Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 5 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 5 Die jüdische Winterhilfe in Hamburg Hu Päiigkeil der Jüdischen II inlerhilfe für den II inier 1935/36 ist 'In enaget, — l.s ist ihrer Ceitung ein Bedürfnis, mich an dieser Stelle alten Spendern und ehrenamtlichen Helfern herzlichst i dafür zu danken. daß sie ihr geholfen haben, ihre Aufgabe zu erfüllen und die!\ol hilfsbedürftiger Jüdin zu lindern. Ihr Spemler und Mitnrheiter. die dazu beigetragen hüben, dttlt groß*» Uli nd erleichtert und den jüdischen, Hilfsbedürftigen eine be- »imderi' Bein ituni: zuteil werden kannte, Indien einen Anspruch darauf. zu erfuhren, in welcher U eise *ic Hilfeleistungen ausgeübt wurden. tut Grund der. Anordnung des Herrn Reichsbeauftragten für das W imvrhilfstcerh des deutschen I idkes vom Okiober 1935 übernahm du /ciurulu ohlfahrisstcH'c der deutschen Juden in Berlin die zentrale l.etlung di-r Jüdischen " interhilfe und erlieli einen Aufruf an die deutschen Juden zur Teilnahme im der Jüdischen If interhilfe. In Hain- Imrii iir-ymi,irrte daraufhin der I örstand der Deutsch-Israelitischen Genieinde die Jüdische U interhilfe für Hamburg, indem er je einen Ausschuß für die Aufbringung der Mittel und für die VerlcHung der Anwendungen bildete. Ihr II ii u p t e i n n ii h tu e q u e 11 e bildeten die m o null i c h e n Beitragszahlungen, die in rieten lullen durch einmalige enl-' iprecheUm uralte Zahlungen abgelöst'wurden. I tele lausende aus allen kreisen tler Gi nn indemitgliedefy und derjenigen, die auf Grund der Nürnberger Gesetze ^/j Juden gttfenj-sind dem Hu fidler Jüdischen II interhilfe gefolgt und haben Uren I erhältnissen entsprechend zum Jir folge beigetragen. I mi r diesen Spendern Haren viele, die schwer um ihre Existenz zu ringe.n haben: für sie bedeutete die Spende ein Opfer in de- II ortet wahrster Bedeutung. Anderseits haben leider aber muh einige Juden, die ntirh ihren wirtschaftlichen Verhältnissen in der glücklichen laue gewvsen wiirenf zur Jüdischen II interhilfe beizusteuern, sich, abseits gehellt und ihre Hille unseren Armen versagt. ' l ür die I erhuchungen\ der Spi nden und Zuwendungen teuren sorgfällig zu bearbeitende Kartotheken aufzuhauen. Für diese Tätigkeit, Hm ie iur die I erb'uchnnsfrn der l erteilungen wurden neben ehrenamtlichen Helfern auch zahlreiche Kräfte beschäftigt, so daß die Jüdische II interhilfe <<mj/i Arbeitsplätze schaffen und Arbeitslosen Wenigstens iur Monate eine \ erdiensimaglichkeit neben kannte. h.ine wesentliche Kindahmequelle bildeten die tintopfsamml u, n u c n : sie kannten dtmk dem unermüdlichen und freudigen Einsatz der Iii Her und dankt der Gebefreudigkeit 'der jüdischen Bevidkerung Hamburgs mit großam Erfolgt durchgeführt werden. Die Betreuung dir judischen Hilfsbedürftigen erfolgte genial! der zentralen Anordnung nach den Grundsätzen des II uUerhilfswerkt des deutschen Volkes. Die Antrage mußten uirf I ardruck, uelchc die Vfleger und das Büro der Jüdischen II interhilfe ausgaben, eingereicht werden. Beantragt Herden kannten die Regelleistungen der Jüdischen II inlerhilfe — /. e b e n s mittel und K a h lau — und die /uu ' "- dang um Bekleidungsgegenständen. Die Antrüge wurden durch ehrenamtliche Kräfte unter \Jiiuirkung der sachverständigen Beamten der II aliljnlirlseinrichtungen der Deutsch!'sriu litist In n Gemeinde geprüft. Die mitgehende Versorgung mit neuer Kleidung und H äs che wurde besonders freudig begrülit. I iele Menschen, die sich seit Jahren kein neues Kleid und kein neues II tischeslüt k kaufen konnten, erhielten jetzt dank ihr Opferfreudigkeit der Juden Hamburgs haltbare, nette, Kleidung. Graßer U ETI uurde darauf gelegt, daß besonders auch 'Schalk i ndermit Kleidung und Wäsche versehen wurden. Die Auswahl der Schiller erfolgte unter Mitwirkung der jüdischen Schulen. Alle, kranke und g e b r ti c h lieh e Personen erhielten außer den monatlichen Hegelleistungen eine zusätzliche Menge