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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1931-10-02 · 9 (2.10.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
7 (1931)
Issue
9 (2.10.1931)
Date
1931-10-02
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 Die Wanderausstellung „Kult und Form" die (am wcrl cn. unde i f Ii r Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 9 icreits in mehreren deutschen Städten grollen Beifall fst augenblicklich in dein Gebäude des Kunstvereins in dir Neuen Rabenstraße zu sehen. Die hochinteressant» Schaft umlaßt alle in den letzten Jahren erfolgten Bemühungen um Neugestaltung der Kuhhäuten und kultischen Gehi Jü CVi! »Yaulchsgegcnständc. Sie einhält auch eine Abteilung i s ili e r Ruit bau. die im Parterreraum nehen den gelischcni und katholischem Kultschaffen Zugewandten Best nebungen Platz gefunden bat. Die Abteilung umfaßt Abb ingen einer Reihe vun Ktihzw ecken gewidmeten Baudie in den letzten jähren entstanden »iyd. unter in die Halle de» neuen jiid»idien Friedhofs in Franka. M.. die miii dem Architekten Regierungsbaumeister N ,r t Ii a n geschaffen wurde, einen SynagogeneritWurf, der niT der"jur\freien Knii»t»ehau l')JT in Berlin zu sehen war. einen kleineren Betrapm von dem Architekten llarr\ » e n t Ii a I - Berlin. Eine größere Anzahl Bilder sind dem Innern und Äußern sowie dfjr baulichen Anlage des hiesigen neuen Tempel» gewidmet. All diesen Kuhhäuten gemeinsam ie Abkehr vom Dekorativen und die Hervorkel: rung des idliehen, monumentalen und wuchtigen Stils. Sehr instruktiv i»t eine kleine Ausstellung Modernen igerüte». W olpe.rf-«"rankfurt a. M. stellt zwei ernc Gläser in stilisierter Birnenform ans: daf eine ist yidduschbecher mit dem gesamten Text des Freidagabend- I[|ii»di.gehetessbe»diriftet. da» andere trägt als Sejirift den Seg?rtssprndi iiher den Wein. Originell sind zwei vom eben Aussteller herrühfenclX Sabbathleuchter pus Glas Metalleinlage, ebenso ein fliuiiuknleuchter inl modern-. Ausführung. Professor A d 1 e r - Hamburg zejigt einen /ot-Telfer in moderner keramischer Ausführung mit Inschrift: trjr xsrt^ X.t* W o l p e r t - Frankfurt a. M. gläserne Sederschüssell mit Behiiltern für die Bedarfsnstünde iles Sedei-abends. Mir jam R ö s e n t lila 1 - Köln eine Rerlie origineller Glasarbeiten ausgestellt, unter leren, kleinere Bedier mit Beschriftung in hcjbrüischer nix R o .i»t SUl tu mo u Kii hie ein der] »id Bri «lei \ /nitl!»•■> sch »di ke. in dar däcl mit ste & »ler eiin .f,at g" Kurrentschrift und eine Schale, in die Bilder aus d*m Buche Rutli ge-dinitten sind. Kin größeres Glasrelief auf dunkleren Hintergründe zeigt Israel am Roten Meer und den I ntrrgang des ägyptischen Heeres. — I ns in Hamburg dürfte he» »nder» interessieren ein handgearbeiteter silberner Tel er. bestimmt zur Aufnahme der Sabbath-Brote, nadi nein Entwurf "gefertigt von l.li»aheth Alexandra Lev )ie» in den oberen Räumen gezeigten Arbeiten auf dem Gel iete der Ty pog r a p Ii i e enthalten mandie Werke j.iid »dien Charakters. Besrinders interessieren werden die neri zeillichen Bibelau »gaben. )le jüdische Abteilung der Ausstellung .wunle von Di] lomingciiieur Robert F r i e d in ä n n . einem der Erbauer le» neuen Tempel». zusammengestellt. Personalien und kleine Mitteilungen Rabbiner Dr. Moses Jacobson in Ges etile» kleinen Kreise-, von Verwandten. Freunden und gen de» Verstorbenen »tili.' Die einzige Ansprache \in 6. \iiltii-t fand auf dem Begräbnisprafz der Gemeinde die Grabsteinsetzung für den am 16. November 19*0 lei »gegangenen Rabbiner Dr. Moses Jacobson in Gegenw a l Kollo t Herr Ii. S. Jacobson. Fr entwarf in würdiger Weise ■ ( harnkteristik dos Inten, der ein Lehrer und Mehrer rhjnra und ein Künder der Nächstenliebe war und darin mit »einem ihm kurz zuvor im Tode vorausgegangenen Ii r Sa I o in ci n J a c o b » n u ein» w ußte' * rocteslälle. Am ,Jr Juli verschied u ich längerem Leide Ii, frühere* rhoravorleser und Schochet <le» Synagogeniride». Herr J. Wigderowitsdi. Der Verstorbene amtierte t {in unserer Nadibnrgemeindo W a n d s b e k und kam nadi Hamburg. Fr»t voi einiger Zeit trat er in den auestiand. Wigderow itsch war eine ehrwürdige Eriqung. ein Mann, den Pflichttreue und Religiosität in hepn Maße auszeichneten. — Ihm folgte* im Tode am lugjusl Herr Rabbiner W. S. Diamant, eine schlichte, beielone. dem Lernen und Lehren gewidmete Persönlich- Die Verwaltung der