Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 11 (11.12.1931)
- Date
- 1931-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer II die bürgerliche Kuianzipation. deren du dich erfreust, die die Gemeinden dir erkämpft halten, für die Acht im?, die du genießt, die die Gesamtheit aller jüdischen kulturellen Persönlichkeiten dir errungen hat. dann erkenne die'P f I i c Ii t deiner G e m c i n d e /. u g oll ö V i g k e i t. dann opfere auch du willig auf dem Altar der Liebe und Gerechtigkeit und Geistigkeit des Judentums, dann diene der jüdischen Ge-amtlieit als treue» Glied mit allem, was du liist. Schande aber, ewige Schande deinem' Materialismus, der schnöden Gesinnung der Steuerflucht* des Austritts aus der Gemeinde! Das Wjirt eine> der größte« Juden der letzten Vergungenlieit. des Philosophen II e r m a n n C o h e n . de» Begründerder Neukantianischen Schule in Marburg, schreiben wir diesen Fahnenflüchtigen ins Stammbuch: Die \ je r a n t w o r t 1 i e h k e i t für das kulturrecht der Religion i-t dem Juden abhanden gekommen, der sj(h die Freiheil Herausnimmt, aas der Gemeinde auszutreten, welche die Ichendige, die einzige Einheit der jüdischen Religion ist. die hinwirderum eines <ler wichtigsten Medien -eines eigenen soziologischen Daseins bildet, t nd zu dieser Freiheit erniedrigt er sich in einer Zeit, in der seinen Milieu- . genossen der Verdacht ,entgegengeschleudert und zur KnlschllldigllBg jener ...Schmach des Jahrhunderts" verwendet wird: (fall die Juden in ihrem Materialismus j:i überhaupt keine Religion hätten und daß ihr religieise-s Scheinleben um die Maske für ihren \ iiikerbetrnir sei. In einer Zeit solche! geistigen, solcher sittlichen Verwilderung kann e- Juden neben, die es über »ich bringen, die Gemeinde zu v erlassen, die sedchen Ausbrüchen des Zeitgeistes standhalten, die zudem an unserer großen Zeitenwende siih aiil noch kaum geahnte gewaltige Aufgaben rüsten muß. die-ihr be\orstehen. die sie in die 'Hoheit ihrer Pflichten wird eingliedert! tnüsven. 'i Bis hierhin haben wir nur die Austritte aus den Gemeinden geiRejln «edlen, deren Motiv nicht im Ideal liegt. Wir können aber die » c h-w c r e V e r ä nt« ort u n g auch derer, die aus' rejigi.öson Motiven .einer Finheitsgemeinde den Rücken wenden. ijhne in aller Öffentlichkeit iiiit genau derselben Steuerleistting einer anderen Gemeinde »Hb anzuschließen, nicht stillschvieigend übergehen. ■ Gew iß ist ihr Motiv reiner und edler, aber sie bereiten denen den Wegrand den Yorwiand. die aus geddlichen Gründeu ihre [jüdische l rpflicht ablehnen. „Halte dich fern von dem Häßlichen und von dem. was ihm ähnlich sieht", sagt ein TaliHiiflvvort. das jedem zur Pllicht macht, seine II rti Illings- Weise auch da rauf hin zu prüfen, wie sie von andern. iimerlich Fernstehenden, gewertet \rire!. Ks muß natürlich merkwürdig berührt ii. wenn z. Ii. Laien für sjth dort religiöse- Gründe geltend machen, die sämtliche- Rabbuie-n einer Gemeinde aN Für' sich bestehend iiicht anerkennen. Theoretisch begehen t-ie denselben