Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 9 (2.10.1931)
- Date
- 1931-10-02
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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I Seite Predigt Einweihung des neuen Israelitischen Tempelt August 1931-17. Elul 5691 -iabbiner Dr. Bruno Italiener bei am von der 3Q .otl. rtfc \i J" l-ruc zu g e n i1 Sei rramaa ms Andejr F ffiri er hat mich MS Vuclädmge'll! tische Weisheil erzählt: 'L\ls Salome), der Ki -ich entschlossen hatte, dein M\* ijrcn einen richten, rla erschien ilini kein Platz auf Freien uiinl :. die Majestät GoJIes bei -idi aufzunehmen, iließlidi entschied -ich der König für den Berg Moria Wi, laute erste selbe \h TFrtlcl M ie ei m Nif hal i -che' eillif w je zu-a tr muß glcic eng. will. Zielt n e Vti w Ans< . w! Sehe letzt ihese '/ ii W; sdin Stci ■den;i tat llenj erst« fWei in l< J herg b.'dc Sleii : aber ei 'gr rfiirf dies, i -liU( K wer der I Aug; And die* 1/ Gemeinde blatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer <) rr 'runp -ixan ja ■ rief ich empor /u erhöret in der V einpi- SeMn"lBoden war geweiht dilrdij Adam, den ersten Menkchen, der dort hervorgegangen war an- Gotle- Schöpfei band, gebihhfl audem Staube \oji den vier Kllden der Freie. aber die Arbeiter -ieli [anschickten, für den Tempel l'unllnmenl /u trjreii kaum dal? der Sputen ileii Boden ■berii irt(hatte-- da hielten -ie er-ifireckt iiuie. von einem - (iciii|u-eh verwirrt, das aus der I iefe de- Berges empeii drang. füi Pochen klang es. er-t lei-e. zaghaft, dann immer n vferdend. ein Podien im, gleichen, ruhigen Takt. IXi- Mensdienher/ war e-. das Merz des Adam, daan dern Stelle, wo c- /um I.i'Ik'4 erwiuhl war. mich begruben ieSe- Merz, d.i- Jahrtausende lang tief im Schöße der :i'-eli Itiniinci l liatlc. es war wieder erWudit, es kloplte rr, w iinder-aiii erweckjl durch den belebenden. Ilauifi linderen Xleiistbeiiheiyeil-. da- -ich sehnte nach Gott, ine Andächtigen! \\ ii empfinden alle: diese Legende nscre Seelen'geöffnet. Wir stehen'im Begriff, ein jüeli- Gntte-hauzu weihen, lie-timmt zur \ eVehrung de- -efazigeil Gottes. Mahnend ruft die Legende.uns zu. etta ihr Juden im Laufe eurer Geschichte euch auch nntpiischlicßeii mochtet, durch die gleidien Frinneriingcn inden. durch die .gleidien Hoffnungen belebt, wie eng uden euch auch in der Gegenwart zusammenschließen . ein kleine-' I liiul lein, zii-ammenged riingl ilureh das ie Schicksal. (Iiigleich«' Nut werdet im (»eiste nicht vergeRt nicht, dal! der eine Gott die eine Menschheit und dal! keine Fnttäuscjhnng euch \uu je:iem hohen abbringen darf, über •Iii' Schranken der Alistammung. (üaiibenhinweg an dri Pflegedegemeinsamen hentuinmitzuarbeite-il. .1aim wären.wir mehr verpflichtet, -olche Gedanken zum ruik zu bringen, alin die-erti \ ugcnbl icke! Ät müssen gestehen, dal! wir dieser Stunde nidit ohne. entgegengesehen haben. Wie oft. wenn wir in den II Monaten die Baustelle betraten, dal! -ich in alle Ie über den Fortgang der Arbeiten da- Hangen mischte er \ulgabe dieser Munde, die lindert ern-l zu machen, zu vollenden, wofür alle mühevolle Arbeit derer, die n Bau gefördert haben, nur den Rohmen schaffen konnte, dlbri Ilgen, dal! dieser Raum .geweiht werde, dal! jene "»illg vor -idi gehe, die audem l'rofanen ein Heiligelt, kurz, dal! das Wunde Ii -ich" vollziehe, dal! Fisen und und Holz und Wand und Leuchter und I liorarollen mit •bendigen Men-dien-cilin zu einem (horder Aneluchl i nmenklingen. .-'l V ieder weist die Legencle-.; mit der wir die-e Stunde' cm - rrletet haben, den Weg. Wie der erste Tempel ..auf dem Moria nicht* auf kalte;!) i f eisen gegründet-w urd. sonl.eben erwachten Herzen des udi die-e Stätte die wahre ilie Men-dx?nher/en. die hier leinliger Inbruu-I Gott ntgegens'dilagen, i. wi r nur hierhergekommen i-t. um dabei zu -ein. kommen ist au- Neugier nur. aus bloßer Pflicht, der utel jii djesem Augenblicke, nicht v iel mehr aldie kalten e da draußen an der Außenwand des Heiligtum-. Wer liier eingetreten i-l ehrfurchtsvoll, still, im Jinie.rsjcn Ifen, die-e Stunde luiterleben /u dürfen, erleben .zu- ■n. wie v\ir kleinen Meli-ehcn im Begriffe -leben, mit in Bau ein neueleildien zu der Kette der Andacht-- •ii za rügen, die ilie \ätrr -eil Jahrtausenden dem Kinigrn nfl unter di u sdiwepslen Gefahren errichtet haben, hin eingetreten i-l. das Herz -o eng durch die Überfülle Krnpfindiingen und dellniKh spürend, wie ihm von ■irbliiL zu Augenblick weiter Wird, der zieht durch seine idit die nVOtl' <li( iötnjdie Majestät, hernieder auf ■ lleine l.rd«-. »ter