Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 7 (27.6.1935)
- Date
- 1935-06-27
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 (> i'in e i n d r b I a 11 der D e 11 t s r h - I s r a e I i t i s c h e n Gemeinde Nummer? Tagesferienkolonie des Jugendamtes der Gemeinde DieTasesferienkolonie findet in ringen bergen vom 14. Juli bis ih. \usiisi d. J. stall. Meldungen «erden bis Montag. S. Juli, von S'-s bis 10 I hr täglidi. außer Mittwochs, im Gemeindehausc Rothenbaumrbaassee 'is bei Sdiwcsier Thekla entgegengenommen. Die Kosten betragen 6 RH wöchentlich: in dringenden Fällen kann nach MaRgabe der vorhandenen Mittel Krmäfii- 2UI12 pewährt werden; Die Teilnahme ist allen jüdischen in Hamburg lebenden Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren gestattet. Teil- Ii e Ii m e r k a r t e n . die allein zur Teilnahme berechtigen, sind wöchentlich im voraus bis spätestens Donnerstag im Gcmcindehausc Rotlienbaumchniissec 38, von 9 bis IS I hr. /Ii lösen. Mittwochs findet keine Ausgabe statte Die Kinder werden mit Sonder-Aulobussen befördert, der Treffpunkt wird noch bekanntgegeben. , JUGENDAMT DER GEMKINDK Professor Dr. Siegfried Korach zu seinem 80. Geburtstage am 30. Juni 1935 In (Iii- — 1111«- Mmliei -1IiI»«* dieses ausgvzcichuc ti.-n, bei-pieihaffen MiiljllH'« in der Hurttlligst rahV I. \n> er 40 Jahren w^ihnt. dringen ^n* diesen lagen die dankbaren, verchrungsvedlen Grillte: von drei Mciischeiigenerntionen w ic iingclx'lciiie Gäste hinein! Denn in den nehl Jalfr/i'linten »eines inli.iltreidien Lebens hat dieser Mensch iiiebi um Dank und üiihVrc ' Kbrungcn gediiihli. sondern i-t in fast-ängstlicher Sehlldilhcil immer nur. erfüllt gewesen von' dem Strcln-n nach sachlicher I Pistill)?, deren l-ohn die I nt und eieren folgeneues, sieb in die Weite spahne.ndc« Wirken \-\. So liegt in diesem Leben i-in'ti« fe-r Sinn, und weil es so war. liegt über seinem Weise ein echter (.Linz. Weil er stets mn sich unzufrieden-war. ist pi gestiegivit. und als er viepor-i leg. blieb er unzufrieden Hin! deswegen blieb er jung, edtt und bescheiden bi- /um bi ntigen 'I aite. Audiin ihm w ird das Wort Gocihcs lebendig. d<is er riieht zufällig gerade einem Ar/te in den Mund gelegt hat:. ..Im' We-itersdireitcn find/, er Oual und (duck .er im befriedigt jeden" Augenblick!" — I berbtilkl man die Lcltenslnalin die-e- Mannes, srt /iehl -i.l' durch sein Wandern — gbjith \\ if bei dem Jbtnjicschcn ll|tnger|Kisi»ir — das Hungern iadi können, der unstillbare* Drang uarli Wissen, nadi Her Vcrw irklidiung eines i|>m yor- -ehwelx-ndili ärztlichen lc|cnJs. Gidxiren am Vi. Juni IST) /u I' n - e n al- Sohn eines augeseheuen Ar/.tes. einpHug er schon in früher Jugend Hie. für seine spätere Berufswahl cwsiheiileiiden Kindrücke. Seiendem er |s?'l-in Breslau seil: >ta,iise\amen abgelegt halte. Hell er -ich im (.egen-at/ /u den meisten seiner damaligen jungen Be-rnf-gemo-scn ni'ehl so fori nieder, sondern baute seine ür/iliehen kenntnisse in!• i inneren Abteilung des städtischen Krankenhauses in. Posen und vor allem bis zürn" Jähre INNJ am Biirgerhosjiit.il in k e>| n weiter ni". wo er unter ausgezeichneten klinikcrYi sirti die Grundlagen fiir,sein spatenre-s umfassendes ärztliches Wissen sdiuf Wie hoch bereits damals das ärztlich) können de« jungen. \r/teeingeschätzt v» ufili". geht ans seiner kr nennnng /um Sekundärar/t am Kölner Bürgerhospital hervor. In ejn>m späteren Zeugnis rühmt «ein ( lud Proff-ssoi I <• i ( h t e n » t ejr n seinen uuffcrordentlidie n Jleill. seine strengste Pflichterfüllung, -eine ungewöhnlichen m."di/il>iHeben Keuntnis-e. seine hervorragende ärztliche Begabung und. seine; grollen persönliilien I i^eiiseiiafleii. |s-s;J lös lss.4 trat er dann als Assistenzarzt /um ersten Male in engere Bezieh II agep zum Krankenlliausc der Gemeinde. \a(h fünfjähriger gründlichster klinisiher Ausbildung liefl er sj<ti dann pimk ti.