Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 1 (11.1.1935)
- Date
- 1935-01-11
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Gemeindeblatt der Dentsch-Israelitischen Gemeinde Nu in liier J das Denken dichterisch zu vergegenständlichen: sie i-i Symbol gev Orden. Der l.r«T wird <l|i-><- \ (*rl>in<lIIlip nicht .als w illkürlich empfinden: dazu i-i die Wirkung der Bibel' in diesem Buche viel /u stark. Aber gerade in dieser engen Verbindung-mußte die l mpräguilg der biblischen Gehalte durch die moderne Denkform außerordentlich kräftig sein. Die Oberfläche des Bomans zeigt alle* ki-nnzeiehen eines genauen WortVerständnisses. in der liefe aber bietet er eine ganz freie Interpretation, und inein glöch te die konstellation -einer Geb lirtsstu lieh' aus den Gestirnen Bibelallegorrse und VVclianschauüngs.roman zusammensetzen. Das ist eine Verbindung, die'dem Historiker na<li beiden Richtungen hin zu di'nkeu gibt: wir aber freuen uns auf den versprochenen Absehbißband, di r uns «Iii» Josephs-gestalt In ägvpiisther.L'mWeli vollenden soll. Julian Lehmann: Es ist ein Aufruf, wenn Du ihn erhörst \\ai»f ein Erlebnis? Jeder wird solche Frage nach sc'inct verschieden lieantworten. Ein Lrlebnis kommt'zum Mensehen, unerwartet, nicht hcrlicigerufeti. erschüttert ihn. maili! t Ii Ii anders, wühlt ihn auf ... Ein M>lch ainerwartetes Erlebnis, ja \ iele Erlebnisse, aneinandergereiht wie kostbare l'erlen an einet; kette, werden dem zuteil, der Gersott Stein- JW cg ohne- K,iide"') in sich aufnimmt. Wem: mau voni Stuhle aufspringt, wenn einem der Baum zu eng wird bei dem grollen < ■e-iliehen. ilaeinen in diesem Buche anpackt, wenn man die Not und da- .hcimlicjic Glück Viele-r Gesell lechler plötzlich in. »ich nul- -tiümen fühlt.die naturgew altige und'doch -o rührend und menschlich einfache Sehilderuiigskiii'-t dieses Dichtereinfach nicht mehr ertragt, sondern durch das Dunkel der Nacht in- \\ eitr -chaut. auf die Not vergangener \ nrfahren: auf ihre Zuversicht, auf ihre jüdi-che Größe dann hat' einen ein Erlebnis gepackt, daeinen Iii tu1 in rückt in die lange Reine der Generationen un-ere- Volk-, -einen v.er-U-heii und begreifen leint. * fcin'Erlebni* -n -tark. il.il! man e»lJtnüm mein zu ertragen' vermeint. I nd de-halb -o -tark. wc-il c-- aueinem primitiven jüdischen Herzen iitlinittelbar zu dem Leser spricht, nicht große VVortkitnst und nicht kun-t des versierten Schriftsteller», sondern Blut von un-eiem Blute, ganz naiv Wtf gefangene'-, von Juden vergossene- Herzblut i-t. kein jüdischer Hornau der letzten Jahre greift so tief-iii unser indisches Schicksal, -ti ht -u zeiienfern -eine Men-diyii und!ite Schicksale auch -ein mögen — unso nahe. Ich konnte nicht ander-, ich müßte mir plötzlich' Mcyriiik» Golem aud. in licird hc-raii-reißc-n. dc Hii ich halte die Empfindung, ilorl in 'lern (.lauen Entspannung -ncheu zu mii.