Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 7 (29.8.1932)
- Date
- 1932-08-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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GEMEIN BLATT der T)eüisch-Israeliiischen Gemeinde zu Hamburg Das GcmelndebloH erscheint in Abstanden von 5 Wochen und wird den Mitgliedern der Deulsch-Israelltlschen Gemeinde ru Hamburg kostenlos Jugestellt. /Anzeigenpreis 50 Pf. per ogetpallene Nonp.-Zelle t Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Dr. N. M. Nathan, für den Inseratenteil: L. Knudsen. beide In Hamburg. Druck. Verlag und Geschäftsstelle: M.Leamann. ABC-Straae 57. ABC-Hof. / Fernsprecher: Sammelnummer 540737. ' Nummer 7 Hamburg, 19. August 1932 8. Jahrgang Studienrätn Ulli Freimann. Die Bibel und der heutige Mensch Di r heutige Mensch! Wie können Wir sein Wesen «•ifa-- seu? Sprüht der Europäer vom „.Mensduui". so heißt «las fiir Ilm meist der Europäer, ja, vielleicht nur der Westeuropäer. Der Amerikaner europäischer Kultur allerdings wird ein*, beschlössen. Al>er eine weitere Einschränkung hui-der Na-, tiotialismiis des letzten Jahrzehnts gcsdiaffe-nl lVr heutige Mensch. «I 'ti wir kennen, das ist der Westeuropäer deutscher- Prägung, der uilge incincn W.illi-nsriehiung der Nacbkricgszi it. I.nd die deutschen Umgeformt vom Schicksal des* Krieges, gepackt \<>u Juden? Die Mehrheit der deutschen Juden unterscheidet sieh in ihrer geistig-seelischen Haltung kaum noch nun den tischen Naehkriegsiiieiischen; bei allen deutschen Gruppen und Grüppthcn sind datier auch Juden vertreten; eine gemeinsame j tili i sehe Haltung gegenüber den zerslörendeii Einflüssen' 1 Gelgenwart gilt! es nicht: nur ein geringer Bruchteil reagier noch jüdisch auf Schicksal und geistiges Milieu. Diesen deutschen .Such *iiegsinenscheii' li.it ein genialer Künstler in grolfe-r S|thnu und markanter Veq-Dichturtg ge; staltet: J;ikob Wusserin i n ti in seinem „Etzel Andergttst Da e iitste ht ilri heutige Y e-nsdi in einer reichen I alle coli Individualitäten: sie alle tragen das Leben nftscrei Epoche, die „innere Geschichte der Menschheit"' linsen r Zeit. Wassermann wurde ich ah ( lironiscen und als- Kronzeugen des öfteren /jtieren. Aber eine iheore tischeden Memdicn übejrl n t% der Philosophie \ iiliialiiütcu in lypn ordnen Struktur Psydiöl sieh nur «huer fass« Allen von Mensch Künstler und rtdigii sielt jedodi die E p t ti n g s u e r t sie päisdie. M i t t e I a I sten: man denke an Darstellung'kann entweder nur. aupt ,iii erfassen suchen ,— telns ist der oder die Mannigfaltigkeit der Indidas ist der \\ «•; igie. Auf dein ersten Weg erstellt der ..heutige- Meilsen nie, Aber auch auf dein /weiten wird Cl II lassen: denn zu jetler Zeit gibt es alle intypdn, Praktiker und Theoretiker, Sc- Mensdien. Darin u n t c r s dre td e n ichejn von einander, welchen'Gel* Ii typen geben. So stellte das.eiirot|t»r dem religiöse u Typus am höchdie Päpste- und ihre Mud.it; man denke Würdenträger F ran mail W' fr ts ili .1 f 1 B .1 1 (i (i J a I i e 11 Deutschland mit besonder König gc s. Sil (ieu il! zum Dijrfi In n" UBii'. li u s _Sicl ei. der sehaftsfü 11 er. gilt uerden < ie anderen religiös« daran, dal! noch bifi ins 17. Jahrhundert hinein geistliche .reich ■regierten. Heute dagegen beruft sfülircr /11 Ministem. Noch vor intuntik, Biedermeier - - blickte man in wärinerischer \erehrung /um Künstler, er emjior — ..es soll der Sänger mit dem Heute ist das Ideal der Sporisinann sih und Ucbcrmensdicn . diarakijeifstiscfifür unsc-re Zeit, (ölt der Wirt-, ler Sportsmann als,'höchster 1 > p. so I ypen. der Wissenschaftler, di r künsi- •nsth von jenem höchsten Pypus aus beleuchtet und geut.'i (et,; ja, die andern sehen sicfi schließlich selbst mjelii und m Iir in jenem Lieht und verlieren den ihrc-s Selbst. Ihre Leistung für die Geer völlig unterbunden. So erging es im riösen Typ in den letzten'Jalii/t-hiiteii: öffentlichen Leben völlig verdrängt: er unterbewertet. Daher ging sein ganzes dein gegenwärtigen Idenllypus anzutliehcr Erfolg, Besitz wurde auch ihm auch sein Götze, ■1 ststellung. dal! heute der wirtschaftliche Klan, di samtheil ullgemciiien dem r< wii 1 d Streben gleichen: Sellist/u Sicherheit m ird matt aus dem fühlte si<h allgcmci 11 dahin, bh wirtsd <k. w 11 n Aber Iniit der Mi 11 ml Haltung I der W letzten "-' a I 