Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 4 (1.4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nummer 4 '.ihrer Ziinge." ') Mit warm empfundenen, herzlichen Worten und den besten Wünschen für ihr Lehen nahm die Rednerin n:imoiis der Schule von den Schülerinnen, die sie zu Ostern verlassen und zum Teil jahrelang ihrer besonderen Obhut unterstanden hatten. .Abschied. Dann wandte der {Direktor sich an die.abgehenden Schülerinnen der 4. Volksstchulklasse, zieren Klassenlehrerin infol.se schwerer, .aber nunmehr glücklich überstande$er Krankheit an iler Feier . nicht teilnehmen konnte. ujkI ermahnte sie in eindringlichen Winten an ihre Pflicht als Menschen und Jüdinnen und wünschte allen absehenden .Schülerinnen eine^ harmonische und friedliche /.ukuiift. Mit einem Schlußgesang fand die Feier ihr Ende. —x— 8. Sitzung des Repräsentanten- Kollegiums der Gemeinde Mittwoch. 18. März 1951. abends Sfi Ehr, im Sitzungssaale de* Kollegiums. Rothenbaum-Chaitssee -58. Anwesend die Herren L isser. Vorsitzender, Dr. Frankel. Crictz, 11 e i n e? m a n n . H o r o w i t z . Uaacs e n . I )r. Kai in u s . I. e v v , Dr. L o e w e n b e r g . 'Dr. Marx, Dr. M eyer, N aj tlh a n, P e i n e. Dr. Plaut., I! e i i)i. St n p p* I m a u n . Dr. L r i a s , Dr. W oh I - g e in ii t Ii und die Damen Bauer. Ca ro. Dr. Mever- W e d e. I I. ,Für den Vorstand der Gemeinde anwesend die Herren A I f r esd L e v y , H e in r i ch I. e v \ , Rechtsanwalt David. Direktor £ u gel. Dr. X a t h a n. 7- . ' ' I.. Der Vorsitzeade gibt bekannt, .daß das Kollegium bei .dem Richtfest des Tempelbaues durch seinen Vorsitzenrl'en und bei der Einweihung des Krankenhauses der Gemein le durch die Herren He ine mann und Dr. \V o h I - g e m u t Ii \ertreten gewesen sei. — Das Protokoll der öffentlichen Sitzung vom 4. Februar 1951 wird widerspruchslos genehmigt und die Mitteilung des Vorstandes der Gemeinde, daß Herr Herbert Oettinger seine Wahl in den Vor- »lun I nicht angenommen hat. zur Kenntnis genommen. J. Antrag der Herren Dr. Urias und Gendie am Anfang dieser Nummer stehende Entschließung gutzuheißen. Dr. L'rias. l?ie Geschehnisse der letzten Tage zeigen.'daß ein gewisses Stadium der öffentlichen Verhetzung erreicht 'ist. In der jüdischen Gemeinschaft ist Beunruhigung eiifslan len. der die Gemeinde Ausdruck geben muß. Sie muß aber auch dafür sorgen, daß die Dinge nicht überschätzt Vierden. .Die jüdischen Organisationen sind auf dem Plan und tun ihre Pflicht. Wir können daher unsere FebeTzeugnng dahin, zum Ausdruck bringen, daß bei den letzten Attentaten kein planmäßiges Vorgehen vorliegt, sondern es »ich um allerdings verurteilenswerte Einzelfälle handelt. Ohne sjtli auf da« politische Gebiet zu besehen, muß die Gemeinde ihr Bedauern iilier die Vorkommnisse kundgeben, den politischen Kampf selbst aber den berufenen Organisationen übei las.en. Wir haben V e r t r a ii e ri~z uderhariiburgi- - eh eri \i e g i e ru n g u n d ihr e'n Behörden und rufen alle' rechtlich Deakenden zu einer Einheitsfront gegenüber den Ereignissen der letzten Tage und der politischen Verhetzung auf. Dr. Kalmus. Wir stimmen selbstverständlich der hier beantragten Entschließung zu. Sie ist eigentlich nichts anderes als der Ausdruck unserer Auffassung, daß die Gemeinde in (dem Kampfe gegen die Verhetzung an erster Stelle stehen muß. Die Ausführungen des Herrn Dr. I ri.is .stehen allerdings im Widerspruch mit dem Grundgedanken seiner Entschließung, daß die Gemeinde in dem kämpfe der Juden" um ihr seelisches und leibliches leben die Führerin sein müsse. Wir stimmen daher seiner Entschließung, nicht seinen Ausführungen zu. — Einer Anregung des Vorsitzenden, nie Entschließung mit der Beratung des auf der Tagesordnung stehenden Berichts des politischen Ausschusses zu verbinden, widerspricht Herr Dr. Frankel; der Eindruck der Entschließung solle durch eine ihr mit iii.^i heu le Erörterung, die bei dem Bericht unvermeidlich sei. nicht verwischt werden. Auf seinen Antrag erfol'.'t ohne weitere Erörterung die einstimmige Annahme der Entschließung. I -. 