-sen. von ilie-ei Schilderung gransjjrer \\ irklichkeil Prager' Judc-uleideu zu •Inn Phanta-ieprodukl Prager l-nbeihiliehkeiteii. I nd i<li il iktete den I nterschied: hier die Wahrheit, lapidar erzählt, dort [die ausgeklügelte knn-t de-Alei-ter-. ati-gerc-chnet hizuni äiißer-ton. \lle die wirklich gilteil jüdischen lioni.linder linier uns liegenden Jahre und Monate erscheinen gegen soJct es Werk f.l- Krzähliingsmathemalik. hier spricht ein einjfj eher Meir-ch. Mitflei unser seihst. ..f.- ist", so lautet sein Moli i. wirklich nur _ein Hornau, wenn Du will-t". abc-r „ei-t en Aufruf, wenn Du ihn erhörst!" Iii-t die Vneinaiidc-rrcilliiiig der >chick-ak' j-iner deut- «elicjl jüdi.-ehen l amilicaus dem achtzehnten Jahrhuudc-it. \ei llnchtc ii .mit Leiden und Geschichte der Gesaiit jiidenlieit. I)ic--e Menschen ertragen e in Juden-chick-al. »in werden verfjMgj nnil getreten, aber sie bleiben im Innern grüße Vlen- -<hen. trauen nien-chliche und jüdi-che Tragik, rangen »ich hinari an unseren ewigen Gütern und (•eu allen durch die kraft ihre- Will ihrei Hoffnung. L» sind einfache nnd < a rme. gi-leh rte und nngelehrte Juden gleich un1 der Macht de- Geschickes, i Her gelehrte Kaufmann im Pru\ inz-tii liehen, dc-r I? in w idcrMehen iiiißeren eil», ihre» Glauben-. oriiehmc. reiche und. aber -ie allew erden a- -ie trifft al- Juden. die in Frankfurt, der Primator in Pr.ig. der eiii-anu- Lehrer, der SchamWmit der hochgemuten Seelec-» i-l eine Symphchtie jüdi-chei- Gestalten, au-dem Innersten erlebt einl oh go-childert. so einf ich. «laß e-- oft bizu Tränen rührt, oft die Brn-I zn sprengen droht. I - liegt ein eigener 15c-/ Erich: Reiß Verli if. Berlin, 174 s. Kart. roii I.eüiien i;.»ii .. . •r l BbcVkiiminertheil de-- gelehrten l («elehrfen — wir alle kennen; diesen Typ de-- jüdischen Menschen, der he -onderoft in kleinen CJenieinden,gedeiht —.'der -ich an die höch-len Probleme heranwagt, und wir sind dem \erla: dankbar, daß er 'diese l jibekiimnierthe.it -o zu unhdl sprethen I i-.-c'-n. nbne-tlic« Korrektur de-- Gelehrten, de» nur Sadikiihdigen. Wir braiicheii inm 'Ertrugen von s«? .vielem d i- Hewußl-ein. daß esolche. Menschen gibt, nicht niil klSgler und Beehuer. da» Bewußt»ein. daß, wir den ..\\r;: ohne Ende" weitergehen werden. Vlberl Ljndr.es n innic- »ein große» Judenbüch: Der ewige- Jude am Ziel wie» klein i»'t dies Ziel gegen elie-e- ..ohn.- l.nde-"! Denn dieser \Veg i-l ujeht Cou die-c-r Welt, und er kennt nur ein Ziel. Da» aber' \ c-rliert »ich in Ewigkeiten und i-i dein Irdischen illiftlßbar. unbegreillieh. Manchmal hcdit »ich ein kleine- /ipHlchen jener grutten Dc-ckcder l i.eiidlichkcit. ein''Berufener', van iiieinand «Bderem berufen alseinem Drang naeti Wahrheit, hc-bt c-< auf. und wir blicken in» Marki getroffen in. die- Melle-, die »ich Ijier offenbart. Die.»c-» Buch i»t ein »olcher Zjpl Lilie Lr»ehüttei nng. ein Lrlelmi». da» im gleichen Linie' liegt: die k r i c-g » b r ic f c d e u t s c H cr J ii eI e 11 -) Auch sie gingen l< T iide". frenidis im GJauhrti au eine LrliWii i; r _ im (daubi-ti an eine l.ilö»u ig.' an -chenk. da- -ie ihrem Vateftande gulietl. an las l.ntgelt. »ie den Lebenden' zu verschaffen holftc-u. Vilich hier ist rlebni» um stärksten bei demganz eiiifucheu und I komplizierten Vlensthen.