Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 9 (30.8.1935)
- Date
- 1935-08-30
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 2 (> e m e i n cl e h I a t t der Deutsch- Israelitischen C« e m e i n il e Nummer t Die cutr liegende Nummer enthält die Bekanntgabt.- der aottesdienst liehen Zeiten J'iir die Zeit bis zum Neu jalirsfestc. Die Mitglieder der (Gemeinde. wenden, da das Kamilicnhlatt j iitr Zeit nicht erscheint, hierauf besonders hingewiesen. Von der Reicfisvertretung der deutschen Juden V'm VXTl rOV' dein Tr«»sles-Sul>i)>ath. wurde in den Gotteshäusern unserer Gemeinde die nachstellende Kundgebung der Rcichs\ertretung verlesen:;.Tröst«'J. tröstet mein Volk", ruft uns der heutige Sulihath zu. Woraus k,ann uns In diesen Tagen, in denen w"ir durch eine I lm Von leid und Kränkungen hindurchgehen müssen, trost erwuchsen? Kr erwächst auder Antwort, die unser (dailbcn, die unser«' Ehre, die unsere Jugend uns gelten. Ufcn K-i anklingen stellen wir die Hoheit unserer R ] i - z i ii ii entgegen, unser -tele- Bemühen, "in den W cpn im- -i Ii■- Judentums /u gehen, -einen (.rinnen nachzukommen. Die wahre Khre (tibi -iih jeder -idlist. er gibt -ie sich Idurch ein Leben, das unantastbar und rein; schlicht und aufrecht ist. durch ejn I eben auch mui jener Zurückhaltung, die das Zeichen innerer Stärke i-i. I nscre Khre i-l unsere Khre \ur Gott, -ie allein wird iM'sleheit. I ii«cre J ii g e u d jrilH sie unnicht <-in Beispiel der Vnspruchslo-igkcit und de- Mute-, auf neuen Wegen -diese» schwere Leben /u meisternd Lassii im». Kitern und Lehrer, i iii (.e-dil( cht lierän/ielu-n. -tre*g und hitrl gegen -»ich seihst, hilfsbereit gegen jeden anderen, mit .»tjarkein Körper ■in-] frischem (.eist, glaubig und fest sich «ilrw ur/eltid im Judentum. •'! Lallt ciiili mihi niederdrücken und lallt ejuh .nicht verbittern! Vertraut auf den. d e m - o i e ' Z.e i l'e n Ig P Ii i» r e ii! . I - V ■■ - •* Die Reich»\ertretui>g teilt mjt: ': , Der Handwerker.111--1I111I! di r Reichs\ertrcitung hat über die V\ irtsjthuftsMcJIcii der: jüdischen Gemeinden au die jinli- »dien Handwerksbetriebe einige Kragen gerichlel. W ir bitten Uic jüdiscfien I landwerksbetriebc. soweit »ie_ |die l in frage niich nidil erreicht hat. sieh umgehend an die Wirtschaft—teile ihrer Gemeinden b/w. ijirer Bezirke zu [wenden. . Die Betriebe, denen die l ntfriige bereits zugegangen i-t. bitten wir im eigensten Interesse dringend um lückenlose ■und genaue Beantwortung der gestellten Kragen. Unsere Tagesferienkolonie in Rugenbergen (.rolle ( enen welche KrHide. welche Erwartung! Krei 'ein \on dem Alltag ile'r .Schulstunden und mui dem Druck der Hausaufgaben /reisen und ausschlafen, wandern und. radeln, baden und schwimmen. Wie wenige sind, e» gcj, worden, die heute ihren Kindern du» (.liick -einer Kerie.ilri'ise i*citHlen können. Kerien in der Stadl werden bald zu lanp.X jJuJ\iii geht, im früh jähr -dum die frage au Schwester I Ii e kHrn~ rr^niiinl die Tagt-sfc richkolouic zustande':' L ud wenn sie nodi so banalen. Schwester Thekla schafft es immer wie/der und {in jcTIeni Jahre wird das (ielÜHcle günstiger, s'o -nid in diesem Jahre ">-Wochen lang .mehr al- ><xi Kinder jii jedem Werktage nach Rugc iihcrgcn bei Bönningstedt gefahren. Im! wenn die roten Autobusse auch reiefilich vollgepfropft wurden die frohe Krwartung am Morgen, da» zufriedene Gefühl um- Abend helfen diese Kiille leicht verfl'ssen. Mit der Stoppuhr wurde festgestellt, welcher Wagen im schnellsten fahre. , . . ■ Drauftcii in RugenlM rgeii standen ein 'herrlicher, wahlihnlidn:r IVnk.niid ein groKer Sportplatz zu Spiel und Ruhe 'il r Vorfngiilig. Kh'ine (.nippen von l> bis _!