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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1931-06-10 · 6 (10.6.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
7 (1931)
Issue
6 (10.6.1931)
Date
1931-06-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seit«- 2 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 6 den mric.il die verheiratete Sdwvest.er der Braut besetzt uml noch immer nicht verlassen halte, und er befürchtete, dafi in.in da- \ erstreiken nicht einzuhalten gedenke. Die I' rage i wurde geregelt, und der Verleibteberuhigte sich. Die Hochzeit fand Donnerstag, den & Flui, statt: der Bräutigam hielt in bester Laune e-ineTjE^ 7 (religiöser Vor- . Irag) und beteiligte sich lebhaft an der darauf folgenden Diskussion, Bei lisch wurde gescherzt, und die Stimmung war die beste. \m folgenden Krcdtngahend war der junge Fhe-mann mit -einen Angehörigen in elef:Syuagoge, alles schien Iwster Ordnung zu sein. Atter wie groß war das Staunen der Familie, als mau am Sa hl tut Ii früh bemerkte, dal! e-r unter Mitnahme vnn-°4 Coldgiihlcii. die zur .Mitgift gelliVrten. »ich indem Staub gemacht halte. In einem kleinen Dorf In achte min ihn bei einem jüdischen Hauer am Sonntag ausfindig, der Sehw iegervalei. von einigen f remden begleitet, suchte ihn dort auf im I fand ihn sehr beschämt und j reuig zunächst wegen "der laitw eiliuiig des. Sabbatiis. Das . (leid, von dem nur ein halber Gulden fehlte, war beim Bauer aufgeholten. Man brachte ihn nach .Mannheim in sein Klternharts. Aber schon nach einigen lagen überredeten ihn seine Litern', nach Bonn zurückzukehren, was er nicht ohne Freude t it. Hier ging er am Snhhuth zur Sjv nagoge und spendete -ogar gelegentlich, des \iifiufzur lhora (leid. Kr fühlte -ich rethl wohl und war guter Stimmung. Am Ausgang des S ihhalhs \ erlangte ei nach It. S i in u n an- K o p e n h a g e n. lein I hoi a-ch reiher nul Geineinde-Beglaiibteii aus Köln, der /orzeil in Hmiii sich aufhielt, und mit; dem er sich ganz allein ausspreche!! wollte. Diesem gestandjer, er möge seine Kran nicht IHden und wolle sie unbedingt los werden: denn seitdem er sie kennen gelernt, leide er an Melancholie . Ii. S i ii i ii ii staunte über diese Krölfirung: er wisse im Augenblick keinen Ausweg aus der Situation, ein Get-'ohne Zustimmung der jungen Krau wäre undurchführbar, man müsse mit ihr und den Kitern darüber sprechen. In der Aussprudle . erklärtesich denn auch die junge Krau bereit, den Gel an- 1 zu nehmen. Diraur bat l-ak Neiiburg noch, da er nach Holland oder Kngland zu reisen beabsichtige! solle der Get in einer Stadl . .ml lein \\!■;!■ dorthin, also in Cleve oder Nvmwegen, gegeben Herden, und nicht in Düsseldorf, welches unter elem- -elliin kurfürsieu wie-' Bonn stehe-. \m Sonntag. <k'in; l't.'l.liil |7W>. reisten N'eiHiurg mit seiner Kran, ihrem Bruder. ihrem \etle-r und I!. Simon zu Schill nach Cleve ab. wo sie ■ Dien-tag. It'u Jl. Khll. früh ankamen. Der dortige Rabbiner I!. fsrhel I i f s ch ü I z vollzog mit -einen rnbhini- -ihen Beisitzern und in Gegenwart \ieler kundiger und froüBitucr Männer iiotfh am -<Iben» lag die Stheidung, in der i bei zeiigung. daH ifer Mann gun/ " uornval und gutwillig Ii