Fahler wie jene, die'für sich persönlich den Kultus und je le religiöse Betätigung der Gemeinden ablehnen. Bei le be lenken nicht, daß die Gemeinden in einer Zwangslage sich befinden, daß ihre Beschlüsse nicht aus den Launen einzelner erwachsen:.sondern ins lerGesjnitkon»titntif)n der Gemeinden sicfi ergeben^ an die \c;ii allen Seiten Forcierungen gestellt werden, daß die Gemeinden heute iiicht mehr die äußere Macht haben, auch Widerstrebende zu zwingen. Ks kann in iinse'rei lieiitigeli Lage kein ab»« hiter Maßstab iin die Gemeinden angelegt werden. Auch Ii i ff r gilt allein 'I e r Gesichtspunkt, ob nicht Mi i da« große Gan.ze die Leistung der Gemeinden 11 n e ii t b e Ii r I i e h i-t. - Gilt dieser Gesichtspunkt. -<• Caan der einzelne nicht i n ci er Willkür seines Heizenhandeln, sonst iäuft er Gefahr, ein Genüsse cle-- it-nigch. der ethisch sehlecht handelt, zu werden. Jüdi-che Schriften. J. Bd.. S. IV». II e r in a u u ( o Ii e Sitzung des Repräsentanten-Kollegiums M It t w o ch . de .*>. November IÜ^4. Anwe-t^nd elie Damen und Herren L f v v . stellv7-iiretender Vorsitzender. Bauer. C uro. Dr. Frankel. Hei n-e ni a n n . Hör o w i t z .- I ~_a a e s e n . Dr. K a I in u ». kiirct/. Dr. Li» e w e ii b e r g . Dr. Mover. Dr. M e v e r - Wedein. Dr. P inner. Dr. P laut. Re i ch. S t o p pe I - mann.'Dr. I rias.'Dr. W <> h I g e m u 1 Ii. Für den Vorstand ele-r Geineiilde die Herren lle-inHch l.rvv. Dr. Sa m -oii. Philipp. Kugel. () f I e u Ii u ig . Di. N a t Ii a B. j I Ii t s ch Ii I d i gl die Hei reo: N :i t Ii a n . PI.' i n e. I. Der stellvertretende Vorsitzende begrüßt den in da- Kollegium an Stelle cjes Herrn -1.isser eingetretenen Herrn K o r e t z. Herr Koretz habe sich bereits auf verschiedenen Gebieten eles Hamburger jüdischen Lebens mit Krlölg betätigt; hoffentlich 'würde seine- Tätigkeit im Be-prä-ent uiteii- Kollegium der Gemeindezum Segen gereichen. Auf Anregung der Herren/Dr. Plaut ^iintl Dr. I riawird beschlossen, daß da- Protokoll der Sitzungen des Kollegiums vor Keiner Veröffentlichung bzw. vor \ e-rolTe-nt lieh nie: eines Berichtes über die- Sitzungen im (■einc-jiidebl itl den Mitgliedern ele-s Kollegiums zugestellt wc-rdejn solle, und daß eals genehmigt zu betrachten ist. falls die Mitglieder des Kollegiums nicht binnen drei Tagen I in-pnich erheben oder Berichtigungen ein-endeii. , J. Wahl eine-s Vorsitzenden an Stelle' des ausgeschiedenen Herrn Lfciser. Herr [llorowitz gib! lür sich und -eine- Kreiinde die Krkläiuiig ab. daß -ie augrundsätzlichen Lrwäganigcn -ich an der Wahl nicht beteiligen werden. In per Zettetwahl wirdsHerr Dr. Frankel mit Li Stimmen zum Vorsitzenden gewählt. I Zettel lautet auf den Namen Di. I.oewenberg. 4' Zettcd sin:l,.