(> Kindern tinter jilgendlidien Kührern bildeten für die ferienzeit eine fictneinsdlaft. die sich beim Regen noch besser und leider in diesem Jahr oft ' bewähren konnten, (.ch-gcutliih zeigen [>nippen ih r (.röKeren zu längeren Märschen ' über die Ki'hler und Wiesen, durch'die holsteinischen Knickwege in Ich nahen' Korst Quickhorn..Kür schlechtes Wetter war ein Saal bernfil-cstcllt. j . . * I Welche fülle mui Kleinarbeit mit Schwester Thekla Krau S II im am al» pädagogische Leiterin und Krau Brandl al- W irl-dialt-leiterin mit ihren Mitarbeiterinnen zu leisten hatten, kann nur der erme»scii. der selbst in solcher'Arbeit »teht und zuminde»! einige läge mitgemadli hat. Wenn die Kinder ankamen, erhielten sie zum mitgebrachten Bröl eine Klasche Mildi. .Mittag» kam. von der \olk»kiidie der (■einfinde schmackhaft gekocht, in grollen Kannen gelielert. das Essen. Min allen erwartet. Was gibt es heule? >tHl Kinder mittags speisrn. das heilfl etwas. Ks wird um die Wette gegessen, dal! dei< Krwacfisene staunt und dann wird von denselben Essern gemeckert und gemäkelt, (lall in.in .meint sie rührten nichts an. wenn sie -ich den dritten Sdifng geholt haben. I nd da wieder sind Kleine, denen mau zureden muH. die c » am liebsten »eilen, «lall si< gefüttert werden, l ud kaum ist das Mittage»»en fertig, gehl e» an» \ erteilen de» Obstes, da» mit einem Korintheii- Ijrötchen am Nadimittag ausgeteilt werden »oll. Schnell gehl der lag herum, kommen die Autobusse, »ind alle ntiide. die Klein'en und noch mehr die (.rollen. Am letzten läge waren noch einmal alle Gruppen auf dem Sportplatz zu»ammell. und jede (.luppe half mit einem Spiel oerer Tante, einem Lied oder l lk diese Stande ver- »diönern. Es sciHte zugleidi ein Dank sein für Schwester I hek la und flau (■ u t in .1 11 11. Wie mögen die aufgeatmet lialien'. al» »ie' zum letzten Male die Kinder Herrn Dr rfVcutid ] i ch . dem ärztlichen Berater." vorgeführt Halten und die Kinder gestärkt und froh heimfuhren) Wieder waren grolle Kerien. Dankbar »ind 300 Kinder, dal! die (■emeinde ihnen I'erieugliick geben konnte, d a 11 k - Ua r ist cl i e (i e 111 ei 11 d e a I Te 11 . cl i e i Ii r half e 11 . iirrrn K i mir r r n die»e I c 1 i e n k o I o 11 i e 'zu sich äffe n. el— * l her unsere Kinderversdiickiiitg berichten wir in 'einer .A't pachsten Nummern. y ■ ji , * t für unsere Kinder ei hielten wir noch Spenden mui den nachbciia 11 uleii Damen und Herren: I'call K. Abarbanell (iertrud Badimann K. B. I ran ('. ( . Wwe. Edith Kktherburg llermauii Krankenthal Dr. Hellmut Eiirsi -4 .M. A. Krischmann A. (.. Dr. Martin (Soldschmidi (Gertrud Görtlon |ul"s Ifeinemunn cV Co. — Krau John i Ielf W we. Regine Iwauier Daniel l»enberg A. Korngidd 1.1. .Dr. M. Lew in |. I.obbenberg D. und (IM. Dr. (.erhard Müller Paul Nathan Max Odernheimer f)r. Leo Rotholz Dr. Kugen Sachs Jaccpie» Sander Siegfried Schaffer jr. B. Sdiragenheim Anita lseligma.il 11 Iwan Simon S. Wurisch 1'roL Dr. Martin nassermann Achill Wertheint Sani. Zinader , 4 ungenannten Spendern und dem-Kaufhaus Hoheluft. 1 Mleii Spendern nochmals herzlichsten Dank. Ein Nadimittags=Spaziergang nadiWilhelminenhöhe Seit Williebljilienhöhe wieder in Betrieli ist. werden wieder ccin ijah' und fern Kinder und Jugendlidie zur Erholung dorlhrn geschickl. xerlebeii dol i Mitglieder der Bünde ihre" I reizeit. \eranstalten dort Jugendorgaiiisatioiien Taginigen. zu' denen mui überall her -ihre l' iihrer /u-jniinriikommeii. (.rol! ist die Zahl de|'er aus Hamburg und Minna, die in dc-ii letzten W eiche n de» Nachmittags oder auf einen Tag W illiclmiuciihühc besuchten. W er in der W oche nicht dabei -ein' konnte, wollte wenigstens das Wochenende dir buhen mit -einen Kreuu.'len aus dem Bunde verbringen: wer früher einmal dort gewesen war. wollte die liebgewordeiie Ställe im neuen Gewände w iederseht'ii. Ob man allein war- oder in Gesellschaft, ob zu EuH oder auf dem Rade, mau richtete es so ein. dal! man W ilhelininenhöhe nicht links liefern bell. I nd die uidil mehr ganz Jungen lenkten ihre Schritte \ 1 iiii Bahnhof Blankenese nach \\ iIhfliiiincuhnlic. manchmal in der stillen llolfnuiig. sie könnten ihren Nadimittagskaffee und -kiicheu dort Ix'kommeu. In dieser lebhaften Anteilnahme an W i 111 < -1111 i 11 c -1111 < > 11 < - liegt ^ew il! eine Anerkennung de» dort Geleiltteteil und ein Ansporn für die Zukunft. I nd doch kann 'mau sich aus gewichtigem Grunde nicht darüber freuen: es liegt nämlich im Wesen übertragbarer Krankheiten, dal! sie sich besonders dort ausbreiten, wo-viele Menschen bei»ammen sind und 1