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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-04-06 · 4 (6.4.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
4 (6.4.1936)
Date
1936-04-06
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nummer i l J i n G e m e i n d c b I a (( il <• r D c u t s e Ii -1 s r a c I i t j s e h e n Ge in ei'n d e Seid- 9 Der Hillsuerein der Juden in Deutschland vor neuen Aufgaben Die Lage der Juden in Deutschland stellt denHilfsverein vor gewaltige Aufgaben. Viele Tausende, die eine neue Existenz in der Fremde suchen müssen, verlangen von ihm sachkundigen Rat und materielle Hilf«. Was tut der HILFSVEREIN, um solchen Anforderungen gerecht zu werden? Ein Netz von Korrespondenten in aller Welt unterrichtet ihn schnellstens über alle Wandlungen der Wirtschaftslage und der Einwanderungsbestimmungen. Durch Korrespondenzblätter macht er die Öffentlichkeit mit der neuesten Entwicklung vertraut. Durch Rundschreiben gibt er etwaige Existemmoglichkeiten bekannt Um die Beratungstätigkeit zu verstarken, sind in letzter Zeit elf neue Zweigstellen im Reiche errichtet worden Seit April 1933 sind etwa 140 000 Menschen vom HILFSVEREIN beraten und vielfach vermöge seiner geldlichen Unterstützung. zur Auswanderung gebracht worden Zur Vorbereitung der Auswanderer hat der Hilfsverein * Sprachkurse und Vorträge über Landeskunde der Einwanderungsstaaten eingerichtet-; er sorgt in der Presse für aufklärende Informationen und die Bekämpfung unverantwortlicher Projekte. Mehr denn je braucht deshalb heute der HILFSVEREIN, keiner Partei dienstbar, d i e moralische und materielle Unterstützung der gesamten Dudenheit Deutschlands. * — ' ■ I * * Wer dem Hilfsverein schon angehört, bleibe ihm treu und er höhe nachKräften seine bisherigen Zuwendungen! Wer noch abseits steht, trete ihm bei! ._ DER VORSTAND DES HILFSVEREINS DER JUDEN IN DEUTSCHLAN^iTv. Geschäftsstelle des Hilfsvereins: Berlin W 35, Steglitzer Str. 9< Fernsprecher-. Sammelnumrtier B 2 Llrtzow 9896 Bankkonto-. Kreditverein für Handel und Gewerbe,. Berlin N 24, Oranienburger Sraße 3 P o s t sc h e c k - Ko n f O: Berlin 331 26 Ruhrrt Müll er-IIra r (n a n n : Ernest Blochs Awodat hakodesch /. u r A ii flf n Ii r ii n g u in J t/ \ p M I. I m <li«' Bedeutung dieses Werkes Im Buriton.oht, -•<■ mischten Chor und giiofJes Orchester recht /u Würdigen, mnfl man sidi <li>r.ui erimi -rn, dafl seil dem Anfang den \'>. Jnhr- Jiiiiki<-rtkeiner .der allgemein berühmten Komponisten jüdisdier Abstammung lieh in den [Wenst'der jüdisch-religiösen Musik "»•stallt hat. D liccr, M e n de las <> h n . Gustav M.a hier is Sinnen und Trachten eines Mevcr< in d je \\ i il' ihr Ehrgeiz nach europäischem Rahm, und ihr und iiiirr Naihfulger künstlerisches Schicksal!hat sidi in ilrr Assimilation erfüllt. Die (reistliehen Merke, die sie schrieben, sind keine Bekenntnisse zur Religion ihrer Väter, iiihI Selbst Mendelssohns Oratorium Klias d.ilrf des Stoffes wc-gen so wenig als jüdische Kunst betrachtet werden w ie die alttestaineiit.il isdieu Oratorien Handels. Die richtunggebende Pflejre .des s\nagogalen Gesanges und die Bereicherung der kultischen Weisen blieb Männern wie Stil/, er in'. Wien. N a u tu 1> o u r g in l'ans, Le w u n d o w s k i in Berlin vorbehalten, die als Kantoren und Che.r<lirigeiilen in enger .Verbindung mit dein religiösen liehen standen. "Ihres verdienstvollen! Wirkens muH in Ehren gedacht werden, obsdtqn ihre Kompositionen nicht dt en Kunst u e Ii ein ein knm- »emit den hohen Leistungen auf dem Gebiet! überhaupt verglidien werden dürfen. Krst in unserer Zeit liegegnet uns in Ernest Bl Musiker von ungewöhnlicher Begabung und ühcrlegci pOsitioiistcchnisdicri Können, der es als seine Sendung trachtet, eine ausgesprochen jüdisdie Musik /.u schaffen. Das liedoutct für ihn nichf grundsätzliche Ahlellniing irgc'ndwelcher Knnshnittel, die Ergebnis der europäischen Musikeniwidcliing sind, sondern Besinnt ng'auf die Eigenart jüdischen Empfindens nnd <len Versuch« dieser Besonderheit in moderner