Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 2 (29.2.1932)
- Date
- 1932-02-29
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Gerne in d e b I a t t de r Deal s c h -1 s r a e 1 i t i s c h e n Gemeinde Nummer 2 des Heimgegangenen sprachen im Namen der Familie Herr Moritz Ritter, für die Henry Jcine^-Loge Herr Felix Lejvy und für den vorgenannten Verein Herr Alexander Levy. Alle "Redner rühmten die edle Persönlichkeit des Toten, seine I rene und'seine Gewissenhaftigkeit, mit der er auch den kleinen Pflichten seiner .Winter gegenüberstand, und ■die Freundschaft die er .allen hielt, die er einmal schätzen gelernt hatte. - 1 Am 5. Februar -larb im 95. Lebensjahre Herr Gottsehulk Friedburg. Der Heimgegangene gehörte einer Familie .tri. die Bereite Jahrhunderte im Gebiete der Drei-Gemeimlen Hamburg. Altona und Wandsbek ansässig ist. und war i'in Nachkomme de« Vorstehers der Wandsbeker Gemein le. Benjamin Wolf Friedburg. dessen rabbinische Gelehrsamkeit berühmt war. Gottschalk Friedburg war zuerst Kattf- mann, trat dann aber in die Dienste des Synagogen-Verbandes und des verewigten Oberrabbiners Hirsch. Frst wahrend der Amtszeit des jetzigen Olierrabbiners trat er in den Ruhestand; Oer. Heimgegangene! erfreute sich bis in «ein hohes Alter eine« ausgezeichneten Gedächtnisses und wußte audem Schatze -einer Erinnerungen interessant und anregend zu erzählen, so z. B. von dem Hamburger Bürgerihilitär, bei dem er noch gedient hatte und zu dessen ältesten Veteranen er zweifellos gehörte. Auch an die Bestattulng des Chadham- Bernays wußte'er sieh noch lebhaft 'zu erinnern. Im Alter von *-s Jahren feierte er mit seiner Gattin Johanna geb. Rosenbaurrt das seltene Fest fler Diamantenen Hochzeit und am 15.;September 1929 die VcUlendohg seines 90. Lebensjahres, hochgeehrt von vielen Freunden und Verehrern, die .eir im Lanfe seines langen l.eben- -ich erworben hatte. Am Sonntag, dem 7. Februar, geleitete ihn eine grofie Schar von Kindern, Enkeln ujnd l renkein und Mitgliedern der Beerdigungsbrüderschift. <leren an Jahren ältestes Mitglied er war und angehört hatte, (cur letzten Ruhe. *. t* 4t der er 52 Jahr« Das Repräsentanten-Kollegium hat Herrn Berl Weissberg zum Mitgliede des Vorstandes der Gemeinde und Herrn Rechtsanwalt Dr. Rudolph Magnus zum Mitgliede des Vorstandes (jles Mädchenwaisenhauses Paulinenstift gewählt. . Der Bürger\erein vor dem Damintor von 1848 ernannte Mitte Januar einstimmig Rechtsanwalt Dr. Julius Goldfeld, der dem Biirgerverein seit 40 Jahren angehört und in ihm wertvolle Arbeit geleistet hat. zum Ehrenmitglied. Dr. Gar! A 1 b r e ch t beglückw ünschte ihn auch zum 5()jäflrigen Doktorjubiliium. das er kurz zijtvor beging, und dessen auch .Bürgermeister Dr. Peter se'n im Namen der Jus izverwaltung mit einem Schreiben gedachte, worin er (lie grollen Verdienste Dr. Goldfelds um die hamburgishe Rechtspflege dankbar anerkannte. x * . * pyofeisoi John Philipp, der zurzeit in Rom weilt, hat soeben ein größeres Porträt von.M ussoli n i vollendet. Das Bild.ist für die Internationale- Kunstausstellung in Ve ledig bestimmt. — VrJn John Philipp befindet sich ein Bild les Papstes in der Gemäldegalerie des Vatikans. Kleine Mitteilungen Des Volkstrauertages wurde inderGemeindesynagoge Bornplatz durch Oberrabbiner Dr. Spitzer, im Tempel durch Rabbiner Dr. Italiener, in der Neuen Dammtor-Synagoge durch Rabbiner Dr. Holzer in würdiger Weise am Sabbath vorher gedacht. Am Volkstrauertage selbst fand auf dem Ehrenfriedhof der Gemeinde eine schlichte Gedenkfeier statt, die der .Vaterländische Bund jüdischer Frontsoldaten veranstaltete. Für die Gemeindebehörden waren anwesend die Herren Offen bürg, Dr Fränkel und Dr. Wohlgemuth. Die Ansprache hielt der Veteran des Bundes Herr Steinberg. Das Delesierten-Kollegium des Synagogen-Verbandes hielt am 24. d. M. eine Sitzung ab, die vornehmlich der Beratung de« Haushaltungsplanes gewidmet war. In eingehender sachlicher Beratung, die (von seltener Einmütigkeitbeider Parteien des Kollegium» getragen war. wurde der Haushaltsplan erledigt: das Kollegium bewilligte dem Vor- 'stanqe aber mit (Rücksicht auf die Zeitlage zunächst nur die ■! .! . i Ausgaben für da« erste Halbjahr 1932. Ein Antrag W a r i s ch wurde in der Form zum Beschluß erhoben, daß eine Mitgliederversammlung des