Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 4 (11.4.1935)
- Date
- 1935-04-11
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Gemeindeblatt der D e n t s c h -1 s r a e 1 i t i s di e n G e m e i n d e Nummer 4 Wunder, dafl dieser Manu für das Hauptwerk seines Lebens, für Heine-Oratorien, unsere Bibel, du* ewige Buch, als gedankliche und textliche Unterlage wählte? Handels Oratorien sind in ihrem tiefsten Kern musikalische Völkcrdranierf. Kiiacler höchster ethischer Ideen im Dienste idealer V olkserzie-bwngc Darum war sein Weg zu' unserer Bibel eine Naturnotwendigkeit, t nter den 22 Oratorien Handels haben nicht Weniger als 14 ihr ihren Stoff entnommen. Ks sind dies: Esther lT'i2: Deborah, Athalia 4735: Saul, Israel in Ägypten 1739: Samson 1742: Susanna 174V Belsazar 1744: Gelegcnheits-Oratorium, Judas Makkabäus. Joseph 1741): Josua 1147: Salomo I74S und Jephta 17*>2. \ on diesen sind: Saul. Israel in \gypten. Samson.'Belsazar. Judas Makkabäus und Josua besonders volkstümlich, geworden. Vor alle* ist Judas Makkabäus neben dem Messias das populärste sieiner Werke geblieben, das in /.ahllosen Aufführungen bis auf eleu heutigen Tag Bewunderung und Erhebung weckt. Dieses Werk, wie das Gclegenheits-Oratorium anläßlich des englischen Biege« bei CnModen geschrieben, machte ihn mit einem Schlage zum nationalen Tondichter Knglands. - Während der Xiedersdirift des Jephta erblindete der «Meister. Sehitkgalhäfl nnil' es a^nmnten. dafl er in diesem Werke Worte Vertonte wie-: „Unser^Glück kehrt »ich in'klage. I.ichi und Glan/ versinkt in Nacht." Weiliger bekannt als in seinein Oratoriern i»t Handels Verbindung mit der Bibel, vor allem den'Psalmen, iti seinen anderen geistlichen Werken, den sogenannten Anthems-Zu «liefen gehören vier K r ö n u n g s h y m n e,n für (.eorg II. ' H72T). \<in denen besonders die ver»te: Zadok der Priester (I. Kon. 59 und 40> außerordentliche Volkstümlichkeit erwarb: die zweite ..Der I ür»t wird »ich fr««1ien"" (P-alin 21.1 und 5) besitzt ein .herrliches Halleluja. das dem berühmten au» V|essias wenig nachsteht. Weitere- Anthems sind: Die T r a u e r Ii y m n e auf den lod der Konigin karuline M757I. den n Tc-xt teilweise den Klageliedern, zum anderen Teil den Psalmen entnommen ist. .Vor altem aber ist hier zu j sprechen von Handels P s a I m - V c r t o n u n g.j-n . die zu ■ den großartigsten dieses reichen .l.iteraturzweiges gehören. Es".sind im ganzen Iii Psalmen, sechs für dreistimmigen Chor (riebst Soli und Orchester), unter diesen Psalm 100. der schon früher. 171>. unter dem Namen „Juhilate': (horiü) •al» zweiter Teil des L'trechter „Te deum" Verwerjdung fand: fünf Psalmen für vierstimmigen ("hör und die angegebene weitere Besetzung, und endlich fünf Psalmen für besonder» festliehe Gelegenheiten, geschrieben für den königlichen I Kirchenchor und den späteren Oratorienehor. Drei dieser Psalmen sind in zwei Bearbeitungen, einer in drei und einer -'•-.ii in \ier Bearbeitungen erschienen. ■ In all diesen Werken erweist sich die seelische Crößc und Glaube nskraft Händel», die -ich an* der Erhabenheil Unserer Bibel eni/ümiete. "In weit be-cheidenerem Maße als der (.ebende war das jJudentum Händel gegenüber' der Nehmende. Immerhin erscheinen in jüdischen Gottesdiensten einigeder herrlichsten Stücke II.in.lel-. so das berühmte La r'p'" aus der Oper \er\e«. das große Hallte In ja aus dem Messias in seiner überwältigenden Glaube u»matht. Mir allein alx-r dc-r herr- I iilie J ii h e I ch o r aus J ijd a s Makkabäus. Dieser ( hör i»t besonders in den Berliner Synagogen zur Tradition geworden und wird dort am C'hannkka auf Worte des ' II a I I •■ I .gesungen. Seine Anfangstakte sollen hier folgen und den Schluß dieser'Huldigung vordem grollen Genius »bilden. $fc l * Seht! er kömmt, m\t Pr 5 mm Teis /<••■ le=rt krönt, U'M ß-jau-mn den Emp-fan§ Das Repräsentanten-Kollegium der Gemeinde trat am l.d. M. zu einer