fühlt mit der Träne, die sieb ihm inaiif dem warmen. /.Un Ii .Melisehen', so kann ie) erst empfangen durch Auge drängt, das in diesen-' Bäume?! eheimnisvolle We'ben des Gottesgeistcder spridit erliebend die Worte dei \»ir au die Innenpforten ilieses Tempell teil igen Schrift, rlii geschrieben haben traipn ns?i? nn oti^x n'a-DS '3 nt ata Dipnn snu na ..Wie erhaben ist dieser Ort nichts.anderes is| dies als ein GotteshnHS. und hier i-t die Pmrte des lliinmcds.'" Wir werden dem tief-ten Geiste des Judentumgerecht, wenn wir die Weine diese«, Gotteshauses nicht allein vollzogen betrachten durch die kultischen I Lindl Ii Ilgen, die/hier vorgenommen werden, nicht nur durch dejn festlichen Schmuck der heiligen Lade, nicht durch das Entzünden des Tan 13' 'L's ewigen Lichtes, nicht allein selbM durch den inzug der I hornrolle.....id ihre Übernahme in den Heiligen Schrein, daß wir die W e i Ii e' vielmehr wall rhaft erst I zogen betrachten durch das fromniej gotterlül M e 11 s dl e Ii Ii e r z. * Ks sind unsere Propheten, die Propheten Israel-, gewesen, die uns diese Auffassung von Religiosität gekündet haben att der kultischen Frömmigkeit des Gotteshansen. haben sie Indem su die sittliche Frömmigkeit de die Menschheit aus rommigkeit des Lebens forderte der Duiiipfheit konfessioneller Fug freie Luft des wahren Gottesdienste Religion, die ih-en Gott heilige Bäume und Personen wenn sie ihren Gi^tt überall n lila r e n läßt. v a Ii r e W e i Ii e gibt. II IUI ist unserer Religion iisc-s ins Lebe u hin a Ii - herausgeführt in die Denn eng und klein ist eine blinden sein läßt an bestimmte aber weit und groß ist sie i Ii d er Welt s i dl o f 1 c .. Von solchem Geswbjsponkl uosVird unsere heutige1 Feier erst auf das rechte Mal! zurückgeführt. So U-deutsam sie ist. mit den Augen unserer Propheten betrachtet, wissen wir. daß der lag der iciupelweilie immer nur innen Anfang bilden kann, dal! wir bei jedem Betreten dieser Stätte durdi unsere Andacht die Weihe gleidisum erne.oeni müssen, ja. dal! es im Grunde n ii r e i ii e das ist die Art. wie wir den ( aus cler l!nge dieses Gottesh«! I rage n.- . :: j{ Dieser Drang in die Weite ist dein Jucleiiliinij nie verlorengegangeii. Die groSeji Künstler der Menschheit haben mit seherischem-Auge darum gerade diese Seite seines Wesens zur Darstellung gebracht. An,der Mosesstatur des M i di e I - angeln ist nichts so packend wie das mächtige Haupt mit dem in die Weite gerichteten Blick, der das ..Fitcle cler läge'' zu erschauen scheint. An R e in b r a n d t s 'vielleicht berühmtesten Bilde ..Der Segen Jakobs" ist nichts so ergreifend, wie die VugeH des erblindeten Patriarchen;' körperlich blind, dringt er mit dein Geiste'in die fernste' Zukunft Seines Volkes. Wie oft hat mau den Juden zumal im Mittelalter blind gescholten« wie oft hat min dem Judentum seine Fuge v'orgevrorfen! Doch so hoch war keine Gctthonlaiier. dal! die Sdiwingen des .Geistes sie nicht überwanden hätten, so dunkel keines Leides Macht, dal! der Krkenntnis Licht sie nicht zu ei hellen vermochte. (,ewiß. ej hat auch Zeilen im Judentum gegeben, da das .iußere schwere Schicksal zu einer seelischen Gefahrvil werden drohtr:'<IJ» die äußere Fuge I nn und Denken verengend zu beeinflussen begann. j Wenn solche Zeiten immer die Ausnahmen blieben, so -deshalb, weit das Judentum sie von innen, auk eigner Kraft, durch den in ihm liegenden prophetischen Geist zu übeiu inden \ ei mochte. Wo hätten wir mehr Veranlassung, au diesen Zug in . die Weite zu erinnern, als auf dieser Tempelkauiel! Wenn unsere im l-raeliti-dien Teinpelverbailde zusammen geschlossene Gemeinde mit Recht als die .Mutte.rgemeinde zahlloser, in.der ganzen Welt verbreiteter jüdischer Gemein den beträchtet wird, so deshalb, weil das Frkeuerungswerk, das die Väter vor mehr als I.....dert Jahren begannen, nichtanderes war als ein Besinnen auf eleu Geist auf dieses beste Lrbe des.Judentums. Wir haben diese Slnnde mit einer symbolischen Handlung eingeleitet. \n die-er Wand, die unser Allel heiligstes birgt, haben wir den .Schlußstein nahe dem Grundstein aiiSjiinserom allen lempel in der Pool-lraße eingemauert, eine Mahnung, dal wir berufen sind, das Rrbe der \ ergange nheit /.u hüten. eine Mahnung aber^aiidi. da Ii es nur einen bedrückende Fuge iin-erer Gegenwart se winden.' wenn wir wie die Väter die Verbi Heiligen, dem Ewhjei Biebt verlieren. Durch unsere Zeit geht eine tiefe l nrilhe. ' die uns cpiäll. Die materielle Fuge: kein cler Propheten. Weg gibt, die isch zu Überidting mit dem Fs ist diel Fuge, rechter Baum