuin 'erstenmal verblieb in den bewährten Händen^von unter de-n Spielern vermißte man . so itglied, das in «b'r Zwischenzeit durch Auswaiulerung oder u«gen öderer (-i unib- Ilanibur.^' \« i li« l(. kleine ()rchest«,'r, /iiii.nb-1 nur aus Micicbi-rn Ix'stelii'iid. nul gegen früher wohl nicht an Zähl, doch an Ki.n|r«sjiJi«4kf'il Wonnen: s«-in lim ist voll, rein ifml klaugschuii. Siljcin diifsi «■rstc Konzert zeigte eiii wijltgeii I inaeheti .ml die liitjeiitionet des Dirigenten und gutes Zils'imnrenlind Im inauili i-|m I. Ib; sonders zu rühmen did feuien «|viiunpisthen \bst.iilniiKuii; tu «b-ni Dirigenten sorgfaltig angellegt, studiert "Will \<mi Vb-i i Orchester eb'eux» sorgf.ihig dunhgi-l ühi: \ii«ti die Kortestellei l klangen iladurdi - der1 Itciz «les Gegensatzes! ««dl und - Mi »oller, als die Zahl «Iit* Spieler eh hätteerwarten lassen« ohu. aber jemals den kammertnusikul^cheii ( Imrukter zu verlürrel M o r i t z veistt-ht «-s besonders iii.it. langsaine Sätz<- aiizn legen miuI siels«, zu iestidteri. dajl «fie Ibirer lM«h',*tiibliih g«-- bannt, in .die vom Komponisten gewollte StinYmtiu£ cerset/l werden. DaJ zeigt«- si«li j;|ci«ti Ii) ,1,-r \ii der erst«-n 1'rbgTanrUi nlimmi-r, des ( on« «Tto gro«s«, in d von ll ii ud«-!. Deulj i^«)nLii Siit/en dürfte Moritz mehr Schwung uinl I ebeudigki-ii m-i leihen, sie halten «len InirgsumeU mdit die W aae. \l»et .uhIv" m hier "gleiihi «lie. larbeiireicto- Dynamik luandiei« an« Di-r, Abeml br.utile, m-lx-n II.....IM iiodydte .■seieii ul«- fiir Strc'i«horchestc'r «>p. Mm | sc-hu i.k o w . kv. ein s,,,,,^ \k dein dieser Meister ebenso; seine b«-di nki'iil«>-il'liem itilv nseine blühende' K.rfiiKhnig und Kjirbigkeit «»fb libart.- I - wm le besonders auiiniert und kiuilgschtin'gespiVlt. Ln H u l IT- Kmi- '.zivrl lin \ioliiuhtld Sii«-iihoicti> s|,-i , in ,i lii'irrcniau ilfe Solisten Boiis K I o \ t. ats_ l'rlmariiis si-ilH-s .Quartetts wohv bekannt. Ktii \itab-.r-. s«t,wun^c«db r Geiger',' n'itl edh-iu. n ilii allzu groltt-ni I on.j ließ «-r Bach in giltein. efw<i< nun uii.-ilinn Stile cjr'slelR'n., Die'o.ns dem Itahmen l.dleu I«- K ul«'ii/5ini \ Satp! .hätte besser entfallen können. In innren, midi iiiig«-driMkt«Mi Liedern von Ldvard Mor.it/ iMi'rte niau,, vOiil Komponisten selbst hegleitet, den aus ib-r Herline'r Kuhuibund-t )p«-'r Ik|-' knüllten friifflinritpu Äalter. (> I i l z k i. einen \m;ijimit ejr giebigen Stimmitteln; yiiü guiei geistiger I rfassiiiig umh ,n Liedern, dem iler BiihOerrsciligi-c nur s«.