Sitzung zusammen. Vor Eintreten in die Tagesordnung begrüßte der Vorsitzende Dr. Trias das zum ersten Male im Kollegium erschienene neue Mitglied des Vorstandes, Herrn John Hausmann, und sprach ihm zu seiner Amtsführung die herzlichsten Wünschedes Kollegium» aus. Weitet bigrüllte er die Mitglieder des Kollegiums selbst zu ihrer ersten Sitzung inner- . halb der neuen Aiutsperiodc. Kr gab dann die' Listen bekannt, welche die einzelnen im Repräsentanten-Kollegium vertretenen Gruppen als Ersatzlisten eingereicht haben, nachdem die jüngst .beschlossene Verfassungsänderung') infolg«- der Zustimmung ees Vorstandes Rechtskraft erlangt hatte. Eine längen- Erörterung knüpfte sich an die Mitteilung de» \ nr Standes, daß brauch machend, für die während d besondere er. von der ihm durch' das Kolliseiner letzten Sitzung erteilten Ermächtigung (.< Verbilligung des Koscherlleisches Peßachtagc 4"oo »M bereitstelle. Es wurdein»- •r W unsch i'iußert. daß die Vejrhilligungsnkaßnahme jedenfalls allen denjenigen Kreisen zugute komme, die von ihr während der Peßachtagc Gebrauch machen möchten, und dal! daher der* Vorstand nötigenfalls auch über den Betrag um 2000 All hinausgehen möge. - Das Kollegium bewilligte ohne- Erörterung den Anträgen des Vorstandes entsprechend 72>.o> tili für den Jüdischen Schulverein zur Deckung Seines Fehlbetrages im Jahnl''^4. 600 tlk al» Zuschuß für die von* den1 Kultusvjcrbänden veranstalteten diesjährigen Sederabende. sowie eine Zahlung für das Ktania-I leim in Duvos, in weleheTiF alljährlich auch eine größere Anzahl deutscher Juden Aufnahme und Heilung finden. In der anschließenden nichtöffentlichen Satzung wählte da» Kollegium zu Mitgliedern der Kommission für da» Wohlfahrtswesen Herrn David van Son) <m Stelle de» verstorbenen Herrn II. llki-le». und Krau Bella Hermann, welche einen neu geschaffenen Bezirk in der Wohlfahrtspflege, th-r (.etneinde übernehmen soil.< Aus Hamburg De» Volkstrauertages wurde in den Hamburger jüdischen Gotteshäusern, [bereits am Sahbath, dem ih.v.M.. in An- »prachen nnd Predigten der Herren Rabbfnei gedacht. Auf dem Begräbnisplatze dc-r Gemeinde fand am V olk»"lrauertage selbst Mir dein KriegerehreuIriedhof eine vom Vaterländischen Bunde Jüdischer Frontsoldaten veranstaltete Gedenkfeier »tatt. zu welcher neben Abgesandten anderer jüdischer Organisationen auch Vertreter des Vorstandes und de» Repräsentanten-Kollegiums der. Gemeinde, unter ihnen die' Herren VI. E ii g c I und N. 11. O f f e n b u r g . erschienen waren. Die Gedenkrede hielt Herr Rabbiner Dr. Hölzer. Er fand für den l.rn»t und die Größe der Gedenkstunde markige und dach zu Herzen gehende* Worte. Vörden loten zu bestehen, »ei die Forderung des Tages. Das Gedenken au sie ifiüssczur befreienden, erhebenden und beglückenden lat werden. Ks »ei ergreifend, daß die jüdische Jugend das unter dem, Kindriicke der Zeit verstehe und a u f rech teil Hauptes, freien Blickes, »tark. mutig und zuversichtlich ihr Schicksal selbst [in die Hand genommen habe. Das verbürge die Zukunft der. Jüdischen Gesamtheit und berechtigezu der Hoffnung, dafl Ras Wort der Megillah. welche-» den Juden l.eben»raum und Bettung aus aller Not verheiße, wie einst so auch in unseren lagen sich verwirklichen werde. \m 14. d. H. feierte die PortugiesLsch-Jndische Gemeinde Bei Israel die Einweihung ihrer neuen Esnoga in der Innoe entia»traße *v.jin welche die- Gemeinde übersiedelte, naehdeni »iiihr Gotteshaus in der Mareusstraße unserer Gemeinde für die Ibishc-rigc-tl Besucher der Gemeindcsvnagogo Kohlhöfen zur Verfügung gestellt hat. Die neuen Vudachtsräiime sind hell und farbenfreudig ausgestaltet. Der Feier iring voran eine Begrüßung durch den Vorsitzenden des \or»iaudes der Portugiesischen Gemeinde, Herrn Krank L u— ria. und eine Gliickw uii»ihaii»praihe des Vorsitzenden devs Vorstandes nnsdrer Gemeinide, Herrn R.-A. B. Da v id, der ». Nr.:; «U-» 'ifiiiciliiU-Miitl»*», S. |,