Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-03-20 · 3 (20.3.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
3 (20.3.1936)
Date
1936-03-20
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/4891256-5444745-5445067--1144-4892263
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 4 Gerne i n d e b I a 11 der Deuts r h -1 s r a e 1 i Iis c Ii en Gemeinde ' IV u in im r > Bertha Badt Sirauß: Zum 80. Geburtstage von Jakob Loewenberg . Die -freunde, die dunkeln II.i.ii. «Ii i I im'iil liehen grauen kannten, iMv.eugten lllld N.ltlll I1 elllrilr. 'Irl n iiii- Bergwege nulit die il \\ in t di'- I* /iici'.IIi.iiiI hätte. Di'iiiimIi ' Jaknil .I.OI'U Cllhcl g •Jahren -»liiui di'i \\ mitten ans~rih«fni a*r und i i fofggek roiiti'ii ans. ,1 Hitr dama w h\ I fei -iili< pew in .,-rnif letzte SVI letzt«? kehenssllinde ■IM .llldl illllltl'l;-i!li den lange im lln/i 9. Mä rz 192 9 rli-n kraftvollen Mann mit dem dichtc-ii. i«*n. gewölbten Stiin und-'dem miver- S<lil:i|>plint in der Blüte seiner Jahre II in.in ik-in unermüdlichen Wainh'nr ■och in den let/len Lebensjahren itul \er/ichteü mochte, jene ,TTQ1 (ktnlll. Intistea dem Vchf/jiger nachrühmt, wohl (in gnacleürvolles Geschieh, djviir sielierj *. . entlühtti-. >ril-rii(lnil Sn-kind mim Tjrimlierg lieben hert - w i i k I ithi Iii halt«, t nullsein« orüVn": .äne wie relieili-ii sch ieneji ihm die letzten Jahr« Alii r mit die'-ein M v ieilhew umleiten call' . ehrten Schulmann in ■ ging Pine Ept>che im deutschen J udeiit)i m eine (Epoche, zil de v» <■ i ti -ii n \ <•! t reiern horte: und Galt Iii er ihm di<- Vilsen er ntirmhe l.ntt.iii' I lull IUI IILII'M iiihI T hatte. Jaknl» I nrw rillte■' aus dein Heitf.ili- :\ H-d<-r nt in im I, um kannte, erinnert sich er einen ll.nub \<>n der liiiidliiiieii der fi bei «ler kräft m.inn-kiV-t «lei «lenh.ni-os. bei Selhs: und Selbst gern infvcntem /ii erfüllen, nun'. Hi m I \iehi r- Kiin-tlii. l eben des /n Knete. — •n liehens-i l'f selb-1 ile iliji. I.i -ehliifl. eh* "Jung seiiujr uine erleid gewunlin war. mit stammte lien Duile »rr ihn daran. d,.H d«-r Frische n gebung. in en llaiisllfiwmmen Jnrehucke nein :n.ß sich führt'"-" dii" große« Stadl«*; und grollen Sale. uu it lernte itjnd lenHe. Außergewöhnlich früh li.it der hixhhc guhte junge Mt n-<li -«-ine päilagogischvn Prüf ungen abgelegt—! als Dreinnd/v-tan/igjähi ii*«*! schon bestand «*r die Beklol .it-|n iil ii ii!» — d.inn in Marburg iiihI in Heidelberg stn- ■ lii it. um dann langt Jahre hinclurih in Hamburg eine HüIkti* Mädchenschule /n leiten. Hei -einen zahlreichen Schülerinnen i-t iler peniah? l/ehrpr noch heute nnverpess«*n. wo immer in ih r Welt sie beute ainli weilen, ob in Hamburg, Tel Awiw oder JomnnesJiorg. I ><-nri ei hraible für die schwere Kunst ih-s I i/ieherjene st r allein«' Men-rllliihkeit uml Güte mit. «lie allein /um Verstehen junger Menschen befählst,'; zugleich aber ■null jeneI klare Geisligkeil und anfeuernde Hered-amkeit. tlle den Katfosen rasch .auf gebahnten Pfaden /in Klarheit /u lührfen vermag. Sein l.ebens/icl schien ihm.erreicht, wenn es ihm gelang, -die starken Mächte dedeutsdien Bibfungsei 'ie[ini-'-i - mit dem jiidi-dien l rerlebni- ZH vereinen, datief zu inner-t in -einer Seele atmete und niemals schwieg. Seine Kreumlfcdlafl mit den jungen Dichtern i«'ner llambirrger Kantpfjuhre. mit Lilie'ncrwii, Gustav I i l kr und ganz lie«unders mit dem von ihm „ehtihiklen" und stetselbstlos geliiiileiteii Otto lernst, von dem er sieb freilich' am Schlüsse losml'iti mußte, 1 machte ihn eine Reihe von wichtigen Jahren hindurch /u einem der g«-i-ti'^en Mittelpunkt!- deliterarischen Lehens in Hamburg. Gern sprach er d.imilauch \nr grtdle'n \rbeiterskharen. die er durch sein klares] schlichtes Wort liir die I leiden des deut-«lii'H Geistes zu entilammen wullte. In -einem Lehenslitlihe „Aus zwei Quellen"' i-t er einmal den Ursprüngen seineeignen Wesens Ireiiliib nachgegangen., wenn er ilen hani|>f eines > jungen jüdischen Lehrers gegen den Judeilhull sibildert. I)ii'-er^ stot/e Kumpf, auder tiefen l'.nttan-ihuug einer ehrlichen Seeli' heraus gehören war das Hauptanliegen seine** Löbens1 uml . Schaffens: Von seineu ersten Gedichten, den LLiedern ernn Semiten" l>izu den Novellen ..Die Beb Warze Riwkfe" uml ..Der gelbe Fleck*], Inner -einer grollen pädagogischen Begabfing eignete ihm ein ursprüngliches diiiiteli-ilies