Synagoge Heinrich Barthstraße, elthe.r der Heimgegangene amtierte, widmet. ihm einen' kbaren Nachruf. Beiden Männern i»t ein ehreneles Gei.tni» in unserer Gemeinde sicher. \m 20. September wurden zwei verdiente Männer in die gkeit abberufen. In den,Morgenstunden verschied nach laiigerem Leiden Herr Michael C. Flörsheim. Er gehörte dem Repräsentanten-Kollegium der Gemeinde von I9J0— I92> an. wurde in dem letzteren Jahre auch in das Kollegium wiedergewählt, legte aber sein Amt später nieder, weil er Hain bürg verließ. Er wirkte irfv Repräseiitanten-Koillegiuni im Geiste der Versöhnung und friedlidier Verständigung. — Ihm folgte im Tode wenige Stunden später Herr Michel Jacobsen. ein Mann von unbeugsamer Geradheit und Rechtlichkeit, für die er allen, die ihn kannten, ein Vorbild bleiben wird Herr Michel Jacobsen wirkte lange Jahre in verdienstvolle! Weise als Hohe] tuiel im Delegierten-Kollegium des Synagogen-Verbandes. — Das Andenken all dieser Männer bleibt gesegnet.; :f - V . * Dem nm 8. September verstorbenen Präluren Bernhard Dinkgrefe gebührt an die»er Stelle ein Wort ehrenden Gedenkens. Der Heimgegangene, mit dein uns amtliche Angelegenheiten wiederholt zusammenführten, war ein Mann von vornehmer Denkungsart und rechtlicher Gesinnung, ein echter Priester Gottc». Wir gedenken »einer voller Einerbietung. In Warschau starb vor kurzem .der polnische Konsul in Hamburg Dr. Samson-Himmelstjerna. Da» Amt de» \er- »torbenen brachte es mit sich, daß er sehr häufig auch mit Juden polnischer Staat»angehörigkeit sich befassen mußte, und er bewies hierbei stets ein außerordentliches Wohlwollen und. großes Verständnis für die besondere Lage jüdisch-polnischer Untertanen im Ausland. Weit entfernt von antisemitischen Gedankengängen und von einem großen Interesse für jüdische Dinge beseelt, besaß er in jüdischen Kreisen viele Freunde, die seinen plötzlichen Tod aufrichtig bedauern. .. DieiEheleiite H e i m u ii i) Wolf und Lea geb. Wölfl feierte am I. September (9. Flui) das Fest der Goldenen Hochzeit. Das allseitig beliebte Jubelpaar war an seinem Ehrentage Gegen-tand zahlreicher Ehrungen und Aufmerk .samkeiten. i,- * . Am 22. August, dem 9. Ellul. vollendete Herr Hermann Gumpertz in bew undcrn»w erter körperlicher und geistiger Frische unter einmütiger Teilnahme der weitesten Krei»e der Hamburger Judenheit sein 80. Lebensjahr. W ir haben vor 5 Jahren der Persönlichkeit des Jubilars anläßlich der \ollcndung seines ^.'Lebensjahres unsere Huldigung darf gebrachtem! es ist ein beredtes Zeiignis-für ihn. (laß unsere damaligen Zeilen heute nur Wort für Wort wiederholt werden könnten. Auf» neue müßte man rühmen seine vielseitige Tätigkeit in den verschiedensten Ehrenämtern, welche die deutsche und die Hamburger Judenheit ihm anvertraute und die er teilweise noch heute bekleidet: auf» neue seine Gelehrsamkeit und die abgeklärte Weisheit, die ihn auszeichnen; aufs neue den vorbildlichen Lebenswandel <les editjüdisdien Manne», der keinen Gottesdienst versäumt und über die Thora sinnet Tag und Nacht — und aufs neue »ein auf ^erbreltung von i horaw issen und Frieden gerichtetes Wirken. Mit den Seinen ist unsere Gemeinde. i»l Hamburgs Judenheit stolz auf ihn. , und mit seinen Angehörigen, seinen Freunden. Verehrern und Schälern einen wir uns in dein Wunsch ,"i"tp D'Hüyi TINO IV- * Am folgenden läge, dem 23. August, dem Kl. Ellul. vollendete Frau Jenny Michael, geb. Mainz, die zur Zeil außerhalb Hamburgs weilt, ihr TO. Lebensjahr. Wir entbieten auch dieser Jubilarin unsern Glückwunsch.'die sich als Mitglied der KrankenbausfUrsorge und der Kommission für die Fremdenpflege unserer Gemeinde vielfach um diejenigen verdient gemadit hat. welche eine» \ iiiiohiners am meisten bedürfen. # Am 6. September fe'ierte Frau Ulrike Herne, die älteste Vertreterin der wenigen nudl hier lebenden fVlitgljeder der Familie Heinrich Heine», ihren 9(1. Geburtstag. Einer hochgeachteten Berliner Familie entstammend,.heiratete »ie vor mehr al» TO Jahren den Hamburger Bankier J einen nahen Verwandten von Heinrich Heine Jahren versammelte »ie stets einen größeren in dem Tagesfragen der Politik und Wcltwiri w urden, und auch heute noch nimmt »ie warm an allem Geschehen im cn; sonders ger;n wird sie von cren den s e f II ej n e. n früheren Kreis nm sich, sdiaft erörtert j Anteil nähmet und weiteren Kreis. Be- Mitgliedernr der jüngeren

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