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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1932-08-29 · 7 (29.8.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
8 (1932)
Issue
7 (29.8.1932)
Date
1932-08-29
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Gemeindeblatt der Deutsch -Israelitischen Gemeinde Nummer? Preußischen und der anderen jüdischen Landesverbände gelungen, das Gut Neuen darf bei Berlin zu übernehmen, auf dem in größerer Zahl jüdische Erwerbslose 'sowohl in Landwirtschaft und Gärtnerei als aiuli in .handwerklichen Xebenbctriehcn beschäftigt Werden können. War dieser Einrichtung schon in wirtschaftlieh grsünderer /.rit eitle besondere Bedeutung beizumessen, da sie unabhängig von den Schwankungen des Arbeitsmarktos einer größeren Zahl langjährig Erw'erbsloser und damit völlig Entwurzelter Gelegenheit zu geregelter Arbeit halte geben können, so ist ihr im gegenwärtigen Augenblick ein ganz besonderer Wert zuzuerkennen. Die zahlreichen! jüdischen Erwerbslosen, die auf absehbare Zeit in den Praduktionsprozell nullt wieder eingereiht werden, können''die entlassenen Jugendlichen, die eben ihre Lehrzeit beendet und keine Möglichkeit haben, neue Arbeitsstellen zu finden, abgebaute altere Angestellte und viele andere Kategorien uielir erwarten. daß.sie ihnen die Mögliehkeit gibt, wieder für einige Zeit zu arbeiten und sich! Arbeitskraft und Arbeitsw illen zu erhalten. " f f" Land werk Neuendorf wurde am 1. Juli mit vorerst 5o—40 Personen eröffnet: 'es istaber geplnnt. diese Zahl bald erheblich zu erhöhen.: um «den jüdischer! Arbeitslosen eine wirklich merkbare Hilfe zu geben. - J. Das (Tfuf liegt in landschaftlich besonders schöner Lage: die Arbeitsmöglichkeiten sind vielseitig und umfangreich. I Merbringnngsmöglichkeitcn angemessen und ausreichend gesichert, die Werkstatten .(Tischlerei. Schlosseri-i. Schuhmacherei.'Stellmacheroi) ohne größeren Kostenaufwand auszubauen und zu erweitern. Die Leitung liegt in besonders qualifizierten Händen: sozialpädagogiseh und auch sonst vorgeschuHe Kräfte Werden (fem Betrieb eine gute pädagogische und soziale. Atmosphäre silbern. Als Rechtsträger hat die Hauntstclle für jüdisch»; Wnnelcrfürsorge die J ü d i s ch e A r b e i t s h i I f e e. V.. (Tharlottenwohin alle Ge- Atlfna nnen ohne Kostenfräge könr n t. v o-r bürg. Kantsti;. 158, ins Leben gerufen, s ii eh e u m Aufnahme zu richten sind, vorherige Anmehlung und Regelung, der neu nicht stattfinden: es.wird daher davor gew solcher Begelung zum Eintritt in die Arbeit zu Erscheine — Den Vorstand bilden die Herren A d I e rl-R u d e I . Berger. Dr. M. K r e u t z b e r g e r. Landgeriejhtsrat Dr. L i 1 i e n t Ii a I. Wilhelm Marcus und B. Wof dn. * Die Sabbath-Korrespondenz. das vom W e I t v tr Ira n (1 f ti r S a b b a t h s ch u t z. herausgegebene Nachrichtenblatt, berichtet über die jüngste Entwicklung des Kampfes um die fünftägige Arbeitswoche, deren allgemeine und grundsätzliche Durchführung die Lage der sabbathfeiernden Erwerbstätigen mit einem Schlage vollkommen umgestalten würde: Immer mehr bricht sich, heifit es in dem Bericht, die Erkenntnis Bahn, daß die furchtbare Arbeitslosigkeit nicht mehr durch dir* bescheidenen Mittel der Arbeitsbeschaffung und des ArbeitscLienstes gelindert werden kann, sondern dal! eine durchgreifende Kürzung der Arbeitszeit erforderlich ist. . um durch Streckung: der vorhandenen Arbeitsmüüliehkeitoti eine größere Anziihl von Arbeitern beschäftigen '.n können. Iii diesem Sinne haben sich in den letzten Monaten die verschiedenstc-n Parlame-nto und Regierungen mit dem Problem der gesetzlichen Arbeitszeitverkürzung beschäftigen miissvrt. Dabei steh e n die Er a g e n d e r 5 t ä g i g e tt V r b e i t s w o ch e und 4 0 - Sit u n el e n w n ch e im Vordergrund. Beide Frage* sind nicht schlechthin identisch, da die \ rbcil^zeitkürzung auch auf dem Wege über die Herabsetzungclrr täglichen Arbeitszeit erfolgen kann. Immerhin werden auch in dem Falle, daß die 40 Wothenstnnden auf 6-Arbeitstage verteilt werden, auf eleu Sonnabend nur wenige Arbeitsstunden gelegt, so daß zumindest der Sonnabend-Nachmittag arbeitsfrei bleibt. Diese Form hat der Gesetzentwurf, den kürzlich in Polen dl-r Minister fnr Arbeit und soziale Fürsorge ausgearbeitet