|inbe>chi ieben. Dr. Krankel : Ks entMMacht der Gepflogenheit - die- Mehrheit des kolle-- ^iiinis hat sieh soeben /u ihr bekannt dal?, die stärkste Pärtei den \ orsitzonde-n stellt. Ich nehme die Wahl an und will versuchen, dem Beispiel meines Vorgängers ZU folgen, die Geschäfte des kolle-giiim» idfjcktiv zu rühre n. . »eine- Beeiltezu wahren und das vorbildlich gute \ e-i liällnis des Kollegiums zum: Vorstunde der Gemeinde zu pflegen. Ich hoffe, daß der Vorstund wie bisher bei wjehtigen Bcr Illingen den Vorsitzenden bzw. das Büro des kolle:.riuiuher tnzielien l s s c r iiiiI seine I wird. Da- Ausscheiden des Herrn I. setzung durch mich fallen in einebesonders schwierige /e-il: e-s wird uns gelingen, ihre- Schwierigkeiten izn meistern, wenn wir Uli» mit ()pl imi-iniis. der einegute jüdi-che Ligk-nschaft i-t. an unsere- Arbeit begehen, Ich holfef. daß es Inn möglich sc-in vvird. die Geschäfte de*s Kollegiums got und gedeihlich zu fühlen. Dr. Frankel übernimmt den Vorsitz. Ke v \ dankt dein Vorsitzenden für die Annehme dei Wahl-und die Mühe- und Verantwortung, die er damit unl sich nehme. Seine Wahl sei c-ine erneute Bestätigung Iin die traditionelle paritätische Verteilung der. Aemtett de - e-t sten und zweiten \ oi-it/eiiden des kollegiams dlif die liberalct und konservatiae Biejitiing der (iemejnde. Di Pinne*: Mit Rücksicht aul die- Frkläiung de- Herrn Dr. Kränket hüben wir] noch zu erkkiren. d iß wir den Liberalem als der stärksten Par|e-i 'den VorsjtZ iin Kedlegiuni durchaus z.uerkenneB. I n-e ie Nichtheteiligung an der Wahl de-, ersten Vorsitzenden i-t ge-r ididamit begründet, daß in den letzten zwei Jahren da- Prinzip der Bürobesetzung nach i erletzt, um - können wii eren l irgunsfen ie- I lernt I ev \ der Stärke'' der I'arteiejn zu im den ist. Den .1 ii-liihi ungennicht zustimmen. | Jnfoler de-- Vnvscheiclens. der' Dr. Marx audem Kollegium, sowie zichtes de-- Herrn Horowfitz werden inissionssitze neu liesetzt: SteueraiisschuR erren I. ml Gin - - e i ..... id de-- \ ei folgende k.....? Dr. |F'r ä II k e. I . \ erhandluiigen mit dem Sv na-ogc-uv ei band Dr. Ii " r ii n k e- I . I laiishahsaiisschiiß Di. Pi.nTner. Bildiiiig^tUschiift Dr. k a I m ii s . Gemeindehaus John-allie- "54 H'oii|w ilz. I)i. P 1 a ii 1 . Sozialpoliti-ehe-i \ii--ehnl! Dr. P i Ii II elri i. Aul rag de - \ or-t indc-s der Gemeinde betrel We isung von T^IM» 'JtU an die dem \ oi-chuß-ln- ^liederte Darlehnskassi-. It e i eil In-iii-tan lel : tritt lür den Ausbin dc|i Inklive- Arbeit fördere, im Höhe des Bc-tragos im kas«e-. welche die pro: sprechenden Abbau de den Antrag, weil mit schallen wurde. K iintejr Betonung der Dringlichkeit der Sache Slop p c-1 in a Ii n . II übrigen dein Gruiidsri r W oldf iln l-ai beit c de-'r Suninied en Antra V Oll de n i Lebe-rtitul angeie gOrine«' Darle-luieinen c-ntni. Fjist gegen "(MI ./?/( nichts :e- \ oiskn des treten •in I e i n e m a u n und' I. c v . danken des I lerrn I! e i d Vushaii der Darh-hiiskjasse der Verarnillilg vinbe.ugen so Von *\ orstandsseitewird darauf hingew ic-ei bereits einen Betrag von iotMM) •rwii-sen erhalten habe. Her Antrag a a es e u. . der im . daß dei 'f dau LKe I >ajriehuskass< von der Gemeinde übe lc-s \ or-talide-s w ird Vliregung de- Herrn I aiisziisprc-chen. daß au ingeiiommeu unter Weile e t y. der Darlehnskasse d Ret Heine m a u n um rgalie der fü Wun-c s a a e s.e