1 e r j der Sporisinann Ridltllhgspunkt für die geistige brzehnt Ii 11 g s t e It geworden sind, treffen wir wohl die 1er noch nicht den Herzptl II k t der u) G e g e 11 w a r t, vor deren Schrecknissen uir erstarren wie cor einem Mediisenhaupt. Was gc ich ich! Iii ben fnneii: i-.l uns jetzt? Aeußerlidi gesehen Können Wirtschaftskrise! I ud die praktischen A iisw i rk 11 liueli jeder so sehr am eigenen Leihe, (hilf jede Schildern erübrigt. Aber das eigentliche >ehre-ekuis. das innere Gesicht dieser, Zeit. Ha« ist das. Was uns <| mit (■lallen erfüllt, und woher isl das entständen? Wirtschaftskrise! WoD sind s|,- nun-, die klugen iioim-n. die liihrer der Industrie, die I lu-on tiker der iialökouomie. die c-itisl meinten., mit ihren Systemen, innigen. Statistikeil den ßcnercii Schlüssel-zuin (du Menschheit, gefunden /u haben? Machtlos stehen, ..Hände haben sie —- und können nicht mehr vorwärt' 1 ülte - und können keinen Schritt mehr gehen'" ■— d allen Seiten guhlil der Abgriiiul. I nd wo sind jhje, du menschen, die klugen Politiker, die meinten, mit 1I1 des Nachbarn ein glückliches Leben für ihr eigen erkaufen /u können? Ec-ine Nel/e sp.innen sie .11 iiiiii sind sin ili. ihren eigenen Xetze.il gefangen: mint i eine hei Mose-.Ye-rw j rrung. Der lilealtvp unserer Zeit schmählich; dds \ertrauen_ zu ihm versiegt mehr uui Der Götze Besitz gerät ins Wanken, ueil »eine Prie W irt-ctiaftsfühier. ohyinächiig" geworden sind. G ci d ä in in e r 11 11 g! I nd das ist es. was uns mit Graue 1 - je nach der Stärke1. 111 tksr auch wir'dcBi: Kult-jenes ( M ifallen sind. Aber nicht jeder gibt sich gleich »,!|(,r j,if. wenn . Er eriniu-rt sich, dali .das Lebe 1 le hat. lim derentw ill. nes sich die ihm in dieser \ 111 r-iuensk 1 is,e können, ihn form 1111 reude seines Daseins kreise iluici(i Besitz verliert. ,a Ii d e r e I n Ii a ■ 11 1111 -1 1 », iiiti.inaaM11 ihn vor Verzweiflung bi \. id LVusfüllUrig ilesJjLehen •, konnte zu leben, und Halt geben (iihl es nicht ein der Mensch mit I au dl ohne-. H 1,1 c k-licti 1 auf' Besitz ' l ud nun gc-scfiieht dem heutigen Menschen das /.'%*l?i t« das f 11 r cti t b a'r e r e 1 neftick : jene anileril Inhalte. I ihalt seelisiii-geistiger' N.iliir.-die ,\ 01; dem Kriege nodi vielfach le bendig wan n., sind zu Schatten gewordfp. So Marie in Wussenirnnlis .Etzel (S. 545) - und, \erfi«[ Boden Hilter den l iilh n. Zerredel sind alle Gefühle. 1 demj 'Mensche n Suiizi und Halt vciiren. Ich /iti' ii ..(.eneratioiisps'v'diose" isi ausgebrochen : sje 'bew ii|k|t Jes llf>i;/t-iis und. eine Ersthütti völlige. Anästhes , h-bensw ictitigs|, i licfien Gesetze (.edanken ii11g 11 Ilten I eil der M iiuk hielten, M oi deii. A Ii a 111I1 vor: „Eigentlich seid ihr Titaden seid ihr nie ver (■iiindgcstulile.'' (Etzel, S. ">14l|.i Di und wärc-iijes .rucfi nur noch zieiitllikh 11 Heiner.' Meuscjfieiipf hellten, die f rill 11 sehen uenjgsieiis vor dem Aeuti s'im „abgestcirbene Begriffe" •'S. "in- Stelle u irlt Marie dein jungen ( nuter Mörder... Utn hocWt •gen. wenn ihr uns'einrede fahrt! sidi da« 111 so hko- Vatio- Ijt rech- 1L der e da.« asten, tili .j 111 IneVi-l- IcKle Volk aber alles •rsagt nu ll r. packl lötzen >c 1 ice n noch- I ihnen stutze ihren. 11 der il!t mpfinnel es rt den e einst eine ..einelug der si it va^e einen teil zu! •IN ge blecht In-Ilde II vcollt. dal! Anstuiu Die Jj«ge jetzige Gesi und Lühriin und Line: überhöhe dncMirose erklärt der h-ciit ..ist verwaist,'.es ele-r Voreeiieratioii Begriffesind. ■ Ar/i KerkhoM ii fehlt ihm weil, w ic »o: d.is lie Sjtiitzung W assi-rnianii durch'den Krie-g dahingemaht tvurdei Mil dieser sagt, diese Begründung sefivint mir abc-r noch längst nicht all We-it wichtiger heranziehen sah Lebiisformcn na Verwaist isf die generutioii kein boten hat. in d können. Ein sblilt /Deutschen in ihrer lliimnnisijius gesdu Iteelll Z. 15. VO« G i(it, da|! ehe- Offnerationen. die den ■li. ihr Möglichstes taten, um die w Ii kräft eu zu heutige Jugend deshalb, weil ihr ützendes tili refiliidiern 11111I zu 1 sich ihre Entwicklung hätte Hans, solefie Lebensform halle 1 klassikerzeit aus Protestantinn Iis und ffeu'. Dieser Nenhuinaiiisiiiiis. [er mit rtrud Bäumer als eine Art Re ligion aufgefaltt wird, bot den Deutscheu der' ^orkriegs hrklurt. •It krieg ebenen rstöre-n. ie' Vorc'lir ge- [ziehen sic-h dieit eh