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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1932-02-29 · 2 (29.2.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
8 (1932)
Issue
2 (29.2.1932)
Date
1932-02-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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rss-feS- \ —zu Ce: der Deütsch-Israclifischcn Gemeinde zu Hamburg TR Das Gemelndeblatl erscheint In Abständen von 5 Wochen und wird den Mitgliedern der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg kostenlos sugestellt. / Anzeidenprel« 5 0 Pf. per 0 gespaltene Nonp.-Zeile / Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Dr. N. M. Nat han. fflr den Inseratenteil: L. Knudsen. beide In Hamburg. Druck. Verlag und Geschäftsslelle: M. Leamann. AliC Slraae 57. ADC Hof. / Fernsprecher: Sammelnummer M0737. Nummer Z Hamburg, 29. Februar 1932 8. Jahrgang Zum 100. Todestage Wolf Heidenheims. Von Ni M. Nathan. Wolf H e i (I c n h e i in ist den Aelteren der heute' Lebenden kein Unbekannter; mancher, vefn denen, die hier «einen Namen lesen, erinnert sich ge« ifl nodi mit der Wehmut, mit der man auch an unbedeutenden Erinnerungen der Kindheit hangt, des schönen gesdinörkelten Nämcnszuges, der da frijher das Titelblatt des Hödelheimer Siddurs , sdimückte. Für die Zwecke der nachstellenden Zeilen genügt es zu bemeijken. dufi Benjamin Wolf lleidenheini I7">7 1832, so genannt nach seinem Geburtsorte lleidenheini in Mittelfranken, nidit nur Begründer einer hebrüischen Druckerei in Rödelheim war. aus der zahlreiche Auflagen de« täglichen Gebetbudies und der Festtagsmadisorim hervorgingen, sondern auch ein großer jüdischer Gelehrter. Kr, starb am 23. Februar! 1S32 — und anläßlich der hundertsten \\ iederkehr seines iTodestages sei hier seine Auskunft über Isaak B e r n a y s veröffentlidit, durch die Ileidenheim in direkte Beziehung zur Hamburger Gemeinde getreten ist. Wer Isaak Bernays war. braudit in Hamburg nicht gesagt zu werden, lebt dodi der Chadiam noch im Gedächtnis unserer Gemeinde fort. Alf» den Darstellungen des verstorbenen Direktors der Talmud Tora Realschule Dr. G o 1 d s di ni i d t in seiner Geschidite dieser Schule und des Rabbiners Fduurd D u ck e s z. im 5. Bande des Jahrbuches der Jüdisch-1 iterurhschen Gesellschaft, 8. 297 ff., ist bekannt.1 daß seiner Berufung nach Hamburg Erkundigungen über ilui/ voraufgingen; von den Auskünften, die über Bemays erteilt wurden, bringt Ducken, die.seines I^ehrers R. Abraham Bing in Würzburg im Auszuge, die des Professors von Kalb in M|i nchen.ini Wortlaut /um Abdruck. Unbekannt; war aber bisher eine Auskunft, die Ileidenheim über Bernays erteilt hat. u. /. in einem Schreiben aus Rödelheim vom 29. April 1821 an einen nidit genannten Adressaten, Man kann vermuten, daß den Adressat Gabriel Riessera Vater Lazarus J. R iesse r gewesen ist, an den ja auch das Schreiben Von.Kalbs vom I. Juli 1S2I gerichtet ist und tler persönlich mit .Bernays in M a i n z. über «eine Berufung nach Hamburg verhandelt hat. < u Heidenhejims ISdireibcn ist im Original nicht erhalten:; die hiesige Gesellschaft für Jüdische Volkskunde hesitzFeine Kopie, auf cjie M. G r u n w n I d in Heft 22 der Mitteilungen der Gesellschaft (S. 52) hingewiesen hat. Daß es .sich um' eine Kopie handelt, geht hinreichend aus einigen Sdireibfehlern heryor, die auf mangelnde« Verständnis des Abschreibers zurückzuführen sind: audi die wohlbekannte eingangs erwähnte Unterschrift Heidenheims fehlt. . Diesen Brief bringen wir hier zum Abdruck. Kr beweist, daß Ileidenheim, der um 34 Jahre Aeltere den damals 30 jähr igen Bernays gut gekannt und richtig eingeschätzt und beurteilt hat. Nur zwei Punkte seien hier hervorgehoben. Ileidenheim rühmt Bernays Bescheidenheit: ebenso nennt ihn von Kalb ..still und anspruchslos wie der Weise". Ferner rühmt Ileidenheim an Bernays seine hebräischen und exegetischen Kenntnisse sowie seine Beherrschung der talmudischen Literatur: er nimmt damit nur vorweg, was 1S4'> nach