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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1934-09-07 · 8 (7.9.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
10 (1934)
Issue
8 (7.9.1934)
Date
1934-09-07
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite •> Gemeindeblatt der Deutsch-Israel i t i s eh e n Gemeinde Niiiniik-i s .Dr. Henry Philipp-Frankfurt a. M. '-Vi 1 Jüdische Erneuerung / u m J ii Ii r r %;i er Ii s <• I Dieh.gfw ultigen Tage" cl(^ jüdischen Jal : . . - i3'.. . - l _ '. r-vJ.:l.__l l* .. : ... uili n uns aijl /iii* lie-iiiniiii:. auf] den kern nn ihre- -teilen unser i i u i-1> n ii"d iii <• - Dijsrk denji K w i i: e ii gegcBii|>er. Sic res Wesens Zt-itgchiindenheit. n-u ii klidikeit nicht heraus. So lllziimcnsdl fidlen Bediel Berechtigung, ge- Seujiihrsfestes einen Blick auf ml unsere eigene geistige ' aller -le .ins unserer w ie: w i r" sind, gcettzlieif. ml iw ii. uns (laniii konkreten Lehe in unserer hM*n seit (ich •n sie uns. Diiliin liegt idi; clor dem Beginn cle* ...... ...im...- ><fciiksnl| ii 11 -c i persönliches Situation; /ii wei len. I ).is gfi-lige 'Lebeu i ( iegcnw art re-ich an Um es sihvi er hall. '/Ullllll jii (Iii' Ges cölIim l ngew issen Iii er.. h'liuldietl Jinlcjiheit ist in 'der reu Spaiiiiuir-ien. so reich fast, dal«: Ii ein Bihl iuui iii irr Zukunft /u machen — »uliung u'iseros nitrieren Schicksals muh!- Mannigfaltigkeit iles jüdischen Lclien lielierrsilieu:! hervnr:'»Iii •r ms all der inneren Irilt Jm,Ii ein Grtllld- Vulwort auf ckis Schicksal, das "iVoller WiHensentschlun', das r a ii s neu /u gestalten. Illil liesnnderer Eindringlichkeil II id was sollen und wollen »jr iiir jals <lie S »Ii ick s ü I s frage rage nach dem eigenen rVtitnkniins f ine | in I' 1 indie r e i Ii e T »<■ f C geilt. i) errungene ■j ui lies lielroffen li.it. i-t ein k^aft^ollc . ein in' "sein \ o ii i ii u v\\ Ii l ml so erhellt «ich heule .In I ringe: wer sind u ir. -ein' Das aher erscheint der dinl-ehen JuileuV ob i \\ -i ii und der eigen.'n Be nid oli die I ntscheidiiii-j I 111-<Hi»-■«I■ i ist. I)rr oliei l.adiliiiieii Belra ihlujig mag'es so scheinen, als oli da die innere Ercihcit am stärksten •.'(-«ahn ist. wo in m_i ndlich-h id. iischulllieher illingabe ein völlig Neues Verkündet wird: sei es nun ein v.öu allen I mwcltt-inllüsseii «Freie» j.Nlir-Jiiilenttiiu. sei rein. Jiideulum. das in seinein Bereich (Tie gleichen Ideale pflegen möchte, welche unsere' I inMeil au! den Sthilil^e-rhept. .vier ein .solchermaßen neugewonnenes Judentum zeigt niirlallzn deutliih. dal? es nicht in in-rein Gesetz, sondern dem (Zwang des Zeitgeschehens -l im ' I iii-i. Iniii^ verdankt. Ujr (werden Mir der Geschichte 1141 r lii-i'ihen können, wenn wir (msere \ e r g a n g e u Ii e i I Hühl terfeligiu-n. wenn w-ir l sie jj\ielmclu in kritischer Be- ~^>iiin nheit. aber doih Iiiii Eichel uns' zu eigen machen. U.is die deutschen Juden bisher für die Judenheit der H eli' In deutet haben, das )ag in ihrer deutsch-jüdischen I igi i .in begründet:-so ist. um nur ein Beispiel zu nennen', die Einstellung eh r W i--i'n-<liafi des Judentums uiil der in \\ issensdiaf tsgcschKhte.eiig terkiiü|>ft. Wir wissen . ie sehr w ff «leutsrhea Juden in (»efahr waren, uns in n'iisere" I tnw eil /u verfielen, wie sehr \ iele. gerade deji Juden, wehhe Bedeutendes für die deutsche peisict hallen, der judisdieu I elierlieleruiig fremd eil sind. \Beiu dif (.efahr. der wir ausgesetzt waren. ileuialle.;^.iiiz unter K ii Um i Lew ui: . w ird i der jiii ■ liier, j \ iTina Jhe ge •liel ri ll (die \| K i .dt Ueliell i.inz . 