hat. Nach dem Entw ii r f soll die Arbeitszeit 7 Stunden täglich 'und 5 Stunden am Sonnabend betragen. In Deutschland hat der Reichsarbeitsminister .Stegerwald noch kurz vor dem Rücktritt der Regierung Brüning den Entwurf (einer Verordnung iil>er die Einschränkung der Arbeitszeit vorgelegt. "sgruppOn die- .Beschränkung auf 40 Stunden 'wöchentlich Verteilung de r Wochen- Tage gegeben isil Der Ent- Er sieht für bestimmte Bern der regelmäßigen Arbeitszeit vor. wobei die Möglichkeit eitler stunden auf 5 wie auch auf 6 Die Gesellschaft für jüdische Volkskunde beabsichtigt demnächst, in ihr von der Gemeinde c rilgpgenkdmmenderjweise zur Verfügung gestellten Räumen des Hauses Benedtestrafle (> ihre Sammlungen öffentlich auszustellen. Zu 'diesem Zwecke wäre ihr die Zuweisung von Vitrinen oder mit größeren Glastüren versehenen Schränken sehr erwünscht. Etwaige- Mitteilungen."ach Rothenbaumchaussee ">sj oder durch Fernsprecher 44*58 41 erbeten, ^—^————— Wurf ist freilich von gewerkschaftlicher Seite insofern stark kritisiert worden, daß die Beschränkung der 40-Stundenwod}e auf bestimmte Berufsgruppen angesichts der furchtbaren Arbcitslosenkrjse als unverständlich bezeichnet wurde. Die Forderung der Arbeiter geht auf allgemeine und prinzipielle Durchführung der 40-Stlindfcnwoche, n. zw. möglichst in der Form der 5-tägigon Arbeitswoche. In diesem Sinne ist ein Gesetzentwurf interessant, de'r in der französischen Depiitiertenkammer vorgelegt wurde. Hier wird generell bestimmt, daß Arbeiter ohne Rücksicht auf Geschlecht und Alter, die in gewerblichen und hundelsinüßigcn Betrieben. U. zw. öffentlichen wie privaten. Weltlichen wie kirchlichen, erzieherischen wie; w ohlfall rtspflogoriseholl Betrieben beschäftigt sind, njeht länger als 40 Stunden innerhalb einer J-Tagewoche arbeiten sollen. Nur in Berufen, in denen die Natur der Arbeit eine 5-Tagowoeho nicht zuläßt, soll die Verteilung der 40 Stunden über mehr als 5 Tage zugelassen werden. Auch in den Vereinigten -Staaten von Amerika macht die 5-Tngowoehe Fortschritte. Im Repräsentantenhaus wird ein Antrag ernsthaft diskutiert, der die Einführung einer 5-Tagowocho für alle von eler Regierung beschäftigten Arbeitersow ie für alle staatlichen Angestellten vorsieht. In der Erörterung wurde mit Recht hervorgehoben, daß das Beispiel des Staates auf das ganze Land wirken würde. Trotzdem ist die Gegnerschaft gegen die Einführung der ">-Tagewoche noch bedeutend, und die L^nterne-hmer werden nicht müde, vor den angeblichen Gefahren, die von einer gesetzlichen Arbeitszeitverkürzung drohen, zu warnen. Die C'regensätze stießen jüngst auf eler Internationalen Arbcitskonferenz iti G e u f aufeinander. Immerhin wurde mit be- *»- irechtlicher Mehrheit e-ine Entschließung angenommen; in der gefordert wird, daß zur Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichtes die » Arbeitsgelegenheit auf die' größtmöglichste Zahl von Personen verteilt werde, und in der der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes ersucht wird, die Frage der gesetzlichen Einführung eler 40-Stundenwoche zu prüfen. .. Beerdigungen auf dem Friedhofe in Ohlsdorf März 1932 1. Taussig, Manuel. Bremen: 76 J. 2. Wulff, Emmy, Schäferkampsallee 29: 89 J. 7. Friedberg. Julius. Borgfelderstr. 81; 51 J. Gablern. Hersa Haim. Kaufmann. Markt 18; 61 J. 8. Himmrlstern. Joseph. Kaufmann. Htisumcrstr. 16: 74 J. II. Janklowitz'. Hermann. Kaufmann,. Gärtnerslr. 115: 59 J. Weinzweig. Agnes. Schäferkampsallee 29 : 90 J. 15. Carowj, Martha Therese, Kielortallee 17: 58 J., Heymann, Gelle geb. Victor. Langestr. 48; 72 J. 16. Lewy, Aron. Kaufmann, Sedanstr. 25; 71 J. Loebmann, totgeb. Mädchen. Elligcrsweg 24: 17. Scheier. Jakob. Kaufmann, Ilusumerstr. 5; .59 J. 22. Beer. Hanna geb. Hcvniann. Wwe., Altona. Bachstr. 75; ™J- . . Lefebrc. Sara Dorothea, 01>eraltenallee 60 : 92 J. 24. Hirsch. Rebekka geb. Hahn, Riehterstr. 18: 75 J. 25. Hullcnstcin. Theiodor. Budihalter, Stammannstr. 27; ,6'J-, Erics, Sallv. Kaufmann, Malente-Grcnismühlen. Frahmsallee 27; 80 J. f;•' 25. Bähr. Louis. Kaufmann, Borgfelelerstr. 24; 70 J. Rei«. Mathilde; 61 J. . . .1 et ' , 29. 5. Jessurtin. Ernst. Friedrichstr. 60: 65 J. Garcia, Fanny geb. Lipstadt. Wrangelstr. 10; 59 J.

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