in.leite und dali e- In-—er -ei. die unglückliche junge Krau »oh ihm ztf" trennten alder Gefahr aus/irsetzeii, ihr Leben uiguunli. al- I he\erla—erie. hinbringe n zu müssen. Nach Ii i Scheidung wurde noch im llalnse des Kabbiuers, in dem Wide Menschen bei-amnien waren, das Mincha-Gchet verrichtet. Als dann X e u b u r g von -einer geschiedenen Krau : \h-chir.l nehmen wollte und diese sich von ihm wegwendete, Nagte er lacht lud: Weswegen bi-t Du böser Laune? Ich bin im Gegenteil guter Dinge, und wenn Gott mir helfen und es nur gut gellen wird, werde ich noch ilie Kinderchen, ilie Du mit einem anderen-haben wirst, schön beschenken. j» kurz daraul wendete -ich der M a n n h e i m e r linb-!>iih-^ R. TeweleH eil rriihl an den Clever Rabbiner, sondern :»n fla« ..( leve-r K i a n k.f ii r t e r Ii ildiin.it und erklärte den" Get" für ungültig, da Isak Neuburg nach seiner Ann/uleehnung-fähig --ei.. Der f rankfurter Raitbiuer in Beth-Diu teilten dieden» Clever Rabbiner mit. R. ifschüt / antwortete; indem er an der Rechtskraft eidang festliielt_nod "seine Gründe hierfür anführte, pjen Briefwechsels erklärte das Frankfurter Rab- Scheidnng lür ungiiltig und gab dies in einer Krkl,nun: (tllD) bekannt. Der Streit rief die bedeutendsten Raltbiiferauf <len Plan: alle waren sie im Gegensatz zum urter Rabbinat für die Gültigkeit des Gets. Kr sei ifiir rechtsgiltig und begründet, eler Clever Rabbiner ic -ogar ein l ob dafür, dali er eine jüdische Krau vor km Sihicksal der Agunoh bewahrt habe_ ) ntpr diesen Rabbinern waren: R. Hirsch Katzenftageit. Ohcriuhhiiic-r cler I* f a I z : R. Klieser ■ n e I I e n l> ii Lr e n . Kreisrabbiner zu II a g e n a u : R. S t e i n Ii a i d 1 . Rabbiner zu Fürth: R Saul 1 n e I I e n b o g eii. Oberrabbiner zu Am steril.' Joel A ii - t e r I i t z . stellvertretender Obersjehl innt -1 1-r.ieF der Sef ■ I rolz binat I r mkl nicht He Heil j K a t / :Jo-er | K a t z d a ni*: rabbiner zu Berlin: R. Joschua lle-c|iel L w o w , Laudesrabbiner von Seh wn Ibach: R. Zalm|iii, der Sohn des R. Jakob I. mden. Rabbiner zu London: R. Llcha.nan, Rabbiner zu 1) a u z i g. Besonders zu nennen sind die zwei Autoritaton internationalen Kormats und Sau Ich unbeug- -i'imer Orthodoxie: R. A r j e Ii. Le ibjbeh Ascher. Oberra-bbiner zu Metz, nach seinem berühmllen Werke n'IK DJXIT genannt, und Ii. Jecheskel Lajldall, Oberrabbiner zu Prag, der;f|'||ipj Auch die talmudischen Gröüeu der l)rei-(.euieiii(len nannten Stellung, iintl; zwar gegen Krankfurt: R. Jakob Emden, R. Isak Halevi Hu r w itz. OJier- I)., B i Nu. IIICI-I-CIIC"" l Z I , 1 I _ I 1 I \ I IVIII I II I ' l - ■ IUUIMUI IV I llUiriMIIUI. die Krankfurier Vorsteher ihm ferlVoteh hätten, die Ilde anzugebc-ir. WoraiVf R. Jecheslel II. a. uiltworfet«v: mach und Schande, dali gewöhnlidie Baale-Batim »ich raMNuer der Djfei-Geraeinden, und R. jener Zeit Rabbiner zu Des Sa il. Kinen besonderen l'.ifer in dieser Präge entwickelte der Prager Oberrabbiner R. Jecheskel Landau. Kr trat in einen regen Briefwechsel mit mehreren Rnhhinen. u. a. II lieh mit denen lies Frankfurter Rabbinats. fon denen e-i die- Be-- kaiiutgabe ihrer Gründe für ihren Ungültigkeitsspriieh verlangte. Man antwortete ihm