-der nicht klügelt und spinjisn etwa jler I!abl>inat»k.indidal. de-r sich schon »c wie-er »päter »eine Eejdposihriefe -als Lr großer Zeit Vorliest I m »o tragischer, da ohne Lude-" gehen mußte. Ich glaube, daß <iic-»er Briefe wirken muß. nie .ein einzelner Klisere jüili-chen Vlen»chen al» 'deutsche VI nnd fülilten. »ie z!eig1 die liefe klnll. die zwischen dem Denken ihrer und iiu»erei. runde auf dei r e' J i I I e n e i ■II ..Weu ohne naii uw ie "tt.- Ib-t [lUbel -u plneruiigeu tilih! er den ..VV Mg die ( ie-anil hei! Siczei^t. W ie n-chen il achten -ich indessen mgeliunt! aul- ■tau hat. Itet. Wir '.- ist: w ie da» il litte Vlotlo zu (.ersoil Stc-rii» Buch lautet. ..(ie-ehiehtc. wenn Du sie heraus werden die-c- Bücher nicht mehr nii--eu wollen, es l «ersoil chälM." i-t. al» lägen »ieseil J.I u udcl len \on Jahren hier Und kündeten jüdi»che- Schicksal. Sie »ind in ihrer: Zc-itgc-biiiidenhc-it zeitlos, w ie e-chlc-s Lrleben immer ... Das Repräsentanten-Kollegium ehrty". in seiner Sitzu 'le-s verstorbenen kolleginm von |W) und Iwsthbil^^oclaiiil dem Vntrage zwei An de rn ngen der Verfassung das Viidenken. der dem lui/t hntte. VorMnnde» ge'mäß Gemeinde1, durcji oiii it. \; VI. ziiei»! 'i i ii I.« Iii ii rd ß e r I j n . l'W» iiuiiuti>rbro'eiic-h|pn: de» der welche die im März d. J. fällige n Wahlen zum Reprüseulanleii-kollegiii.m ziiuäch-t lim zwe-i Jahrevertagt werden und gleichzejt|g die Amtszeit iferjenigen Vliiglteder de-- Vdr- -tandc--. die am l/> Lebi'iar l')^(> und 10V abla'ilfi-u würde, bis zum 15, Februar I9V< verläiigi-rl wird. Dem Vorstandsantruge lag cter';Wunsch XH^runde. in diesen ernst'eji Zeiten null Innen die- KiMitiiuiit.il de-r Gemeilldeufheri und nach außen hin den iiiiierjüili-cheu Kriedeil zu sichern und vor jeder Oetährdnng zu bewanre-n. Die Berufung di-s Antrag», iler da-. Er$el>llis wiederholter und eingehender VorverhaHdllint.ru war. war innerhalb des Kollegiumnur kurz: es' sprachen nur von selten des Vorstandes Herr Dr. [Joe« e n- I'it; und \om kolk'giiini jMe~Herren Dr. Pin ne r nnd Dr. I ria». deretl Üc-dc-n wir hier folgen lassen! •' Dr. Loeweaberg: Wir alle haben seit dem Sommer vorigen Jahre-» un» oll üln-r die- Krage [Mlteijhaltcn. wa» im 1 iü Ii j ihr geschehen -oll. Wir -ind undarüber klar, daß e» für unsere Gemeinde mir eine- Vnfgabe gibt, die- Arbeit nicht ruhen. undurch nichl» ablenken zu I i»»en. dein jede- Stunde »teilt neue Aritnrderungcjn in alle, die' innerhalb der Gc-mc in!e\erwiillung tiiti^' »ind. W ie die Vulgaben in dc-r letzten Ze-it gewachsen -ind. -o steigt die Verantwortuiig, elie wir trägem In den füuf Jahren der Vint-- zeit die-es Kollegiums haben wir uns in dieser Viheil für die Gemeinde immer Iwsscij zusumniengefuiiden. Ich glaiibe' -• llei:oi-«i--:ilii.|i vom Iteirnoltunet jiiilisrlie-r PrAnlKOliIntcn E V mit <-iii<-r ZeirbaanK von Max Lielienimnn. ISea. Vctrtrum) VerMe ffetim. M S. Leinen SJ* . Amtler eiirentllrheit Briefen »Ibüll I;.- Um Ii .null Tacebaehhlättej-. einice (Scsliehl« liowie Brler« rin > orKmetstba an die .Xnigmöriiceii von Kries-seeriilletien.