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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1934-04-19 · 4 (19.4.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
10 (1934)
Issue
4 (19.4.1934)
Date
1934-04-19
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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—- Seite 4 Gemeindeblatl der Deutsch -Israelitischen Gemeinde .Nummer 4 Judi-nium i-i uiifgcrufcn. möglichst vielen Kindern den Weg -nach Palästina zu ebnen. Der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jiigend-AIijah ist ein Fördererkreis angegliedert, der die guie Sache in Deutschland \e-rtritt. Die Auswanderung junger Menschen ohne ihre Ellern nach Palästina ist bisher in größerem Umfange noch nicht versucht, worden. Ks ergeben sich eine Reihe pädagogischer Probleme, die sorgfaltigst beachtet werden müssen, soll das UCrk gelingen. Für die Auswanderung kommen nur körpe-rliih klüftige und geistig in jeder Richtung gesunde junge Menschen in Frage. Ein schwieriges Menschenkind, das mit ~< itu-r ITmwelt hier in Deutschland schon nicht fertig wird, vermag die Belastungsprobe, ujic die Kingliederiing in ein neues Land darstellt, wohl kaum zu bestehen. F's muH ferner eine innere Vorbereitung auf Palästina und das neue Leben, das das Leben eines einfachen Arbeiters oder Handwerkers seiii wird, geschaffen werden. Nur das Kind wird sich in den Arbeitersiedlungen wohl fühlen, das diese imiere Bereitschaft zur l'mste Illing auf ein einfaches Leben mitbringt. Dem Kinde oder jungen Menschen ferner, der durch Schule und bündische^ a nieinschaftser/ieliung eine gew isse Selbständigkeit erlangt hat. wird die Trennung vom Elternhaus leichter fallen als einem solchen, das noch niemals in einer Kinder¬ oder Jugendgenieinschnft wirklich gelebt hat. Die Kenntnis der hebräischen Sprache, mindestens in ihren Anfangs-, gründeil. erleichtert vdem neu angekommenen Jungen oder Mädchen die Eingliederung ins palästinensische Leben. Das Gefühl der Hilflosigkeit und der Verlassenheit kann sehr Mfcncll bei einem jungen Menschen entstehen, der sich nicht verstanden weil! und diel inwell nur unzureichend versteht. Die klimatischen und sonstigen körperlichen Schwierigskeiten syllen liier nur erwähnt werden. Ks' ist bemerkenswert, dar! diese Schwierigkeiten bei Kindern und Jcigend- Itchi 11 kleiner zu sein pflegen als bei Krwachsencn. Die Kinder- und Jugend-Alijah ist ein Weg zur Behebung ■er Berufs- und Lebensnot unserer jungen Menschen. Kr wird erfolgreich zu gestalten se-in. wenn nur die Geeignetsten diesen schweren; aber schönen Weg gehen und die liiiienheit der ganzen Well, insbesondere aber die deutsche Jiitlenheit daran mithilft, daß dieser Weg für möglichst vjclejunge |üdisch« Menschen aus Deutschland gangbar wird. Personalien und Kleine Mitteilungen \m 22. März st nb nach.langem Siechtum im jugendlichen Aller x^in 2' Jahren der Lehrer an der hebräischen Sprachichule Alter Indman. I nter einer außerordentlich starken Keteiligitiig -einer vielen Schüler und. Schülerinnen, die dem lieWnswcrtcnv* begabten jnugiMi Menschen mit-grohVr Anhänglichkeit zugetan waren. .'Wurde er am folgenden Tage Ulli dem Begräbuisplutzc -der. Gemeinde zur Ic-tzten lluhe geheftet. -. 1 LI f-.r . * | - \.i«h langem cpialvollcn Krankenlager' verschied am 4. d. M. der Hausvater des [l>a»iel-Wormser-llaiises. .Herr Vlberi Hnlhcrstadt. nach einer fast 2>jährigen-.hingebeuden find überaus segensreichen Tätigkeit. Die Beerdigung des Heimgegangenen fand am folgenden Tage auf dem Begräbiiisplatz der Gemeinde unter iroßer Beteiligung Matt. Der Vorstand der Gemeinde har 'durch Herrn Dr. I.oe weither g. da- Itepräscntanteii-Kollesrium durch Herrn II eich, die Synagoge ^le-indanim'. dereji Xerwalt.iing der \ erstorbene i»gehört hatte. «Inzell Herrn J. Sü I? k i n d vertreten.. Ferner Haren die Herren Baldüiljer . Dr. Hölzer und Bani- , Im' i -g e r - W aml-bek. -nu ie eine grolle Anzahl von Beamten und Angestellten der Hamburg Amerika-Linie, tu deren ( bei-ee-lleim der Heimgegangene gleichfalls tätigt gewesen w.ii. anwcscndi Mit Bücksikhtt auf das PeHacMest wurden keim- Trauerreden gehalten, nur Ib'rr C h a s s e 1 .widmete dem tuten Freunde ein kuriz.es Abschiedswort. ' \ . , i *t Dan Mitglied des Kepriiwirtaiiteif-Kcdlegiiiins. Herr \brnliain Heck silier, vollendete am 22. März sein "lt. Lebens- ■ j.diK Daverdienstvolle Wirken des Jubilars als Mitglied «te» \oi-iandede- Synagogen-Verbandes, de.s Bepräscnlanten-Kolegiums' und versebieelencr Knnrmrssiöneii der Gemeinde ist allgemein bekannt, so dal! wir Ulis mit diesem [Hinweis an dieser Stellebegnügen dürfen. Die Verwaltung de-s Erholungsheimes Wilhclminciihülic wählte Fräulein Dr. Tentla ll zur Leiterin ihres Betriebe-. Frl. Dr. Tentmu hat ihr Amt am 2">. März angetreten. \n Stelle des v ei sjoibellen Herrn Jo-ef Suükind ist Herr Oscar Friedländer in die Direktion des Hamhiiigischcii Deutsch-Israelitischen Waisen - Instituts eingetreten: in die- Deputation wurden neu gewählt die Ilerr.