Weise \us. druck zu gehen. < )1> es möglich i"J in einem Gegenwäftstil wesentliche Ab- (dinifte aus dem Sah! >at-Gottesdieijst /u komponieren inid.doeh die I'Ii rf ii rillt vor heiligi-n Überlieferungen /u wahren, das ist die Krage. di<- B I o c Ii s A wodat hakodesdi /Ii r Krörter ing stellt. Darchaus im Sini e der Ijbcrlieferungj ist <ler Vertrag der Bitten, l.obgesnnge und Segenssprüdie zwischen Vor Itter und1 Chor aufgeteilt indes ergeht sich die Musjk nicht im gewohnten Melodie, iedtnülüg geuüs dein ieser Ah- Weihsel .von freiem Sprechgesang Jiml gebumle Bloch verschmiilit als iuo<lerner Musiker dii ■gliederten und gerundeten iSfngweisen, wie sie im vorigen Jahrhundert vertraut sind, aller gerade rli kehr von einem konventionellen untl hfipicmcii SJ)ö»heits> Begriff offenbart Sich seine De.niiit vor «k'in Worte lind seine Versenkung in den Geist der Gebete, Auch der'Stil seiner teils ■ItertUmelnd klangschönen, teils krall dissoniereriilen Akkordik ist ihm nicht Selbstzweck Et ergiht sidi ihm ausdrift-Streben nach sinnvollster Ausdeutung der GlaubenssätJte, um in dieser rltm , il ke neuart ig . w il Knuten Jia "", "jil'r i'Sf^j ilie flingultc;in riin'ii malten Be-ii/ ' xeisiliieilen-ler Werk null /u einem Guii/.eu. \Ni nli das V/Itspiel /u 131(5 .._ lromuic<n Ton folge ill ilcn Hii-Hrii anln-lit ■ .((»-A-t'-ll-A-(li...... . die höheren Stinwm n. •eine nji'cli der andeien. u IWr nehme il» I giaulit in.in fustv' polyp^bire-'llusifc >usoVi Zeit 'Siilomoue I Bossis /u. hören.. Dres.er Kiiidiiok vrrlieft.sich bei dei <lia-j matisdien Vorlicrreitung des ^xncr^iy-<l.'is «idi nach rhlvslisclierh | Beginn /.Uta leatenschiiftlidi aiifschreiemTen Bekenntnis <ler I in/igkeit Gottes steiftest, Immer wiedei wuixlett suii die To"Usi>rnche aus der,intensivste^ f iiifiililung in den \\ tu tgeliall. Auf das re/it.itivisilie nanxi «es ya«? folfit das Inisdiw iiigt« und kräftig.ilivtlimisieite -j-taa «q und dann ^TIBT TS-»i'l <'-tjiidisdi gefärbten Mi lisinen. "Die Nt.iuiiigfaltigkeit des Ansdriuks. <lie allen fünf feilen eigen i-t. UeeiiitradiUgt. nullt <lie -künslleriscite I inheit .fes Werkes.-pas sedislönigej. Motn des Anfangs dunh/i.dit in »»'tschieck'nartigsteii lIjmbiWungen'•«•* ganze. Kpmposition. Es l»eherrs»hl die ntPnp his /u ihrem .strahlenden ffelelujn-SchfuB, und es ertönt beim Ai^h<-I«en und EinbeJM'n <ler Iura. Mit diesem Motiv Ix-ginnt. <ler bienlitätiven St im m il n g des Anfangs verwandt, das OTTO "UnjKI d,M1 «js^y uimI mit ihm klingt nach dem S,eginrder ffriesler 'las Werk aus. Mehr npdl als die Kuiisl der motiv i.sdien ArB.it. midir noch als alles, was sidi ulier Bloe.hs Meisterschaft sogen Uillt, verbürgt «lie üherall gleiche, liduiiost seiner glaulugschöpfcriNcheit Kmpfiiulyng <lueiulieitliene Schftnheil von Awodat hakodesch. Wo audi imnu-i henifene Künstler, für dieses Werk einset/eii. »ijrd es /ur Andacht /»ingen. di u Baum, in dein es erklingt, heiligen. s ich und Eine eingehend« W ü,rjdiguiig der Blochsdicil i Eeder'unseres l/conj K o i n i t / i \eniff«' l'oudiditilliy rillulite «la-s nleiiM'leb führuhc alt in seiner in Berfin Kummer K tVM anlallluh dei Erstaun Reichs-Ausstellung jüdischer Künstler im Jüdischen Museum Berlin Das im Reichsve grändefe Sekretdn.it meinschuft mit der Berlin. <ler Beiihsyei Ausstellung von W wj Riilimcln des Judisd St lalle, die Sonntag, i Von 11.im 1 111 ei-r i lluir.' beschicktn: Lclrc Eber-EieWberg, ml W. Heule. Ilejg. Ludwie Neu, llfs Maria L Wollf: st rliand der jüilisdi.n kiilturl'Uiule bep* tiii Biblemle Kniest .Veranstaltet ii' (aj- Kiii'sllii liille <lei Jii«lisilieii:'(;eiiieiinfjC Ireiiing und dein Jüdischen Museum ciWe keti jüdischer Künstler im Bei«"he. in dijn n Museiinis B-e i I i n .. t )r,aliieuhiirger •u I«». April, feierlich eröf|nei wild. ä(il«(hen Künslleiii werden <lie Ansoliaunes Auerlkach (llmaril, Allee. Bi lk. Emmy'Göhl-Bin ii. David J. Goldschmielt i I eiser. Kurt I oew enpiiid. 1 Jith M.ireus. ilieih ' Seligmün, Gretchen Wohlwill,

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