1. 11111 ii- ^ejll .1 ilr ( i ritdisdjen ( sagen In ml Ii DWin in «Ii. vm'iiii. w ir unser Sihikksul in den Gesanitäldauf IfStheii (.4 s(|iidite eiuorilnen. gering erscheinen gegeh- -njetii iiiHereu Gijwinn. ih n das Judentum aus der fHHg mit dem di-uisihcH- (i-eist da\ongetragen hat. umgekehrt die deul-ifie (^jistesgesthtihle nicht allein l erinahliing mit dem Im Id i-dien , Geist, sondern ziifiriih aiuh den künstlej-istheii iind .w issensihafllithi-n Lei.- stuhge i rfituisdier Juden luixii-rgiiiiglkhen (•ewinn verdankt. Ui in wir imdie innere Be/U Innig zur deutschen Kultur .dl eii wollen, so liediUiiet davor allem die \ erbunden- Geistesutit einer lie-tiliiuiten I |ioilie der deutschen ile. mit ihrei; kla^-i-ilien./eit. Wir hellen l.essing Ii uidlt etwa nur dajruni. weil er inil \l e n d e I - - o Ii n idet-war. gewiH iiuch niC-BK nur darum, weil er für ftkeuiiinig unsi-rrr Mensflienw iirde mit tifr ganzen .einegrol*en und freien Geistes gekämpft Jiat. W ir ihn. weil, wir tiliihm g<»i|-lig-nahe fühlen. v\eil von ndi ii ni Vii.sg,ing-||»uiikt lier autiwnir zu einer Bejein i | liiiii.iini.il gelauert ' siiHl. die seine Gestalt hat. V'iihl ulinr I■riiml Ul-.Schiller mit Leidenseliafl ito.des Osteis gelesen worden. Wenn Hermann >n k ii ii i aiisgidiend.'eine neue Durchleuchtung i'ihjirkengHts unterntihui. wenn \ol»el von sj<h Molinie, dal* er sein l.elieti nidil ohne einen religiös len /ioiiismus-. alaer ..lind] uiiin ohne (Inn h e/den der Dc-utsc-hen" denken kttiiiute. so-niul' hij-r offenbar 1 den (dl n . ' In er i ii Ii e i e r /usjiiuiltelihkilig vorliegen. Oder sollte jener Weg des deutschen Judentums, den der Name Neheiiiia Nobel kennzeichnet, ein Irrweg sein? Haben wir" es hiejr mit einein „humanistischcp" Judentuin zii tun. au desseil Stelle heule mit vollem gesthtcJttlithen Reibt ein ..l.ieroisibes" Judentum Helen will? Wer Nobel gekannt hat. der weil!, dal! dieser Mann nicht eine einzelne IVovin/ des Judentums für sieh erw ählt hat: Bibel und lalmud. Ilalaiba und llagada gehörten ihm zusammen, und wenn er aus der I ühcrqncMenden l'irlte verga'ngeni-ii jüdisiben Lebens, das ihm zur erlebten Gegenwart wurde, den Weg fand zu <h'it Denkern und Dichtern im hellenisdieii und im deutschen] Bezirk. s() hm ihn diese Begegnung nie dazu geführt, ditj jüdisibe Well mit fieindein Mal! zu messen. Kr bat niiht aufgehöri. in iTieser |ü(|ischeii Will, die ihm im Grunde eine allumfassende war. das Gestji/ seines Daseins zii Stichen, lud Cohen? Bosenzweig hat in seiner Einleitung zu Coljens Jtiilisuhen Schriften-mit plaslisiber Ansibaiilidikeil den inneren' Weg dieses groÜen jüdischen Denkerk dargestellt, einen Weg. der ihn über alle ..liiimanistisdii' Religion" hinaus zu dem l rquell lebendiger Religiosität geführt hat. Man wird vielleidil ein wenden-, dal! der leidensdiaflliifie Geistcskafnirf luirvor- -ragender Menschet) nicht dem Ganzen des dtMiisdien Juden tuiiis geistige Weite und seelisilie Bewegtheit zu bewahren vermochte. Gerade darin