5J Antrag der Frau Dr. Meyer-Wedell und des Herrn Dr. Plaut-ml Bestellung eines besoldeten Jugendführers für dierjichtorgunisiertc jüdische Jugend. . ■ ') Sprüche 51, J6. ' ' / Dr. Meyer-Wedell. Die nichtorganisierte" Jugend findet in dem Gemeindehause Johnsallee 54 nicht die gleiche Heimstätte, wie die hündisch organisierte Jugend. Sie gerät daher in Gefahr, der Verhetzung anheimzufallen und dem Judentum verloren zu gehen. Der nichtorganisierten Jugend , fehlt eine Persönlichkeit, die ihr Führer sein müßte. Em sie - zu gewinnen, müssen Mittel aufgewendet werden, die - durch den moralischen Gewinn, den die Gemeinde davon trägt, zu rechtfertigen sind. I user Antrag ist bereits im Jugendamt zur grundsätzlichen Annahme gelangt. Em die Sachezu fördern, haben wir ihn auch hier eingebracht. Ich beantrage Verweisung an den Haushaltsaiisschiill zwecks späterer Berichterstattung, bemerke aber schon jetzt, daß die Belastung nicht so groß sein wird, wenn man eine Halbtagskraft mit einem monatlichen Gehalt von KM) bis 150 Jtli und zwar zunächst auf ein Jahr anstellt. — Dr. Frankel. Die außerordentliche Bedeutung des Antrages feuchtet ohne weiteres ein. Aber auch ich bin für l cberweisung an den Haushaltsau-schiiß. weil die letzte Entscheidung nur zu-_ ~ a in inen mit dem Haushaltsplan gefällt werden kann. Ich benutze diesen Anlaß um anzuregen, daß überhaupt alle Anstellungsf ragen nur im Zusammenhang mit dem Kollegium erledigt werden sollten. — Dr. Plaut und Dr. Marx treten gleidifalls für den Antrag ein. indes-wendet sich der letzlere gegen die Anregung des Herrn Dr. Frankel: gerade bezüglich der Jugend sollte die Jugend, also in diesem - Falle der Landesausscliufi der Jugendorganisationen, das entscheidende Wort sprechen. Isaacsen empfiehlt die Verbindung der von dem Antrage geforderten Stelle mit der B e r ii f s b e r a ( u n g s s t e I I e. Der Antrag gellt an den' . Haushaltsausschuß. 4. Mitteilung des Vorstandes betr. einstweiligen Verzicht auf die Verlegung des Pflegeheims der Gemeinde bzw. auf Erwerb eines neuen Grundstücks für das Pflegeheim. Dr. Wohlgemuth beantragt Besprechung in geheimer Sitzung. Dr. Marx spricht dagegen, alles, was die Oeffentlidikeit interessiere, müsse öffentlich verhandelt werden. Die Besprechung in geheimer Sitzung wird abgelehnt. — Peine. Angesichts-der Mitteilung des Vorstandes verstehe ich nicht, weswegen das Kollegium im vorigen Jahre in seiner ersten Sitzung für.die Freimachung des einen Grundstückes.in der .Schäferkanipsallee 8000 XH 'bewilligen mußte».' Mit einem Mieleausfall von J(KX) Jl)l ergibt das einen Verlust von 10(XX) 'J{)1 für die Gemeinde. Dieser hätte vermieden werden können., wenn der Vorstand des Pflegeheimes sorgfältiger vorgegangen wäre. Dr. Wohlgemuth. Wir haben schon wiederholt versucht, eine neue Stätte für das Pflegeheim zu schaffen. Die /Grjiindstiicke in der Schüferkampsallee haben sich als nicht zweckmäßig erwiesen. Ein Einbau von Schniuckshöiie kälte 150 000: .y?)/ erfordert und wäre auch dann nicht gut gewesen. Jetzt zuletzt ist vom Grundstücks-Aiisschuß und vom Vorstand des Pflegeheims das bisherige S diu lg ebäude in der Bieberstraße unter Zustimmung von Hefrn Professor Koradi für besonders geeignet erklärt worden. Das Grundstück ist mit 50 000 'R)l belastet. Für den gleichen Preis, wäre es käuflich, so'dafi die Gemeinde mit barem Gvlde nicht hatte einzutreten brauchen. Die notwendigen Arbeiten und der Einbau eines Fahrstuhls hätten nach Erklärung eines Ardiitekten leicht mit einem Kostenaufwand von 50 000 bis 60 000 XU bewerkstelligt werden können. Da mit 10000 Ji)l Spenden und einem Fonds von weiteren 10 (MX) Jt)l zu rechnen gewesen wäre, wären 40 000 'Jt)l zu beschaffen geblieben. Allgemein herrsdite große Befriedigung über diese endliche Lösung, ' und dann hat der Vorstand den Plan doch abgelehnt, und dies, ohne daß von den zwei Architekten, die wir hinzuziehen wollten. ein,er überhaupt zu Wo'rt gekommen wäre. Dieses Verfahren des Vorstandes muß ich mißbilligen. Finanzielle Einwände waren nicht stichhaltig, denn die Grundstücke Schüferkamp-allee hätten mit Leiditigkeit mit den erforderlichen 40 000 tf)/ beliehen werden können. Ich erblicke im Vorgehen des Vorstandes eine Mißachtung der Verwaltung des Pflegeheims und des Grundstücksausschusses. Dann noch das Wichtigste. Wie gedenkt der \ orstand die Lage der Armen, che auf die Anstalt angewiesen sind, zu be ssern? — Fräii Caro. Ich stimme dem Vorredner ( zu. Die \ erhältnisse im Pflegeheim erfordern dringend eine Besserung. — Kommissar des Vorstandes Heinrich Levy. Eür das Pflegeheim bin ich stets mit besonderem Interesse eingetreten, kann mich aber nicht leichten Herzens über die finanziellen und die saddidien Schwierigkeiten hinweg-