-ihi r Ar/t in der Griitilelallee nieder, wo er neun Jahre eine' segensreiche är/Iliehe Tätigkeit entfaltete issh berief ihnVTa« Vertrauen der \ erw altiing eh - Kranketiliau-eals [S'aehfedgcr von'Dr. 11 a 11» e r s I a d I /um Ohcrir/t der innerer! Vbteiliing Der \\ iinsdi'seines l ebenwäl dam Ii in krfinliinp -- gegangen, /u seiner lätigkeil als lirajikeubattsar/i, u|, begehrter und \er«diru-r Ar/t einet iininer mehr w.idiseudeu klietitet. kam bald auch die ärztliche Lrjfune des AttrBhauscs-und des Pflegeheims der G*r ineimle*. Gleidizeitig äbernahni er die är/lliche ( berwadiung di-r Zöglinge des Deutsch-lsracliti-dicn Waisen-InMitut*. Die ( lljderazeil (IS02) sah 'ihn u ie bei allen sidi darlsjclenden j< .eli pnlieileii Ii ne | in in 11 iill tätig, in aufopfernder Fürsorge liir -eine l'aiienieii keine Gefahren scheiienil. Als ()berar/t des,k I iiiikeiihause< hat er während der 44 Jahn' seiner Leitung Bleib« n ies /n dessen Ansehen in allen Schichten der Bevölkerung geschaffen. In dankbarer Würdigung seiner Verdienste verlieh ilnn l'M7 der Senat ilen Professortitid; l'M'i entsandte ihn der Verbund der diaritaliven kranken, häiiser Hamburgs als Vertreter in die wissensdiafllithe Abteilung und iin die Prüfungskommission für krankcnpflcgcnjcijsonen l>el der Gesundheifshf'honle: in'dieser \erlrauensslelliing blieb er bis zum Jahre \Vh\ In den Sitzungen des är/ilidien \ereins beteiligte sicfi korach oft mkHgehend an den ' w isscnschafllidieii Diskussionen, und-seine Ausfiihrun- 2en. gründet auf eine ungewiihnliihe är/tlidte Erfahrung lind strenge kritik. fanden stets in den \ ersammlilligen ge- «»jifltige' Be.idiiuii2: l'IJsi verlieh ihm der \ crcin die höch-ie I liruiig. die er zu vergeben Ii.nie: die Krnenniunt zum l'.hiennrithsliede. W ähread des W idtkrieges leitete er im lsraeliiis<ben k rankenhause das Beserv ela/a ret I IN: wiederholt führte er einen l.a/areti/ug im Osten. Seine är/iliihcii ßeobadltüngen und I i fahi iiiigen hat er in einer grollen Zahl Wissenschafflulier Arbeiten niedergelegt, die Zeugnis von seinem durchdringenden Verständnis für alle wissenschaftlichen Probleme der modernen' Klinik ablegen. Professor Korach ist im Laufe seines langen Lebens ein \r/t von großem I rirniat geworden. Mit einem umfassenden klinischen Wissen, das ihm dank einem hervorragenden Gedächtnis stets geordnet zur Verfügung stand, verbindet c>r eine nellene Schärfe dc-r ärztlichen Beobachtungsgabe, eine Feinheit des l ühlens. eine Fähigkeit der Synthese, die oft. wie v jede!V(zte bezeugen können, in diagnostisch dunkle Fälle befreiendes Licht zu bringen vermochte. W as der jüngeren ärztlichen Generation mit dem wachsenden Ausbau des Laboratoriums vielfach abhanden gekommen ist. er besitzt es in •ungewöhnlichen) Malle: nämlich eine Kultivierung der Sinne.1 die ihn difrdi Hörem. Sehen, Riechen und Fünleji befähigte, aus'kleinen Mosaiken sdllicnjUdl ein timrissenes Krank hei tshild /usaininen/usetzc-n. Der bleibende liefe Dank seiner Schüler und vieler Hamburger Arzte, der Dank seiner Patienten, denen er in schweren .Stunden ein niinmeimüder, zielsicherer Helfer gewesen ist. begleitet ihn auch heute wie /u allen Zeiten. Sein Leben ist zum Segen üewjorden, weil er selbst gesegnet war. lin^-sc-rviendo cpnsMmbr. Im Dienen hat er sich verzehrt, und so ist nach dem Psalmistenw orte -ein Lebensweg köstlichjgewoiclen. weil er Mühe und Arbeit gewesen ist. Im An- Midt einefs solchen vorbildlichen l.ebc-ns grüßen wir in diesen lagen den grollen Arzt und verehrt!ngswürdigen Menschen mit dem allen Zuruf' Sei stark und bleibe stark, und nach Deinem Beispie le wollen auch w ir stark bleiben! 1'. IL