aber liegt die Bedeutung -obher Männer w ie Cohen, Nobel und Bo-enzweig. dal! sie. wohl vertraut mit menschlicher L nzulängliibkeil. den Mut zur nnverkürzten religiösen l'orderung fanden. Angesidi|s. der inneren Zerrissenheit <les jüdischen l.eliens ihrer Zeil haben sie doch nie jenes; Zukunftsbild eines in sich geschlossenen iiuil innerlich lebendigen Judentums aus dein Auge ver ■ loreii. dem ■ Iii-t- Sehnsuchl galt. „Heroisches, Judentum", daist eines von jenen ..Judentümern", welche der Verwirk' lidiung dieser großen jüdischen Sehnsucht. *drr Sehnstii«! nach der jüdischen Kinheit. im Wege stehen. Gew'-iH war S i m s o ii eine machtvolle jüdische (■estalt. aber nicht ihn hat das jüdische Volk zum Träger seines Zukt>nftsglitubens erwiihlt. sondern; Dav id. eleu unliändiaen Willens uieuschen. der sich .dennoch lieugle vor Nathan, dem Propheten. Wir verehren das Ipelioralied als ein Dokuinenl urwüchsiger h.r.ifl und heldisc'hc-.r Gesiunillig. als eine Erinnerung an tlitf Jugendzeit unserer Gemeinschaft, allein, an unserem höchsten f'eiertag lauschen wir der Verkühdün£ von der Barmherzigkeil GOlles.'clie si<h des J iiber ii u buches Ile Kynturjeii erstredkt. \m Neujahrsfest aber beten furcht beugen vcu eine Getwinsdiafl Herzen." W as k ii die1 Kraft el cs l \ ätern rige-n war! die Liturgie des gende Grund un unreu dann in W Kruge nichl macht versiiiniiniii aller gc-n sich sie alle tun mit w ir: ..es im dir alle .Geschöpfe, und bilden, deinen W illen zii n Ii t e. ii W in sein, w etnn e te N s zurückzuerobern Wenn die- Idee des Gottesreiches, Neujahrsfestes beherrscht vc ird. d erer Existenz zu wcjiilen \eruiödil in I.Iii mögen kanzeln s uiis gelänge, welche unseren von .der. ler lia-! Wir ihrheil das atcssinnischc'Volk. Die.bange nach dem Sinti des indischen Schicksals, welche heute fn sichtbare1 Kirche, 'Allein dies i Ö'X-113 D-'O'' "HS I cs a j a s .t lii.Ji: Colt? Mau hört in Judentums viel. ii ii g reden. Es ist von tfen bisher fe k reis '.trrückfinde i zugleich eine neu ■ S i m ii ii w kirnen illier IVrsönlichkc i-t ein vc eiler W e; k e h r . w eldw ul nnallen not. nid l nikehr i-t S, di jüdischer All ff. Jüdisdier W illci will, würde ihre- Lösung linden. Oltltiii.H Ii i m 'II iin Geiste, gleichsam Iiis eine nn heilige1 Rest" ständen vcircla. das l'roliiem. vor welches die ..«er jeradi stellen: erfüllt sich an Hr\t kvhrt um. Jutcobs Betrachter Sinnen mit diesem Werke), {gezwungene Si k ii ii I Ishoff innig Ulis Rni, Won «tarA 'ii insereii lagen innerhalb des deutschen st zu viel von religiöser Erneite- IIns ein I rosl in dieser Zeit, dal! so viede nc StehehdtMl den Weg in cIcmi jüdischen für das deutsche Jiideulum .liegt hierin Aufgabe Mai tiu ßiilxt r und Emst ich inrcir Lösung mit dem vullcur Einsatz it ' und eine' neue- Hoffnung. Allein es von solcher Heimkehr zu jener I uisere l'f oplieien , fordern: Umkehr tut ja I Idol! diesen Heimgeke hrten. der Gnade ünd zugleich auch nach Sache des menschlichen W Niens. *in den -letzten Jahrzehnten in Elcz vorurteilslosen \ erbiindeuheit eine neue-, unkieghufte Zu.- der Enge Jes Israel eine Leistung vollbracht, die jedem ja Ehrfurcht einfloßt. Die schenkt Unserer Jugend ISttsidlfrbett und eine neue J iilischer W i|h' siuln aus

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