|t«-n in «Ii«- Quere Uauf Besonib-rs >ii rühmen -eine sorgHiltige' sc-hr clriitficbe, «itC'tieitw«-iscallerdings ontiieite fauch hii r ftie IVlYj'ektbrn von «lei Buhne h««r) \iisspratlu-. Abu i len I n . lei u \ erd ii-nt < Lie Kn.tic- ..Mittag au den leinpeln von l'äslüm", <-iu wirklich -.linm-s l.ied; «las den soiiiionSchwi-.ren, satten " Aiubc1«/<b>s -udlulieu Vlittagsvsehr glückluh c-iugi-faiig« ii hat und ausspridit. Manitr«- ■'«ler übrigen l.icsler scheinen etwas iiuBerlHn I )a's kon/ert gefiel sehr gut und fand grollen Bvifa.ll 'K wiire s«.|ir zu wünschen. «Kd! «las (.)nfies|er. vom l'ublikSini gestützt, liestehen bliebe, denn «-s konnte das Verlangen ii'nh Instrumentalmusik, das olb irliar besteht, wenn mich -'in. kleinerem Rühmen, doch auf tr.igbariT Basis befriedigen! G»t gewühlte Programme, v»«--it«-res sorgfältiges Stculipreii und — um das Publikunt anzuziehen, wie es eben bei «len meisten Orcheslerk'onzerteh geschieht — «las Gewinnen zugkmftiger Solisten «birften den begrüld iisw , i len I rfolg.Verbürgen., I.fttn hitrnitzi'r. * - Hamlet im Jüdiscnen Knlturbnad Der Jüdisthc Kulturbund In^mlete seincj Wi«terHpie,l/.ei< mit einer Aufführung von 'Shahespeufes unsteridichcTn- Drama Hamlet, di«- an'«lrei \bendi-u «h-s vergangenen Monats Stattfand. Die Aufführung kann uamentlidi in Aubetr.ufil «Ii i Schwierigkeiten, welche' «Ii«- klcjioe Buhne l»u'. rnchhuUlns aneikabnt werden.. ,\or allein verdient hei/lieben b a u m , «ler «las Stück in S/eiie wirkenden ihr Bestes herauszuholen yers! au dieser Stelle nur einige- Wenige Durst« damit «las Verdienst def'anderen nicht lu-r.i Dank Ifen Dr. Hans B n x - setzt«- und aus allen Mit-" and. uad weHn jiet\_m'Uiien, s,, bär-setZI werdei w ir soll Sa erwähnen w ir an «'rster Stell«- Julius K o b I e r. U-i <b-in manche' «las Empfinden hatten, daß <li«-s«-m gütigen Men«h«,Whirste|l«;i der verbrecherische Tyrann nicht lag, Während un.'iey au seiner Darstellung des Königs Claudius rühmen, «laß er s, ln gut den von G«*wissenshisseu ffC^narterteu und di'swegru imnu i mehr \erfalb-iicjb-n Brudermörder darzustellen .verstand. Hcüliz.- Frieilebergs Hamlet erweckte elnlicbe ntenschliche; Sympathie, und «-b«-nso vernHichte Vnnelise T«ipl« r in <l«r W ahnsinnsszene Vu ert«bultei n -und nii-iis«bli«b«'s Mitleid zu erregen; Anna Barbara S a c Ii s e glauben wir richtig zu.xeisteh. n. wenn in ihrem Verhalten die I I|skberhe1l zum |\ns- «Irmk kommen soll, du- -i<- in «lem «Swiespalt kwwehen dem geliebten'Sohne apt\ dem zweiten Gatten jemiditMleti und nul , lieb wollen wir d(-n aiisgezeiibni-ten Sprecher f ritz' M .e-,1 e h ior und Max Koniusk.is tre-lfliche-s Spiel in der 'I «Jeug iabe-r szene nicht unerwähnt lassen. - / t^^fal WERKSTÄTTEN FÜR FRIEDHOFSKINST VStC^vCtt ^ydlCC ^Uona-eangcnfclbc^örftcmcg 43, Ovuf 54 1530

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