-ir' .Nathan Jusler. Jacob Landauer und Max M. Stav euhageii. Demgeinäli bestehen jcitzt die Direktion aus den Herren Max M. Warburg. Jacques Sonneborn. Ernst Kallmes. Kelix Strauh' und Oscar Friedländer, und die Deputation aus den Herren Dr. Bernhard Bleichröder, Carl Ellern, Nathan Jusler. Max Kronheimer, Jacob Landauer. Hans Lehmann, Sami Moos und Max M. Stavenhagen. Die Notstandshilfe ih r Gemeinde konnte dank der aufopfernden und hingebenden Tätigkeit ihrer zahl reichen Mitarbeiter wie im vergangenen Jahre zum Pcfiachfest wieder s»o ("04) ') Familie« und Einzelpersonen mit 9S27 (8334) Pfund Maz/oih und ')(>(> (799) Pfund Mazzothniehl beliefern: Mazzoth und M.izzolIimeliI wurden hierbei zu einem weit verbilligten Preise abgegeben. - Mit rituellen Lebensmitteln und Küchenbedarfsartikeln wurden zum Pellachfest 389 (272) Familien beliefert. Die Notstandshilfe bezog die Lebensmittel und KücheiilHilarfsartikel von neun Einzelhändlern unter bewußtem \erzieht auf den Großeinkauf, wogegen xjie Einzelhändler bei ihrer Preisstellung gleichfalls Knlgegenkommen zeigten. Die Lebensmittel und Kücheiibcdarfsartikel wurden an die Vbnehmer zur Hälftedel.adenpreises abgegeben. Im ganzen wurden verausgabt: i<>s4 (i486) Pfand Zucker^ 590 (363) Pfund Kartoffelmehl 130 (IM) Pakete- Nudeln. "> I4N21 Pfund Salz. 230? (tlxVtl Pakete Gewürze, Yanil linztick er, Backpulver. Puddingspuher. 80 (e>4) Stangen Agar Agar. 217 (|s~t) Pfund Rosinen. 138 (12?) Pfund Mandeln und Haselnüsse-. 300 CiJ<») Pfund Backobst, 223 (fTÖj Pfund KafTi-e«. 114 (") Pfund Kakao und Piulersehokolade. «) (22r Pfund Te-e-, 210 (l(>4l Pakete KalTe etrewürz. 2<> (10) Pfand Blocksehokolaele. 31« -<22n> Pfund Butter; 783 ("O Pfund Pflanzenfett. 214 (1401 \ 'laschen Oel. 210 (164) Dosen Milch. 2()s ir>|) Pfund Kunsthonig. |3> (0) Flascbea Essigessenz, 4ir> (2s>i Pfund Soda. ns(i2l) Flaschen Sidol. Die Abwicklung der Ausgabe dieser großen Mengen erfolgtedank de-r bis ins einzelnste durchgearbeitete Organisation reibungslos und nlniigar zu' lange- Warte-zeit für dieeinzelne« Empfänger. Eine weitere Peitsch-Aktion führte der Synagogen-Verband durch, indem er 183 Familien. Kelche von eleu \\ohlfahrtseinrichtungen der Gemeinde nicht betreul Werden.*ntH Mazzotb, Kleiseh und Wein belieferte. Die Notstandshilfe: ste-llte für diesen /weck l">00 .'/?)/. /Ii(- Gemeinde selbst jweitere >(Ki .7?)/ zur Verfügung: Die in den vorstehenden Zahlen nffenll^ir werdende stärkere Inaiispi iiehiiahmcder PcHach-Aktion gi-geiiüber deil \oijahreu ist nicht allein auf die \\ irlseh. iftskrisis zurückzulühreii. Im Gegenteil hätte* angesichts der Abw-anderuu? einer großen V'nzahl von Familien, die noch im vergangene u Jahre bedacht wurden, mit einer geringeren Inanspruchnahme ge-re-ehiiet werden.können. Ks offenbart sich vielmehr auch in den v oi stellenden /alilen die Stärkung des religiösen Sinnes iM der jüdischen Bevölkerung, «die mehr als bishe r insbesondere das Pe-Haehfest nach alter jüdische-) Tradition in diesem Jahrebegehen wollte-. Ganz besonders wj es elie Jugend.,die von diesem Wunschebt-seell war und elie in Schule und Jiigeudv erbäiiden empfangenen Aiiregunrgen dann weite-r in die- Elternjhäuser getragen hat. /u dem vorstehenden Bericht der Notstandshilfe der Gemeinde tragen wir nach, dal? die Kiaiikeiiliaii.sfürsorne ebenso wie in eleu früheren Jahren die in den staatlichen Krankenhäusern und Staatskraukciiaiista!te:i befindlichen jüdischen Patienten mit Mazzoth und andern rituellen l^bensmitteln versorgt hat. Keiner wurden während der gesamten Peiachtage insgesamt r> jüdische l'ntersiiehnngs- und Strafgefangene dreimal täglich rilue-ll ge.sj>e-is|. Wegen der von den KiiHusverlMinclen veranstalteten Sederabende verweisen wir auf dieberc-its an anderer Stelleerschienenen Berichte. * > <•> \ ') In Klamniern die Zahlen ele-s Voriahre«. ■ ' - . -

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