Kohlen. Au Ch'mnukka und l'-eßach fanden Sanderverteilungen statt, die große Freude auslasten: zu Chanukke erhielt jeder U interhilfsunlersialzte 5 RM. Umfaßte eine Familie' vier l'ersanen. so erhielt sie für Her Personen 20 KM: umfaßte sie mehr als vier l'ers,nu n. so irllieh sie für jede Heitere ein I.ehenstnittelpaket im II erte um 'i HM. Zu l'eßach wunden auf die Perton'A HM. verteilt. Insgesamt unterstützte die füdische » inlerhilfe in Hamburgdurch Geld. Gutscheine für Lebensmittel und Kahlen oder durch die Iii lieferung mit Bekleidungsgi gens'tänden rund 32IH) bedürftige Einzelpersonen bezsc Familien. 'Danehen kannte sie das sozial bedeutsame II erk der Anfrechterhmlüing der S p <■ fcj u n g e n für Hilfsbedürftige in der l alks- und in der Mittelstandsküche, in'den Harten und Kindergarten durchführen und in den jüdischen Schufen das bisher nur einzelnen St hülern zw geledle Frühstück allen den Kindern zuwenden, die seiner dringend benötigten. Auch ih n Insassen der hiesigen Waisenanstalten, des Alienhastsei und des Pflegeheims tler Gemeinde kannte eine zusätzliche Betreuung zttL'eunnitt it erden. % II ir fasten zusammen: auch die Jüdische II inlerhilfe in Hamburg hat ihre Aufgabe restlos gelöst: sie whützfe in dem hinter uns liegenden U intet die Bedürftigen der jüdischen Bevölkerung erfolgreich gegen II U II g e r II n d K il l t e. Die Jüdische Winterhilfe hat nach Abschluß ihrer Arbeiten für den vergangenen Winter allen ehrenamtlichen Mitarbeitern und allen Spendern, die ihr bekannt waren, ein Dankschreiben übersandt. Da die Jüdische Winterhilfe allen denjenigen danken möchte, die ihr zur Erfüllung ihrer Aufgabe durch Mitarbeit oder durch Spenden geholfen haben, bittet sie diejenigen Helfer und Spender um Mitteilung, denen das Dankschreiben nicht zugegangen ist. Jüdische Winterhilfe Hamburg JÜDISCHER Iii I I I lilM VI» HAMBURG Dlierkantor Hermann L tUh /um' Konzert Her :- c der jüdischen Gc sangsvereinigung : am 25. Mai \9"yb llasomir Die jüdische GesahgsVereiniguug llasomir wurde' vor mit Jahren ins LH>en errufen .ileine» Gemeinschaft.kunstbegeisterter und singfj-cirdiger .Männer aus allen Richtungen religiöser, beruflicher [und weltanschaulicher Art. Als seine Vornehmste Aufgabe l£it si<b <ler (hur die Pflege <lrs hebräjsthfn Gesanges uml vor allem des jiddischen Volksliedes ges|< Iii. I i will dieses vörmals so wellig beachtete Sangesgut der < »Iti-ntlidikeit zu Cic liijr bringen und damit das Verständnis Int motivisch-jüdische [Musik decken und fordern. Die Veraieninllungen des llasofoir in den letzten /ahreu wiesen desbali auch eine nicht alltägliche Anziehungskraft auf und liewahrtf'n »ich als '.Vcäkskon/erte in des Wortes wahrster .BeAmtung ■ Das Kiui/crt im A3ai trügt betont bunten und heileren ( Ii;irkt<t. Der llumfl^ in den Uedem <les jmlrschjen Volkes ist stets feinsinnig uml geistreich. Sein Stimmnngigebalt ist ' -f" . ' I aufgefangen in den schjKdtten Weisen, die <lurih failtkuiidigc Hearbejtung, namentlich dureli- Ludwig F. i n Idc.l -Hamburg von allen Schlacken gepeinigt werden mtlfiten; denu eine uu- \«'rkeniibare Absieht aul V olkstiimlidikeit hatte gera<le diesen Genre oft hart an die Grenze der Banalität gebracht. . I in allen Kreisen «las Verstüfl<biis dieser schönen und innigen Lieder zu sichern, werden die jiddischen Texte zu\or übersetzt und erläutert. Im Interesse einer vielseitigen Gestaltung des Prag ramm» wec^M-li) Chöre mit Sologesängen der Herren AI Rimberg, Cm. David o Wi tsc b , S. C a h n u. u. K'rböhte Bedeutung gewinnl der Abend durch eine Ansprache des Herrn < )herralrl>iners Dr. Carlenach. in <U-r von Volks. Ujid "Kinne tges.a ng in Israel bt-riebtet wenlen soll. Vlusik und dami) auch Gesang beherrschen ein Reich, in dem l.infliisse verfänglicher .Natur keine Macht gewinnen, uml itn Lied <les Volke besonders zeigen sich die wertbeständigen Kaktoren ^<-iner S<hi(ksals;remeiiischaft. als die wir Juden gerade in dieser schweren'Zeit uns alle fühlen müssen.