au- Frankflirl alu-r nur. dal! man Gründe hätte, und auf seine weityerc. f rage, dal! m in Gründe hätte, aber -ir nuht angelten könne-. Aul -ein w edlereenergisches Drängen erklärte das Frankfurter Rabbinat. dal! die Frankfurter Vorsteher ihm ferltoten hätten, die Gründl ..Schnia... herausnehmen^] ihre Köpfein Thoru-Firischeicliiiigen zu stecken, -Diese Frankfurter Vorsteher ierdienfen einen Verweis, und ihr Sehweige-'n i-l -ehönei alihr Sprechen. Immerhin habe ich jetzt wenig-te-neinen (mildern.ieil I instand) für den Frankfiirtejr Rabliiner, denn bis je-tzt fand ich' keine Verteidigung 1 iir sein I landein in diesem Gutachten. \iiii jetzt au aber erkläreich die- Krau Tür frei und be-rechtigt zu heiraten." t nd bei den \ ort rage-, den R. Jeehe'sked Landau in P rag zum rasten GedaljEI (am läge nach Rausch ha-ehonoh) in Anwesenheit von ini-hr ab lausend Menschen liie-lt. sagteer: Ich schwöre vor der Menge —, so frei sollen w ir in diesem Jahre voih Gallith w pnlen w iefrei dieseflau ist.') Kiidlieh sehrieb er nochmals in -e-hr strengem Ton nach Frankfurt, worauf die dortigen yor-lelier beschlossen, dal! Landau und die Nachkommen Landaus, bis ins dritte Geschlecht e-iiischliehlieh. keine l'o-le^i in de-r .Frankfurter Gemeinde sollten bekleide^ können. Der ge-amle- Briefw e-ch-el über den| Clever Gt't i-t gedruckt in dein Wc*rkiiy>J\ *11R gesammelt von de in obenerwähnten I! Sinn» n uiis Kopenhagen, dam I76"fc S". |19 Btilttter. '\on die-eniji Werke be es Lemhli'rg ine. Ii. Ul in unserei IV) Seiten. Bililiotliek eilt- . Auch cler C le Auflaf r liabb ie- Ain-ti-ritzen w ir I>»tlj: N". ael l.ifponsen, zu die sei - eh ti I z hat eine- Sainmel-elirilt von frage veröffentlicht unter dem I itel ^ütl^i nj( Cleve- I77D. 240 Seiten, welecnes auch in unserer Bibliothek vorhanden ist Diese Responseifl bieten reichen Stoff zum Studium des Kulturlebenjener Zeit und sind eineut(cr-ihüpflichc Quelle für diedamaligen Zu-tiinde der jüdischen Gemeinden. „. Die- Bibliothek der Gemeinde erhielj im Jierspenden von den Herren Dav ijkl De Bücherspe f) e n r v F r i efd e n fi \\ ien_ — Hugo Mi I' e i n e — C h a j i m m i u S e a I I i e I. I lirekftir r z - Isu a c Mb sts P o r t n o j . -. V.. Berlin v oi igen Mona! in b i n - k i I r i e d m a n n - P h und B e il ipp II j H - / Die Bibliothek der Gemeinde. B e n e ek e s t i a I! geöffnet: Sonnabend IJ -14 Sonntag 10—1> Montag. Dienstag. M i 11 vv o ti. Donluersl 10— fS% und itl—, ~ K reit a g 10 —Ip1-... Biicheraii-g;|be zu allen I esezeile-n. illlfirr Spreehstunilen de- Herrn Prof. Dr. I s a »'Ii M vormittags, aufter Sonnabend, loii'-j.] (>. i-t Sonnabend, a r k o n tägl ich Die Verwaltun Rückgabe der vor g der BiA dem 15. Ma iothe-k ersucht um' schnellste; i WM eutlieheiieii Bücher. Berufsberatungsstelle GemC-indehaui, Johntallee 54. Sprechstunden wochentäglicfi'^ von 9 bis lij aufierdeht Dienstags von IS bis' J0 Chr. Schulzeugnisse sind mitzubringen. Wir bitten dringend um Bekanntgabe von rituellen' 11 a n - Ii a I t u n g - - I e I I e n. : - '3 I - .---—■ ■(bei nrAaa p o-nn-'a nma rw,- nvn^> n-irj nas Q'a i3 '»Der: 'jjm ') :nflnip riKTn 7\vxnv aws i

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