Verbandes stattfinden soll, bevor die zweite Lesung der neuen Satzungen des Verbandes erledigt wird. Die Beratung dieser neuen Satzungen selbst erfolgt in geheimer Sitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung erfuhr man .ms einer Mitteilung des Vorstandes, daß zwischen dem Verbände und der Nadibargemeinde Altona noch immer Differenzen bestehen, deren Beseitigung im Interesse des, Friedens, der beiderseitigen Oberrabbinate und des jüdischen Ansehens überhaupt wünschenswert wäre. Die Mitarbeiter der Jüdischen Mittelstandshilfe stehen auf Wunsch jedem mit Rat zur-Seite: vorherige tclephonische Vereinbarung des Besuches ist erwünscht. Mitarbeiter der Jüdischen Mittelstaildshilfe sind die Herren Alfred Levy. i. Fa. Krönke & Levy, Ferdinalulstraße 29, 32+0 6": Rothenbaum-Chaussee 10, Nordsee 872. — John W igde r ö w i t 5 ch ", i. Fa. Joseph J. Michael, Graskeller 3. 36 6143: Zesenstr. 13, 52 62 77. — Josef Aron, Grindelallee 166, Hansa S6I. — Rudolf Ascher, i. Fa.' August Ascher Sohn. Neuerwall 70/4, 35 28 51; Winterhuderquai 15, 52 69 42. — Salo Back, Deichstr. 38, Nordsee 4S29: BeneckestE 22, Nordsee 4829. — Dr. H. B o h nV, Grindelallee 126, Nordsee 116. — Bernhard Heinemann. Weideriallee 40. Nordsee 2852. — Otto Joshua, i. F'a. Joshua Gebrüder, Kaufmannsha'us '/.. 252,' 34 34 93: Klosterallee 23. Alster 3220. — Leo Katzenstein, i. ru. Ackermann & Wulff Nachf., Deichstr. 48/50, 56 29 51; flsestr. 61.. 35 5i 19. — Dr. Hans L e v i e n , Bergstr. 16, 53 29 74; Klosterallee 31, Alster 5733. — Dr. Gustav Le v i e n ', Hohe Bleichen Nr. 20, 54 27 21; Hochallee 29/51, Hansa 5799. — Paul Mark, i. Fa. Heine & Fleischmann. Altona. Badistr. 40,142 85 01/2: Eppeudorferweg 183, 53 04 29. — Dr. N. M. Nathan. Rothenbaura-Chaussee 38, Hansa 56S4:JWerderstr. 16, Alster 6545 — Raphael P I a u t. Papendamm 3, Hansa 3221 — Ernst Leop. Wolf, i. Fa. Rosenbaum & Wolf Spitalerstraße 11, 33 17 21: Heilwigstr. 89, 52 32 67 — und die Damen Bertha Alexander, Sdilüterstr. 63. Hansa 8137 — Anni Bauer, Centrai-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Graskeller 3, 36 07 41; Lenhartzstr. 7, 55 22 49 Marv Fink. Hochallee 114. 52 40 68 — Else Hamlet, Schlüterstr. 26. Elbe 6408 — Kränze Jaffe. Ohlsdorf, Fuhlsbüttelerstr. 677, 59 02 12 — Anna Lew, Barmbeckerstr. 127. 52 29 26 — Recha L ü b k e, Isestr. 21. Nordsee 3289 — Minna Magnus, Heimhuderstr. 64, Nordsee 2899 — Lissie Mainz, Heimhuderstr. 16, Nordsee 3659 N. 1 -t- Johanna Marcus, Bismarckstr.' 108, Nordsee 1277 — Cücilie P e I s , Bismarckstr. 90. Nordsee 1657. Der Israelitische S t e I I e n v e r m i 11 1 u n g s v e r e i u , die jüdische Beruf s b e r a t u n g s s't eile, die drei Hamburger Logen LT. O. B. B. und das Jugendamt der Gemeinde veranstalteten am 23. Januar gemeinsam einen Vortragsabend unter Leitung von Herrn Dr. Jacob Goldb e r g. In seinen Begrüßungsworten wies dieser auf die Schwierigkeiten der wirtschaftlichen Eage hin, die sich besonders auf dem jüdisdien Arbeitsmarkte und hier wieder vornehmlidi innerhalb des Kreises der jüdischen Arbeitnehmerschaft auswirken, welche den Sabbath streng beachtet. Der Redner des Abends. Oberrabbiner Dr. Ca r leib a dl-.Altona, der sich das Thema Religion und Wirtschaft gestellt hatte, lehnte es zunächst ab, Wesentlidies zur Lösung der Probleme zu sagen, die Herr Dr. Goldberg angedeutet hatte. Er führte vielmehr seine Zuhörer mitten in den Kampf hinein, in dem Religion und Wirtschaft miteinander stehen, und in den Gegiensatz, den die beiden Begriffe heute für den Menschen bedeuten. Heute: denn der Kampf zwischen ihnen und die Gegensätzlichkeit der beiden Begriffe seien nicht unbedingt und immer notwendig und nicht selbstverständlich. Für den religiösen Menschen, fürden es überzeitliche Werte gebe und der verzichten könne und verzichte, sei die Religion das Bestimmende, dem sich die Ansprüche der Wirtsdiaft unterordnen, wie alles individualistisdie Streben sich unterordne und zurücktrete hinter dem Gedanken an die Gesamtheit und die Gemeinschaft. Der Redner kam zum Schluß wieder zurück auf seine einleitende Bemerkung, daß er zur Lösung der gegenwärtigen Krise nichts beitragen könne, rief aber unter ergreifendem Hinw eis auf die glücklidie. Rettung der verschütteten Bergleute, von der die Kunde wenige Tasc zuvor durch die