seinem Tode Moses M e n de hon im Orient (s. D u ck e s / S. 305 f.) von ihm gesugt hat. Ganz auffallend ist in dem Schreiben Heidenheims die fast divinatorisdie Bezeichnung Bernays' als rj'tpin DDfit hat er doch den Rabbiner-Titel zeitlebens abgelehnt und sidi den geistlichen Beamten der Deutsdi-lsraelitieidien Gemeinde bzw. Chadiam genannt. In der nachfolgenden Wiedergabe des Schreibens ist auf die Beibehaltung der hebräischen Schriftzeidien für den deutschen Text verzichtet: einige sprachlidieu Ungenauigkeiten soWie Mängel de* «Interpunktion. Kopisten Zuzuschreiben sind, jsind berichtigt. die wir! ,T3 Rödelheim, den 2'). April 1 dejii |s_>l. Schilderung der mi «ehr zerrütteten: Mi t reich, 'liehen ligion, heisein e.r die n und eiBenehäng s.dlte. dieses muH ge- Mein würdigster und'hodist?esdiatzte'r Freüud.: fhr Schätzbares vom '6. d. .\L. so herzlich iilgei hat inich tief gerührt, und die Lage .unserer .heiligen, .jetzt sti wozu Vlbsi ihre. Verfechtet aus froinineni. aber unüberlegtem, und wnw übertriebenem Fifer sjn \ ieles beitragen, hjt mich zu, Tränen bew egt. Ihr mächtiges Sire'ben.' I i eiind. Lehel /'i begegnen, ist stark, erhaben und groll, al An/ahl \on Männern Ihresgleidien ist leider zu kle zu schw ach, einen'mächtigen Damm gegen solch einen den Strom aufzurichten, wenn jnidtt die gütige V{ir durch \\ iinde.rtaten und sichtharUdi mitwirk niK^sa irm nnxa pxa i:nx2 nvar)- Ja schellen und wird .geschehen ""lEMa-i OK nK133n »yrt D'p7>') *U nvna inav bxiy mt di 71 oix: 'isSn n"?kn G'-rirr :owi bo VKp Sie beschwören mich. Ihnen einen treiien Bericht iii>er die Kennt11ie.se und den Charakter uhsejreS nunmehrigen gemeinschaftlichen Freundes R. Izik 1 B e r 11 a y s 'vg zu gel>en. r reund, VwvV jvVPft Sita*)« um'yirteh«I»riiays beurteilen zu költnen, muß man selbst ein Beruavs sein. Meine geringe '•Filisicht und meine wenigen Kenntnisse reichen Lyme' nicht dahin, ihn messen zu können. F.rj stellt hoch über unsern DS ^yn»»> 31133C mnn TIC 'O-n')- hoch über unsern D^ISTl JUMna D^Ol^'B ) "nd hoch über unsern Philologen und Altertumsforschern. Mit Recht verdient er den Namen: Oranna >3n wvi nasna w irrtno, vc nnor ]to a-'vin wn6) Spricht man 11JH ihm D'mnDn 'CITSai ju^n naDna:) so glaubt man, den Ihn Esra7i sprechen,zu hören. Ist die Rede 'von nEJDi kibo -na1?™ nwrf) so spricht der leibhaftige naa"f) aus ihm, und. Pinto in der ,\\ eltweisheit. Dieses ist mein Urteil über seine Kenntnifse: sein Charakter ist fromm, edel und bescheiden. Fr fühlt zwar seine Kräfte, ist aber zu bescheiden, um sie den Schwächeren fühlen zu. lassen. Fii.e Anstellung irgend als nilOl 31'^) behagt ihm iiidi-t. weil er durchaus von keinem Sip")'abhängen"'inag. Daher hat er auch scholl so manche angebotene bedeutende Stelle äbge-' [rehht. Sollte er sidi entsdiließeu — woran ich aber eehr zweifle — unter irgendeiner Form das Steuerruder Ihrer n^np") /" führen, so können sidi beide Parteien Glück 'I Aher wir hiiden ja seit dem Tiitra unseres Auwußes^aus Aejrjpt^X; immer Wundertaten ecweheti. Vgl.' Micha 7. 15. \ '.- JT [ ') Damit xieh''die Vcrheillunir Jeremia .11. H erfülle: Xur wenn diene Satzuncren keinen Restand vor mir liahen. spric-ltt (Jott. nur dann wird auch die 'Nachkommenschaft Israel« aufhören, alle Taste vor mir ein Volk zu sein. _ st Da stellst du eine schwere Frace. L'. Kein. J. in. . . 4) In der ■chrlftllehen und mündlichen Lehre bewanderten Weisen. sl Philosophen in weltlichem Wissen. "I Ktwa: Xlchrer der Weisen (Jes: i, .Ii; denn weise werden sie alle. wo er den Mund' auftut, um *?*itlliche 'oder wellliche Weisheit zu lehren. Chairifea, 14 a.;l Von der hebräischen Sprachlehre und der Erklärung der Hetllfeen Schrift. a) Ahraham ihn Esra, IHM-1107: liervorrnjtcnder Bihelexecet in . SiHinien. ") Dein gesamten tnlmudisehen S-Isrifttum. •) Maitnonidcs IMSr-^ISM; der hedeiitendste jtidische Gelehrte exilischcn .ludentums. '"I Itahliiner. . 11) Vorstand. "I. '" '■) Gemeinde. .} I .1.-

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