Talent, »las sich be-uudeis in iler l.viik au —preiln n » konnte. Manches Gecfichf v»n sangbarer Volkstülhlidlkeit gelang ihm, das längst in deutsche Lesebücher übergegangen ist. Sein wi'illiekannie- Lied .Uli war V.u llciidelberg StinU'nt" haben die Sludenten lang«* ge-uugeii. Seine GetlitJilssammlnngen faßte ei serhst 1925 unter dem l"it»-l „Kämpfen und Kauen" zusammen. Unter diesem Bilde aubiblischer Zeit sah er siih selbst wohl am liebsten — und so sehen wir ihn heute mnh vor uns uml werden ihn lange noch Solen: wie die -Bauleute des l\-ra.'ilie./heilige Statten wieiler uiifliauteti. ,.in «ler einein Hand die Kelle, aber den Speer in der andern** — gerüstet für Krieg und Für die W erke des I' rieilen*s. Jakob I.ocivcnbcrd Kirschbaum am Wege Aus d«*m KmiTd/fiutlultli n Ntliillafi Mitten in den Fußweg verbannt. Steht einsam ein Kirschbaum am Straßenrand. Die^Wagen fahren an ihm vorbei, Die Madchen umspielen ihn Ringeldiereih. Und glänzt er im Frühling in Blutenpracht, Manch Knabenauge begehrlich lacht: „Wenn reif erst die Kirschen" — er schüttelt das Haupt, Er weiß,-wie bald man sie unreif ihm raubt. Ihm fehlt die Ruhe, der Sonnenschein, 3a, stund' er im Garten, im Feld, am Rain Oder irgend"wo an stiller Schlucht, Da reifte auch ihm wohl seine Frucht.-- t Komm ich beim Kirschbaum am Wege her, Da wird mir, ich weiß nicht, das Herz so schwer. Ich halte still in meinem Gang, Ich taste ihm sacht den Stamm entlang. Als mußt einem Freunde, wahlverwandt, fn seiner Not ich reichen die Hand. I)r. Hii/eo W ■ n d r I 6 « u m : Die Landschaft ja Erez Jisrael \nlit leicht li.it ijiich je eine Landschaft -o überrascht wie die von Kre/. Jisrael. Die Gegenden, die ich bisher durch-, Handerle, entsprachen alle annähernd «lein Bilde, das ich mir auf Grand von be*hrribungeh und Abbildungen entworfen hafte. Si i es nun. dan alle Beschreibungen /.u dürftig sind, oder daß geistige SpamjjL^« durch ideelle, gefühlsmäßige' Ding«* eine Steigerung erfährt -f wer mit offenen Augen das Land duilchw.null it, wird überrascht von der l'üljedcr Kormen. der Lebhaftigkeit l.in l-ih.djtlicliei. Bewegtheit, der Krhulx-Ilheit und Buhe I it r unempl ■idlich«* Angin a n-che.iiiend «»der. toter Strecken, \oi allem fiilx-r von dei I' ailienpruiiit des l.iiliki. die «'ine kristallklare iind doch' wieder sichtbare Atmosiihiiie im Verein mit d«*i sirahlemlen. ülierhellen .Sonn«* in die Lmdschnft. ml «lamtatigewitterte Gestein. «Ije grauen, halbverdorrten GrasbüscheJ. die saftgrünen Baumgruppen zaubert.. M.ii. Juni. Juli — abjterhemic l'ilau/enwelt. so wird der Sommer in üen Büchern ih.«i.ikteri-iert. Ist es dann /u verwundern, Wenn das innere Aure sich darauf einstellt, allüberall Mattheit, Ohnmacht, verschmalhtemlc Landschaft /u Huden, daß man sich festigt, von dem loclj nicht erdrückt zu werden, um dahinter das ▼ergangene Leben lind das künftige zu sehen? Mag sein, «laß die Farbenpracht «h^s FrühKngsn'ors, «las alles rasch üherziehende Grün des \oriti.irz die LaiMiSchaft anziehend, leicht, fr ob macht. Der Sommer zeigt -ie bnverhüllt, monumental. Ith bereup nicht, das Land im Sommer ge-ehen zu haben. Gerade dann, wenn die* Schönheit nicht alltäglich ist. wenn es geistige Anstn'iigung bedeutet, -ie ganz zu fassen, gerade dann empfimfel man höchsten Genuß, weil man hinter dei norm auch die Seele, die verwandte oder andersartige*, empfindet. Noch etwas kommt hin/u. wenn ich «'ine Landschaft erleben will. Ich empfinde, 'lall ich nicht nur geistig tätig sein muH, sondern «lall ich erst dann mit der Laadschaft eins werden kann, wenn sie auch körperliche Anstrengung von nur verlangt Man müfl sich <lie Landschaft heranholen, zähe'wie an vielen Stricken ziehen, um sie festhalten, in siib hineinziehen zu können. Wei sich fahren laßt, gewinnt buchstäblich nicht den Boden unter seinen Füßen. Abgesehen davon, daß die charakteristische Linzelheit, «las Intime, die Kleinformen der Landschaft dein Auge in der Schnelligkeit «ler Kalirt vVrhorgcn bleiben. Ich habe daher trotz, aller Schwierigkeilen uml gegenteiliger Batschläge das Land mit denl Ba«l durchfahren odei durchwandert l«h will ver- .siuheu. aus der Erinnerung einige Landschaften zu beschreiben. Schefela — die Niederung Soinmer1ro<kenhe.it. Dürre. Wer denkt da nicht an Gleichmaß un«l Einerlei, dem man nur mit verfeinertem Natur-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.